Rev. Carroll Pickett /Carlton Stowers - Die letzten Stunden

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  • Das Buch hatte ich an 2 Tagen gelesen. Beeindruckend und sehr persönlich.


    Hier über den Inhalt:
    Aufgewachsen in der tradierten Rechtsauffassung "Auge um Auge, Zahn um Zahn", spendete Rev. Pickett, ein Presbyterianer, 15 Jahre lang 95 der schlimmsten Verbrecher in Texas vor ihrem letzten Atemzug Trost. Er war oft der letzte Beichtvater von Männern mit Spitznamen wie "Der unbarmherzige Samariterkiller" oder "Der Bonbonverteiler" (Candyman). Männer, deren Verbrechen mit der Höchststrafe geahndet wurden und die noch einmal den Wunsch verspürten, mit den bedrängenden Erinnerungen fertigzuwerden.


    Rev. Pickett verbrachte mit jedem dieser Männer viele Stunden vor ihrem Tod, er führt den Leser in das Leben, Denken und Empfinden der Verurteilten. Einige dieser Männer waren reumütig, andere zornig, aber manche waren ohne jeden Zweifel unschuldig. Für alle fand Pickett einige Stunden des Mitleids und der bedingungslosen Unterstützung, weil er sie als Mitmenschen betrachtete.


    Dies ist ein nachdenklich stimmendes und zwingendes Buch, das den Leser mit den Gedanken der Verbrecher vertraut macht, aber auch die Autobiografie eines bemerkenswerten Mannes.

    "Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden."


    Ludwig Feuerbach

  • Tucker


    Das klingt für mich sehr (zu?) ähnlich wie Helen Prejeans autobiographisches Buch Dead Man Walking; auch darin lernt man einen Menschen kennen, der durch seinen Glauben die Kraft findet, Todestraktinsassen seelischen Beistand zu leisten. Allerdings fand ich dort, daß um der Argumentation willen die Brutalität - und zum Teil Gewissenlosigkeit - der Täter heruntergespielt wird. Wie wird das in Die letzten Stunden gehandhabt?


    Gruß
    Ute

  • hallo ute,


    trotz ähnlicher thematik wie "dead man walking" (ein buch, das mir sehr geholfen hat meine brieffreundin in der todeszelle besser zu unterstützen) ist es doch ganz anders.


    hier wird eher eine entwicklung aufgezeigt, wie ein geistlicher, der befürworter der todesstrafe war, zum gegner der todesstrafe wird. ein mensch, der auch zu der erkenntnis kommt, dass es falsch ist zu töten um zu zeigen, dass töten falsch ist.


    nein, heruntergespielt werden die brutalitäten, wenn sie denn benannt werden, nicht.


    liebe grüße, tucker

    "Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden."


    Ludwig Feuerbach

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