Therese Steiner: Jetzt mal angenommen...: Anregungen für die lösungsfokussierte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

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  • Klappentext:


    Wer in Therapie oder Beratung mit Kindern und Jugendlichen lösungsfokussiert arbeitet, hat die Aussicht vergleichsweise schnell zu guten und dauerhaften Ergebnissen zu kommen. Zu den Voraussetzungen gehören handwerkliches Können, Geschick und Fantasie, besonders wenn es um schwierige Fälle oder unvorhergesehene Situationen geht.
    Therese Steiner, langjährige Weggefährtin von Insoo Kim Berg und Steve de Shazer, den Pionieren der Lösungsfokussierung, stellt in diesem Buch die besondere Art der Kommunikation dieser Methode in den Mittelpunkt. Neben den Grundannahmen des "Milwaukee-Ansatzes" vermittelt sie anschaulich, wie man ein therapeutisches bzw. pädagogisches Gespräch lösungsorientiert aufbaut, den Therapieprozess gestaltet und zum Erfolg führt.
    Im Kernkapitel des Buches stellt die Autorin die "Frequently Asked Questions" aus ihrer Praxis zusammen: Wie hält man einen Therapieprozess am Laufen? Wie geht man mit Eltern um, die versuchen, den Therapeuten oder Berater auf ihre Seite zu ziehen? Was tun, wenn ein Jugendlicher Regeln missachtet oder aus der Therapie aussteigen möchte?
    Aus den Antworten auf diese Fragen entsteht ein alltagstauglicher Führer durch die lösungsfokussierte Arbeit, der in seiner Vielfalt und Praxisnähe nichts zu wünschen übrig lässt.


    Eigene Beurteilung:


    Die lösungsfokussierte Methode wird auch oft als Kurztherapie oder auch als Ultra-Kurztherapie bezeichnet, da sie sich weniger mit der Herkunft eines Problems auseinandersetzt – wenn sie diese auch nicht vernachlässigt -, sondern viel mehr primär Wege sucht um einen Klienten oder eine Klientin so schnell wie möglich Hinweise zu geben, wie er selbstwirksam mit seinen Problemen umgehen kann.


    Sehr oft findet sich der Praktiker oder die Praktikerin im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit vor einem unfreiwilligen Klientel, d.h. Kinder und Jugendliche, die von einem Elternteil, einem Lehrer, einem Mitarbeiter des Sozialdienstes oder einem Jugendrichter zu ihr/ihm geschickt wurden. Dies läuft zwar den Prinzipien der Freiwilligkeit zuwider, scheint aber in diesem Bereich nicht immer zu vermeiden zu sein. Hier haben die nicht-schweizerischen Leserinnen und Leser eine gewisse Anpassungsleistung zu bringen, denn das schweizerische System arbeitet da deutlich anders in einigen Aspekten als das österreichische oder auch das bundesdeutsche. Trotzdem lassen sich die Beobachtungen zu unverhandelbaren Regeln, Unfreiwilligkeit, Regelüberschreitungen, Rückfälle, Diebstahl und Lügen, Geheimnisse und Motivationsmängel durchaus auch auf andere Systeme übertragen.

    In den folgenden zwei Kapiteln geht es dann um Situationen in denen die Beraterinnen und Berater bzw. die Eltern eines Kindes/Jugendlichen besonders herausgefordert oder auch eventuell überfordert sind und um die Frage, wie damit umzugehen ist.

    Das achte Kapitel schließlich beschäftigt sich mit der Selbstwirksamkeit, wobei Frau Steiner auf die immer noch gültigen Grundlagen und Ausarbeitungen Banduras zurückgreift, dessen Arbeiten ja auch im Bereich der Angsttherapie und der Burn-Out-Arbeit immer noch ihre Anwendung finden. Das letzte Kapitel beschäftigt sich dann mit verschiedenen Formen des Spielens in der Beratung und Therapie, die zum Teil bereits in den vorhergehenden Kapitel vorgestellt wurden und hier noch einmal etwas systematisierter aufgeführt sind, was sich gut als Nachschlagewerk verwenden lässt.

    Wie üblich gibt es ausgiebige Wiedergaben von Therapiesitzungen und so werden die Überlegungen zu den einzelnen Problemen sehr anschaulich illustriert, so dass auch Neulinge in der therapeutischen Arbeit viel aus dem Buch lernen können, das auch die Grundlagen der lösungsfokussierten Arbeit gut einführt und sehr viele Arbeitstechniken aus dem Bereich der systemischen Arbeit in zum Teil sehr interessanten Varianten darstellt. Sicherlich eine Bereicherung für jede Fachbibliothek. :thumleft:

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