Iwan A. Gontscharow: Eine alltägliche Geschichte

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Eine alltägliche Geschichte

4|2)

Verlag: dtv

Bindung: Taschenbuch

ISBN: 9783423023108

Termin: 1993

  • Der Klappentext ist denkbar kurz und beschränkt sich auf ein Zitat von Tolstoi:

    Zitat


    "...lesen Sie diese wunderschöne Sache. Hier kann man leben lernen."


    Inhalt
    Alexander Fjodorytsch ist ein junger Mann aus der russsischen Provinz. Gerade 21 Jahre jung, wird er von seiner Mutter verwöhnt. Aber er strebt nach mehr. Alexander hält sich selbst für einen Schriftsteller, einen Dichter. Er glaubt an die Liebe, an Freundschaft. Er schwärmt für alles mögliche.
    Sein Onkel Pjotr Iwanytsch ist da ganz anders. Er lebt in St. Petersburg als Fabrikant und kennt nur seine Karrierre. Über die Liebe und Poesie kann er nur spotten.
    Zu diesem Mann wird nun Alexander geschickt. Ihm, den angehenden Schriftsteller, muss doch in St. Petersburg eine glänzende Zukunft offen stehen! Zumindest gehen davon er und seine Mutter aus. Und auch das Dorf, in dem Alexander lebte, glaubt daran, das dieser prächtige junge Mann Erfolg haben wird.
    Doch in St. Petersburg stellt Alexander schnell fest, das die Menschen hier ganz anders sind...




    Meine Meinung
    "Oblomow" ist wohl das bekannteste Buch von Iwan Gontscharow. Ich dachte auch immer, das er gar keine weiteren Bücher geschrieben hat. :uups:
    Zum Glück ist mir dieses Buch dann zufällig auf einem Flohmarkt entgegen gelaufen und wurde von mir adoptiert. Mit dem endgültigen Lesen habe ich mir dann zwar ziemlich viel Zeit gelassen, aber es hat sich gelohnt. Gerade am Anfang überrascht das Buch mit fast wundervollen Dialogen zwischen dem Schwärmer Alexander und seinem zynischem Onkel. Manchmal tat mir Alexander richtig leid - wenn er etwa voller Freude erfährt, das er einen Text für eine Zeitung übersetzen darf. Leider ist ein Text für die Landwirtschaftsrubrik: "Der Dünger". Und das, wo doch in seiner Brust ein Dichterherz schlägt! :lol:


    Zum Ende hin wird der Ton etwas ernster und es gibt einige Stellen, die etwas zäh sind. Pjotr stellt sich die Frage, ob das alles wirklich so sein muss? Oder kann und muss er, der Zyniker, doch irgendwas an seinem Leben ändern? Doch auch da ist das Buch sehr leicht zu lesen.

  • Das ist ja toll, Hermia, dass Du dieses Buch hier vorstellst und uns zum Lesen einlädst! Mein Lesen liegt leider schon sehr lange zurück und es fällt mir schwer, mich an Einzelheiten zu erinnern, doch wie Du war ich nach dem Oblomow überrascht, auch hier einen guten Gontscharow zu finden.


    Man kann sich die Frage stellen, ob auch hier, wie beim Oblomow, "zwei Welten" aufeinandertreffen; eine poetische, lyrische, unentgeltichere, und eine viel trockenere, "wissenschaftlichere". Nicht so einfach - und vielleicht ja auch nicht nötig - sich ein ganz eindeutiges Schwanken in eine Richtung aufzuzwingen. Aber die Fragen seiner Zeit könnten uns heute doch auch noch naheliegend sein?

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