Jodi Picoult - Zerbrechlich / Handle with Care

  • Buchdetails

    Titel: Zerbrechlich


    Verlag: Bastei Entertainment

    Bindung: E-Book

    Seitenzahl: 625

    ISBN: 9783838702032

    Termin: September 2010

  • Bewertung

    4.4 von 5 Sternen bei 52 Bewertungen

    87,1% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Zerbrechlich"

    Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O+Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt - und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ... Erschütternd, tief bewegend und sensibel führt dieser Roman mitten ins Herz einer Familie, die durch die Kraft einer bedingungslosen Liebe verbunden ist.
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  • Ich habe vor kurzem Handle with Care von Jodi Picoult gelesen.


    Hier zunächst der Klappentext auf Deutsch (von amazon übernommen):
    Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was
    Charlotte O╔Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht.
    Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts.
    Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen.
    Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen
    ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint
    Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige
    Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit
    hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt ═ und die Eltern
    gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes
    Kind sei besser nie geboren worden ...Erschütternd, tief bewegend und
    sensibel führt dieser Roman mitten ins Herz einer Familie, die durch die
    Kraft einer bedingungslosen Liebe verbunden ist.




    Wer Jodi Picoult kennt und mag, wird auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Wieder erzählt sie aus verschiedenen Perspektiven und schildert somit sehr einfühlsam unterschiedliche Ansichten zu einem moralisch-ethischen Thema.


    Abtreibung und Special needs (ein wie ich finde schönerer Begriff aus dem Englischen für Personen mit Handicap) spielen bei diesem Buch eine große Rolle, aber auch Freundschaft, Liebe und die Frage was macht eigentlich gute Eltern aus wird einbezogen.


    Die Charaktere sind wieder sehr gut durchdacht. Jeder vertritt seinen Standpunkt glaubhaft und realistisch.
    Dem Buch angehangen sind weiterführende Fragen zum Nachdenken über die angesprochenen Themen.
    Picoult schildert darüber hinaus wieder sehr berührend die Gefühle der einzelnen Personen. So versucht sie mit Rezepten Verbindungen zwischen den Kapiteln zu schaffen (was durchaus auf einer bestimmten Ebene gelingt).
    Besonders mochte ich die Figur Amelia, die Schwester von Willow, ich finde sie spielt in diesem Buch eine gute Rolle.


    Das Ende ist wie bei den meisten Picoult Büchern unerwartet und überraschend, aber plausibel und regt weiter zum Nachdenken an.


    Ich gebe diesem Buch 5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: , da Picoult sich traut Themen anzusprechen, die nicht jeder anspricht und die verschiedenen umstrittenen Positionen darzustellen, seien sie auch noch so verachtet von der Gesellschaft.
    Sie schaft es jede Position ein stückweit nachvollziehen zu können, auch wenn sie der persönlichen Einstellung nicht entsprechen.
    Ich mag die Spannungskurve die auch dieses Buch auszeichnet .


    Viel Spaß beim Lesen :flower:

    In jeder Minute, die du im Ärger verbringst, versäumst du 60 glückliche Sekunden deines Lebens. (Albert Einstein)

    • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Lübbe Ehrenwirth); Auflage: 3 (1. Oktober 2010)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 343103828X
    • ISBN-13: 978-3431038286
    • Originaltitel: Handle with Care
    • Preis: 19,99 €


    Kurzbeschreibung:
    Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: Es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...Erschütternd, tief bewegend und sensibel führt dieser Roman mitten ins Herz einer Familie, die durch die Kraft einer bedingungslosen Liebe verbunden ist.


    Über den Autor:
    Jodi Picoult, geb. 1967 auf Long Island, veröffentlichte 1992 ihren ersten Roman, der sofort zu einem großen Erfolg wurde. 2003 wurde sie mit dem New England Book Award ausgezeichnet. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in Hanover, New Hampshire. Mit dem Roman 'Beim Leben meiner Schwester', der wochenlang auf den Bestsellerlisten stand, gelang ihr der Durchbruch in den USA. Sie gehört inzwischen zu den erfolgreichsten amerikanischen Erzählerinnen weltweit und wurde 2007 in England zur Autorin des Jahres gewählt.


    Meine Meinung:
    "Zerbrechlich" ist die Geschichte von Willow, einem aufgeweckten, kleinen Mädchen, das unter der Glasknochenkrankheit leidet, und die Geschichte ihrer Familie, die versucht, mit den schwerwiegenden Konsequenzen dieses Handicaps zu leben. Ihre Geschichte ist bewegend, setzt auf Emotionen und kann zu Überlegungen in unterschiedlichste Richtungen anregen, nichtsdestotrotz ist sie ausgedacht und kein Tatsachen- bzw. Erfahrungsbericht, ein Fakt, den man sich während des Lesens immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte.
    Unbestritten, Jodi Picoult versteht ihr Handwerk. Durch ihre sensible und treffende Wortwahl und ihren anschaulichen Schreibstil, schafft sie es, den Leser zu berühren und miteinzubeziehen.
    Auch ich fühlte anfangs mit, mit Willow, die man aufgrund ihres liebenswerten Wesens einfach gern haben muss, mit ihrer Mutter Charlotte, die sich aufopfert und für ihr Kind nur das Beste will, mit ihrem Vater Sean, der unter dem Druck steht, durch seine Arbeit die entstehenden Kosten für eine optimale Behandlung decken zu können, und mit Willow's Schwester Amalie, die von Schuldgefühlen gepeinigt geradezu nach Aufmerksamkeit schreit und nicht gehört wird. Mit in die Handlung einbezogen werden zudem die Freundin von Charlotte, die gleichzeitig ihre Frauenärztin ist und später wegen eines Kunstfehlers angeklagt wird, und Charlotte's Rechtsanwältin, die nebenbei nach ihrer leiblichen Mutter sucht. Alle Protagonisten richten sich abwechselnd in der Ich-Form direkt an Willow, was die Handlung belebt und abwechslungsreich gestaltet.
    Dennoch, je weiter ich in das Geschehen eingetaucht bin, desto mehr bekam ich den Eindruck, der regelrechten Aufforderung von Jodi Picoult zu Verständnis und Mitleid sowie dem damit verbundenen Druck auf die Tränendrüse nicht mehr standhalten zu können. Der Handlungsverlauf wird vorhersehbar und führt zu dem entscheidenden Prozess hin. In einer ausführlich, sehr amerikanisch dargestellten Gerichtsverhandlung werden die längst bekannten Sorgen, Nöte und Zweifel der Hauptpersonen erneut aufgegriffen. Der Ausgang des Romans ist schließlich und endlich in meinen Augen an Melodramatik kaum zu übertreffen.
    Da ich mich seit Jahren mit der Behindertenproblematik auseinandersetze, wage ich zu behaupten, daß diejenigen, die sich mit der Situation von Behinderten in der Gesellschaft, den Schwierigkeiten der Angehörigen und den sich aus einer Behinderung zwangsläufig ergebenen ethischen Fragen bereits eingehender beschäftigt haben, in diesem Roman nicht viel Neues erfahren werden. Für andere mag die Thematik interessant und aufschlussreich sein. Ob sich allerdings Betroffene bei einer Lektüre gut unterhalten, die das widerspiegelt, was sie alltäglich hautnah erleben, vermag ich nicht zu beurteilen. Trotz der ausgezeichneten Recherche der Autorin hat mich das Buch in seiner Gesamtheit jedenfalls nicht gewinnen können.

    1. (Ø)

      Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)


  • Jodi Picoult wählt als Aufhänger für ihre Romane gerne ethisch und moralisch umstrittene Themen, die oft auch einen juristischen Einschlag haben. Der Aufhänger für "Handle With Care" ist ebenfalls ein solcher. Picoult's Bücher lese ich vor allem deshalb gerne, weil sie einen angenehmen Schreibstil hat, aber auch, weil ich gespannt bin, wie die Autorin mit den Themen umgeht, die sie in ihren Büchern verarbeitet. Stets wählt sie Charaktere, die gegenseitige Positionen einnehmen und diese im Verlauf der Bücher standhaft vertreten.


    Zugeben zu müssen, sein Kind lieber abgetrieben als es zur Welt gebracht zu haben, wenn man gewusst hätte, dass es mit einer schlimmen Krankheit geboren wird, finde ich erschreckend und abstoßend zugleich. Welche Mutter kann diese Aussage mit gutem Gewissen tätigen? Willows Mutter ist nach knapp 80 Seiten nun inzwischen schon so weit, darüber nachzudenken. Ihr Mann nimmt die dazu komplett gegensätzliche Position ein und möchte sich mit diesem Gedanken überhaupt nicht beschäftigen. Ich bin sehr gespannt, wohin das Buch uns noch führt.


    Auch Marina ist ein sehr interessanter Charakter, da es sich bereits andeutet, dass sie


    Außerdem bin ich sehr gespannt, welche Rolle Amelia einnehmen wird. Die Szene, als


    Interessant finde ich die Erzählperspektive des Romans: Wie für Picoult's Romane typisch, ist das Buch aus der Sicht vieler Charaktere geschrieben. Besonders ist aber, dass sich jeder Charakter direkt an Willow wendet und sie mit "du" anredet. Willow ist bis jetzt nicht selbst als Erzählerin aufgetaucht, ich glaube auch nicht, dass sie noch selbst in Erscheinung treten wird.


    Typisch finde ich erneut das Verhalten der Nachbarn: Zur Problembewältigung und Unterstützung bringen sie Lasagne und Nudelauflauf vorbei...


    Übrigens kann ich den Drang von Willows Vater, für das Verhalten im Disney Land Wiedergutmachung zu verlangen, voll verstehen. Aber als er erfährt, wie er für die Wiedergutmachung kämpfen muss, macht er einen Rückzieher. Denn gestraft werden nicht diejenigen, die sich ihm gegenüber falsch verhalten haben. Sondern der Prozess geht viel weiter und dafür kann er nicht mehr einstehen.

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Die Geschichte wird, wie es bei einem Buch von Jodi Picoult üblich ist, aus mehreren Perspektiven erzählt: aus der Charlottes, der der dreizehnjährigen Amelia, der des Vaters, der Pipers, sowie der der Anwältin Marin, die die Familie O’Keefe vor Gericht vertritt. Sie alle sprechen aus der Ich-Perspektive zu Willow, was mir sehr gut gefiel. Marins und Pipers Perspektiven fand ich allerdings überflüssig, vor allem Pipers, da sie mir nicht sympathisch wurde und ich ihre Perspektive einfach unnötig fand. Marins Hintergrundgeschichte hätte man auch etwas kürzen können; manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sich für den Mittelpunkt der Welt hält und der Prozess ihr nicht besonders wichtig ist. Einige kleine Sachen haben mich außerdem an der Geschichte gestört:


    Richtig gut gefällt mir, wie eindrucksvoll Gefühle und Konflikte geschildert werden, und obwohl mir längst nicht alle Bücher von Jodi Picoult gefallen ("Das Herz ihrer Tochter" fand ich beispielsweise überhaupt nicht gut), bewundere ich die Autorin dafür, moralische Konflikte hinaufzubeschwören, die einen nicht mehr loslassen, bis man eine Lösung gefunden hat – wenn es denn eine „richtige“ gibt.


    "Zerbrechlich" erzählt nicht nur von der Zerbrechlichkeit von Willows Knochen, sondern auch von der Zerbrechlichkeit des Glücks. Charlottes Perspektive hat mich von allen ganz klar am tiefsten berührt, aber auch Amelias Sichtweise, vor allem zu Beginn der Geschichte, geht dem Leser unter die Haut. Denn nicht nur Charlotte verliert im Prozess ihre beste Freundin, sondern auch Amelia, deren beste Freundin Pipers Tochter ist.


    Fazit: "Zerbrechlich" ist ein komplexes, gefühlsvolles und tiefgehendes Buch, das man nicht wieder vergisst. Absolut lesenswert!

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    "Werter Herr, die Tatsache, dass ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich ist, tröstet mich keineswegs. Wäre es nicht der Gesetze wegen, ich würde sie stehlen. Wäre es nicht meiner Börse wegen, ich würde sie kaufen."
    --Harold Laski

  • Mit Zerbrechlich ist Jodi Picoult ein sehr ergreifendes und emotionales Buch gelungen.


    Mich hat die Geschichte nicht mehr losgelassen. Ich konnte mit Charlotte, Sean, Amelia, Piper, Marin und natürlich auch Willow mitfühlen. Je nach dem, aus wessen Sicht erzählt wurde, konnte ich jeweiligen Handlungen, das heißt, warum man das tat, was man tat, nachvollziehen. Am schlimmsten habe ich aber mit Amelia gelitten. Es gab nur eine Szene, in der ich eine Reaktion (Charlottes) nicht ganz verstanden habe.



    Ich habe eigentlich keine Probleme, Bücher, zum Teil in auch recht kurzer Zeit, durchzulesen. Hier war das allerdings anders. Ich habe zwischendrin Pausen machen müssen. Keine Pausen, weil mir die Augen weh taten oder ähnliches, sondern emotionale Pausen, um das was ich gerade gelesen hatte, zu verarbeiten. Diese Geschichte wird mich so schnell nicht wieder loslassen.


    Jodi Picoult schreibt mit viel Gefühl, was mir sehr gefallen hat und was ich an ihr auch sehr mag. Mit Zerbrechlich habe ich mein (vorläufiges) Jahreshighlight 2012 gefunden.


    Das Ende hat mich allerdings nicht überrascht, habe ich doch die ganze Zeit mit einem solchem Ende (oder ähnlichen) gerechnet. Das wird wahrscheinlich auch der Grund sein, warum mir keine Tränen kamen. Es traf mich nicht überraschend.


    Zerbrechlich hat aus meiner Sicht volle :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: verdient.

  • Klappentext (von amazon kopiert)


    Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


    Da ich finde, dass der Klappentext zu wenig aussagt, möchte ich hier noch eine
    Eigene Inhaltsangabe
    hinzufügen und weitere Hintergrundinformationen geben.


    Charlotte und Sean wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Auch Charlottes beste Freundin Piper, die auch ihre Frauenärztin ist, bemüht sich sehr darum. Alle sind überglücklich als es dann endlich klappt und Charlotte schwanger wird.
    Bei einer Ultraschalluntersuchung bemerkt Piper etwas ungewöhnliches: Das Gehirn des Babys ist ungewöhnlich klar zu erkennen. Piper sieht als Ursache ihr neues Ultraschallgerät.
    Als bei einer späteren Ultraschalluntersuchung die Gynäkologin allerdings feststellt, dass das Baby schon mehrere Knochenbrüche hat, wir klar: Das Kind hat wahrscheinlich OI, die sogenannte Glasknochenkrankheit, bei der die Knochen schon beim kleinsten Stoß brechen.
    Für Chrlotte und Sean bricht eine Welt zusammen, trotzdem beschließen sie, das Kinde zu kriegen.
    Doch nach Willows Geburt ist im Leben der kleinen Familie, zu der auch Amelia, Charlottes Tochter aus einer früheren Beziehung gehört, nichts mehr wie vorher. Es wird ganz und gar von Willows Krankheit bestimmt, was auch finanzielle Sorgen mit sich bringt. Denn die Behandlungen und Hilfsmittel werden nicht vollständig von der Krankenkasse bezahlt.
    Ein Anwalt bringt Charlotte schließlich auf die Idee, dpch Piper zu verklagen, sie hätte Willows Krankeit früher erkennen müssen.
    Was sich daran anschließt ist ein Konflikt, der nicht nur die beiden einstmaligen Freundinnen betrifft.


    Eigene Meinung
    Ein Buch, dass einen nicht so schnell loslässt! Jodi Picoult hat die Fähigkeit, auch diffizielere Sachverhalte so darzustellen, dass der Leser alles absolut ohne Probleme versteht. Man versteht Willows Mutter, die einfach nur das Beste für ihre keliene Tochter will, man versteht diejenigen, die absolut entsetzt über diese Klage sind, man versteht Amelia, die wengen der mangelnden Aufmerksamkeit immer mehr auf die schiefe Bahn gerät. Dabei hilft auch, dass die Geschichte aus Sicht vieler Beteiligter geschildert wird.
    Jodi Picoult schafft es, dass man selbst darüber nachdenkt, wie man sich in dieser Situation verhalten würde. Und ganz ehrlich, man kann keine feste Position in diesem Streitfall einnehmen, zu groß sind die Dilemmata, die die Autorin so einfühlsam schildert.
    Außerdem sieht man als Außenstehender das ganze Ausmaß einer solchen Aktion, ein Ausmaß, das man sich selbst wohl nicht ausmalen kann.


    Ich habe ziemlich lange an diesem Buch gelesen, da ich in einer kleinen, aber hartnäckigen Leseflaute steckte. Allerdings war das Buch zum Ende hin besonders spannend, sodass ich heute Vormittag kaum aufhören konnte, zu lesen.
    Wer ein Buch lesen mag, das zum Nachdenken anregt, das den Leser dazu bringt, sich selbst in diese Situation zu versetzen und das einen doch wieder stellenweise glücklich macht, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Ein Buch, das auch Mut macht, dass niemand perfekt sein muss um geiebt zu werden!


    Ich vergeben guten Gewissens :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Es existiert schon eine Rezension der englischen Ausgabe hier , wenn ich mich nicht täusche.

    "Werter Herr, die Tatsache, dass ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich ist, tröstet mich keineswegs. Wäre es nicht der Gesetze wegen, ich würde sie stehlen. Wäre es nicht meiner Börse wegen, ich würde sie kaufen."
    --Harold Laski

  • Wow.. Dieses Buch hat mich richtig gefangen genommen. Sehr sensibel beschrieben mit nachvollziehbaren Handlung der einzelnen Personen. Es animiert zum Nachdenken, - wie hätte ich in den jeweiligen Situationen entschieden?


    Alles wird sehr detailliert dargestellt, der Prozess zieht sich wie es im Leben halt auch zugegangen wäre und ist nicht übereilt geschrieben.
    Vorallem habe ich mit Amelia gelitten...


    Der dt. Titel passt sehr gut. Denn er ist nicht nur auf Willow ausgerichtet, sondern auf alles was in diesem Buch beschrieben wird. Die Ehe - sowohl Sean und Charlotte, als auch die von Piper und Rob -, das Seelenleben von Amelia, Marin und auch Willow. Das Glück, dass immer wieder durchzudringen versucht und auch die Beziehung zwischen den einzelnen Personen. Alles ist zerbrechlich...


    Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Originaltitel: Handle with Care (2009)


    Inhalt:
    Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


    Die Autorin:
    Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften. Seit 1992 schreibt sie mit sensationellem Erfolg Romane. Sie wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem New England Bookseller Award. Ihre Romane erscheinen in 35 Ländern. Jodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New Hampshire.


    Aufbau:
    Prolog
    Teil 1
    Teil 2
    Teil 3
    Teil 4
    Danksagung
    Anmerkung der Autorin


    Die einzelnen Kapitel sind aus der Ich-Perspektive verschiedener Charaktere geschrieben und zwar so, als würden sie die Geschichte Willow erzählen. Willows Eltern, ihre Schwester, die beklagte Ärztin und auch die Anwältin der Familie kommen dabei zu Wort.
    Dazwischen sind ab und zu Rezepte abgedruckt.


    Meinung:
    Ich hatte hohe Erwartungen an "Zerbrechlich". Nachdem ich den Film zu "Beim Leben meiner Schwester" großartig fand und auch "Solange du bei uns bist" mich absolut überzeugen konnte, war ich mir sicher, dass ich auch dieses Buch mögen würde. Die Inhaltsangabe versprach eine emotionale Geschichte, die sich mit schwierigen moralischen und ethischen Fragen befassen und beim Leser verschiedene Fragen aufwerfen würde. Das habe ich leider nicht wirklich bekommen.


    Willows Krankheit wird von Anfang an sehr eindringlich dargestellt. Die Geschichte beginnt mit der Geburt des Kindes und schon hier wird klar gemacht, wie viele Risiken es gibt und wie schnell ein Knochen brechen kann. Diese Eindrücke waren sehr beklemmend und auch die weitere Erzählung hat verdeutlicht, wie schwer das Leben mit der Glasknochenkrankheit für alle Beteiligten ist. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie wirklich über die Konsequenzen nachgedacht hatte, die aus dieser Krankheit entstehen würden und Picoult hat es geschafft, dies gut herauszuarbeiten. Auch die Probleme, die für den Rest der Familie aufkommen, werden gut dargestellt. Mir haben wirklich alle Beteiligten leid getan, zugleich habe ich aber bewundert, wie sie mit allem klar gekommen sind.
    Auch als es um die Klage ging, hat die Autorin gut beleuchtet, welche verschiedenen Konsequenzen das hat und wie sie dafür gesorgt hat, dass alles zerbricht. Die moralische Frage, ob es richtig ist, auf "ungewollte Geburt" zu klagen, wurde ebenfalls gut thematisiert und wir haben verschiedene Sichtweisen bekommen, die deutlich gemacht haben, was für eine schwierige Situation es für alle ist. Man fragt sich unwillkürlich, wie man selbst handeln würde oder gehandelt hätte.


    Leider muss ich sagen, dass Charlotte, Willows Mutter, mir im Laufe der Geschichte unsympathisch wurde. Ihre Lage ist schwer und ich kann sie bis zu einem gewissen Grad verstehen, aber auf mich wirkte sie teilweise sehr Ich-bezogen. Ihr war egal, was sie ihren Mitmenschen mit dieser Klage antat, nicht nur ihrer besten Freundin, sondern auch ihrem Mann und ihren beiden Töchtern. Ihr Mann sagt ihr mehrmals, dass sie es nicht als einzige schwer hat und dass sie nicht als einzige leidet und er hat recht, aber ich hatte bis zuletzt nicht das Gefühl, dass sie das verstanden und anerkannt hat. Besonders leid getan hat mir die erste Tochter, Amelia, die stellenweise ignoriert wurde. Es ist verständlich, dass Willows Krankheit im Mittelpunkt steht, aber dennoch hätte Amelia nicht so in den Hintergrund gedrängt werden sollen, dass niemandem ihre Probleme aufgefallen sind.
    Ein weiterer Punkt ist, dass die Hintergrundgeschichte der Anwältin in meinen Augen irrelevant war. Natürlich trägt sie dazu bei, dass man ihre Position besser versteht und es gibt gewisse Parallelen zum Fall, aber dieser Handlungsstrang trug nichts zur Hauptgeschichte bei und hätte gestrichen werden können.


    Dennoch hat "Zerbrechlich" mir im Großen und Ganzen gefallen; das Leiden aller Beteiligten wurde gut dargestellt, verschiedene Dilemmas wurden beleuchtet und der Autorin ist es gelungen zu zeigen, wie alle mit dem Konflikt umgegangen sind. Allerdings muss ich sagen, dass es mich nicht berührt hat. Der Anfang der Geschichte war beklemmend und erschreckend, aber danach war ich emotional nicht wirklich involviert - nicht einmal am Ende flossen Tränen. Im Gegenteil, das Ende hat mich verärgert und ich habe immer noch das Gefühl, dass alles sinnlos und umsonst war. Vermutlich ist das genau der Eindruck, den die Autorin erzeugen wollte, aber es hat trotzdem einen bitteren Beigeschmack bei mir hinterlassen und ich wünschte beinahe, ich hätte das Buch nicht gelesen.


    Fazit:
    Es fällt mir schwer, "Zerbrechlich" zu beurteilen. Einerseits hat es mir ziemlich gut gefallen; die Autorin hat das schwierige Thema gut behandelt und verschiedene Blickwinkel gezeigt, dazu kommen sehr unterschiedliche, gut ausgearbeitete Figuren und ein guter Schreibstil. Andererseits konnte die Geschichte mich nicht bewegen und das Ende hat im Nachhinein das Buch für mich zerstört. Im Endeffekt konnte ich deshalb keine bessere Bewertung vergeben.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Carpe Diem.
    :study: Jo Watson - Just The Way I Am

    2022 gelesen: 2 Bücher mit 822 Seiten | gehört: 0 Bücher mit 0 Minuten

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