Philippa Gregory - Der Thron der roten Königin / The Red Queen

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Der Thron der roten Königin (Die Rosenkr...

3.6|9)

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783499256721

Termin: November 2011

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  • "The red queen" ist der zweite Teil der geplanten Trilogie "Cousins´ War" nach dem Vorgängerband "The white queen " über Elizabeth Woodville. Derzeit ist noch keine deutsche Ausgabe vorbestellbar.


    Inhaltsangabe (diesmal kopiert bei amazon.com)


    Having fictionalized Elizabeth Woodville in The White Queen (2009),
    royal chronicler Gregory now turns to Henry VIII's other indomitable
    grandmother. The opposite of her alluring Yorkist rival, plain
    Lancastrian heiress Margaret Beaufort grows up knowing women are useful
    only for bearing sons, but divine visions grant her an unwavering
    conviction about her future greatness. At age 12, she weds Lancastrian
    warrior Edmund Tudor and pours her ambition into his posthumous son,
    Henry. Constantly separated from her beloved child after her second
    marriage to a pacifist knight, her frustrations are palpably felt; she
    later brokers her own union with a crafty turncoat who may be the key to
    her hopes. While England seethes with discord during the turbulent Wars
    of the Roses, Margaret's transformation from powerless innocent to
    political mastermind progresses believably as rival heirs to England's
    throne are killed in battle, executed, or deliberately eliminated. With
    constant pronouncements about Margaret's God-given destiny, the approach
    isn't exactly subtle, but Gregory's vivid, confident storytelling makes
    this devout and ruthlessly determined woman a worthy heroine for her
    time. --Sarah Johnson





    Meine Beurteilung


    Margaret Beaufort (1443 - 1509) war die Großmutter väterlicherseits von Henry VIII . Ihr Sohn Henry Tudor (Henry VII) besiegte den berühmt-berüchtigten Richard III auf dem Schlachtfeld und heiratete Elizabeth of York, die älteste Tochter von Edward IV und Elizabeth Woodville. Durch diese Ehe wurden die lang andauernden Rosenkriege beigelegt, die Ehe zwischen Henry aus dem Hause Lancaster (rote Rose) und Elizabeth aus dem Hause York (weiße Rose) begründete die Dynastie der Tudors.
    Margaret Beaufort lernt schon früh, dass Mädchen nur als Gebärerinnen von Söhnen Wert haben. Da sie als weibliche Erbin des Hauses Lancaster keine eigenen Thronansprüche stellen kann, wird sie bereits mit 12 Jahren mit Edmund Tudor, dem Halbbruder des geistig umnachteten Lancasterkönigs Henry VI, verheiratet, um einen männlichen Erben zu "produzieren". Mit 13 Jahren wird sie Witwe und Mutter von Henry VII, der ihr einziges Kind bleibt, auf das sich in den folgenden Jahren ihre ganzen Ambitionen richten. Sie ist fest davon überzeugt, dass nur die Lancasters die gottgewollten Könige stellen können, weil sie von einem älteren Sohn Edwards III abstammen als die Yorks.
    Ihre Mutter verheiratet Margaret sofort wieder, ihr zweiter Mann Henry Stafford ist jedoch ein sehr vorsichtiger, bedächtiger Mann, der in den blutigen Schlachten um den Thron nur sinnloses Blutvergießen sieht und nicht bereit ist, für die Lancasters in den Krieg zu ziehen. So sind die Jahre ihrer zweiten Ehe für Margaret sehr frustrierend: ihr Sohn Henry wächst unter der Obhut ihres Schwagers Jasper Tudor in Wales und später im Exil auf dem europäischen Festland auf, während sie selbst sich vor Eifersucht auf ihre ihrer Meinung nach unwürdige Rivalin Elizabeth Woodville verzehrt. Diese ist schön, führt eine glückliche Ehe und bringt ein Kind nach dem anderen zur Welt. Margaret hat dagegen ihr Leben ganz dem Ehrgeiz für ihren Sohn und ihrer Religion geweiht. Sie führt in ihren Ehen - auch ihr dritter Ehemann Thomas Stanley wird nur aus politischem Kalkül gewählt - ein asketisches Leben. Als nach dem Tode Edwards IV dessen Bruder Richard III die Macht übernimmt, lässt sie keine Gelegenheit aus, gegen den neuen König zu intrigieren. Ihr und ihrem klugen Ehemann, der ein geborener Verschwörer ist und immer zur richtigen Zeit auf der richtigen Seite steht, gelingt es schließlich nach vielen Rückschlägen, ihren Sohn mit auf dem Festland angeworbenen Soldaten zur entscheidenden Schlacht nach England zu bringen.
    Margaret Beaufort, hier als Ich-Erzählerin auftretend, die ich aus anderen Quellen als äußerst fromme und gebildete Dame kenne, wird hier nicht sehr sympathisch porträtiert. Die Religion spielt zwar eine große Rolle in ihrem Leben, aber Margaret geht selbstverständlich und unbeirrbar davon aus, dass Gottes Wille mit ihrem eigenen identisch ist und sie ist sehr geltungssüchtig. Um ihre Ziele zu erreichen, geht sie skrupellos vor und schreckt auch an Mordaufträgen zur Beseitigung von (minderjährigen) Thronrivalen nicht zurück. Es ist schwer zu beurteilen, wo sich hier genau Fakten und Fiktion vermengen, die Autorin gibt selbst in ihrem Nachwort an, dass sie Lücken in der Geschichte durch eigene Interpretation ausfüllt.
    Wie schon der erste Band "The white queen" liefert auch "The red queen" für den an englischer Geschichte interessierten Leser faszinierende Lesestunden. Ein Stammbaum des englischen Königshauses vorn im Buch erleichtert den Durchblick bei den Verwandtschaftsverhältnissen, dennoch wäre auch hier ein weiteres Personenverzeichnis über die Angehörigen der wichtigsten Adelsfamilien vorteilhaft gewesen. Auch dieses Buch enthält wieder eine umfangreiche Bibliographie zu der von Philippa Gregory konsultierten Literatur.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

    Einmal editiert, zuletzt von €nigma ()

  • Philippa Gregorys Bücher gewinnen vor allem deshalb an Reiz, da sie auf wahren Tatsachen beruhen. Zwar ist auch viel Fiktion, aber gerade die großen Wendungen in der Geschichte gehen auf Fakten zurück. Ansonsten würde ich manchmal denken, dass der Roman sehr konstruiert und unglaubwürdig wäre. Insgesamt hat mir das Buch durchaus gefallen, wenngleich es hier und da auch seine Längen hatte (genau wie der erste Teil).

    With freedom, books, flowers, and the moon, who could not be happy? ― Oscar Wilde

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