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Vincent Kliesch - Der Todeszauberer

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Der Todeszauberer

4.3|39)

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783442374939

Termin: April 2011

  • Kurzbeschreibung von Amazon.de:
    Eine verstümmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits getötet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam – eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders führen könnten. Doch er verlangt dafür einen hohen Preis …

    Über den Autor (kopiert von www.vincent-kliesch.de):

    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Bereits im Grundschulalter gewann er Preise bei Geschichtenwettbewerben für Kinder und schrieb Krimis und Gruselgeschichten, die er seinen Mitschülern auf Klassenfahrten vorlas. Mit siebzehn Jahren gewann er bei einem Literaturwettbewerb des Berliner Senats und schrieb zudem mehrere Jahre lang regelmäßig die Kolumne für die Zeitung des Berliner Vereins hIghQ e.V. Nachdem er sich seit 2003 hauptsächlich dem Schreiben von Texten für seine Comedy-Programme gewidmet hatte, begann er 2008 schließlich, an seinem Debut als Thrillerautor zu arbeiten.


    Handlung:
    Am Ufer der Havel wird eine in zwei Teile zersägte Frauenleiche angespült. Alles deutet darauf hin, dass dies das 17. Opfer des sogenannten „Schläfenmörders“ war, eines Serienkillers, der seit vielen Jahren in ganz Deutschland sein Unwesen treibt. Seine Opfer sind ausschließlich Frauen, ein Schlag mit einem Hammer gegen die Schläfe ist sein Markenzeichen, aber meistens nicht die Todesursache: Für jedes der bedauernswerten Opfer hat er danach eine andere Grausamkeit parat: Feuer, Wasser, Nägel, ein Sturz vom Hochhaus…Er geht sehr sorgfältig vor und hat bisher kaum etwas hinterlassen, das für die Ermittlungen einen Nutzen haben könnte. Doch jetzt hat er sich ins Reich des mittlerweile wieder vollständig beim Berliner LKA tätigen Hauptkommissars Julius Kern gewagt. Mit seiner eigenwilligen Art zu ermitteln und sich in den Kopf eines Killers hineinzuversetzen nimmt Kern, mit Unterstützung von Eva Fuchs, einer Fallanalytikerin aus München, die Verfolgung auf. Und wieder scheint Julius Kern Hilfe von seinem Intimfeind, dem zwar freigesprochenen, aber doch als Serienkiller bekannt gewordenen Tassilo Michaelis, zu bekommen.


    Meine Meinung:
    Das zweite Buch über den Ermittler Julius Kern hat mich wieder von Anfang an gefesselt. Aber war es im Vorgänger "Die Reinheit des Todes" nur der erste Teil, der uneingeschränkt Begeisterungsstürme bei mir hervorrufen konnte, da ich kleine Schwächen festmachen konnte, hat in "Der Todeszauberer" von vorne bis hinten alles gestimmt.


    Der Fall um den "Schläfenmörder" genannten Serienkiller, der ungeheuer brutal, aber gleichzeitig sehr vorsichtig zu Werke geht, war sehr interessant. Wie im Vorgänger wird man als Leser relativ früh mit dem Täter bekannt gemacht und wusste somit mit wem man es zu tun hat. Der Spannung tat dies allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: Vincent Kliesch bringt uns den Lebenslauf des Killers näher und geht mit uns weit zurück in dessen Kindheit um seine Beweggründe für die vielen Morde nachvollziehen zu können. Wir tauchen ein in die Welt der Zauberei, der Magier und gerade diese Welt war es, die dem Buch einen besonderen Kick gegeben hat. Auch über den Alltag in einem kurz vor dem Ruin stehenden Varieté-Theaters erfahren wir so einiges und auch diese Abschnitte waren richtig gut. Sie übertrugen eine melancholische Atmosphäre auf mich und die auf gewisse Weise altbacken wirkende und vom Glanz der Vergangenheit lebende Stimmung wurde vom Autor hervorragend dargestellt.


    Der Ermittler Julius Kern, dessen Privatleben sich mittlerweile scheinbar etwas beruhigt hat, ist eine beeindruckende Person. Obwohl es für mich schwierig ist, ihm spezielle Charaktereigenschaften zuzuordnen, hat er doch eine Menge Charisma und er ist eine sehr greifbare und realistisch wirkende Person. Seine Art zu ermitteln, nämlich sich genau in den Kopf des Täters zu versetzen, ist in Thriller nicht unbedingt neu. Aber die Intensität, mit der Julius Kern vorgeht, kann einem selbst als abgebrühten Leser über Gewalttaten eine Gänsehaut versetzen, z.B. wenn er mit einem Hammer auf Wassermelonen eindrischt um zu erleben, was der Täter mit den Köpfen seiner Opfer darstellt.


    War das eher lauwarme Motiv des Killers aus seinem Debutroman noch einer meiner Kritikpunkte, fand ich es dieses Mal schon viel stimmiger. Die Beweggründe an sich waren zwar nicht wirklich außergewöhnlich, aber das Zaubereiumfeld und die Erlebnisse des Mörders in seiner Kindheit haben es trotzdem zu etwas Besonderem gemacht.


    Richtig klasse fand ich auch die "Zusammenarbeit" mit Kerns Intimfeind Tassilo Michaelis. Der freigesprochene Serienkiller trägt einen nicht unbeträchtlichen Teil zum Verlauf dieser Geschichte bei. Die Idee, dass zwei völlig gegensätzliche Seiten gezwungenermaßen zusammenarbeiten gefiel mir schon immer gut und erinnert in gewisser Weise an "Das Schweigen der Lämmer". Klar ist natürlich, dass keiner der beiden Seiten der anderen etwas kostenlos oder aus Nächstenliebe geben will, was ein wunderbares Katz-und-Maus-Spiel ergibt und in einem atemlosen Showdown endet.


    Wie ich vor Kurzem gelesen habe, soll diese Reihe wohl eine Trilogie werden. Einerseits begrüßenswert, dass nicht jeder Autor eine Endlos-Krimiserie startet, aber andererseits finde ich es auch schade, dass es vermutlich nur noch ein Buch um Julius Kern geben wird. Ich bin schon jetzt wahnsinnig gespannt wie es weitergeht und inwiefern Tassilo Michaelis wieder ein Wörtchen mitzureden hat.


    Für einen spannenden und intensiven Thriller gebe ich fast die Höchstwertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: .

    1. (Ø)

      Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag


  • Vincent Kliesch - Der Todeszauberer




    Der Berliner Hauptkommissar Julius Kern muss sich erneut auf die Suche nach einem brutalen Serienmörder machen. Der Täter schlägt scheinbar wahllos innerhalb Deutschlands zu und tötet ohne erkennbares Muster. Bereits 17 Frauen mussten ihr Leben auf unterschiedliche Weise lassen. Stets werden nur die Leichen gefunden. Hinweise auf den Mörder oder den Ort, an dem die grauenvollen Taten stattfanden, gibt es nicht. Die einzige Gemeinsamkeit ist eine Schlagwunde an der rechten Schläfe der Opfer. Aus diesem Grund wird der Killer als "Schläfenmörder" bezeichnet. Da bereits in neun Bundesländern nach ihm gefahndet wird, erhält Julius Kern Unterstützung durch eine Kollegin vom LKA Bayern. Die beiden scheinen nicht nur beruflich auf einer Wellenlänge zu liegen. Julius Kern ist für seine eigenwilligen, aber durchaus erfolgreichen, Ermittlungsmethoden bekannt. Auch bei diesem Fall stellen sich dadurch erste kleine Erfolge ein. Dennoch tritt das Team auf der Stelle. Der große Durchbruch lässt auf sich warten. Völlig unerwartet erhält Kern ein Hilfsangebot von Tassilo Michaelis, einem Massenmörder, der einer Verurteilung entgehen konnte, und mit dem der Hauptkommissar deshalb noch eine Rechnung offen hat. Angeblich hat Tassilo Informationen über den Schläfenmörder. Doch für diese verlangt er eine hohe Gegenleistung....




    Meine Meinung



    Nach "Die Reinheit des Todes" ist dieser Thriller des zweite Band um den Hauptkommissar Julius Kern und seinen Gegenspieler Tassilo Michaelis. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Um das Verhältnis zwischen dem Hauptkommissar und dem Massenmörder Tassilo zu verstehen und die Atmosphäre zwischen den beiden Kontrahenten voll auszukosten, ist die Einhaltung der Reihenfolge zu empfehlen. Da Vincent Kliesch allerdings Rückblicke in die aktuelle Handlung einfließen lässt, kann man dem Verlauf, auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Teil gut folgen. Der Autor verrät auch nicht zu viel aus dem ersten Fall, sodass man diesen noch gespannt lesen kann, wenn man bereits den zweiten kennt.


    Der Thriller beginnt mit einem Prolog. Schnell wird klar, dass man den Schläfenmörder und eines seiner Opfer beobachtet. Man erfährt wie die Opfer zu den Verletzungen an ihrer Schläfe kommen , doch der Täter selbst gibt nichts von sich preis. Im Prolog herrscht eine düstere Atmosphäre, die unterschwellige Bedrohung ist förmlich spürbar, sodass man bereits auf den ersten Seiten in den Bann der Handlung gerät. Das weitere Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und ist in recht kurze Kapitel unterteilt. Diese stoppen oft an entscheidenden Stellen, sodass man sich nur schwer von der spannenden Handlung lösen kann.


    Die Ermittlungen im Fall des Schläfenmörders machen einen großen Teil der Handlung aus. Man kann dabei sowohl dem Ermittlerteam, als auch dem Killer selbst über die Schulter sehen. Es gibt zwar recht früh Hinweise auf die Identität des Serienmörders, doch ganz sicher kann man sich nicht sein. Die eigenen Ermittlungen werden durch überraschende Wendungen in Frage gestellt, sodass das Katz- und Mausspiel zwischen Ermittler und Täter nichts von der aufgebauten Spannung einbüßt. Hauptkommissar Kern fällt es schwer sich auf die Suche nach dem Mörder zu konzentrieren. Er wird nicht nur von familiären Spannungen abgelenkt, sondern auch durch die Annährungsversuche seiner neuen Kollegin. Die Ermittlungen geraten ins Stocken, doch auf das Hilfsangebot seines Gegenspielers Tassilo Michaelis will Kern auf keinen Fall eingehen. Denn zu groß ist der Preis, den der Massenmörder dafür fordert. Der Protagonist Kern wirkt keinesfalls wie ein Superermittler, aber gerade das macht ihn so sympathisch. Seine Handlungen wirken meist glaubhaft und nachvollziehbar. Es gelingt dem Autor auch den anderen Protagonisten Leben einzuhauchen. Spontane Sympathien oder Abneigungen werden beim Lesen geweckt.


    Dieser Thriller zeigt außerdem, dass auch deutsche Handlungsorte interessant sein können. Durch Beschreibungen, die ganz nebenbei in die Handlung einfließen, ist man sich stets bewusst, dass man sich in der deutschen Hauptstadt befindet. Es gelingt Vincent Kliesch hervorragend, das Flair dieser Stadt einzufangen und an den Leser zu vermitteln. Sein Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Er schafft es atemlose Spannung zu erzeugen, die durchgehend spürbar ist und stellenweise mit einer gut abgestimmten Prise Humor zu überraschen. Dieser Thriller hat wirklich alles, was man sich als Genreliebhaber wünschen kann. Die Handlung ist vom Anfang bis zum Ende stimmig und kann durch einen durchdachten Plot, vielschichtige Charaktere, interessante Nebenhandlungen, einen pulsierenden Handlungsort und die Privatfehde zwischen Kern und dem Massenmörder Tassilo Michaelis überzeugen. Ich vergebe begeisterte fünf Sterne und freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung.





    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Klappentext
    Sie suchten den Mann fürs Leben – und fanden einen Mann zum Sterben …


    Eine verstümmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits getötet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam – eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders führen könnten. Doch er verlangt dafür einen hohen Preis …


    Über den Autor:
    Der Autor (Informationen der Verlagsseite und der Info aus dem Roman entnommen):
    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller „Die Reinheit des Todes”.
    Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der Filmpark Babelsberg, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre Quatsch Comedy Club sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer. Für Kliesch liegen die Berufe des Comedian und des Thrillerautoren auch gar nicht so fern voneinander. Zitiert wird er auf der Buchinnenseite seines Erstlings so: „Lachen und Grauen liegen eng beieinander, denn man erzeugt beides mit den gleichen Mitteln. Die Auflösung geht nur in die entgegengesetzte Richtung.“
    Wer Interesse hat, kann sich ja auch mal das Facebookprofil des Autors anschauen!


    Aufbau
    Mit seinen 71 Kapiteln auf 350 Seiten sieht man schon: dieser Thriller hat kurze Kapitel, die in diesem Fall das Lesetempo noch erhöhen: Eins geht noch... und noch eins... spannend und rasant erzählt!


    Inhalt:
    Julius Kern wird vor eine neue Herausforderung gestellt: er soll im Fall des gefürchteten Schläfenmörders ermitteln. Dieser Mörder hat bereits siebzehn Frauen auf dem Gewissen und ein Ende ist nicht abzusehen: die Morde sind quer durchs Land verteilt, getötet wurde jede auf eine andere unvorstellbar grausame Art und Weise – nur eines ist bei allen Opfern des Schläfenmörders gleich (und so ist er auch zu seinem Namen gekommen): an der rechten Schläfe haben sie eine Wunde, die ihnen durch einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt worden ist. Es ist vollkommen unklar, wie der Mörder seine Opfer kennenlernt, noch nach welchen Gesichtspunkten er seine Opfer auswählt. Und in die Psyche dieses Mörders hineinversetzen kann sich nur einer: Julius Kern. Und der nimmt diese Aufgabe natürlich bitterernst, auch wenn er weiß, dass es ihm schwer zusetzen wird, sich in diesen Mörder hineinzuversetzen. Und sich so in die Arbeit zu stürzen, birgt auch noch andere Gefahren, denn die Beziehung zu seiner Frau hat Kern vor nicht allzu langer Zeit erst wieder in den Griff bekommen und für seine Tochter ist immer noch klar, dass ihr Papa seine Versprechen sowieso nicht hält. Und dann ist da noch Eva Fuchs, die Fallanalytikerin, die Kern an die Seite gestellt wird, damit die beiden gemeinsam ermitteln. Sie kritisiert Kern nicht – im Gegenteil, und damit wird Kerns Leben gleich noch eine Spur komplizierter…
    Aber auch das ist noch nicht alles, denn gerade als die Ermittlungen mal wieder in einer schwierigen Phase stecken, taucht plötzlich Tassilo Michaelis auf, der Mörder, den Kern nicht hinter Gitter bringen konnte und der nun seine Spielchen mit dem Ermittler spielen will. Denn Tassilo hat Hinweise auf den Schläfenmörder, die der Polizei entscheidende Hilfe bei der Festnahme des Mannes leisten könnte. Doch Tassilo macht so ein Angebot natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe. Seine Hilfe hat einen hohen Preis…


    Meine Meinung:
    Ich war im letzten Jahr bereits begeistert vom ersten Band „Die Reinheit des Todes“ und in diesem Jahr nun endlich gab es die Fortsetzung. „Der Todeszauberer“ steht seinem Vorgänger in nichts nach und ist sogar noch besser (falls das überhaupt geht) als der erste Band.
    Erstens fand ich den Fall, den Kern zu lösen hat, superspannend. Der Schläfenmörder ist total unheimlich (schon der Prolog hat bei mir wirklich für Gänsehaut gesorgt) und bei diesem Thriller ist es richtig gut gemacht, dass man als Leser die Identität des Mörders schnell präsentiert bekommt und sein Leben, seine Geschichte und sein Vorgehen kennenlernt. Es ist faszinierend, wie Kliesch einen in die Psyche des Mörders mitgenommen wird, und es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass der Autor sein Insiderwissen über die kleinen Varietés in Berlin nutzt, um seinen Mörder zu charakterisieren und eine Welt aufzuzeigen, die so nah und irgendwie doch so fern ist… ich selbst war noch nie im Varieté, aber dieser Thriller hat mir trotz allem, was dort im Varieté so passiert, Lust darauf gemacht, diese Form von Unterhaltung mal wirklich kennenzulernen.
    Der Schläfenmörder ist also wirklich gruselig und toll charakterisiert, man lernt ihn und seine Beweggründe gut kennen und fiebert gleichzeitig mit Kern mit, damit dieser psychopathische Mörder geschnappt wird.
    Der zweite Pluspunkt ist Tassilo – hier ist Kliesch wirklich etwas nahezu Unfassbares gelungen: man weiß, dass Tassilo ein grausamer Mörder ist, der zu Unrecht frei ist und der wirklich ins Gefängnis gehört, aber gleichzeitig habe ich trotz allem irgendwie Sympathien für ihn gehabt – den gesamten Roman über, auch wenn mich sein Verhalten, seine Worte, seine Ansichten schockieren und abstoßen, finde ich ihn als Figur irgendwie faszinierend und spannend. Ich hoffe, dass er uns in weiteren Bänden auch noch erhalten bleibt.
    Und dann ist da natürlich noch Julius Kern: Was ich an ihm schon im letzten Band mochte, war, dass er so authentisch ist. Er ist nicht perfekt, aber er ist auch kein völlig gebrochener Mensch. Er hat seine Fehler, und was er privat durchmacht, ist nicht gerade einfach, aber er bleibt immer sympathisch. Ich finde, dass es Herrn Kliesch sehr gut gelungen ist, die private Misere Kerns hier gut darzustellen – die Geschichte um ihn und Eva Fuchs fand ich ebenfalls mitreißend und dieser Nebenhandlungsstrang hat weder zu viel, noch zu wenig Raum in diesem Thriller eingenommen, das Ganze war einfach stimmig.


    Fazit:
    Ein großartiger zweiter Thriller um einen sympathischen Ermittler - bei diesem Thriller stimmt das vielzitierte "Gesamtpaket" wirklich!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Nach „Die Reinheit des Todes“ ist „Der Todeszauber“ Vincent Klieschs zweiter Thriller und zugleich auch der 2. Teil der „Kern-Tassilo-Trilogie“.

    Diesmal wütet ein von der Kriminalpolizei betitelter „Schläfenmörder“ - da jedes seiner Opfer eine deutliche Verletzung im Schläfenbereich aufweist - um, und befindet sich aktuell in Berlin, wo Hauptkommissar Julius Kern sofort mit seinen Ermittlungen beginnt. Denn er wird zu Rate gezogen, wenn andere schon längst am Fall gescheitert sind und inzwischen gehen 17 Frauenleichen auf das Konto des „Schläfenmörders“.

    Während Kerns Ermittlungen taucht ein anonymer Brief auf, der nur von Kerns Erzfeind Tassilo Michaelis stammen kann. Wer „Die Reinheit des Todes“ gelesen hat, wird wissen, was dieser Mann auf dem Gewissen hat und wie Kerns Beziehung zu ihm aussieht. Kern sieht sich und seine Familie in Gefahr und wird an die schlimme
    Zeit von vor drei Jahren erinnert. Neben beruflichem kommt nun also auch privates Chaos in Kerns Leben und er muss einen kühlen Kopf bewahren, um beides zu trennen und gleichzeitig zu beschützen und bewahren...


    Da mir damals „Die Reinheit des Todes“ so gut gefallen hat, stand für mich klar, dass ich auch den 2. Teil der Trilogie um Kern und Tassilo lesen werde.
    Jetzt nach der Lektüre des 2. Bandes bin ich mir auch sicher, den letzten Teil lesen zu wollen, obwohl dieser hier mich ein kleinwenig enttäuscht hat.
    Wie in Band 1 ist Kern auch hier wieder ein für mich sehr sympathischer Charakter. Ich mag seine Art und vor allem mag ich den Humor, welchen der Autor in kleinen sarkastischen Sätzen und Anspielungen einbringt.
    Ebenso ist der Mörder, da verrate ich nicht zu viel, relativ weit von Anfang an bekannt. Dies mag ich an Vincent Klieschs Thriller total gerne: Dass man quasi „live“ dabei ist, wie sich beide Seiten – Mörder und Ermittler – aufeinander zu bewegen und vor allem, was im Kopf des Killers vorgeht.


    Viele bemängeln diese Tatsache und empfinden es als spannungsreduzierend, wenn der Mörder von Beginn bekannt ist. Ich allerdings finde es eine nette Erfrischung zwischen all den anderen Thrillern und Krimis, wo dies der Fall ist.
    Stumpfe Mördersuche ist für mich nämlich viel weniger interessant, als beide Seiten gleichzeitig zu betrachtet und mitzurätseln, wann und wie sie aufeinander stoßen werden.


    Die Umsetzung, wie Tassilo mit dem gesuchten „Schläfenmörder“ zutun hat, fand ich ganz okay. Es klang realistisch und glaubhaft.
    Zur Sprache kann ich nur sagen, dass Klieschs Schreibstil klar und einfach gehalten ist. Keine komplizierten Wörter oder Satzverknüpfungen, beim Lesen ist alles deutlich und verständlich.
    Die Spannung empfand ich diesmal allerdings als nicht so hoch wie im Vorgänger.
    Obwohl auch hier wieder sehr blutige Morde beschrieben werden, empfand ich sie in „Der Reinheit des Todes“ noch brutaler und „interessanter“. Dadurch minderte es für mich die Spannung. Hätte mir noch mehr Einblicke in die Gedankenwelt von Tassilo und dem Schläfenmörder gewünscht.


    Fazit für mich: Ein guter Thriller und Nachfolger, leider für mich ein bisschen zu wenig Spannung und Thrill, gute Ideenumsetzung und ein schnelles Leseerlebnis.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: / :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • 97834Wieder einmal stand in einem meiner heiß geliebten Bücherforen eine Leserunde an. Da ich an dem zeitgleichen Lesen eines Buches mit anderen Usern und den danach im Forum geführten Diskussionen mittlerweile großen Gefallen finde und mich der Thriller "Der Todeszauberer" des deutschen Autors Vincent Kliesch aufgrund der Kurzbeschreibung, die ich bei meinem Lieblingsbuecherdealer fand, reizte, meldete ich mich an.


    Kurzbeschreibung


    „Eine verstümmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits ermordet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam - eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders führen könnten. Doch er verlangt dafür einen hohen Preis ...”


    Der blanvalet-Verlag hatte sogar noch 11 Rezensionsexemplare zur Verlosung unter den Teilnehmern zur Verfügung gestellt und mir war die Losfee wieder wohl gesonnen. Zwei Tage vor Beginn der Leserunde traf das Buch bei mir ein. Die Wartezeit bis zum Loslegen überbrückte ich mit einem anderen Buch und der Suche nach Informationen über den Schriftsteller.


    Vincent Kliesch


    Der 1974 in Berlin geborene Autor ist ein sehr vielseitiger Mensch. Nach dem Abitur lernte er erst einmal den Beruf des Restaurantfachmanns und arbeitete danach auch mehrere Jahre in der Gastronomie. Bereits dort sei die Idee zu seinem ersten Thriller „Die Reinheit des Todes“ entstanden, der im Jahr 2010 bei blanvalet erschien. Wenn er nicht schreibt steht Vincent Kliesch als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Im Filmpark Babelsberg ist das sogar sehr oft der Fall. (Quellen: Wikipedia, Verlagsinfo)


    Vincent Kliesch begleitete die Leserunde als Autor und kam durch seine Posts sehr sympathisch rüber. Er antwortete nett und ausführlich auf die Fragen der Teilnehmer und plauderte auch ein bisschen über seine schriftstellerischen Pläne.


    Mord-Kultur


    Mit einem sehr spannungsgeladenen und mysteriösen Prolog beginnt der Autor seinen flüssig lesbaren und permanent fesselnden, in Erzählperspektive geschiebenen Thriller. Wir begegnen einem noch anonymen Mann und einer ebenso unbekannten, attraktiven Frau. Der Mann erzählt ihr eine sehr fantasievolle Geschichte, die sie nahezu hautnah erlebt. Er manipuliert sie geschickt. Dabei scheint sie allerdings überhaupt keine Angst zu haben. Sie vertraut ihm. Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich am Ende der wenigen Seiten herausstellt.


    In die Haupthandlung steigt der Autor dann mit dem Vorstellen der Charaktere ein. So lerne ich zuerst den mir von Anfang an sympathischen Ermittler Julius Kern in einer wohl Berlin-typischen Situation kennen, bei der er eingreifen muss und mir als Leser seine wichtigsten beruflich-menschlichen Eigenschaften situationsbezogen, ohne langwierige Beschreibungen, nahe gebracht werden. Nach der Nachricht seiner Vorgesetzten, dass in Berlin gerade das 17. Opfer eines bundesweit gesuchten Serienmörders gefunden wurde, begibt er sich zum Fundort. Kurze Zeit später lernt er seine neue Kollegin, Eva Fuchs aus München, kennen, die zu dem Fall hinzugezogen wurde, weil sie den „Schläfenmörder“ von Anfang an verfolgt.


    In einem zweiten Handlungsstrang lerne ich das „Mes Amis“ kennen, ein Berliner Varieté, das seine besten Zeiten längst hinter sich hat und vom Besitzer – ein Transvestit mit Künstlernamen Madame – zwar mit viel Herzblut, aber eher mäßigem Erfolg geführt wird. Auch die Künstler der aktuellen Show werden mir nahe gebracht. Dabei kommt mir bereits jetzt, am Anfang des Thrillers, der Verdacht, dass Rufus, der Zauberkünstler, der Schläfenmörder sein könnte. Erst war ich davon etwas irritiert und dachte, dass der Autor da wohl eine falsche Fährte ausgelegt hat. Doch ziemlich schnell wurde klar, dass von ihm gar nicht geplant war, die Identität lange vor dem Leser zu verbergen und erfahre einiges zu dessen Vergangenheit als kleines fettes Kind, welches in der Schule „Porky“ gerufen wurde.


    Später lerne ich noch Tassilo Michaelis sowie die Familie von Julius Kern – seine Frau Nathalie und die Tochter Sophie - kennen. Tassilo ist ein Serienmörder, der vor Jahren zwar von Julius Kern gefasst wurde, später in der Gerichtsverhandlung allerdings aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden musste. Die Ehe zwischen Nathalie und Julius muss daran fast zerbrochen sein und die beiden leben wohl auch erst seit kurzer Zeit wieder zusammen.


    Das Spiel, das zwischen Julius Kern und Tassilo läuft und welche Rolle Letzterer bei der damaligen Trennung von Julius und Nathalie spielte, habe ich beim Lesen von „Der Todeszauberer“ noch nicht ganz durchschaut. Zum einen, weil mir im Moment wohl noch das Vorwissen aus „Die Reinheit des Todes“ fehlt, zum Anderen, weil die Geschichte um Julius und Tassilo vom Autor sowieso als Trilogie geplant ist und damit die sprichwörtliche Katze noch nicht komplett aus dem Sack gelassen wurde.


    Allerdings empfand ich, nachdem ich die kurzzeitige Enttäuschung über die zeitige Entlarvung des Schläfenmörders überwunden hatte, den Aspekt, dass da noch einer mitmischt, dessen eigentliche Motivation so unklar ist, wie seine Forderungen klar sind, genauso spannend, wie das permanente Mitfiebern bei der Jagd der Ermittler nach dem Serienmörder.


    Alles in allem hat mich „Der Todeszauberer“ sehr gut unterhalten. Mir gefiel die Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und Motivation des Täters, auch wenn mir, wie so oft, zwar die Vergangenheit des Täters leid tut – kein Kind sollte so aufwachsen, ich aber für die späteren Taten trotzdem keinerlei Verständnis aufbringen kann. Denn jeder kann irgendwann selbst entscheiden, welchen Weg er geht.


    Das Privatleben der Ermittler, in dem es durchaus Dinge gab, die mir rein menschlich überhaupt nicht gefielen, brachte einen zusätzlichen Spannungsaspekt ein. Weiterhin sprachen mich die wie nebenbei eingestreuten Bemerkungen über kulturelle Hintergründe an, die ich, die seit Jahren nebenbei in einem Kulturbetrieb arbeitet, nur bestätigen kann.


    Die Tatsache, dass ich in die Reihe mit dem zweiten Teil eingestiegen bin, führte nicht zu allgemeinen Verständnisproblemen, sondern machte mich eher neugierig auf „Die Reinheit des Todes“, welches inzwischen auch in meinem Bücherregal steht und in Kürze von mir gelesen wird. Auch den Abschluss der Trilogie möchte ich mit Sicherheit nicht verpassen. Daher kann ich auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen.



    338 Seiten

    1. (Ø)

      Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag


  • Wieder einmal stand in einem meiner heiß geliebten Bücherforen eine Leserunde an


    Sorry, dass ich das jetzt mal anmerke, aber von den "heiß geliebten Bücherforen" scheinst du einige zu haben. Stell uns doch (in einem separaten Thread bei "Allgemeines") ein paar davon vor.

    Gelesen in 2018: 22 - Gehört in 2018: 24 - SUB: 366


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • 350 Seiten


    2.Fall Julius Kern


    Meine Meinung:
    Drei Jahre sind seit dem ersten Fall vergangen und Julius Kern ist wieder beim LKA Berlin gelandet. Als eine Frauenleiche ans Havelufer gespült wird, stellt sich heraus, dass es sich um den sogenannten „Schläfenmörder“ handelt. Er hat in den letzten 7 Jahren 16 Frauen ermordet, immer in einer anderen Stadt und mit einem anderen Tathergang, nur eines bleibt gleich, der Schlag mit dem Hammer gegen die Schläfe. Nun ist er in Berlin eingetroffen und Kern wird mit dem Fall betraut. Er bekommt Eva Fuchs, eine Fallanalytikerin zur Seite gestellt, die die Reise des Schläfenmörders schon länger verfolgt und die Opfer kennt.


    Der Prolog beginnt schon sehr unheimlich, aber diese mentale Reise ist wirklich gut, abgesehen vom Ende, und begleitet einem durch die ganze Geschichte. Ich habe sogar in Gedanken mitgespielt, allerdings wäre es bei mir ein Schraubenzieher gewesen, weil man damit mehr Möglichkeiten hat.


    Für Kern ist es wieder einmal keine einfache Sache und dann erhält er auch noch von Tassilo, dem Mörder und Gegenspieler aus dem ersten Fall, einen mysteriösen Brief. Allem Anschein nach weiß Tassilo schon wieder mehr über den „Schläfenmörder“, als die Polizei. Was er nur wieder im Schilde führt?


    In einem zweiten Handlungsstrang wird die Geschichte von „Madame“, der Besitzerin eines alten Varietés erzählt, die in Wirklichkeit ein Mann ist, und man bekommt einen Einblick in das Leben von Rufus, dem Zauberer. Beiden hat das Leben Wunden geschlagen und sie haben dadurch Vertrauen zueinander. Die Gespräche zwischen „Madame“ und Rufus sind sehr ergreifend und tiefgründig und haben mir ganz besonders gefallen.


    Kern kommt natürlich wieder in Zeitdruck, was sich sehr negativ auf das Familienleben auswirkt. Diese Zwistigkeiten rücken streckenweise so in den Vordergrund, dass es mich etwas gestört hat. Aber zum Glück legt sich das dann etwas.


    Die einzelnen Personen sind sehr gut dargestellt, vor allem Tassilo und der „Schläfenmörder“. Das Team ist mir ja schon vom ersten Fall her vertraut und nach wie vor sympathisch. Von der Person Eva Fuchs erfährt man kaum etwas und ich konnte sie auch nicht richtig einordnen.


    Eine sehr spannende Geschichte, sie hat mir noch besser gefallen, als der erste Fall. Trotz der extrem brutalen Tathergänge gibt es sehr viel Tiefgang und es kommen dadurch auch die seelischen Schmerzen der Menschen zum Vorschein. Bei diesem Buch hat alles gepasst, das Cover, der Titel, der hervorragende Prolog, der sich durch das ganze Buch zieht und auch die sehr nette Danksagung. Ich freue mich schon riesig auf den dritten Fall.

  • Vielen Dank für die Rezis. Nachdem ich das erste Buch "Die Reinheit des Todes" nur so verschlungen habe, wollte ich dieses Buch auch unbedingt lesen und bin auch nicht enttäuscht worden.
    Der Schreibstil gefällt mir einfach gut und die Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Minute spannend erzählt. Freue mich schon auf das nächste Werk von Vincent Kliesch und würde ihm auf jeden Fall 5 Sterne geben, wenn ich dies könnte.

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2017: 245/ 98377 Seiten

  • Ich versuche mich mal kurz zu fassen, weshalb ich auf den Inhalt nicht auch noch näher eingehe... :wink:
    Mein persönlicher Eindruck zu dem Buch:
    "Der Todeszauberer" zu lesen macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man die Reinheit des Todes auch gelesen hat und sich am besten auch (nicht so wie ich) an die Handlung erinnert. Es wird zwar immer wieder auf die Geschehnisse im ersten Buch eingegangen aber so richtig deutlich wird vor allem die interessante Beziehung zwischen Tassilo und Kern meiner Meinung nach nicht. Und gerade das ist doch das, was diese Reihe ausmacht.
    Das Buch ist wirklich perfekt für zwischendurch. Die Kapitel sind alle kurz und knapp gehalten, so dass man sich zügig von Kapitel zu Kapitel hangeln kann.


    Zu Beginn des Buches hatte ich den Eindruck, dass sich alles ein wenig zu sehr in die Länge zieht. Erst ab ca. der Hälfte kam für mich sowas wie Spannung auf. Der Schluss fand ich irgendwie ein wenig langweilig...



    Das ist zwar spannend, aber irgendwie doch immer das selbe. Der große Aha-Effekt am Ende des Buches blieb für mich daher leider aus. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Leser von Anfang an weiß, wer der Mörder ist. Was ja auch der Titel schon verrät. :wink: Ich mag es immer gern, wenn kurz vor Ende des Buches noch einmal die große Überraschung kommt. :-,
    Fazit: ganz nett aber nicht überragend, jedoch gut genug, dass ich mir den Nachfolger wohl auch mal irgendwann zulegen werde.


    Ich vergebe daher :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:



  • Kurzbeschreibung:
    Eine verstümmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits getötet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam – eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders führen könnten. Doch er verlangt dafür einen hohen Preis...


    Zum Autor:
    Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller Die Reinheit des Todes, der auf Anhieb zu einem großen Erfolg wurde. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, steht er als Moderator und Stand-Up-Comedian auf der Bühne. Der Filmpark Babelsberg, in dem er täglich das Publikum unterhält, sowie der legendäre Quatsch Comedy Club sind nur zwei Stationen seiner Laufbahn als Entertainer.


    Meine Meinung kurz & knapp:
    Der Todeszauberer, der 2. Fall für den LKA-Ermittler Julius Kern und sein Team, spielt 3 Jahre nach den Geschehnissen in Die Reinheit des Todes. Inzwischen arbeitet und lebt Kern in Berlin und hat sich wieder mit seiner Frau Nathalie versöhnt. Doch schon bald wird ihre Ehe erneut auf eine harte Probe gestellt, denn Julius Kern hat es nicht nur mit dem Schläfenmörder, einem Serientäter, der bereits 17 Frauen auf dem Gewissen hat, zu tun, sondern auch wieder mit seinem persönlichen Erzfeind Nr. 1, Tassilo Michaelis. Aber auch die bayerische Fallanalytikerin Eva Fuchs, die zu dem Fall hinzugezogen wird, bereitet ihm schlaflose Nächte.


    Ich war wieder sehr begeistert vom 2. Teil der Julius Kern-Trilogie, auch wenn ich auf den Charakter der Eva Fuchs gut und gerne hätte verzichten können, denn sie ist so ziemlich das Überflüssigste, was dem Thriller passieren konnte. Zwar ist der Täter, der sogenannte Schläfenmörder, schon sehr früh bekannt, doch konnte die Geschichte mich trotzdem bis zum Ende hin fesseln.


    Besonders das Varieté Mes Amis, das eine große Rolle in Julius Kerns 2. Fall spielt, konnte mich begeistern. Vincent Kliesch schildert dieses Etablissement, seine Inhaberin Madame, die dort auftretenden Künstler und das dazugehörige Ambiente so bildhaft, dass es quasi in all seiner Zweitklassigkeit und Angestaubtheit vor dem Auge des Lesers lebendig wird.


    Auch Tassilo Michaelis, der bereits bekannte Serienmörder aus dem 1. Teil, hat wieder seinen Auftritt, und ich hoffe, ihn auch in Band 3, Der Prophet des Todes, wiederzulesen, denn er ist mit Abstand einer der interessantesten Täter, von denen ich in letzter Zeit lesen durfte.


    Ich kann abschließend den 2. Band rund um Julius Kern nur weiterempfehlen. Wer sich nicht daran stört, dass der Täter dem Leser recht schnell bekannt ist, wird mit Julius Kerns neuem Fall sicherlich seine Freude haben. Ich hatte sie definitiv!

  • Wieder einmal beginne ich eine Reihe nicht mit dem ersten Band - Die Reinheit des Todes habe ich bisher noch nicht gelesen, Der Todeszauberer war mein erstes Buch von Vincent Kliesch.
    Dennoch hatte ich keine Probleme der Handlung zu folgen; der Autor fasst genug von den Ereignissen aus dem ersten Band zusammen, damit man die Geschichte verstehen kann, allerdings blieb für mich beispielsweise Tassilo etwas blass und die "Beziehung" zwischen ihm und Kern ist nicht gut zu durchschauen. Aber dafür muss man wohl den Vorgänger lesen und wie gesagt weiß man das wichtigste und kann der Geschichte folgen.


    Die Handlung verläuft sehr spannend. Bereits die Illusion, die vom Mörder im Prolog erschaffen wird, fand ich sehr faszinierend und zugleich auch etwas beängstigend - eine optimale Mischung. Ich glaube, fast jeder Leser macht sich darüber Gedanken, was er wohl auf die Reise mitnehmen würde - und ich bin beruhigt, dass ich für den Mörder uninteressant wäre, denn ich hätte ein anderes Werkzeug mitgenommen. :loool:
    Auch nach dem Prolog geht es spannend und interessant weiter. Es gibt viele Perspektiven-Wechsel, die jedoch sehr gut platziert sind und die Handlung somit nicht in viele kleine Geschichten zerreißen, sondern die Haupthandlung auf verschiedene Arten vorantreiben. Man erfährt sehr früh, wer der Mörder ist - da die Polizei aber immer noch im Dunkeln tappt, bleibt die Spannung erhalten und es ist interessant, alles über das Leben des Mörders zu erfahren, seine Antriebe zu verstehen.
    Außerdem hat er Autor die Zauberei sehr gut mit der Geschichte verwoben, stellenweise hatte man wirklich das Gefühl, bei einer Zaubershow zuzusehen. Für mich war es zudem etwas ganz neues, ich habe noch keinen Krimi oder Thriller gelesen, in dem es sich in diesem Maß um Magie dreht.


    Durch die kurzen Kapitel schreitet die Erzählung rasant voran. Ich musste mich heute Nacht fast schon zwingen, aufzuhören, da es wirklich spät wurde - wie Strandläuferin schreibt, ist es sehr einfach, sich zu sagen "Nur noch ein Kapitel... und dann noch eines... und noch eines...".
    Zudem ist der Schreibstil des Autors sehr angenehm und fesselnd, sodass die "Sogwirkung" verstärkt wird.


    Die Hauptpersonen sind gut dargestellt und Kern ist mir sehr sympathisch. Mir hat gefallen, dass seine "Gabe" das ganze nicht zu einem Spaziergang gemacht hat, sondern dass die Polizei trotzdem hart ermitteln musste. Auch die Nebenfiguren, wie Kerns Familie, hat der Autor realistisch gezeichnet und man kann sich gut in sie hineinversetzen, auch wenn ihre Positionen denen des Protagonisten widersprechen. Ebenso kann man nachvollziehen, warum die Antagonisten handeln, wie sie handeln, da der Autor ihre Geschichte und ihre Erlebnisse ausführlich schildert.
    Was mich ein wenig gestört und stellenweise auch genervt hat, ist die Entwicklung der Beziehung zwischen Kern und der bayerischen Fallanalytikerin Eva Kern. Diesen Teil der Handlung empfand ich als komplett überflüssig und wenn der Autor damit erreichen wollte, dass es Probleme zwischen Kern und seiner Frau gibt, hätte man das auch anders lösen können. Immerhin findet dieser Erzählstrang ein befriedigendes Ende.


    Am Ende ging mir alles ein wenig zu schnell, dennoch ist es so, wie der Autor es geschrieben hat, sehr gut gelöst. Das letzte Kapitel mit Tassilo verspricht ja, dass diese Geschichte noch nicht abgeschlossen ist und ich bin gespannt, ob Band drei sich darum dreht.
    Der Todeszauberer ist definitiv ein guter Krimi/Thriller, der mich neugierig auf die anderen beiden Bände gemacht hat, sodass ich sie kaufen werde.
    Dem Buch selbst gebe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: , einen halben Stern habe ich abgezogen, weil mich die Geschichte um Eva und Kern wirklich genervt hat.

    Carpe Diem.
    :study: Emma Scott - All in: Tausend Augenblicke

    2018 gelesen: 163 Bücher mit 60.110 Seiten | gehört: 3 Bücher mit 2266 Minuten

  • Meine eigene Meinung:


    Im zweiten Thriller von Vincent Kliesch um den Ermittler Julius Kern geht's wieder richtig spannend zur Sache.
    3 Jahre nach dem "Putzteufel-Fall" lebt Kern wieder mit seiner Frau Nathalie und seiner mittlerweile 12-jährigen Tochter Sophie zusammen. Aus seinen familiären Problemen von damals hat er aber, wie es aussieht, leider nicht viel gelernt, denn Zeit mit seiner Tochter zu verbringen, scheint für ihn fast noch immer ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Hinzu kommt, dass die attraktive Kollegin Eva Fuchs aus Bayern ein Auge auf den Ermittler geworfen hat.
    Auch der Massenmörder Tassilo aus dem Vorbuch, taucht zu meiner "Freude" in "Der Todeszauberer" wieder auf. - Er hat dem Buch, meiner Meinung nach, noch zusätzlich Würze verliehen. Und ich bin mir fast sicher, dass er im nächsten Thriller auch wieder vorkommen wird. - Immerhin hat er da zum Schluss etwas in die Richtung angedeutet.
    Wie auch in "Die Reinheit des Todes" ist in diesem Buch schnell klar, wer der "Todeszauberer" ist. - Ja, man begleitet den Mörder hier, wie auch beim Vorgänger, bei seinen Wahnsinnstaten wieder mit. - Man erfährt nach und nach seine bedauernswerte Lebensgeschichte und die abstrusen Umstände, warum er mordet. - In meinen Augen ist er ein wahrlich armseliger Mensch, der einem, wenn er nicht so skrupellos bestialische Züge an sich hätte, leid tun könnte.
    Geendet hat die ganze "Vorstellung" dann aber sehr zu meiner Zufriedenheit.


    Vergleichbar ist die Spannung in diesem Buch auf jeden Fall mit Klieschs erstem Thriller. Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben. - Oft hab' ich recht schnell gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was weiter passiert. - Und so habe ich mich ziemlich zügig, ohne es bewusst wahrzunehmen, durch das Buch "gearbeitet".
    Auch interessante, neue Protagonisten und altbekannte Charaktere, die sich verändert und mich damit überrascht haben, zeichnen die Story aus.
    Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Meine Leseempfehlung hat es auf jeden Fall.


    Von mir gibt's 5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:!

    1. (Ø)

      Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag


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