Michael Köhlmeier - Madalyn

  • Buchdetails

    Titel: Madalyn


    Verlag: dtv

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 176

    ISBN: 9783423141277

    Termin: Juli 2012

  • Bewertung

    4.4 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

    88,2% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Madalyn"

    Über die erste Liebe – herzzerreißend Madalyn wohnt einen Stock tiefer. Der Schriftsteller Sebastian Lukasser kennt sie seit ihrem fünften Lebensjahr. Damals hatte er ihr Fahrradfahren beigebracht und musste wenig später zusehen, wie sie von einem Auto erfasst wurde. Er wurde ihr Lebensretter – und jemand, dem sie Dinge anvertrauen kann, die ihre Eltern nicht verstehen würden. Jetzt ist sie vierzehn und erlebt ihre erste, ausweglos komplizierte Liebesgeschichte. Kompliziert, weil Moritz alles andere als ein leichter Fall ist – er wurde bei einem Einbruch erwischt und ist ein notorischer Lügner. Oder spricht er vielleicht doch die Wahrheit?
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  • Sebastian Lukasser, jener Schriftsteller, der Köhlmeier-Leser schon aus dem Werk "Abendland" bekannt ist, begleitet seine 14-jährige Nachbarin Madalyn durch deren erste große Liebe. Eigentlich möchte er sich heraushalten, " er sei alt genug", doch das ist nicht so einfach. Seit er der damals 5-jährigen Madalyn nach einem Radunfall zur Hilfe eilte, sieht sie ihn als ihren Lebensretter und Schutzengel und lässt ihn teilhaben an ihrem Leben, er wird zu ihrer Bezugsperson, ihm schenkt sie ihr Vertrauen. Zudem sie bei ihren Eltern, die in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sind, nicht die Wärme und das Verständnis findet, das sie braucht.


    Als sie sich in Moritz, den Jungen aus der Parallelklasse verliebt, wird Sebastian eingeweiht, die Eltern erfahren nichts. Die Liaison gestaltet sich als schwierig, Moritz ist nicht unbedingt der Traum aller Schwiegermütter; er ist bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten und nimmt es auch mit der Wahrheit nicht so genau, zudem dürfte Madalyn nicht das einzige Mädchen sein, das er auf seinem Fahrrad spazieren fährt. Doch Madalyn diese Liebe ausreden? Sebastian, selbst kinderlos, muss Stellung beziehen und das ist gar nicht so einfach .... Er macht das, was er am besten kann: er arbeitet die Situation literarisch auf, bastelt sich aus den Details, die ihm Madayln erzählt und seinen eigenen Beobachtungen ein Bild, und nähert sich allen Beteiligten schrittweise und sehr einfühlsam. Plötzlich zeigen Madaylns Eltern sympathische Seiten, und auch Moritz ist nicht nur der kleinkriminelle Angeber und Lügner.


    Wie in vielen seinen Büchern beschreibt Köhlmeier Alltagsgeschichten, Geschichten aus dem Leben, das wir kennen, bzw. glauben zu kennen. Doch Köhlmeier erzählt sie nicht alltäglich, er erzählt sie spannend, voller Menschlichkeit und Herzenswärme. Er entführt den Leser in die Straßen von Wien,nennt die Schauplätze rund um den Naschmarkt bis zur Donauinsel und auch seine - vermutlich - Lieblingsbuchhandlung wird in diesem Buch verewigt.
    Für Köhlmeier Fans ist dieses Buch ohnedies ein "Muss" und allen, die unspektakuläre, aus dem Leben gegriffene Erzählungen mögen, sei dieses Buch ans Herz gelegt!

    1. (Ø)

      Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Conor: Ich haben natürlich Eure Mini-Leserunde zum Buch verfolgt. Auch dort wurde schon viel übers Buch gesagt, dem ich nur zustimmen kann!

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Über die ganz großen Gefühle der ersten Liebe schreibt Michael Köhlmeier in seinem Roman Madalyn. Sie sind unkontrolliert und aufregend, sie bringen einen aus der Balance und manchmal sind sie so emotional aufgeladen, dass man es kaum aushält. Ähnlich wie diese Gefühle selbst ist auch Köhlmeiers Protagonistin Madalyn:


    So voller Gegensätze. In einem Moment das besonnene Mädchen, das so gar nicht wie junge 14 wirkt. Im anderen Moment eine Grenzgängerin, die auf Dachgeländern balanciert. Mal vertraut, dann wieder blockiert - nach innen und nach außen hin.


    Ich habe Michael Köhlmeier gerne zugehört, wie er Madalyns Geschichte erzählte. Ich mochte seine poetische Wortwahl, die Melancholie zwischen den Zeilen, den ruhigen Tonfall auch noch dann, wenn die Mutter schrie und tobte und mit Beleidigungen um sich warf. Mir gefiel der Rahmen der Geschichte sehr, dennoch konnte sie mich nicht ganz für sich einnehmen. Was mich gelangweilt hat, war der hinausgezögerte Teil im Café:


    In einem langen Monolog am Frühstückstisch erzählt Madalyn Lukasser, wie sie den Moritz kennen- und lieben gelernt hat, nimmt einen großen Teil des Buches für sich ein. Und genau diese Erzählung fand ich sehr ermüdend, stellenweise auch unfreiwillig skurril. Sie war für mich während diesem Teil des Romans keine authentische Protagonistin mehr. An Köhlmeiers Talent für das geschriebene Wort ändert dieser Aspekt nichts, aber eine Euphorie für Madalyn konnte ich so leider nie entwickeln.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Für mich war es das erste Buch von Köhlmeier, aber sicher nicht das letzte.


    Auf den Autor bin ich durch die Leserunde zu "Zwei Herren am Strand" aufmerksam geworden und habe mir in der Bücherei das einzige Buch gegriffen, das gerade von ihm vorrätig war.
    Die Geschichte, ihr Aufbau und Köhlmeiers Sprache - leise, verhalten und dennoch eindeutig - gefielen mir sehr gut. Auch die unschönen Szenen des Buches, v.a. die Auseinandersetzungen zwischen Madalyn und ihrer Mutter, schildert der Autor mit ruhiger Distanz ohne Wertung.
    Madalyns Gedanken um Moritz und ihre Beziehung, das ständige Kreisen um jedes Wort, jeden Blick und das dauernde In-Frage-stellen nervte zwar, aber es war - denke ich an meine erste Liebe - ausgesprochen lebensecht und typisch für vierzehnjährige, verliebte Mädchen.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Dies war mein erstes Buch von diesem Autor und es hat mir gut gefallen. Obwohl ich ihn nicht kenne, finde ich ihn sehr sympathisch, schon alleine aufgrund seines ruhigen Schreibstils sowie einigen typischen österreichischen Redewendungen. Es scheint, als könne ihn niemand und nichts aus der Ruhe bringen.


    Ich konnte mich so richtig gemütlich in die Geschichte reinfallen lassen. Zwischendurch kann man in Erinnerungen an die eigene Jugend schwelgen und sich das Schmunzeln nicht verbeissen. Der trockene Humor und die ironischen Formulierungen haben mir sehr gut gefallen. Was mir ein bisschen auf die Nerven ging, waren die Passagen mit den sich wiederholenden Sätzen bzw Fragestellungen zum gleichen Thema.


    Ein schönes und lebensnahes Buch, dem ich gerne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: gebe.


    Im Anschluss werde ich "Zwei Männer am Strand" lesen. Ich habe die Beiträge im Rezi-Thread aufmerksam gelesen und weiss ungefähr, was auf mich zukommt. Ich werde mich also ganz und gar auf das Buch einlassen, ohne genaue historische Hintergründe zu erfragen :wink:

    ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆

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