Claudia Rossbacher - Steirerblut

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  • Das hätte sich die Abteilungsinspektorin Sandra Mohr vom LKA in Graz auch nicht träumen lassen. Für die Ermittlung in dem Mordfall Eva Kovacs muss sie doch tatsächlich in ihr Heimatdorf fahren. Eine Heimat mit der sie eher nicht so schöne Erinnerungen verbinden. An ihrer Seite ist ihr neuer Kollege und Vorgesetzter, der Chefinspektor Sascha Bergmann. In den Augen Sandras ein echtes chauvinistisches Ekelpaket.


    Aber im Vordergrund stehen natürlich nicht die Befindlichkeiten Sandras, sie muss zusammen mit ihrem Kollegen in einem Mordfall ermitteln und muss ihre Abneigung gegen den Kollegen erst einmal zurückstellen.


    Was verschlug die Journalistin in dieses kleine Dorf in der Steiermark?
    Warum wurde sie grausam ermordet?
    Und wieso war ihre Leiche nackt als sie im Wald gefunden wurde?


    Fragen über Fragen. Lag es mit Eva Kovacs Recherchen in einem Immobilienskandal zusammen oder hatte der Mord andere Ursachen? Ihre Ermittlungen führen Sandra auch hin zu ihrer Mutter und ihrem Stiefbruder Mike, mit dem sie eine tiefe Abneigung verbindet. Ob er etwas mit dem Mord zu tun hat?


    Claudia Rossbacher hat einen lesenswerten Krimi geschrieben. Die Autorin wurde in Wien geboren und ging nach dem Studium der Tourismuswirtschaft in die Modemetropolen Europas und Japans. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin und Texterin in Wien.


    Bei der Zeichnung ihrer handelnden Personen versteht es die Autorin zumeist ohne die gängigen Krimiklischees auszukommen, vielmehr ist in diesem Zusammenhang die Konturenschärfe ihrer Protagonisten hervorzuheben, wobei sie eben auch Überzeichnungen vermeidet. Ihre Sprache ist flüssig und man muss sich als Leser nicht über Holperei und Stolperei in den Sätzen ärgern. Das Buch lässt sich angenehm lesen.
    Claudia Rossbacher hat einen grundsoliden Krimi geschrieben der der Beginn einer Serie von Krimis aus ihrem bevorzugten Bundesland Österreichs ist.


    Natürlich gibt es auch etwas zu bemängeln, wenn auch die Kritik eher marginal ist. So ist wohl kaum möglich, dass eine Polizeibeamten im Zuge einer polizeilichen Ermittlung auch innerhalb der eigenen Familie ermitteln muss. Das dürfte auch nach österreichischem Recht ausgeschlossen sein.


    Man darf auf die weiteren Krimis von Claudia Rossbacher gespannt sein, denn schon mit ihrem ersten Krimi lieferte sie sehr ansprechende Krimiunterhaltung.

  • In St. Raphael, einer kleinen Ortschaft in der steirischen Krakau, wird die nackte Leiche einer Frau gefunden. Es handelt sich um die Journalistin Eva Kovacs, die für ihre schonungslosen, aber hervorragend recherchierten Enthüllungsreportagen bekannt ist. Ausgerechnet die Abteilungsinspektorin Sandra Mohr vom LKA in Graz wird mit den Ermittlungen in diesem Mordfall betraut. Der Einsatzort weckt sofort unangenehme Erinnerungen in ihr, denn St. Raphael ist Sandras Heimatdorf. Ein Ort, an den sie unter keinen Umständen zurückkehren wollte. Die Zusammenarbeit mit ihrem neuen Kollegen, dem Chefinspektor Sascha Bergmann, gestaltet sich auch schwieriger als gedacht, denn seine Sprüche und sein Verhalten gehen Sandra ziemlich auf die Nerven. Die eingeschworene Dorfgemeinschaft hält zusammen und erschwert so die Ermittlungen vor Ort. Auch für Sandras verhassten Stiefbruder Mike scheint die Tote keine Unbekannte zu sein. Als sich erste Indizien finden, die ihn mit der getöteten Reporterin in Verbindung bringen, spitzt sich die Situation dramatisch zu....



    Meine Meinung



    Das Buch beginnt mit einem Prolog. In knappen Worten erlebt man die letzten Eindrücke der Getöteten. Es gibt zwar keinen konkreten Hinweis auf Opfer und Täter, doch die kurzen Formulierungen wirken so intensiv, dass man mitten im Geschehen und damit sofort gefesselt ist. Dann beginnt die eigentliche Kriminalhandlung. Auch hier lässt das Interesse an der Erzählung keinen Moment nach. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Stimmung innerhalb der eingeschworenen Dorfgemeinschaft einzufangen und diese an den Leser zu vermitteln. Die Einmischung der auswärtigen Ermittler wird skeptisch betrachtet und nur die nötigsten Informationen weitergegeben. Durch den Dialekt, den die Bewohner gelegentlich verwenden, wirkt die Atmosphäre noch authentischer.


    Sandra Mohr und Sascha Bergmann arbeiten an diesem Fall das erste Mal zusammen. Sie kennen sich also noch nicht besonders gut und man kann beobachten, wie aus den beiden ganz langsam ein Team wird. Sascha Bergmann geht Sandra Mohr, mit seinen machohaften Sprüchen und seinem entsprechenden Verhalten, zunächst ziemlich auf die Nerven. Beide Ermittler wirken sehr sympathisch und lebendig. Es macht einfach Spaß, die Wortgefechte der beiden zu verfolgen und diese sind beim Lesen oft für ein unverhofftes Lächeln verantwortlich. Über Sandras Vergangenheit erfährt man in diesem Band einiges. Sie stammt ja aus dem kleinen Ort und kennt sich deshalb gut dort aus. Beim Lesen wird schnell klar, warum Sandra den Ort und seine Bewohner am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde. Die verbitterte Mutter und der überhebliche Nichtsnutz von Stiefbruder machen ihre Reaktionen nachvollziehbar.


    Die eigentliche Kriminalhandlung ist durchgehend interessant und spannend. Es gibt einige Motive für den Mord, sodass es nie langweilig wird. Man kann also beim Lesen eigene Ermittlungen anstellen und den ausgelegten Spuren folgen. Die Auflösung überzeugt durch ihre Einfachheit und macht den Alpen-Krimi zu einem rundum gelungenen Leseerlebnis. Der Schreibstil von Claudia Rossbacher ist sehr flüssig und angenehm lesbar. Landschaften und Protagonisten erwachen zum Leben, sodass man sich nur schwer von der Handlung lösen kann.


    Mein Fazit



    Eine fünf Sterne Bewertung vergebe ich nicht so häufig, doch "Steirerblut" konnte mich von Anfang an fesseln und durch eine durchgehend spannende Handlung, facettenreiche Charaktere und interessante Nebenhandlungen überzeugen. Ich spreche deshalb eine begeisterte Leseempfehlung aus und warte ungeduldig auf die Fortsetzung der Reihe.



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • „Steirerblut“ ist einerseits ein sehr lesenswerter Regionalkrimi, der mir wegen seiner authentischen Sprache gut gefallen hat. Das Leben der Dorfbewohner wird sehr anschaulich gezeigt und ihre vom Dialekt gefärbte Sprache fand ich sehr sympathisch, und sie macht für mich als Norddeutsche auch einen Reiz dieses Krimis aus. Da ist es der Autorin auch gut gelungen, die Figuren unterschiedlich sprechen zu lassen. Die Dorfbewohner, vor allem die älteren, sprechen deutlich regional eingefärbter als jüngere Menschen oder gar Städter.
    Der Fall, in dem hier ermittelt wird, ist gut konstruiert und wird am Ende nachvollziehbar aufgelöst. Manchmal standen die Ermittlungen meiner Meinung nach etwas zu sehr im Hintergrund, statt dessen erhielt man viele Informationen zum Privatleben Sandra Mohrs. Das war durchaus interessant, aber manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Ermittlungen etwas schneller vorangingen.
    Andererseits war es dann wieder eine richtig gute Idee, dass Sandra Mohr in ihrem Heimatdorf ermitteln muss, weil sich dadurch einfach für sie als Person immer wieder neue Schwierigkeiten gestellt haben, die interessant zu verfolgen waren (wenn eben auch von der eigentlichen Handlung ein Stück entfernt). Zum Teil denke ich aber, dass diese Befangenheit, die Sandra zum Teil verspürt hat, von der Autorin recht leichtfertig abgetan wurde. Gerade als Sandra schon voller Vorurteile in die Befragung ihrer eigenen Familie geht, habe ich mich gefragt, was das soll – das ist unter Garantie absolut unrealistisch, dass eine Kriminalbeamtin eine Zeugenbefragung mit ihren eigenen nächsten Verwandten durchführt… und das hat mich dann doch sehr gestört.
    Insgesamt mit allem Für und Wider ein ganz guter, nett zu lesender Krimi, der an einigen Stellen noch ausbaufähig wäre, der aber – wie ich gelesen habe – Auftakt zu einer Reihe um Sandra Mohr sein soll, und ich kann mir gut vorstellen, auch den zweiten Fall um sie und ihren Kollegen Bergmann zu lesen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Diese deutschsprachingen Krimis mit Lokalhintergrund wachsen momentan wie die Eierschwammerl aus dem Boden.


    Und das ist auch gut so, denke ich. Denn Pierre Emme z. B. finde ich großartig und auch dieses hier vorgestellte und hochgelobte "Steirerblut" ist mir schon des öfteren in die Hände gefallen und wurde mir von der Buchhändlerin sehr empfohlen. Ich habe mir unlängst "In Ewigkeit Amen" von Susanne Hanika gekauft und auch das Autorenduo Klüpfel/Kobr haben mich beim ersten Versuch schon überzeugt. Von Thomas Raab habe ich alles gelesen, was es gibt. Ganz zu schweigen natürlich von Wolf Haas - aber das ist eine andere Liga irgendwie. Er lässt sich natürlich mit keinem anderen Schriftsteller vergleichen.


    Auch wenn mein SUB momentan wieder ins Unendliche wächst, werde ich ihn wohl noch um eine Portion Rossbacher erhöhen...

  • Meine Meinung
    Anfangs hatte ich Probleme mich in das Buch, die Geschichte & die Charakter einzufinden.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis fängt das Buch damit an, dass die Leiche bereits gefunden wurde.
    Eine neue Konstellation: eine gerade neu eingesetzte Abteilungsinspektorin von LKA Sandra Mohr, wird ihrem Vorgesetzten Chefinspektor Sascha Bergmann zu geteilt uind es ist für beide schwer so unbekannt zusammenzuarbeiten.
    Nach Schwierigkeiten nah der Krimi Tempo auf , leider aber streute die Autorin Szenen von z.B. detailierten Liebesakten ein, die m.M.n. zum einen die Spannung und das Tempo verdarben, zum anderen fehl am Platz wirkten.
    Je weiter der Plot fortschreitet um so mehr schafft es die Autorin gekonnt falsche Spuren zu legen und Verwirrung zu stiften.
    Ab dem Zeitpunkt kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn man muß dann doch unbedingt wissen wie es ausgeht.
    Das Ende ist super gelungen, richtig schön ausklamüsert dargestellt und schlüssig.
    Es entschädigt einen vollkommen für den etwas missglückten Beginn des Krimis.

    Figuren
    Die Charakter sind ausbaufähig in diesem Debüt. Im Grunde genommen sind sie realistisch und gut gezeichnet, doch mit LKA Abteilungsinspektorin Sandra Mohr hatt es die Autorin zu gut gemeint.
    Sie hat nicht nur etwas zu abgedrehte Gedanken, auch ihre persönlichen Probleme und ihre Vergangenheit nimmt zuviel Raum in der Handlung ein.

    Fazit
    Dran bleiben, es lohnt sich.
    Der Krimi hat schwächelt anfangs stark, aber mit jeder Seite wird er besser.
    Der Versuch einen flüssigen Schreibstil mit eingeflochtenen Dialekt hinzubekommen ist gewöhnungsbedürftig.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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