Dieter Moor, Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht

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Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht:...

4.2|18)

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783499624759

Termin: November 2009

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  • Oh, das Buch befindet sich ganz oben auf meinem SuB - ich bekam es geschenkt. Noch bin ich nicht zum Lesen gekommen, obwohl mir eine Nachbarin das Buch sehr ans Herz legte. Aber ich glaube nach Steffis Beurteilung, dass mich das Buch nicht so anspricht - sagte mir schon der Umschlag nicht zu - und werde es nach unten legen. Irgendwann einmal....... . Danke für die Entscheidungshilfe.

    "Die Erde ist aller Wesen Erhalterin, sowohl des Menschen, der sie bebaut, als auch des Hamsters, der sie durchwühlt." Friedrich Gabriel Sulzer
    Offroader kommen in den Himmel, durch die Hölle sind wir schon gefahren.


    :study: Der Name des Windes - Patrick Rothfuss

  • Der Umschlag war auch ein Grund, warum ich es mir trotz Interesse nicht gekauft habe. Ich hab's dann allerdings überraschend geschenkt bekommen - und gerne gelesen.

  • Vorerst mal großen Dank an Wirbelwind - ohne Deine Rezi hier im Forum hätte ich NIEMALS zu diesem Buch gegriffen, aber auch großen Dank und Hut ab vor Jogl Bauers Reisebericht - sehr gelungen! :applause::applause:


    Ich habe das Buch sehr, sehr gerne gelesen und ich konnte Seiten an Dieter Moor entdecken, die ich niemals vermutet habe. Für mich war er immer ein etwas hölzern wirkender Moderator und hätte ich ihm ein Leben auf dem Lande kaum zugetraut und noch weniger dieses großes Maß an Selbstironie! Inwieweit hier Klischees verarbeitet werden, kann ich als Österreicherin, die noch niemals in dieser Gegend war (weder in der Schweiz, noch in Brandenburg), nicht beurteilen. Doch die Art und Weise, wie Moor erzählt, fand ich ganz toll und sehr witzig. Die Zwigespräche mit "dem kleinen Schweizer" in ihm und alleine die Komik die mit dem Namen des Dörfchens "Amerika" mitsamt den "Amerikanern" entsteht, machen das Buch sehr lesenswert!

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • So, da es mich nach langer Zeit mal wieder zum Büchertreff verschlagen hat möchte ich meinen Beitrag zum Forenleben leisten. :-)


    Dieses Buch von Dieter Moor habe ich vor langer Zeit gelesen.
    Ich habe mich köstlich über den kleinen, penetranten Schweizer in ihm (dem Autor) amüsiert. Kenne ich doch die schweizer Mentalität (mitsamt ihren Vorurteilen) aus leider negativer Erfahrung sehr gut.
    Ich habe mich diebisch gefreut, wie Dieter Moor sich darüber lustig gemacht hat wie ernst sich die Schweizer selbst nehmen und wie ackchurraat sie ihr Lääben lääben. Alles muss seine Ordnung haben und die Schwizer sind sowieso die beschten, chlügschten und übberhaupt, odrr?! :-)
    Naja, hinzu kommen die ostdeutschen Charaktere, die den kleinen Schweizer auf die Palme bringen, mir aber sehr ans Herz gehen.
    Auch ich finde nicht alles zum schießen komisch und manchmal ist das Buch etwas sehr überspitzt und daher langatmig in den Umschreibungen bestimmter Situationen, aber es hat mir dennoch so ein tolles Lesevergnügen bereitet, dass ich mir sein neues Buch aus der arschlochfreien Zone sofort gekauft habe als ich es entdeckte.
    Das Wiedersehen mit den schrulligen Nebendarstellern macht mir wieder viel Spaß.
    Beide Bücher sind lesenswert.

    Liebe Grüße, Tardigrada


    :study:...


    :bewertung1von5: 2018 gelesen: 23 :bewertung1von5: 2017 gelesen: 120 :bewertung1von5: 2016 gelesen 140

  • Ich musste bei diesem Buch sehr sehr lachen, aber leider nur in der ersten Hälfte!
    Wie er sein Ankommen beschreibt, der Kampf um die Frischmilch...das war wirklich sehr zum lachen. In der letzten Hälfte flacht dieser Witz leider etwas ab und die Hürden, auf die Hr. Moor am Anfang gestoßen ist und man deswegen so lachen musste, sind verflogen und seine Einbürgerung verläuft etwas zu glatt und Happy-End-mäßig. Aber ich werde den zweiten Teil trotzdem lesen, denn schreiben kann er sehr gut :)

  • Weil die Arbeit sie häufig nach Berlin führt, entschließen sich Sonja und Dieter Moor schweren Herzens, ihren liebevoll aufgebauten Bauernhof in der Schweiz aufzugeben und sich in Brandenburg etwas Neues zu suchen (zum Entsetzen vieler Freunde, die sich fragen, wieso man ausgerechnet dorthin ziehen sollte, von wo viele Einheimische nur zu gerne abhauen).


    Nach etlichen Fehlschlägen verkündet Sonja eines Tages jubelnd, die perfekte Bleibe gefunden zu haben. Dieter verlässt sich darauf, dass sie eine gute Wahl treffen wird, und stimmt unbesehen dem Kauf zu. Als er dann mit vollgepacktem Transportanhänger vor dem neuen Heim in einem winzigen brandenburgischen Kaff, das ausgerechnet Amerika heißt, anhält, ist er allerdings einigermaßen entsetzt. Ein hässliches Haus mit einem gefängnisartigen Hoftor und heruntergekommenen Nebengebäuden, und die Vormieter sind entgegen der Abmachung auch noch nicht komplett ausgezogen.


    Nach dem ersten Schrecken und dem Abmarsch der Vorbesitzer lässt er sich jedoch von Sonjas unbändigem Optimismus anstecken und ist trotz aller Hindernisse bereit, das Beste draus zu machen. Manchmal ist das leichter gesagt als getan, wenn etwa der Fuchs seinen Tribut fordert, auf einem Feld in der Nähe eine lärmige Technoparty stattfindet oder auch, wenn sich Waltraut vom Dorfladen beharrlich weigert, Frischmilch ins Sortiment aufzunehmen. Aber schließlich sind die Moors irgendwann tatsächlich auf dem besten Wege, echte "Amerikaner" zu werden, die auch von der heimischen Bevölkerung anerkannt sind.


    Dieter Moor trifft in diesem autobiographisch gefärbten Buch genau den richtigen Erzählton zwischen Humor, Ernsthaftigkeit und geradezu poetischen Naturschilderungen.


    Mit viel Selbstironie nimmt er den "kleinen Schweizer" auf die Schippe, seinen inneren peniblen Bedenkenträger, der sich immer dann zu Wort meldet, wenn gerade mal wieder etwas schiefläuft und Gelassenheit gefordert wäre. Auch bei der Schilderung von Land und Leuten schlägt er humorvolle Töne an, begegnet den Dorfbewohnern trotz aller Skurrilitäten dabei aber sympathischerweise immer mit viel Respekt. Dass die teilweise wirklich schrägen Figuren hier nicht zur dorfdeppigen Lachnummer verkommen, rechne ich Moor hoch an, und auch seine Einstellung zur Natur und Tierhaltung gefällt mir sehr.


    Das Abenteuer "Biohof in Brandenburg" vom ersten vorsichtigen Beäugen der Örtlichkeiten bis hin zu der Feststellung, wie gut man sich inzwischen integriert hat, begleiten zu können, hat mir großen Spaß gemacht und mich auf charmante Art häufig zum Lachen gebracht (was schon etwas heißen will, denn viele "lustige" Bücher sind mir zu platt oder gewollt auf witzig gebürstet).

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

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