Mari Jungstedt - Sommerzeit

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  • Originaltitel: I denna Ljuva Sommartid
    396 Seiten + Danksagung


    Klappentext:
    Ein brutaler Mord versetzt die Gemeinde der Insel Farö in Angst und Schrecken: Ein Urlauber wurde beim Joggen kaltblütig erschossen. Da Kommissar Knutas verreist ist, übernimmt seine Stellvertreterin Karin Jacobsson die Ermittlungen. Eine erste Spur führt sie nach Gotland, wo kurz darauf ein zweiter Mord geschieht. Wieder wurde das Opfer per Kopfschuss getötet. Fieberhaft suchen Karin und ihr Team nach der Verbindung und kommen einem schrecklichen Verbrechen auf die Spur.


    Über die Autorin (bei Amazon kopiert):
    Mari Jungstedt wurde 1962 in Stockholm geboren und studierte an der dortigen Journalistenschule. Sie arbeitet als Radio- und TV-Journalistin und steht als Nachrichtensprecherin für das schwedische Fernsehen vor der Kamera. Mari Jungstedt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach "Den du nicht siehst", "Näher als du denkst", "An einem einsamen Ort" und „Im Dunkeln der Tod“, alle im Heyne Verlag erschienen, folgt hier ihr fünfter Kriminalroman um Kommissar Anders Knutas.


    Aufbau / Allgemeines:
    Das Buch ist aufgeteilt in Tageskapitel vom 10. Juli bis 25. Juli (+ Anhang 19. August). Dazwischen sind Kapitel aus dem Sommer 1985 eingefügt.


    Inhalt:
    Nach dem Mord übernimmt zunächst Karin die Leitung der Ermittlung, aber Knutas kommt aus dem Urlaub zurück, weil er sich unbedingt persönlich um das Verbrechen kümmern will.
    Doch nicht nur die Polizei ist aktiv, auch der Journalist Johan, der persönliche Probleme mit seiner Lebensgefährtin Emma hat, die einen größeren Raum einnehmen als seine berufliche Arbeit.
    Im Jahr 1985 fährt eine Familie mit zwei halbwüchsigen Töchtern in Urlaub nach Gotland. Es ist der erste Urlaub seit Jahren, und er endet tragisch.


    Eigene Meinung:
    Die Voraussetzung, eine alte Geschichte zum Hintergrund eines neuen Verbrechens zu machen, ist eine bewährte Krimi-Methode, weil der Leser auf der einen Seite immer ein bisschen mehr weiß als die Ermittler, andererseits aber gemeinsam mit ihnen die Schlussüberraschung erlebt.
    Meist ist mit dieser Methode Spannung garantiert. Im vorliegenden Buch leider nicht, dazu ist die Geschichte aus dem Jahr 1985 nicht eindringlich genug; sie erreicht den Leser nur oberflächlich.
    Auch die Haupthandlung verzettelt sich zwischen mehreren Baustellen: Die Morde, Schwarzarbeit, Schmuggel, Einbruch. Immer wieder wird Bezug auf vergangene Fälle genommen; man versteht zwar im Groben, um was es bei ihnen ging, dennoch dient es dem Verständnis vor allem des privaten Hintergrunds, wenn man vorherige Bände kennt.
    Im Mittelteil dümpelt die Handlung spannungsarm vor sich hin, und bis zum zweiten Mord, dauert es etwa bis Seite 290.
    Landschaft, Küste und Meer, die in schwedischen Inselkrimis eine entscheidende Rolle für die Atmosphäre spielen (vgl. Johan Theorins Öland-Reihe), wirken hier eher wie Kulisse.
    Jungstedts Krimis wurden vom ZDF unter dem Titel „Der Kommissar und das Meer“ mit Walter Sittler in der Hauptrolle verfilmt (er heißt dort allerdings Robert Anders).


    Fazit:
    Ein durchschnittlicher Schwedenkrimi, dem es vor allem an Spannung und Tempo fehlt. Allerdings nicht so schlecht, dass man die anderen Bände nicht lesen wollte.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



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