Duras, Marguerite - Der Liebhaber

  • Buchdetails

    Titel: Der Liebhaber


    Verlag: Suhrkamp

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 194

    ISBN: 9783518381298

    Termin: April 1989

  • Bewertung

    3.2 von 5 Sternen bei 15 Bewertungen

    64% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Der Liebhaber"

    Die erste Liebe eines jungen europäischen Mädchens zu einem doppelt so alten chinesischen Mann: 'Eine heikle, zwischen Liebe und Prostitution schwankende Geschichte ohne Scham, ohne Stolz und ohne eine Spur von Koketterie ... Mag jeder dieses Buch auf seine Weise verstehen.
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  • Ein absolutes Atmosphärenbuch!


    Scheibchen für Scheibchen liest sich der Leser in diese beklemmende Stimmung hinein. In Rückblenden erzählt das alternde Ich aus ihrer Kindheit in Indochina. Mit 15 ein halb Jahren lernt sie auf der Überfahrt zum Internat den reichen Chinesen kennen, und geht mit ihm eine Affäre ein. Er ist doppelt so alt, schüchtern und zerbrechlich, und ihre gesellschaftliche Herkunft wird durch diese Liaison untermauert.


    Sie ist die französische Weiße, eine Schönheit mit ihrem abgetragen weiß-durchsichtigen Seidenkleid, dem Männerhut und den goldenen Schuhen. Und sie flüchtet in diese einseitige Liebesbeziehung, weg von ihren Brüdern, ihrer Mutter und am Ende aus dem Land. Sie will Schriftstellerin werden und keine Mathematikerin!


    Großartig transportiert Duras diese Gefühlswelt. Eine Atmosphäre, die so hoffnungslos, niederschmetternd und trostlos ist, so dass dem Leser nichts anderes bleibt als diese Stimmung in sich aufzusaugen. Perfekt!


    Marguerite Duras wurde 1914 in Giadinh/Indochina geboren, lebte seit 1932 in Frankreich und etablierte sich zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen Frankreichs. Sie verstarb 1996 in Paris.

  • Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren gelesen (ganz sicher vor 2006, eher so 2000?? :scratch: ) und es hatte mich auch begeistert.
    Wenige Seiten, aber ein unglaublicher Sog. Ich hatte die feuchte Hitze, das Licht richtig spüren können durch die Worte.

    "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

  • Danke für die Rezi!


    Jean-Jacques Annaud hat dieses Buch vor einigen Jahren ziemlich imponierend verfilmt...:


    http://www.amazon.de/Liebhaber…B0002LDMNE/ref=pd_sim_d_2

  • Leider konnte ich mit dem Buch nicht so viel anfangen wie Ihr ...


    Die Erzählerin ist französischer Herkunft und wächst in den 20er Jahren in Indochina auf. Die Mutter ist Lehrerin, der Vater früh verstorben, es gibt noch zwei ältere Brüder: einen brutalen Schläger und Mörder, und den Jüngeren, Sanften, der auch jung sterben wird. Innerhalb der Familie herrscht wenig Zusammenhalt, man ist sich gegenseitig fremd.


    Auf dem Weg in ihr Pensionat lernt das Mädchen mit 15 einen reichen chinesischen Geschäftsmann ken-nen, dessen Geliebte sie wird, stillschweigend geduldet von der Mutter, die auf das Geld scharf ist, lässt sie sich von ihm aushalten.


    Die sehr kurzen Abschnitte, die kreuz und quer durch die Zeit springen, machen die Lektüre relativ schwer verständlich, und der eher kühle, distanzierte Erzählton hält die Protagonisten "auf Abstand" vom Leser. Kaum ein Wort über Gefühle oder Beweggründe.


    Vielleicht versteht man das Buch auch nur mit gewissen Hintergrundinformationen richtig - ein großer Genuss war es für mich leider nicht. Einzig der gelungene Schluss versöhnte mich wieder ein wenig.

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