Helene Luise Köppel - Die Erbin des Grals

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  • Als junges Mädchen tritt Marie Denarnaud nach einer frustrierenden Lehre bei einer launischen Hutmacherin eine Stelle als Pfarrhaushälterin im abgelegenen, winzigen Bergdörfchen Rennes-le-Château im Languedoc an. Ihr neuer Dienstherr ist der noch recht junge Priester Bérenger Saunière, der mit seinen fortschrittlichen theologischen Ideen seiner Zeit um einiges voraus ist. Schon bald hegt Marie verbotene Gefühle für den gutaussehenden Mann, die dieser auch erwidert.


    Eines Tages macht Bérenger in der halb verfallenen Dorfkirche einige aufregende Entdeckungen - nicht nur ein mysteriöses Grab und seltsame Inschriften sind da in der Krypta verborgen, sondern auch ein uralter Schatz, der womöglich auf die Tempelritter zurückgeht. Von da an führen er und Marie ein ziemlich luxuriöses Leben, was im Dorf natürlich nicht verborgen bleibt, außerdem lässt er die Kirche auf eigenwillige Weise renovieren und ausstatten. Bei heimlichen Treffen mit befreundeten Priestern versucht er die vermeintlichen Geheimbotschaften auf seinen Fundstücken zu entschlüsseln. Marie bleibt dabei außen vor, findet aber auf eigene Faust einiges heraus und ahnt allmählich, das das Geheimnis von Rennes-le-Château gefährlich sein kann ...


    Bérenger Saunière und sein plötzlicher Reichtum, die seltsame Neuausstattung der Dorfkirche, seine ungewöhnlichen weiteren Bauprojekte und das Verhältnis zu seiner Haushälterin sind historisch belegt und geben seither Anlass zu den wildesten Spekulationen - perfekter Stoff für einen Roman.


    Helene Luise Köppel strickt daraus eine solide und recht spannende Geschichte um mysteriöse Botschaften, Ketzerei und verbotene Liebe, die mir insgesamt recht gut gefallen hat, auch die Auflösung fand ich recht gelungen. Sprachlich wirkt das Buch allerdings manchmal ein klein wenig hausbacken und die Dialoge etwas steif.



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Hab vor kurzem auch von diesem Pfarrer und seiner seltsamen Geschichte gehört. Das klang spannend, wie du schon sagtest, "perfekter Stoff füpr einen Roman". Wenn das Buch nicht allzu platt daher kommt, würde ich es gerne lesen..
    Was genau meinst du mit steifen Dialogen und hausbackener Sprache genau? Kannst du ein Beispiel nennen?

    Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, ab heute glücklich zu sein (Voltaire)

  • Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand und deshalb auch kein Beispiel, aber die Dialoge erschienen mir an einigen Stellen nicht sehr "lebensecht", ebenso war die Sprache teilweise ein bisschen "brav", zu wenig lebendig ... schwer in Worte zu fassen, dieser Eindruck ;)

  • im abgelegenen, winzigen Bergdörfchen Rennes-le-Château im Languedoc an. Ihr neuer Dienstherr ist der noch recht junge Priester Bérenger Saunière

    Da schrillen bei jedem am Thema Tempelritter Interessierten alle Alarmglocken. Und nun stellt sich mir die Frage: wie gut ist der Roman recherchiert? Erfährt man wirklich etwas über Saunière oder ist es nur ein Roman, der mal eben an dem Thema kratzt und irgendeine Geschichte um einen berühmten geheimnisvollen Mann webt?

    Gelesen in 2020: 7 - Gehört in 2020: 9 - SUB: 437


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Macht durchaus einen ordentlich recherchierten Eindruck. Die ganze Geschichte um Saunière ist ja in der Realität reichlich undurchsichtig und verworren. Die Autorin fügt zwar sicherlich hier und da Elemente aus der eigenen Vorstellung hinzu, hält sich im großen und ganzen aber mMn ganz gut an die überlieferten Fakten, die ich auch schon in Sachbüchern zum Thema gefunden habe.

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