David Foster Wallace: Unendlicher Spaß

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Unendlicher Spaß

4.4|10)

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 1.552

ISBN: 9783499249570

Termin: Februar 2011

  • Ergänzend zu dem Kreis/Ring-Symbol waren mir zwei Bemerkungen im Buch aufgefallen (nicht zu vergessen, noch all die anderen Dinge über Kreis/e und Ring/e, die ich überlesen habe 8) ).


    Vorsichtshalber und in Hinblick auf andere Leser spoiler ich mal. Die Zitate stehen auf Seite 1083 und Seite 1201:


  • Bis zum Ende:




    Was bleibt als Fazit? Ich habe ein Buch gelesen, das mich einige Wochen lang beschäftigt hatte. Wallace hat mich -sehr gekonnt- durch Höhen und Tiefen geführt. Mir einen tiefen Blick in einen Spiegel gewährt und mich auf eigene Unzulänglichkeiten hingewiesen. Er hat mir seine Welt und seine Kritik daran gezeigt. Ein einfaches Lesevergnügen war es beileibe nicht, man wurde als Leser schon ziemlich gefordert. Ein großartiges Buch, dem ich sehr gerne 5 Sterne gebe!

  • Schönen guten Morgen, Farast!


    Danke für deine Eindrücke, deine Spoiler - in die ich noch nicht hineingesehen habe - und dein schlussendliches Fazit, was mir noch mehr Lust auf das Buch gemacht hat.


    Gestern Abend habe ich mal die ersten zehn, elf Seiten angelesen, weil ich es vor Neugier auf den Roman nicht mehr ausgehalten habe. Schon auf diesen ersten Seiten hat mich die genaue Beobachtungsgabe, der Stil, und nicht zuletzt der Humor DFWs begeistert. Ich freue mich schon sehr auf das Buch und Danke dir dafür, dass du uns an deinem Leseerlebnis hast teilhaben lassen.


    Liebe Grüße
    Buchfresser

  • Gestern habe ich relativ spontan dieses Buch begonnen.
    Ich hatte zwar an anderer Stelle erwähnt, dass es einer meiner Lesevorsätze für 2017 ist, aber immer Zeitmangel vorgeschoben. Da jedoch, wie immer im Leben, der richtige Zeitpunkt nie von selbst kommt, fiel nun der Startschuss.
    Ich bin erst auf Seite 67 und komme bisher gut klar, was vielleicht auch daran liegt, dass erst eine Fußnote vorkam, sowie die handelnden Personen und die Schachtelsätze noch übersichtlich sind.
    Allerdings habe ich hier bereits gelesen, das man besser ein Personenregister anlegen sollte. Etwas hin - und hergerissen bin ich noch bezüglich der Frage, ob ich jedes Fremdwort nachschlage, habe mich aber erst einmal dagegen entschieden. Auf jeden Fall nehme ich mir vor, täglich darin zu lesen, wenn auch nur kurz.
    Gut gefällt mir übrigens die "Zeitrechnung", gerade befinde ich mich im Oktober des Jahres des Inkontinenz - Unterwäsche.
    Es bleibt spannend.

  • Ich wünsche dir ganz viel Vergnügen bei dieser Lektüre @SiriNYC !

    Allerdings habe ich hier bereits gelesen, das man besser ein Personenregister anlegen sollte.

    Ich wiederhole mich wahrscheinlich schon in Endlosschleife diesbezüglich :uups: , aber ich rate unbedingt dazu sich so ein Personenregister anzulegen. Das erleichtert das wiedererkennen einzelner Personen ungemein, wenn sie gefühlte 10 Kapitel später wieder auftauchen. Ich freue mich schon sehr darüber weitere Leseeindrücke von dir lesen zu dürfen. :D

  • Ich bin auch sehr auf Deine Eindrücke gespannt @SiriNYC! Das Buch liegt auch schon lange auf meinem SUB, und ich hatte es mir auch für dieses Jahr vorgenommen, aber eben: es kommen stets andere Bücher dazwischen, und dann braucht man auch etwas Zeit für diesen Wälzer.
    Die Fussnoten finde ich bei DFW fast genauso wichtig wie den eigentlichen Text. Ist das Deine erste Lektüre von David Foster Wallace? Viel Spass wünsche ich Dir mit dem Buch!

  • Wie hast Du es mit dem Nachschlagen von Fremdwörtern gehalten?

    Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wie ich es gehalten habe :-k Mein Gedächtnis.... :pale: Vermutlich und um den Lesefluss nicht allzu sehr zu stören, werde ich wohl die meisten einfach so für sich stehen gelassen und höchstens das eine oder andere nachgeschlagen.

  • Nach einer knappen Woche mit DFW muss ich einen kurzen Zwischenbericht hier lassen, quasi statt Tagebucheintrag und da man ja nie weiß, ob man die Lektüre auch vollendet und bei der Rezi darüber berichten kann.


    Ich bin auf Seite 195 angelangt. Bisher ist Unendlicher Spaß eine Mischung aus Internatsgeschichte, Spionageroman, Schilderung aus dem Drogenmilieu und Dystopie. Ein roter Faden ist vorhanden:
    In einer unbestimmten Zukunft; die USA und Kanada haben einen Staatenbund geschlossen.
    Hal, jugendliches Tennis - As, lebt mit Bruder Mario im Sportinternat. Sein verstorbener Vater James war dort Direktor und außerdem früher Filmemacher. Ein Film von ihm namens "Unendlicher Spaß" kommt posthum in Umlauf und tötet alle, die ihn sich ansehen, weil sie nicht mehr von der Glotze wegkommen und die Nahrungsaufnahme einstellen.


    Einer Zusammenfassung von James' fiktiven Werke habe ich die bisher längste Fußnote (Nummer 24), die sich über zwölf Seiten erstreckt, zu verdanken.
    Ich habe sie gelesen, aber danach nicht mehr zwingend alle, da sie m.E. eher ein Buch im Buch darstellen.


    Ich musste bisher u.a. an Breaking Bad, David Lynch und beim letzten Kapitel, das mir bisher am besten gefallen hat, an Clockwerk Orange denken.
    Ein Junkie berichtet: "(....)und wir hatten Bekakelungsbedarf aber wir kamen runter und es war am Dunkelwerden und Schneien als gäbs ne Weiße Weihn8 und wenn wir nicht bis sangwama 22.00 teamten waren Roy Tonys Niger zu besoffen und würden für Zunder sorgen und dann würds Zunder geben und so weiter wenn wir erst nach 22.00 zum Coppen kamen und wer braucht den Stress schon wir also per Redline zurück zum Harvard Squar und(...)" :geek:


    Einige Personen in dem Buch sind psychisch krank, die Kapitel, in denen DFW ihr Innenleben beschreibt, sind unglaublich anschaulich geschildert, womöglich aufgrund seiner eigenen Biografie. Mit manchen Szenen habe ich mir aber auch schwer getan. Der Mann, DFW also, besaß ein unglaubliches Hirn, sonst könnte man dieses Buch nicht schreiben. Alles was in seinem Kopf war, hat er in das Buch gesteckt, dieses Gefühl habe ich zumindest, ein Perfektionist par exellence. Da geht es also manchmal unglaublich ins Detail, was ich anstrengend finde (siehe u.a. Fußnote 24 oder die chemische Zusammensetzung verschiedener Medikamente und Drogen).
    Nichts desto trotz, Foster Wallace hatte auch sehr viel trockenen Humor, und ich habe schon einige paar Mal herzhaft gelacht sowie Sequenzen im heimischen Wohnzimmer laut vorgelesen.


    Am Ende noch etwas Poetisches (das kann er auch):
    " Das violette Nichtlicht einer Schneenacht." Schön.

  • Leider habe ich einen Hänger, will sagen, seit letzter Woche habe ich nur 100 Seiten gelesen.
    Angelangt auf ca. Seite 460 ist "Unendlicher Spaß" für mich gerade eine Berg - und Talfahrt.


    Höhen erlebe ich in den Kapiteln, in denen Wallace z.B. über das Leben auf der Straße und in der Entzugsklinik schreibt. Nicht wirklich mit Leidenschaft lese ich die Abschnitte über Tennisturniere der Internatszöglinge, Sportwettkämpfe aller Art, Treffen der Spionageabteilungen, also die Passagen, in denen diese unglaublich vielen Details, Abkürzungen und Wissensschnipsel aneinander gehäuft werden.


    Der Roman erscheint wie im Wahn geschrieben. Von dem Wahn, der sich durch die Psyche der Protagonisten wühlt, lasse ich mich gerne mitreißen. Der Wahn, den ich als "Von allem möglichst viel" beschreiben würde, ist mir genau das: Zu viel. Ich habe schon überlegt, ob der Autor ahnte, dass ihm kein langes Leben beschieden ist und deshalb alles herausließ, besser herausstieß, sein gesamtes Talent und Wissen, die totale Eruption.


    Mag auch sein, dass ich gerade in der Vorweihnachtszeit nicht in der Stimmung dafür bin. Deshalb habe ich vorgestern (passend zur 365 er - Frage von heute) zu einem anderen Mammutwerk gewechselt und lese jetzt Thomas Manns "Buddenbrooks".


    Ich bin gespannt, ob das mit mir und DFW eher eine "Unendliche Geschichte" wird. :-k

  • Farast schrieb:

    Bei aller Begeisterung, bin ich auf meine erste Durststrecke gestossen, durch die ich durch"musste". Die kommt einem dann gefühlt ewig vor. Bei einem derartigen umfangreichen Roman ist es wohl nicht vermeidbar und wird bestimmt noch mal kommen.
    So ab S. 464:

    Edit: Jetzt sehe ich gerade, dass Du an der gleichen Stelle gehangen hattest.


    Farast schrieb:

    Pausieren darf man bei dem Buch wirklich nicht.

    Ohoh...

    Buecheraxt schrieb:

    Was tut Hal als er mit Orin telefoniert?,

    Diese Frage kann ich immerhin auch beantworten, tolle Stelle!!

  • zu einem anderen Mammutwerk gewechselt und lese jetzt Thomas Manns "Buddenbrooks".

    Die "Buddenbrooks" war Liebe auf den zweiten Blick bei mir. Dafür hält sie aber immer noch an. Viel Vergnügen bei dieser Lektüre. :)


    "Unendlicher Spaß" war wirklich nicht immer purer unendlicher Spaß ( :loool: schönes Wortspiel, sorry ich bin heute morgen etwas weihnachtlich albern), aber wenn du immer ein wenig dran bleibst, kommt man langsam und stetig voran und wieder zu den besseren Stellen. Und vielleicht auch bis ans Ende, aber pausieren würde ich wirklich nicht zu lange, sonst "darf" man vermutlich wieder von vorne anfangen.


  • Der Roman erscheint wie im Wahn geschrieben. Von dem Wahn, der sich durch die Psyche der Protagonisten wühlt, lasse ich mich gerne mitreißen. Der Wahn, den ich als "Von allem möglichst viel" beschreiben würde, ist mir genau das: Zu viel. Ich habe schon überlegt, ob der Autor ahnte, dass ihm kein langes Leben beschieden ist und deshalb alles herausließ, besser herausstieß, sein gesamtes Talent und Wissen, die totale Eruption.

    Ich gehe davon aus, dass sich die Veranlagung des Autors in diesen Berg- und Talfahrten, Anklängen von Wahn niederschlägt. In mehreren Artikeln las ich Hinweise auf seine manisch-depressive Veranlagung. Das wäre dann sehr stimmig...

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