Maxime Chattam: Im Reich der Königin / Malronce

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  • Umschlagtext:




    Eine unbekannte Macht hat die Welt über Nacht in


    eine andere verwandelt – in einen Ort voller
    Gefahren und Abenteuer, in der Jugendliche jeden
    Tag ihren Mut beweisen müssen. Auf der Flucht vor
    einem unheimlichen Schattenwesen verschlägt es
    die drei besten Freunde Matt, Ambre und Tobias in
    den Blinden Wald, wo riesige Pflanzenwesen auf sie
    lauern, an Bord eines Luftschiffes und schließlich in
    das Reich der schrecklichen Königin Malronce, die
    ein ganz besonderes Interesse an Matt
    zu haben scheint …


    Meine Meinung:


    Nicht allein das. Der Weg, den die „Gemeinschaft der Drei“ einschlägt und auf dem der „Torvaderon“ ihnen folgt führt die drei Protagonisten auch durch die Abgründe der menschlichen Gesellschaft, wie sie sich nach der Katastrophe darstellt. Auf beiden Seiten herrschen raue Sitten, Ungerechtigkeit und Gewalt. Bei den Kindern (und Jugendlichen) ist es dass Misstrauen untereinander innerhalb den Clans aber auch das zwischen diesen; bei den Erwachsenen (den „Zyniks“) sind es die Gewalt gegen die Kinder, die sie versklaven oder erschlagen und der unbedingte Gehorsam gegenüber ihrer Königin und falschen Prophetin „Malronce“, deren Name auch der französische Originaltitel des Buches ist.


    Weit grauenhafter ist vielleicht:



    Was erst nur langsam in Schwung kommt, fast austauschbar erscheint, wird nach knappen einhundert Seiten lesenswert. Viele gute Ideen Chattams verbinden sich mit einer etwas deutlicheren Zeichnung und tieferen Psychologisierung der Hauptcharaktere, auch wenn sich das nicht von absolut jeder Figur sagen lässt. Das eine oder andere tiefschürfende Ereignis und eine Hand voll mehr oder weniger unerwarteter Wendungen und Ereignissse runden den Roman ab. :thumleft:


    Leider ist die Ausgabe nicht mehr ganz so schön, wie bei der „Gemeinschaft der Drei“, dem Vorgängerband. Der damals glänzende, versiegelte Umschlag ist einem rauen gewichen, dessen Papier stärkerem Handschweiß sicher nicht viel entgegenzusetzen hat und wo die Farbe des Vorsatzpapiers im ersten Band noch der Farbe der Umschlagszeichnung entsprochen hat, ist es bei „Im Reich der Königin“ leider einfach schwarz. Schlecht ist die Aufmachung darum nicht, aber eben nicht so gut wie beim Vorgänger und in der Reihe auch nicht einheitlich.


    Trotzdem: Für Freunde der Jugendfantasy durchaus ein interessanter Titel, für alle, die schon das erste Buch mochten sowieso. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: ,5

  • Wie schon der Die Gemeinschaft der Drei hat mir der Nachfolger sehr gut gefallen, vielleicht sogar noch einen kleinen Tick besser.


    Ich finde, dass sich die liebgewonnenen Charaktere absolut schlüssig weiterentwickelt haben. Dadurch, dass sie nun ohne Erwachsene leben und sich selbst durchs Leben schlagen und diversen Gefahren ausgesetzt sind, wurden sie erwachsener und reifer. Aber trotzdem haben sie sich, vor allem mein Favorit Tobias, ihre kindlichen Eigenschaften erhalten. Mit der Entwicklung der Charaktere hat aber auch der Härtegrad deutlich zugelegt im Vergleich zum Vorgänger und für ein Jugendbuch gibt es eine Menge Tote. Auch das Thema Kindesmissbrauch wird angeschnitten und sogar Religionskritik konnte ich herauslesen.


    Maxime Chattam hat hier, noch besser als im ersten Teil, eine tolle und fantasiereiche Umgebung erschaffen, in der es in jedem Kapitel etwas Neues zu entdecken gibt. Stark beeindruckt hat mich vor allem der "Blinde Wald". Der Handlungsort ist zwar unsere Erde, aber ist sie kaum wiederzuerkennen und durch die Veränderungen auch eher in einer Welt ohne Technik angesiedelt. Somit ist diese Buchreihe deutlich näher an High Fantasy als an Urban Fantasy.


    Trotz meines Eindrucks einer leichten Steigerung gebe ich dem Buch, wie schon dem Vorgänger, :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und bin guter Dinge, dass der im Herbst 2011 erscheinende dritte und letzte Teil dieser Trilogie nochmal anzieht. Empfehlenwerte Endzeit-Jugendfantasy!

    :study: Tynion IV & Dell'edera & Muerto - Something is Killing the Children (Band 1)

    :study: 2021 gelesen: 27 :study: SUB: 326

  • Soeben habe ich den 2. Band der Alterra-Reihe zuende gelesen.
    Ich fand das Buch wirklich sehr schön. Ich mag die Naturbeschreibungen die der Autor einfügt wirklich sehr gern.
    Allerdings bin ich mit nicht sicher ob ich es besser, schlechter oder gnausogut wie den ersten Teil fand, denn es gab Passagen bei denen sich die Geschichte wirklich ein wenig hingezogen hat.
    Die Beziehungen zwischen den 3 Hauptpersonen werden in diesem Band jedoch deutlicher und es werden viele neue Kontakte zu anderen Pan-Gemeinschaften und den Unterschiedlichsten Leuten geknüpft.
    Auch sehr interessant fand ich das man mehr über die andere Seite der "neuen" Welt erfahren hat, die Zyniks.
    Die Tatsache das das Buch jedoch einiges an Gewalt beinhaltet fand ich jedoch etwas weniger lesenswert. Im ersten Teil kam der Gewaltfaktor noch nicht so sehr zum ausdruck, wohin gegen im 2. Band wirklich das reine Abschlachten in einigen Kapiteln stattgefunden hat.
    Alles in allem fand ich das Buch aber wirklich sehr schön geschrieben und werde mir auf jeden fall auch den 3. Teil zulegen wenn er erscheint.

  • Der zweite Band der „Alterra“-Trilogie hat mir besser gefallen als der erste. Stand im ersten Band irgendwie immer die Begründung im Vordergrund, warum sich die Erde so verändert hat, so geht es im zweiten Band eher um die individuellen Veränderungen der Menschen. Matt, Toby und Ambre müssen sich damit auseinandersetzen, dass auch sie sich verändern und dass ihre besonderen Fähigkeiten sich weiterentwickeln. Dabei stellt sich immer öfter auch die Frage, was aus den Jugendlichen wird, wenn sie erwachsen werden. Werden sie dann zu Zyniks werden, skrupellos und gefährlich?
    Die Abenteuer, die die Gemeinschaft der Drei in diesem Band erlebt, finde ich spannender als im ersten Band. Vielleicht liegt das daran, dass hier viel mehr Völker und Gegenden vorgestellt werden, weil die Charaktere sich spannend weiterentwickeln und gerade Ambre ein paar Ecken und Kanten entwickelt, die ich spannend mitzuverfolgen fand. Sie setzt sich viel mehr mit ihrer eigenen Veränderung auseinander als ihre Freunde, und auch in der neuen Welt nach der Katastrophe sind es zumeist doch die Mädchen, die Schlimmes von den Zyniks zu befürchten haben. Dennoch ist Ambre immer tapfer und stellt sich allen Situationen, um ihren Freunden zu helfen. Ich mag sie am liebsten.
    Schön ist auch das Wiedersehen mit Plusch, der Riesenhündin, und Chattams Art, seine Welt zu beschreiben, finde ich absolut stimmig und gelungen. Ich freue mich auf den dritten Band, der im Herbst erscheint.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Meine Meinung:
    Nach dem Sturm aus Band eins, "Die Gemeinschaft der Drei" der ALTERRA-Trilogie, und der Entdeckung von neuen Gebieten und Pans, wie die Kinder und Jugendlichen sich jetzt nennen, geht es nun weiter.
    Matt, Tobias und Ambre wollen sich das Reich, das sich die Erwachsenen erschaffen haben, genauer ansehen. Sie wollen herausfinden, was es mit dieser "Königin" der Großen auf sich hat und noch dringender wollen sie erfahren, was es mit einem Steckbrief auf sich hat, auf dem Matts Gesicht abgelichtet ist.
    Auf ihrem Weg erleben die drei erneut ein wahrhaft ergreifendes Abenteuer.
    Sie erforschen neue, fremdartige Bereiche, lernen andere Lebewesen kennen und kommen dabei ihrem Ziel immer näher.
    Auf ihrem Weg treffen sie alte Bekannte, finden neue Mitstreiter, stoßen auf schon gekannte Übeltäter und selbst ein Mensch aus ihrem alten Leben begegnet ihnen wieder.


    Für mich war dieser Roman ein einzigartiges Erlebnis!
    Kaum hatte ich ein paar Sätze gelesen, schon folgte ich der "Gemeinschaft der Drei" wie ein Schatten in ihr neues Abenteuer. Da der Autor einen detaillierten und anschaulichen Schreibstil hat, forderte dieser das Gefühl der Dazugehörigkeit und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Der Autor schaffte es gekonnt, alles sehr lebendig und realitätsnah zu schildern.
    Am Interessantesten fand ich dabei die Zeit, die Matt und seine Freunde bei außergewöhnlichen Pans verbrachten. Wie diese lebten und was für einen Lebensinhalt und -sinn sie hinter der Wandlung der Natur sehen, war äußerst beeindruckend.


    Während Matt und Tobias die ganze Geschichte meist glimpflich durchlebten, machte mich Ambres Rolle hingegen zunehmend nachdenklicher.
    Ihr Verhalten sorgte mich im Laufe des Buches immer mehr. Ihr Part war zum Ende hin sehr erwachsen und ich litt mit ihr in einzelnen Situationen. Darum hoffe ich, dass es mit ihr im letzten Teil wieder aufwärts geht. Denn gerade sie wuchs mir in diesem zweiten Band sehr ans Herz!


    Zum Schluss wurde es noch ziemlich heftig. Die Drei begaben sich in große Gefahr und verloren sich dabei fast selbst. Und am Ende existierte die Gemeinschaft der Drei plötzlich nicht mehr. Wie es dazu kam und was sich alles veränderte, lest ihr am besten selbst.
    Nur soviel sei verraten: Das Ende birgt Hoffnung, aber auch Angst und eine Traurigkeit in sich, die im letzten Teil hoffentlich überwunden wird.


    Ich musste zwischendurch Pausen einlegen, um die Ereignisse zu verarbeiten und das geschriebene Wort entsprechend zu würdigen.
    Der Roman war ein fantastisches Erlebnis, führte mich in eine andere Welt und ließ mich durch einen flüssigen Schreibstil alles hautnah miterleben.
    Am Ende gibt es, wie im Vorgängerband, eine Karte, auf der man den Weg von Matt und seinen Freunden verfolgen kann.


    Fazit:
    Ich bin sehr gespannt, wie Maxime Chattam diesen tollen Roman mit dem Nachfolger noch toppen möchte und vergebe seinem aktuellen Werk fünf von fünf Sternen und mache es zu meinem zweiten Highlight im Juli.
    Auf dass die Kinder im nächsten Band die Oberhand gewinnen.


    ALTERRA-Trilogie:
    1. Die Gemeinschaft der Drei
    2. Im Reich der Königin
    3. Der Krieg der Kinder


    © Tikvas Schmökertruhe 30.7.2011

  • Soeben habe ich die letzten Seiten des 2. Teils der "Alterra" - " Im Reich der Königin" beendet.
    Und was muss ich feststellen, dass das gar nicht das Ende ist :uups:
    Die Reihen- Bücher sind echt nicht meine Stärke, ich habe nicht nachgeschaut, dass es eigentlich drei Teile von dem Roman gibt.
    Schade, jetzt weiß ich nicht, wie die Geschichte ausgegangen ist. Andererseits auch schön, denn ich kann mich auf das 3. Teil freuen. :)


    Mir hat schon das erste Teil sehr gut gefallen, und das zweite hat mir ebenfalls sehr schöne abenteuerreiche Lesestunden bereitet.
    Ich mag die Geschichte der Pans wirklich gerne. Und freue mich auf die Fortsetzung.
    Obwohl ich auch gestehen muss, dass ich etwas verärgert bin, dass ich immer noch nicht weiß, wie die Story ausgeht. Ich bin sehr neugierig und ungeduldig,
    aber dafür kann ja der Autor nichts, ist eigentlich eher ein Zeichen dafür, dass er seine Sache gut gemacht hat. :)


    Von mir bekommen "Im Reich der Königin" :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    2021: Bücher: 140/Seiten: 62 883
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:
    Corcoran, Caroline - Die Nachbarin

    Angela, Alberto - Der faszinierende Alltag im Römischen Reich

  • Meine Erwartungen an den zweiten Band wurden voll erfüllt! Die Geschichte ist wieder durchweg flüssig und spannend geschrieben. Wie schon beim letzten Mal, gefallen mir ganz besonders die Beschreibungen von dieser neuen Welt unheimlich gut. Alles ist so geheimnisvoll und gefährlich und alles ist neu. Das ist wirklich ein ganz großer Pluspunkt, dass man dieser "neuen" Welt quasi bei der Entstehung zugeguckt hat und jetzt gibt es soooo viel Neues zu entdecken, an jeder Ecke lauern neue Wunder und Gefahren. Der Autor hat das alles so gut in Worte gepackt, dass ich am liebsten gar nicht mehr aufhören wöllte mit lesen. Wie die Kinder sich in der neuen Welt zurechtfinden müssen, um sich zu behaupten und zu überleben. Wie sie mit Existenzängsten zu kämpfen haben und mit Selbstzweifeln. Matt, Amber und Tobias sind wirklich sehr sympathische Charaktere, mit denen man wunderbar mitfiebern kann. Sie haben ihre Zweifel und Ängste. Ihre Entwicklung finde ich sehr gut beschrieben. Diese Reihe ist wirklich Kopfkino vom feinsten, bis auf ein paar Kleinigkeiten einfach toll! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:
    Jetzt freue ich mich schon riesig auf den letzten Band und habe keine Bedenken, dass er weniger gut ist!

    Viele Grüße
    Aventurin


    :study:Rebecca Gablé - Hiobs Brüder


    SuB: 92 / Gelesen 2016: 7

  • Inhalt:
    Die drei besten Freunde Matt, Ambre und Tobias sind auf den Weg zum Blinden Wald. Sie möchten ihn durchqueren um den Pan´s zu helfen, die von Helfern der Königin gefangen genommen wurden. Auf den Fersen der Drei ist der Torvarderon, er hat ein besonderes Interesse an Matt. Unterwegs treffen sie auch auf andere Kinder, die sie vor dem Blinden Wald warenen, aber ihr Vorhaben steht fest, trotz der Gefahren die lauern…..



    Meine Meinung:
    Dieses Buch subbte nun schon eine Weile rum, im Mai habe ich es mir von meinem Onkelchen ausgeliehen. Nun haben wir September, der dritte und letzte Band ist erschienen und das Beste daran ist er liegt schon hier und wird heute noch von mir begonnen. Da bin ich auch recht froh drum ich hasse es immer auf die Fortsetzungen warten zu müssen, aber wie heißt es auch so schön Vorfreude ist die schönste Freude [Blockierte Grafik: http://mem-o-ries.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif] , aber nun zum Buch. Maxime Chattam hat es wiedermal geschafft mich total zu fesseln. Trotz vieler fremder Namen und Bezeichnungen von Lebewesen und Orten kam ich nie durcheinander, oder hatte anderweitige Probleme. Der erste Band lag bei mir nun schon etwa 1 1/2 Jahre zurück und meine Erinnerungen waren nur schemenhaft, kamen dann aber recht schnell wieder. Das war auch gut so, denn vom ersten Band wird in diesem so gut wie nichts erwähnt, so dass man auch unbedingt Band 1 Die Gemeinschaft der Drei gelesen haben sollte. Sonst denke ich hat man zu viele Fragezeichen über dem Kopf und keinen Spaß am Lesen. Schon innerhalb der ersten 50 Seiten war ich aber wieder voll drin im Geschehen und mochte nur selten das Buch wirklich zur Seite legen. Die Spannung steigerte sich und es gab viele überraschende Wendungen. Ich beneide die Fantasie von Maxime Chattam und sein Talent die Sachen so zu beschreiben das ich sie förmlich vor meinem Auge sehe, ohne sich in Beschreibungen zu verlieren. Die Protagonisten sind für ihr alter sehr erwachsen und doch blitzt hier und da das kindlich ungestüme durch, das macht sie aber sehr sympathisch und man hofft und bangt mit.
    Nun hoffe ich das der dritte Band das fortführt und ich dort genauso eintauchen kann.

    Liebe Grüße
    Natalie




    Gelesen 2013: 231 - 2014: 195 - 2015: 185 - 2016: 138 - 2017: 122 - 2018: 89 - 2019: 84

    Gelesen 2020: 47

  • Ich habe diesen zweiten Band der Reihe heute beendet und war wieder einmal fasziniert von Maxime Chattams Ideenreichtum und seine Beschreibungskünste, die es einem schwer fallen lassen, das Buch zur Seite zu legen. Es ist eine würdige Fortsetzung einer bislang fantastischen Reihe, die den Leser bis zur letzten Seite fesseln kann.
    Der Autor versteht es ganz wunderbar die Gefühle des Lesers zu wecken und mit den Protagonisten mitzufiebern. Ich kann das Buch nur empfehlen. :thumleft:


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    Im zweiten Band der Saga überschlagen sich die Ereignisse - eine Szene voller Action jagt die nächste! Als Leser bekommt man kaum einmal eine Verschnaufpause, denn wenn unsere Helden mal gerade nicht in extremer Gefahr schweben, überflutet ihn der Autor mit detailreichen Beschreibungen seiner schrecklichen und dennoch auch schönen neuen Welt.


    Und die ist wieder unglaublich einfallsreich: die vielfältig mutierten Tiere und Pflanzen, die neuen Gesellschaftsordnungen der Pans und der Zyniks, die diversen Erfindungen... Das alles wird mit großartiger Atmosphäre eindringlich beschrieben, wie schon im ersten Band.


    Matt macht eine große Veränderung durch. Der eigentlich friedfertige Junge ist immer öfter von brennendem Hass erfüllt, was ihn dazu verleitet, brutale Gewalt anzuwenden, ohne nach einer anderen Lösung zu suchen. So schlachtet er zum Beispiel über 20 Männer ab, um seine gefangene Hündin zu befreien!


    Das hat es für mich schwer gemacht, weiter mit Matt mitzufühlen. Ein bisschen versöhnt hat mich, dass er selber entsetzt über sein Verhalten ist und sich fragt, ob er sich wohl in einen Zynik verwandelt.


    Tobias ist einerseits der Schwächste des Teams, andererseits aber ein sehr loyaler Junge, der seinen Freunden zuliebe seine Ängste überwindet. Er war mir in diesem Band wieder sehr sympathisch.


    Ambre zeigt, dass sie bereit ist, große persönliche Opfer zu bringen. Sie ist die Denkerin und Planerin des Teams, und man erfährt gegen Ende des Buches etwas sehr überraschendes über sie! Die Jungen übergehen ihre Meinung oft, wofür sie aber teuer bezahlen. Sie ist in der Gemeinschaft der Drei meine Lieblingsfigur, denn sie ist intelligent, mutig, einfallsreich und mitfühlend.


    Der Schreibstil ist immer noch wunderbar lebendig, mit unzähligen Details, die aber nicht langweilig werden. Wie schon im ersten Band, fand ich auch in diesem, dass die Jugendlichen manchmal etwas zu erwachsen sprechen - wobei ich das inzwischen glaubhafter finde, dass sie durch die Ereignisse auch erwachsener geworden sind.


    Apropos "glaubhaft": in meiner Rezension zum ersten Band hatte ich schon bemängelt, dass ich nicht alles schlüssig und glaubhaft fand. In diesem Band ist mir das noch viel extremer aufgefallen, denn ich konnte im Großen und im Kleinen einfach nicht alles glauben.


    Im Großen:


    Die große Katastrophe ist erst sechs Monate her, und in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit wurden ganze Städte errichtet, riesige Luftschiffe gebaut, neue Währungssysteme eingeführt, neue Religionen erfunden... Und der Sturm hat Folgen, die sich für mich völlig unglaublich anhören: dass er das Erbgut verändert hat, kann ich noch akzeptieren, aber dass z.B. ein Mann mit seinen Haustieren verschmolzen (!!) und jetzt eine Art Mischwesen ist?!


    Im Kleinen:


    Nur ein Beispiel: die drei Jugendliche nähen innerhalb einer Stunde ein meterhohes funktionsfähiges Segel aus Tüchern und einer Spule medizinischen Garns.


    Was ich mich auch öfter gefragt habe war, ob ich das Buch eigentlich als Jugendbuch oder als Buch für Erwachsene einordnen würde. Oft liest es sich vom Stil her eher wie ein Jugendbuch, aber es enthält extrem viel Gewalt (da ist schon mal die Rede von zerfetzten Leichen), und einer der Bösen stellt sich als sadistischer Pädophiler heraus...


    Fazit:
    Auch der zweite Band der Alterra-Saga hat mir überwiegend gut gefallen: er ist wieder unglaublich einfallsreich und spannend, die drei Hauptfiguren machen interessante Veränderungen durch und der Schreibstil ist packend und bildreich. Woran ich allerdings schwer zu knabbern hatte, war die in meinen Augen fehlende Glaubhaftigkeit oder logische Schlüssigkeit vieler Geschehnisse!

  • Klappentext:
    Matt, Ambre und Tobias – die Gemeinschaft der Drei – haben auf einer Insel Zuflucht gefunden, wo sie von einer Gruppe Kinder aufgenommen wurden, die sich selbst „Pans“ nennen. Doch nun nähert sich aus dem Norden ein bedrohliches Schattenwesen, das in Matts Träume und Gedanken eindringen kann, während aus dem Süden eine ganz andere Gefahr droht: Die schreckliche Königin Malronce schickt ihre Soldaten aus, um gnadenlos Jagd auf die Pans zu machen – und Matt in ihre Gewalt zu bringen.
    Um seine Freunde nicht zu gefährden, beschließt Matt, die Insel zu verlassen und einen Weg zu finden, in der Wildnis zu überleben. Doch das lassen seine besten Freunde Tobias und Ambre nicht zu: Sie werden mit ihm gehen, mit ihm kämpfen und allen Gefahren gemeinsam trotzen. Ihre Freundschaft, ihr Mut und ihr Zusammenhalt werden jedoch auf eine harte Probe gestellt. Denn auf ihrer Flucht geraten sie in den schier undurchdringlichen Blinden Wald. Über­dimensionale Tiere und riesige Pflanzen versetzen das Trio in Angst und Schrecken. Dann tauchen ameisenartige Wesen auf, die in einer Festung in den Wipfeln der Bäume hausen und dort mit Luftschiffen navigieren. Wie aus dem Nichts werden Matt, Ambre und Tobias plötzlich in die Höhe katapultiert: Sie sind Gefangene …


    Rezension:
    Das Buch schließt beinahe nahtlos an den Vorgänger an. Als Matt erfährt, dass nicht nur der mysteriöse Torvateran immer näher kommt und es anscheinend speziell auf ihn abgesehen hat, sondern auch die sagenhafte Königin Malronce ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat, beschließt er, die Insel zu verlassen, um die anderen Pans zu schützen und zu untersuchen, was es mit dieser Königin auf sich hat. Natürlich lassen ihn seine Freunde nicht alleine gehen und bekleiden ihn.
    Unterwegs lernen sie noch zahlreiche ihnen noch unbekannte Mysterien der neuen Welt kennen. Auch erfahren sie, dass es durchaus noch Erwachsene gibt, die ihre Intelligenz bei dem ‚Gewitter‘ nicht verloren haben, sich jedoch – im Gegensatz zu den Kindern und Jugendlichen – bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht an ihr früheres Leben erinnern können. Als sie die Königin schließlich erreichen, muss Matt feststellen, dass er diese aus seinem Leben vor der Veränderung kennt. Doch sie hat mit der Frau, die sie damals war, nicht mehr viel gemeinsam. Und was verbirgt Ambres Körper für ein Geheimnis, von dem sie offenbar selbst nichts weiß? Am Schluss endet auch dieses Buch wieder mit einem Cliffhanger.
    Auch in Band 2 der Reihe weiß die Geschichte weiterhin das Interesse des Lesers wach zu halten. Der flüssige Schreibstil lässt keine Langeweile aufkommen. Allerdings tun sich immer weitere Logiklücken auf. Wie konnte die Königin beispielsweise in der relativ kurzen Zeit von New York in den Süden kommen und dort auch noch ihre Herrschaft aufbauen? Und das anscheinend, bevor Matt überhaupt die Insel der Pans erreicht hatte. Und wie konnten die geologischen und botanischen Veränderungen dermaßen schnell vonstatten gehen? Auf all diese Fragen gibt es leider keine Antwort. So kann der Leser nur auf Band 3 hoffen, dort endlich aufgeklärt zu werden, was – um es vorweg zu nehmen – leider auch dort nicht in befriedigendem Maße der Fall ist.
    Genau wie bei Band 1 weist auch hier die mir vorliegende Hardcover-Ausgabe eine optisch sehr ansprechende Cover-Gestaltung auf, die – um es nicht zu verschweigen – mich in der Auslage überhaupt erst auf die Bücher aufmerksam machte.


    Fazit:
    Trotz der genannten Schwächen in der buchinternen Logik bietet „Im Reich der Königin“ dem Leser eine spannende und unterhaltsame Lektüre. Und auch hier entsteht wieder das Bedürfnis, schnell im Folgeband weiterzulesen.

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