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Friedrich Schiller, Wilhelm Tell

Wilhelm Tell

4 von 5 Sternen bei 22 Bewertungen

Verlag: Joachim Beyer Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 108

ISBN: 9783888055102

Termin: Mai 2007

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  • Über den Autor:


    Friedrich Schiller war Dramatiker, Lyriker, Erzähler, Historiker, Philosoph, Journalist, Redakteur, Übersetzer, Herausgeber. Zu seinen berühmtesten Werken gehören: »Die Räuber«, »Kabale und Liebe«, »Don Karlos«, »Wallenstein«, »Maria Stuart«, »Wilhelm Tell« (Dramen); »Xenien« (413 Epigramme zusammen mit Goethe verfasst), »Das Lied von der Glocke«, »An die Freude« (Gedichte); »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, »Über naive und sentimentalische Dichtung« (Philosophische und ästhetische Schriften).


    Schiller wurde am
    10. November 1759 als zweites Kind des Wundarztes Johann Caspar Schiller (1723-1796) und seiner Frau, der Wirtstochter Elisabetha Dorothea Schiller (1732-1802), in Marbach am Neckar geboren. Schiller hatte fünf Schwestern. 1773 muss der 13jährige auf Befehl des württembergischen Herzogs Carl Eugen in die neugegründete Militärakademie (Militärpflanzschule) auf der Solitude bei Stuttgart eintreten. Ab 1774 studiert er dort Jura. Nach Verlegung der sogenannten Karlsschule 1775 nach Stuttgart darf Schiller Medizin studieren. Die ersten Werke entstehen in der Auflehnung gegen das strenge Regiment an der herzoglichen Schule (z.B. sein im Jahre 1781 anonym veröffentlichtes Drama »Die Räuber«).


    Nachdem Schiller zunächst als Theaterdichter in Mannheim seinen Lebensunterhalt verdiente, ermöglichen ihm einige Gönner, sich unabhängig von einem Brotberuf der Schriftstellerei zu widmen. Im Hause der Familie von Lengefeld in Rudolstadt lernt er 1788 Goethe kennen.
    1790 Heirat mit Charlotte von Lengefeld (1766-1826). Sie haben 4 Kinder zusammen. Ab 1794 intensiver und äußerst fruchtbarer Kontakt zu Goethe, zunächst vor allem per Brief, 1799 zieht Schiller nach Weimar. (es war Goethe, der den Anstoß zu Friedrich Schillers Schauspiel »Wilhelm Tell« lieferte. 1797 reiste Goethe dreimal in die Schweiz, und von dort brachte er die Idee der Behandlung des Tell-Stoffes mit).


    Am
    9. Mai 1805 stirbt Schiller an einer chronischen Lungen- und Bauchfellentzündung. Im Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof in Weimar wird er bestattet. 1826 Exhumierung seines Schädels und der übrigen Gebeine, die 1827 in die Fürstengruft auf dem Neuen Friedhof vor dem Frauentor in Weimar überführt werden.


    Meine Meinung:


    Kennen Sie: „Früh übt sich, was ein Meister werden will.“ Oder den: „Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“ Vieles an Schillers Tell ist sprichwörtlich geworden, und die zentrale Frage „Wie weit darf im Namen der Freiheit gegangen werden?“ ist heute noch so aktuell wie vor 200 Jahren (wobei sich bei uns die Frage der Rechtfertigung des Tyrannenmordes hoffentlich nicht mehr stellen wird).


    Der Tell war Schillers letztes beendetes Drama (1804 beendet). Längst war er zu etwas geworden, das man heute Großschriftsteller nennt, und doch hatte er sich, wie der Tell nochmals zeigt, viel von seiner politischen Bissigkeit bewahrt, die seine dramatischen Anfangszeiten auszeichnete (so brachte ihm sein erstes, 1781 anonym veröffentlichtes Drama „Die Räuber“ gleich eine Menge Ärger mit seinem Landesherren ein: 14 Tage Arrest, da Schiller ohne Erlaubnis zur Uraufführung gereist war, es ward ihm verboten Stücke zu schreiben, Schiller floh aus dem Land).


    Auch darin, in seinem Lebenslauf, ist er aktuell, wie die Nachrichten von verfemten, verbotenen, verfolgten Schriftstellern aus anderen Winkeln der Welt leider zeigen. Wie steht es ihm Tell: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“


    Kurz: kraftvolle Sprache, ein Text, der zum Nachdenken anregt - und der Spaß macht. Klarer Lesetipp. Zudem: ein Hoch auf das praktische Reclam-Format, passt in jeden Mantel, liest sich hervorragend unterwegs.

  • Ich habe Wilhelm Tell ja auch in meiner Schulzeit gelesen; im großen Jubiläumssammelband :) Im Gegensatz zu meinen Mitschülern hab ich schon immer viel gelesen und dieses Stück von Schiller ist wirklich gut!
    Ja, diese Sprichwörter darin sind faszinierend (sehr wahr, Ralf!), aber vor allem die Handlung sagt mir auch zu.
    Es ist nicht die übliche Liebestragödie oder ein bloßes Familiendrama. Zwar ist die Handlung historisch nicht richtig *hust*, aber ein bisschen Fiktion muss immer sein. :king:
    Wenn man ein Drama von Schiller lesen will, dann empfehle ich persönlich dieses (statt die Räuber oder Kabale und Liebe, etc.). Es ist spannend und ab und an auch zum Schmunzeln. Es kommt ohne Höflinge und vornehmes Getue aus, und ist uns deshalb vielleicht auch näher als ein klassisches Werk von Goethe.

  • Das Buch ist wahrlich ein Meisterwerk. Meine Lieblingzeilen sind die, wo er den Gruß verweigert und der Vogt ihm befielt, eine Apfel vom Kopf des Sohnes mit einer Armbrust zu schießen. Die Stelle und die Anknüpfung in späteren Teil, nämlich am Ende, wenn Tell emotionsgelagen Rache zeigt, sind einfach das Beste am ganzen Buch. So gewaltig in der Ausdruckskraft, dass es besser kaum geht.
    Sollte jeder gelesen haben, am besten sogar außerhalb der Schule, dann macht es mehr Spaß.

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