Karen Winter - Das Feuer der Wüste

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  • 382 Seiten


    Autor:
    Karen Winter studierte Ethnologie und Sprachen. Ihre Liebe zu fremden Ländern und Kulturen lässt sie immer wieder auf Reisen gehen. Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt in der Nähe von Berlin.



    Inhalt:
    Ein sagenumwobener Diamant, eine gefährliche Liebe und der Zauber Namibias.


    Namibia 1959: Die Farm der Saldens steht vor dem Ruin. Rose ist darüber nicht traurig, für ihre Tochter Ruth jedoch droht ein Traum zu zerbrechen. Denn Ruth wünscht sich nichts so sehr, wie die Farm weiterführen zu können.


    Als sie erfährt, dass ihre Großmutter einst auf unerklärliche Weise mit einem wertvollen Diamanten verschwand, macht sie sich auf die Suche. Doch sie ist nicht die Einzige, die das sagenumwobene "Feuer der Wüste" finden will. Bald weiß Ruth nicht mehr, wem sie noch trauen kann - dem Namib-Historiker Horatio, der ihr seine Hilfe angeboten hat und sie auf ihrer Reise duch das Land begleitet, oder ihrem ebenso smarten wie gut aussehenden Verehrer Henry, der wie sie deutsche Vorfahren hat …



    Meine Meinung:
    Ruth Salden betreibt eine Schaffarm in Namibia, die vor dem Bankrott steht. Da erfährt sie, dass ihr Großvater ermordet wurde und ihre Großmutter anschließend mit einem wertvollen Diamanten, dem „Feuer der Wüste“, verschwunden ist und ihre Tochter Rose, die Mutter von Ruth, bei zwei Eingeborenen zurückgelassen hat. Rose hat nie mehr etwas von ihrer Mutter gehört und da Ruth mit der Farm nicht mehr weiter weiß, entschließt sie sich, ihre Großmutter zu suchen.


    Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und es fängt gut an, ich war sofort mitten in der Geschichte Namibias, im Jahr 1959. Wunderschön finde ich das Cover, es passt hervorragend zu Afrika. Ruth ist mit der Schaffarm total verwachsen, sie ist einfach ihr Lebensinhalt. Sie ist 24 Jahre alt, etwas pummelig und ziemlich weltfremd. Ich musste über ihre burschikose Art auch öfter lachen, obwohl sie damit eigentlich nur ihre Unsicherheit zu überspielen versucht. Auch von ihrer Mutter fühlt sie sich ungeliebt und unverstanden, die lieber zur besseren Gesellschaft und ihrer zweiten Tochter in die Stadt ziehen würde.


    Als Ruth in eine Demonstration der Schwarzen gerät und eine Frau in ihren Armen stirbt, die ihr noch zuflüstert, dass sie ihre Großmutter kennt, beginnt für sie die abenteuerliche Reise. Bei dieser Demonstration lernt sie auch Horatio kennen, einen Schwarzen, der Historiker ist und sie begleiten will, da er Forschungen über sein Volk anstellt. Als ihr dann auch noch Henry, ein gutaussehender Weißer über den Weg läuft und sie sich sofort in ihn verliebt, sind die Probleme schon vorprogrammiert. Alles ist undurchsichtig und Ruth weiß bald nicht mehr, wem sie noch trauen kann.


    Für mich eine eher flache Geschichte, die an sich gut ist, aber zu wenig Tiefe hat und gegen Ende zu immer schwächer wird. Es lässt sich zwar flüssig lesen, aber auch die Personen sind mir etwas zu oberflächlich dargestellt und in den einzelnen Kapiteln tauchen Szenen auf, die aber letztendlich im Nirgendwo enden. Das ist sehr schade, da genug Potenzial vorhanden wäre und dadurch ist auch das Flair von Afrika bei mir nicht so übergesprungen. Gut gefallen hat mir die mystische Geschichte über den Sehnsuchtsstein und auch die Geschichte Namibias ist sehr interessant und aufschlussreich.

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Mir hat dieses Buch überhaupt nicht zugesagt. Natürlich war schon beim Anblick des Covers klar, dass es sich um Lektüre der leichteren Art handelt. Allerdings hat es die Autorin geschafft, die ohnehin niedrigen Erwartungen zu unterbieten.
    Offensichtlich hat sie kaum zum Thema Namibia recherchiert und sich auch wenige Gedanken darum gemacht, was tatsächlich zu welcher Zeit geschehen ist. Namibia war nun einmal eine zeitlang Deutsch, was sich dort auch in den Namen und Bezeichnungen niederschlägt. Folgte man der Autorin, müsste das Land zu England gehört haben. Nun will man ja keinen wissenschaftlichen Afrika-Führer lesen, insoweit mögen die vielen sachlichen Fehler verzeihlich sein.


    Leider ist auch die - arg schlicht erzählte - Geschichte vom Plot und der Umsetzung her ziemlich dünn. Sie geht zwar gut und sehr bildhaft los, wird dann von der Story her aber ziemlich lächerlich, von unnötigen Füllseln wie der wiederkehrenden Schafschur ganz zu schweigen.

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