Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben

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Schneewittchen muss sterben

4.4|147)

Verlag: List

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 537

ISBN: 9783548609829

Termin: 2012

  • Inhaltsangabe:



    Zitat

    Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd…


    Quelle: Amazon




    Meine Meinung:


    Nach einer zehnjährigen Haftstrafe versucht der dreißigjährige Tobias Sartorius sich wieder in den Alltag einzufügen. Doch bereits beim Betreten seines Elternhauses muss er feststellen, dass nichts mehr ist, wie es mal war. Der Hof liegt brach, die einst gut besuchte Gaststätte ist schon seit langer Zeit geschlossen und seine Mutter hat sich schon vor Jahren von seinem Vater getrennt. Da seine Eltern ihm bei den Besuchen im Gefängnis immer eine heile Welt vorgespielt haben, ist der Schock umso größer als er feststellen muss, dass auch das Leben seiner Eltern in Scherben liegt. Dabei weiß Tobias selbst nicht so genau, was vor 11 Jahren eigentlich passiert ist, als zwei siebzehnjährige Mädchen einfach spurlos verschwanden. Doch die Beweise sprachen gegen ihn.


    Jetzt hat er die Strafe abgesessen und ist zurück. Eine Welle des Hasses schlägt ihm entgegen und zu seinem Entsetzen scheint die Vergangenheit sich zu wiederholen, denn schon wieder ist ein Mädchen verschwunden ...


    Dies ist bereits der vierte Band aus der Bodenstein / Kirchhoff-Reihe und zugleich mein Einstieg in ebendiese. Gut fand ich, dass ich beim Lesen nie den Eindruck hatte, dass mir aus den früheren Bänden etwas an Informationen fehlt.
    Nele Neuhaus hat einen sehr flüssigen Schreibstil und genau der hat mich richtig gefesselt. Nach und nach lernt der Leser die Bewohner des Dorfes kennen und kann ungefähr nachempfinden, wie Tobias sich fühlen muss, diese eingeschworene Gemeinschaft gegen sich zu haben. Die Autorin hat es geschafft, ihre Charaktere so zu stricken, dass ich nicht mehr wusste, wem man noch trauen kann und wem nicht.


    Die auf Amazon angegebene Seitenzahl von 400 Seiten stimmt nicht. Es sind 537 Seiten Spannung pur. Dieser Roman gehört für mich eindeutig zu den Krimi-Highlights in diesem Jahr. Die anderen Bücher aus der Reihe werde ich ganz bestimmt auch lesen.



    Hier die Reihenfolge der Bände:


    1. Eine unbeliebte Frau
    2. Mordsfreunde
    3. Tiefe Wunden
    4. Schneewittchen muss sterben

    "Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann!"


    :love: :love: :love:

  • In Eschborn auf dem stilllgelegten US- Flughafen finden Bauarbeiter ein
    Skelett, ein paar Tage später wird eine Frau von einer Brücke gestoßen.
    Die Komissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein beginnen zu
    ermitteln. Die Spur führt sie in den Taunus , in das Dorf Altenhain.
    Dort sind vor zehn Jahern zwei junge Mädchen verschwunden. Der 18-
    jährige Tobias Satorius wurde damals zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er
    soll die beiden Mädchen ermordet haben und wurde aufgrund Indizien
    verurteilt. Nun wurde er entlassen und ist in seinen Heimatort
    zurückgekehrt. Kurz darauf verschwindet wieder ein Mädchen in Altenhain.
    Es beginnt eine Hetzjagd auf Tobias. Aber Pia Krchhoff zweifelt an der
    Schuld des Jungen. Wurden ihm die Mädchenmorde vor zehn Jahren nur
    angehängt? Ist der wahre Täter noch immer auf freien Fuß ?




    Die Autorin versteht es gut, in ihren vierten Taunus - Krimi, die
    Spannung über die ganzen 530 Seiten hoch zu halten. Man möchte unbedingt
    wissen, wie alles zusammen hängt und wer die Morde begangen hat. Mir
    fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu geben.




    Das Buch hat mich neugierig auf die drei anderen Taunus- Krimis von
    Nele Neuhaus!


    Glatte 5 Sterne: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • „Schneewittchen muss sterben“ beginnt mit einem verheißungsvollen Prolog. Aufgebahrt in einem Bett liegt eine Leiche. Wer diese Leiche hütet und ihr Cola hinstellt bleibt noch fraglich.
    Der Krimi beginnt mit Tobias, der nach 10 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird und von seiner alten Freundin Nadja abgeholt wird. Tobias wurde des zweifaches Mordes an zwei Mädchen verurteilt. Nadja bringt ihn nach Hause zu seinem Vater in Altenhain. Dort angekommen erschrickt Tobias, da der komplette Hof seines Vaters verwahrlost ist und auch der „Goldene Hahn“, die Gaststätte seines Vaters, geschlossen ist. Nach dem ersten Gespräch mit seinem Vater erfährt er, dass der Hof nicht mehr ihnen gehört, sondern Claudius Terlinden, der ihn seinem Vater abgekauft hat, da die Schulden zu hoch waren. Ebenso geschockt ist Tobias von der Tatsache, dass sich seine Eltern getrennt haben.
    Da Tobias sich nicht daran erinnern kann, dass er einen zweifachen Mord begannen hat, möchte er die Wahrheit herausfinden und begegnet im weiteren Verlauf Amelie, die sich für seinen Fall interessiert und es spannend findet, dass in dem kleinen Ort Altenhain ein zweifacher Mord geschehen ist.
    Die Ermittler Pia Kirchhoff und Bodenstein werden zu dem Fund eines Skeletts auf einem stillgelegten Flugplatz gerufen. Was hat dieser Fund mit Tobias’ Fall zu tun? Die Ermittlungen und die Geschehnisse greifen um sich und eskalieren…


    Nele Neuhaus hat einen fantastischen Krimi geschrieben, der sehr kurzweilig und zu keiner Zeit langatmig war. Der Schreibstil ist sehr verständlich und weil es so leicht zu lesen ging, konnte man dieses Buch schließlich nur noch verschlingen.


    Die beiden Ermittler sind realistisch dargestellt und sehr sympathisch. Ebenso gut gelungen finde ich die private Nebengeschichte von Bodenstein, der Eheprobleme hat. Man leidet regelrecht mit ihm. Besonders hervorheben möchte ich die Person Tobias. Man findet ihn von Anfang an sympathisch und fiebert das komplette Buch hindurch mit ihm mit, dass er unschuldig ist und die Morde nicht begangen hat.


    Das Buch handelt von einem ernsten Thema, jedoch werden kleine Auflockerungen eingebaut, so dass man zwischendurch auch mal lächeln kann, wie z.B. als Pia ihrem Chef Ratschläge zu seinem Liebesleben gibt oder die Zeugen oder Täter teilweise richtig nieder macht um die Wahrheit aus ihnen herauszukitzeln.


    Bei den letzten hundert Seiten denkt man, die Geschichte ist zu Ende, jedoch startet das Buch dann noch zweimal mit einem neuen Geheimnis und es kommt wieder zur Spannung, die es einem kaum möglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.


    Ich gebe diesem Krimi :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und werde mich auch mit den ersten drei Teilen dieser Krimireihe beschäftigen!

  • Tobias kehrt nach langer Zeit in sein Heimatdorf zurück. Doch er war
    nicht auf Reisen oder aus beruflichen Gründen in irgendeiner deutschen
    Großstadt. Nein! Er war im Gefängnis. 10 Jahre war er weggeschlossen,
    weil er als Jugendlicher zwei Mädchen aus dem Dorf getötet haben soll,
    deren Leichen nie gefunden wurden. Doch erinnern kann er sich an nichts.
    War wirklich Tobias der Täter? Nach seiner Rückkehr will er seinem
    Vater wieder auf die Beine helfen, weil seine Familie und deren Existenz
    aufgrund seiner Verurteilung zusammengebrochen sind. Doch das Dorf
    schneidet ihn, verachtet ihn und macht es ihm und seinem Vater schwer.
    Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was ihm blüht, als erneut ein
    Mädchen verschwindet.


    Thematisch hat Nele Neuhaus mit dem Buch "Schneewittchen muss
    sterben" sicherlich kein Neuland betreten. Da viele Ideen aber nunmal
    bereits gedacht sind, kommt es auf die Ausführung der Idee an. Die
    Charakterausgestaltung ist Neuhaus sehr gut gelungen. Egal ob Oliver von
    Bodenstein, seine Partnerin Pia oder Tobias Sartorius. Ihre
    Eigenschaften sind gut ausgebildet und bringen sie dem Leser nah.


    Auch technisch ist das Buch auf hohem Niveau geschrieben. Der
    Erzählstil ist bildlich und lässt die Story vor dem inneren Augen
    ablaufen. Gleichzeitig kommt nie Langeweile auf. Im Gegenteil ist es
    Neuhaus gut gelungen, Spannung aufzubauen und vor allem auch zu halten.


    Interessant ist vielleicht auch anzumerken, dass Nele Neuhaus von
    Hause aus Juristin ist, was man ihren Buch auch entnehmen kann. Hier und
    da blitzt auf, dass juristische Kenntnisse hinter den Ausführungen
    stehen. Dabei erzeugt sie aber keinen Eindruck der Besserwisserei oder
    eines juristischen Lehrbuchs, sondern streut derartige Aussagen nebenbei
    ein.


    Bei ihrem Buch handelt es sich um einen Roman aus einer Reihe Krimis
    mit dem Ermittler Oliver von Bodenstein, dennoch merkt man dies nur an
    ein paar Andeutungen, so dass man zu keiner Zeit das Gefühl, etwas
    wichtiges für die Geschichte nicht zu kennen. Somit ist dieses Buch auch
    für Leser geeignet, die die vorherigen Bücher nicht lesen konnten bzw.
    nicht lesen wollten.


    Einziger Wermutstropfen ist der in Kleinigkeiten nicht ganz logische
    Schluss. Zwar macht er im Großen und Ganzen Sinn, hat jedoch einen
    Punkt, der den Leser mit Fragen zurücklässt. Diese sind nicht so
    erheblich, dass sie das gesamte Buch in Frage stellen, führen aber dazu,
    dass das Ende ein wenig getrübt erscheint. Leider kann ich aus
    verständlichen Gründen nicht sagen, um was es sich dabei handelte, hoffe
    aber, dass ein Leser des Romans wissen wird, was ich meinen könnte.


    Fazit: Nele Neuhaus hat mit "Schneewittchen muss sterben" ein äußert
    lesenswertes Buch geschaffen. Fesselnd von der ersten bis zur letzten
    Minute macht es Lust auf mehr, insbesondere auf ihre früheren Werke. Es
    handelt sich allerdings um einen "klassischen" Krimi, was heißen soll,
    dass es mit nur wenig Action auskommt. Mich störte dies hier (im
    Gegensatz zu anderen Büchern) nicht. Einen Mangel an Action kann ich
    daher nicht beklagen. Fest steht, dass ich hier ein "spitzen"
    Buch gelesen habe. Für eine bessere (und damit Best-) Wertung reichte
    es aufgrund der Schlusses nicht. Wie bereits angesprochen, war er nicht
    fatal, hat bei mir aber dennoch Fragen offengelassen, die das durchweg
    gute Gefühl etwas eintrübten, wenn auch nur gering. Ich kann es aber
    ohne Zweifel jedem Krimiliebhaber empfehlen.

  • Am Anfang war die Geschichte für mich etwas verwirrend, da ich die Vorgänger-Bücher nicht kenne. Innerhalb von 100 Seiten werden ca. 114 Personen vorgestellt, die es zuzuordnen gilt. Danach wird es ziemlich spannend. Jeder im Dorf scheint verdächtig zu sein. Leider werden die Verwicklungen durch immer neue Aspekte unnötig in die Länge gezogen. Zudem findet ein
    ausführlicher Blick in das Privatleben der Ermittler und in das Polizei-Kollegium statt, der in mir nur wenig Interesse weckte. Die Auflösung des Falles ist dann zwar logisch und relativ überraschend, verliert aber durch unnötige Effekthascherei am Ende an Glaubwürdigkeit.

    Das Thema verspricht viel, wird aber nicht in dem Maße, wie ich es erwartet hatte, umgesetzt. Nach bereits einigen posiven Kritiken und einer regelrechten Euphorie über dieses Buch bin ich enttäuscht. Den Ansporn,
    weitere Krimis von Nele Neuhaus zu lesen, habe ich momentan nicht.

  • Zur Autorin:Homepage der Autorin
    Nele Neuhaus wurde 1967 in Münster geboren und lebt mit Mann und Hund im Taunus. Sie studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Neben der Schriftstellerei arbeitet sie im Betrieb Ihres Mannes. Die Krimireihe um Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff hat sie zunächst im Selbstverlag veröffentlicht.


    Inhalt:
    Schon ein dicker roter Aufkleber lässt „erahnen“, dass es sich um einen regionalen Krimi im Taunus handelt. Schauplatz ist der Ort Altenhain, ein kleines Dörfchen, in dem jeder jeden kennt und nichts (?) verborgen bleibt.
    Vor 11 Jahren wurden zwei junge Mädchen ermordet. Der vermeintliche Mörder, Tobias Sartorius, wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt. Nach 10 Jahren kehrt Tobias Sartorius nach abgesessener Haftstrafe wieder nach Altenhain zurück. Mit seiner Rückkehr versetzt Tobias natürlich das ganze Dorf in Aufruhr, eine wahre Hexenjagd beginnt.


    Meine Meinung:
    „Schneewittchen muss sterben“ ist der vierte Teil der Krimireihe Bodenstein/Kirchhoff. Ich habe dieses Buch dennoch gelesen, ohne die anderen Teile zu kennen. Und das ist auch überhaupt kein Problem. Ich hatte nicht den Eindruck, dass mir Zusammenhänge aus anderen Bänden fehlen.
    Das Buch ist in lange Kapitel eingeteilt (40-60 Seiten). Ich mag es eigentlich eher kürzer, aber durch gut erkennbare Abschnitte war das kein Problem. Diese langen Kapitel sind auch sinnvoll, jedes Kapitel erzählt die Geschehnisse eines Tages.
    Nele Neuhaus hat einen tollen Schreibstil. Einen Krimi über 535 Seiten gleichbleibend spannend zu halten, das ist eine Kunst. Und das ist ihr auf jeden Fall gelungen. Ich konnte mir auch jede der wirklich sehr vielen Personen sehr gut vorstellen. Manchmal hatte ich das Gefühl, mitten in einem „ARD – Sonntagabend 20.15 Uhr – Tatort“ oder „ZDF – Krimizweiteiler“ zu sein, so klar hatte ich Bilder vor Augen. Zwei Ermittler, Mord, ein Ort irgendwo in der Walachei, eine Story, die nur mit und mit ans Licht kommt. Wer ist verdächtig, wer hat ein Motiv, wer ist der Gute, wer ist der Böse?
    Nele Neuhaus kommt dabei ohne viel Blut und Brutalität aus. Und hat mich dennoch durch ihre fesselnde Schreibweise total in ihren Bann gezogen.
    Dieser Krimi hat mir total viel Spaß gemacht. Die anderen Bücher von Nele Neuhaus stehen ganz oben auf meiner Wunschliste.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft:

  • Inhalt


    Der wegen zweifachen Mädchenmordes in einem Indizienprozess verurteilte Tobias Sartorius kehrt nach seiner 10-jährigen Haftstrafe wieder in sein Heimatdorf Altenhaim zurück, in dem ihm erst die Auswirkungen, die seine Verurteilung auf seine gesamte Familie genommen haben, bewusst wird.


    Durch seine Rückkehr und das Finden eine der Leichen, der damals ermordeten Mädchen wird ein Stein ins Rollen gebracht, der schließlich eine ganze Lawine auslöst.


    Gemeinsam mit dem Ermittlerpaar Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein begibt sich der Leser auf eine Suche nach der Wahrheit. Und dabei müssen nicht nur die alten Mordfälle aufgeklärt werden, sondern gleichzeitig ein neuer Fall, das Verschwinden eines Mädchens, das vermutlich in Zusammenhang mit den Morden steht, sowie einige private und dienstinterne Probleme gelöst werden.


    Meinung


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, die oftmals bereits nach wenigen Seiten gewechselt werden. So erlebt der Leser das Geschehen aus der Sicht des Ermittlers, des Opfers und des Täters, ohne zunächst in einigen Fällen zwischen Opfer und Täter unterscheiden zu können.


    Auch ist der Fokus nie komplett nur auf das Lösen des Falles konzentriert, sondern ebenso auf die privaten Probleme der Ermittler und das ganze soziale Zusammenleben des Dorfes, das im Laufe der Geschichte einige Abgründe zeigt.


    Der Schreibstil ist konstant flüssig, mit Detailgenauigkeiten an den richtigen Stellen.


    Die Gefühle der Personen, aus dessen Sichtweise gerade berichtet wird, werden für einen Krimi relativ ausführlich beschrieben, weshalb der Leser sich wunderbar in die Personen hineinversetzen kann.


    Bei der Leseprobe hatte ich die Befürchtung geäußert, dass mich die große Anzahl an verschiedenen Personen verwirren wird. Gerade weil es mein erster Krimi von Nele Neuhaus und damit auch das erste Buch dieser Reihe war, musste ich neben den Opfern und potentiellen Tätern, die sich im ganzen Dorf tümmeln, auch die gesamte ermittelnde Dienststelle kennenlernen. Doch dies stellte eigentlich keine größeren Probleme dar, obwohl ich einige Male überlegen musste, wen ich nun vor mir habe und wie die Familienverhältnisse nun stehen.


    Wahrscheinlich ist dies unvermeidbar, wenn man sich als Kulisse seines Krimis ein ganzes Dorf auswählt, in dem alle Geheimnisse über mehrere Ecken miteinander verankert sind.


    Positiv hierbei aus natürlich ein breiter Fächer an möglichen Tätern. Daraus entwickelt Nele Neuhaus ihre sehr verworrene, komplexe und mit einigen Klischees behaftete Geschichte, die nach meinem Empfinden aber nie ihre Glaubwürdigkeit verliert. Und auch die Klischees wirken nicht störend.


    Sie Länge des Buches hat mich zunächst überrascht, da ich selten Krimis mit über 500 Seiten gelesen habe, da es oftmals auch schwer ist, die Spannung eine solch lange Zeit aufrecht zu erhalten. Nele Neuhaus hat es meiner Meinung nach geschafft, besonders der Einstieg in die Geschichte gelingt ihr sehr gut, sie hält den Leser schon nach kurzer Zeit in den Geschehnissen gefangen. Nur das Ende flacht etwas ab, alles passiert Knall auf Fall, neue Tatsachen werden plötzlich in den Raum geworfen.


    Fazit


    Ingesamt ist es ein sehr empfehlenswerter Krimi, in dem die Spannung nie verloren geht und der mit einer verstrikten Geschichte glänzt. Für mich mein Einstieg in die Krimiwelt von Nele Neuhaus.

  • Und wieder haben mich die gute Rezis im Forum dazu verleitet ein neues Buch zu kaufen und direkt zu lesen.


    Es lohnt sich! Jede einzelne Seite!


    Mein erstes Nele Neuhaus Roman, hat mich von der ersten Seite direkt eingenommen und ich konnte es kaum aus den Händen lassen.
    Die Handlung ist sehr gut nachvollziehbar, sowohl das Verhalten der Dorfbewohner, die mit einem Ex-Knacki Mörder zusammen leben müssen, als auch die Gedankenwelt von Tobias, der 10 Jahre schuldig oder unschuldig gesessen hat.
    Eine realistische Darstellung der Charaktere und das nette und sympathische Ermittler Duo macht das Buch zu einem Page-turner.


    Ich werde mir jetzt auch die Vorgänger bestellen, denn es ist mir klar - Neuhaus schreibt m.E. spannender und besser als Franz (den ich bislang sehr gemocht habe als deutsche Krimiautor).


    Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    Auch wenn ich voll begeistert von dem Buch bin, es gibt ein Punktabzug, da bei den Ermittlungen gewisse Unstimmigkeiten geherrscht haben.

  • Meine Meinung:
    Tobias Sartorius kommt nach 10 Jahren Haft, wegen der Ermordung der Mädchen Laura und Stephanie - das Schneewittchen, in sein Heimatdorf Altenhain zurück.
    Da erst erfährt er, dass seine Mutter und sein Vater sich scheiden haben lassen, die Wirtschaft seines Vaters es nicht mehr gibt und die Dorfbewohner über sein Auftauchen überhaupt nicht erfreut sind.
    Und dann wiederholt sich das ganze Drama von damals. Wieder wird ein Mädchen, dass so aussieht wie Stephanie, das Schneewittchen, vermisst und Tobias als Täter verdächtigt. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.
    Aber Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff gehen bei ihrer Recherche in die Vergangenheit und decken dadurch einige interessante Begebenheiten auf und es gelingt ihnen, den Täter bzw. die Täter zu eruieren.
    Wieder ein Buch von Nele Neuhaus, das man unbedingt gelesen haben muss. Es gelingt ihr immer wieder, die Spannung auf den Höhepunkt zu bringen, der das ganze Buch durchläuft und am Ende den Sieg über das Böse aufdeckt.

  • "Schneewittchen muss sterben" ist der erste Roman von Nele Neuhaus. Ich fand ihn grossartig! Da ich aus der Nähe des Taunus komme und arbeite, hat mir der Bezug auf Ortschaften, Einkaufszentren usw. sehr gut gefallen.
    Dieser Krimi war durchaus spannend bis zur nächsten Seite und ich habe direkt das nächste Buch von Nele Neuhaus begonnen.


    Ich wünsche allen einen geruhsamen, lesereichen 2. Weihnachtstag!

  • Flott und einfach liest sich das Buch, und es erntet überall Begeisterung und Applaus. Ich schließe mich den wenigen Kritikern an.


    Um beim Leser Solidarität mit dem Protagonisten zu wecken, verwendet die Autorin das beliebte "Einer-gegen-alle-"Motiv, das hier besonders dick aufgetragen ist: Die geballte laute Patriarchenversammlung in der Kneipe, tratschende und gleichzeitig auf kollektives Schweigen getrimmte Frauen im Dorfladen, dazu kommen eine Handvoll (oder doch 114? :wink: ) stereotype Figuren: Der Herrscher des Dorfes (also der größte Arbeitgeber der Gegend), der kriecherische, auf Renommée bedachte Politiker, die aufopferungsvolle Landärztin, der falsche Freund, die Intrigantin, die Kesse, das Opfer. Schon mit den einführenden Sätzen wird jede Person in Richtung "sympathisch" oder "unsympathisch" gedrängt, und tatsächlich haben alle Unsympathischen Dreck am Stecken oder sind auf die eine oder andere Weise in das alte Verbrechen oder in neue Untaten verwickelt.


    Von vielen neuen Untaten, die im Kielwasser der alten Morde begangen wurden, oder zeitlich bereits Jahrzehnte zurückliegen, erfährt der Leser nebenbei, und bis auch der letzte Bösewicht gefasst ist, hat sich die Spannung längst in hektischer Betriebsamkeit aufgelöst.
    Was den Verbrechen gemeinsam ist: Sie gründen alle auf sexuellen Verfehlungen, auf Vergewaltigung, Unzucht mit Minderjährigen, Seitensprüngen und außerehelichen Affären. Ob diese Häufung von der Meinung der Autorin zu Verbrechen zeugt oder von Einfallslosigkeit, kann nicht geklärt werden.


    Der im Klappentext angekündigte Brückensturz ist im Nu und ohne überraschendes Ergebnis aufgeklärt.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

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