Harry Mulisch - Zwei Frauen

  • Buchdetails

    Titel: Zwei Frauen


    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 192

    ISBN: 9783499226595

    Termin: Dezember 2000

  • Bewertung

    3.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Zwei Frauen"

    Eine Frau erzählt von der Liebe zu einer Frau. Als Laura der jungen Sylvia begegnet, hat sie bereits eine gescheiterte Ehe mit einem Theaterkritiker hinter sich, und so erlebt sie zum ersten Mal, was leidenschaftliche Liebe wirklich bedeutet. Doch eine unvorhergesehene Wendung scheint geradewegs in die Katastrophe zu führen: Sylvia verläßt ihre Freundin, um mit deren früherem Mann zusammenzuleben. Ein Roman über die Liebe zweier Frauen, die an der Vergangenheit und dem Unverständnis ihrer Umwelt zerbricht.
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  • Originaltitel: Twee Vrouwen
    Aus dem Niederländischen übersetzt von Siegfried Mrotzek
    192 Seiten


    Kurzbeschreibung (von Amazon kopiert und wegen Spoiler gekürzt):
    Nach einer gescheiterten Ehe verliebt sich Laura in die Friseuse Sylvia. Zum ersten Mal in ihrem Leben geht sie mit einer Frau ins Bett. Ein Chaos der Empfindungen bricht aus: Schuldgefühle, Befreiung, Begeisterung, das Gefühl, bisher etwas versäumt zu haben.


    Über den Autor:
    Harry Kurt Victor Mulisch (* 29. Juli 1927 in Haarlem; † 30. Oktober 2010 in Amsterdam) war ein niederländischer Schriftsteller. Beachtung fand er vor allem durch seine Romane Das Attentat (1982) und Die Entdeckung des Himmels (1992). (Wikipedia)


    Aufbau / Allgemeines:
    Die Mutter der Ich-Erzählerin Laura ist gestorben. Sie lebte in einem luxeriösen Altersheim in Nizza. Laura macht sich alkoholisiert und übermüdet mit dem Auto auf den Weg von ihrer Heimatstadt Amsterdam nach Südfrankreich. Während der Fahrt hängt sie Erinnerungen an ihre tragische Liebesgeschichte mit Sylvia nach.


    Inhalt:
    Laura ist Mitte 30 und seit ein paar Jahren von dem Theaterkritiker Alfred geschieden - angeblich wegen ihrer Unfruchtbarkeit. Alfred ist inzwischen wieder verheiratet und Vater zweier Kinder.
    Sie selbst verliebt sich Hals über Kopf in Sylvia, die nach wenigen Tagen bereits bei ihr einzieht. Auch wenn die Außenwelt sie als lesbisches Paar wahrnimmt, lehnt Laura eine Kategorisierung ab: Sie hat sich in den Menschen Sylvia verliebt, unabhängig davon, ob der geliebte Mensch weiblich oder männlich ist. Doch das Zusammenleben ist nicht einfach, weil Sylvia sehr verschlossen ist, zuweilen unnahbar.


    Eigene Meinung:
    In die Lobpreisungen für Mulisch, der sich als Mann in eine Frau versetzt, die sich in eine Frau verliebt, stimme ich nicht ein: Nichts anderes erwarte ich von einem guten Schriftsteller als dass er jede Figur glaubhaft darstellt, auch eine, die seinem Leben oder seiner Persönlichkeit konträr gegenübersteht. Der gut aufgebaute Plot und die gekonnte Verknüpfung der beiden einschneidenden Geschehnisse in Lauras Leben verraten den routinierten Autor. Weiterhin gefällt, dass Mulisch nicht auf selbsternannter Mission in Sachen Toleranz für gleichgeschlechtliche Liebe unterwegs ist; immerhin war die Erstveröffentlichung in den Niederlanden bereits 1975. Zumindest was die Gefühle der Ich-Erzählerin angeht, könnte man die Figur der Sylvia durch einen Mann ersetzen.
    Das Buch liest sich flüssig - Mulisch kann Geschichten erzählen und er weiß auch mit starker Emotionalität umzugehen. Lediglich der allzu theatralische Ausgang der Liebesgeschichte hindert mich, mehr als 3,5 Sterne zu geben.


    Fazit:
    Empfehlenswert, wenn man Liebesromane mag und nicht auf Hetero-Geschichten festgelegt ist.


    ACHTUNG: Wer sich für das Buch interessiert, sollte auf keinen Fall die Amazon-Seite dazu lesen. Nicht nur die Rezensenten verraten Details und das Ende, auch Amazon selbst. Auch wird behauptet: "Ein Roman über die Liebe zweier Frauen, die an der Vergangenheit und dem Unverständnis ihrer Umwelt zerbricht." Was totaler Unsinn ist.

    1. (Ø)

      Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag


    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



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