Frank Goosen - Radio Heimat

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Radio Heimat (Film): Geschichten von Zuh...

4.1|16)

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783453503991

Termin: Oktober 2016

  • Klappentext:
    "Südlich von Hattingen ist für mich Tirol, nördlich von Recklinghausen Dänemmark, östlich von Unna beginnt für mich Sibirien und westlich von Duisburg ist die Welt zu Ende und alle fallen ins Urmeer." Erfrischend ehrlich, wahrhaft komisch, entwaffnend sentimental.


    Über den Autor (von perlentaucher.de):
    Frank Goosen, 1966 geboren, studierte von 1986-92 Geschichte, Germanistik und Politik an der Ruhr-Universität Bochum. 1992 hatte er seine ersten literarisch-kabarettistischen Auftritte mit dem Duo "Tresenlesen". 1997 gewann "Tresenlesen" den vom WDR und 3sat gesponsorten "Prix Pantheon" und 1998 den "Salzburger Stier", einen der renommiertesten Kleinkunstpreise im deutschsprachigen Raum. 1998 folgte die Premiere von Goosens erstem Soloprogramm.gewählt.
    Persönlich möchte ich Euch hier noch seine tolle Homepage empfehlen.



    Meine Meinung:
    Auf Frank Goosen bin ich mal, welch Wunder, nicht durch meine Bücherleidenschaft, sondern als Fußballfan aufmerksam geworden. Das tolle Fußballmagazin "11 Freunde" hatte sein Buch "Weil Samstag ist", quasi das deutsche "Fever Pitch", über den grünen Klee gelobt und damit nicht übertrieben. Keine Frage, sein nächstes Werk "Radio Heimat" mit dem passenden Untertitel "Geschichten von zuhause" musste ich haben.


    "Radio Heimat" ist in fünf Kategorien aufgeteilt, deren Titel eigentlich schon ziemlich genau beschreiben, worum es geht: "Land und Leute", "Kinderstunde", "Fakten für Verbraucher", "Unterhaltung am Wochenende" und "Nachrichten, Wetter, Verkehr". Diese Kategorien wiederum sind aufgeteilt in kurze Geschichten, meist zwischen 3 und 4 Seiten, in denen Frank Goosen sehr humorvoll vom Leben im Ruhrgebiet und speziell in Bochum erzählt und warum er von Personen aus anderen Teilen Deutschlands meist mitleidige und verständisvolle Blicke bekommt, wenn sie erfahren, woher er kommt.


    Man kennt ja die Klischees vom typischen Ruhrpottler mit Bergbau, Bude bzw. Kneipe, Fußball und Schrebergarten und Frank Goosen bedient sie auf augenzwinkernde Art und Weise alle. Wenn er z.B. vom "Laberfürst" erzählt, dessen Namen zwar niemand kennt, der aber immer und überall auftaucht und jedem, der nicht schnell genug flüchten kann, seine Weiseheiten um die Ohren haut, bleibt kein Auge trocken. Am meisten ins Herz geschlossen habe ich allerdings den "Oppa" (ja, Oppa und Omma gibt es hier nur mit zwei Konsonanten :wink: ), einen manchmal etwas rabiaten und verschrobenen, aber stets liebenswerten Zeitgenossen, dessen Opel Kadett nur Aral-Benzin in den Tank bekommt und nichts anderes, denn "Durcheinander saufen ist immer schlecht!". Am besten gefiel mir allerdings die für 10 Seiten schon sehr lange Geschichte über die Historie seiner Stammkneipe und den Wirt Theo, die sowohl lustig als zum Ende hin ein wenig bewegend war.


    Viele der Geschichten sind auf Frank Goosens Kindheit und seiner Jugend und oft müssen seine amüsante Verwandtschaft oder seine Jugendfreunde, hier allen voran der "Weiberheld" Mücke, für die Lacher herhalten. Es ist definitiv viel Ironie vorhanden und bestimmt hat er manchmal auch etwas übertrieben, aber bei Frank Goosens erfrischendem und liebenswerten Schreibstil und seinem manchmal leicht schwarz gefärbten Humor muss und will man einfach jedes Wort glauben. "Woanders is au scheiße", ein Zitat auf das man im Laufe des Buches trifft, könnte das Motto sein, mit dem der Autor durch seine Geschichten führt, aber sein Lokalpatriotismus ist trotz einiger gutgemeinter Lästereien immer spürbar.


    Ein grandioser Spaß für alle, die das Ruhrgebiet gerne auf humorvolle Art und Weise kennenlernen möchten. Ich gebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: für einen kurzen, aber großen Spaß, den mir Frank Goosen bereitet hat. Der halbe Stern fehlt nur, da mir sein Vorgängerbuch noch etwas besser gefallen hat und die Geschichten zum Ende hin nicht mehr ganz so gut waren wie die am Anfang.

    :study:Derek Landy - Demon Road 03: Finale infernale

    :study: 2018 gelesen: 14  :study: SUB: 325

  • Danke für deine Rezi! Bei uns steht das Buch auch schon im Regal. Mein Freund hat es bereits gelesen und man konnte nur noch ab und zu ein kichern hören. Er ist allerdings auch großer Fußballfan und aus dem Pott kommend. Durch deine Eindrücke ist es auf meinem SuB wieder etwas nach vorne gerückt. Bin schon gespannt!

    "Bücher lesen heisst wandern gehen in ferne Welten aus den Stuben über die Sterne." Jean Paul

  • Mein drittes Buch von Frank Goosen ("Liegen lernen" und "So viel Zeit") welches mir, um es vorweg zu nehmen am wenigsten gefiel.
    Vielleicht liegt es daran, dass beide anderen in eine Geschichte verpackt waren.Sie hatten durchaus sicherlich biografische Züge, aber mir haben die erzählten Stories mit rotem Faden besser gefallen.
    Im vorliegenden Buch hat man das Gefühl, der Autor erzählt frei heraus, was ihm gerade so einfällt. Viele Stellen waren sehr witzig, direkt und von erwähntem Lokalpatriotismus geprägt. Goosen nimmt kein Blatt vor den Mund und manchmal erinnerte er mich selbst an den von ihm so treffend dargestellten "Laberfürst". Einige Kapitel des Buches fand ich spitze und würde nicht zögern, sie mit 5 Sternen zu bewerten. Ohne Zweifel gelingt es Goosen, seinen Landstrich an der A40 sehr treffend darzustellen und man spürt seine Heimatverbundenheit, in der liebevollen und detaillierten Schilderung seiner Charaktere.
    Allerdings gibt es in meinen Augen Schwächen im direkten Vergleich zu beiden oben genannten Büchern, er schwadroniert zu viel und ... tja, irgendwie kann ich keine weiteren Fakten nennen, warum mir dieses Buch nicht so gut gefallen hat, wie die beiden anderen. Ist halt rein subjektiv. :wink: 
    Daher von mir leider nur (aber dafür gute) :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study: 

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    London - Die Biografie - Peter Ackroyd

    Reread: Harry Potter und der Feuerkelch


    :bewertung1von5: 2018: 16 :bewertung1von5:

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