Christian Oster - Meine Putzfrau

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  • Christian Oster - Meine Putzfrau


    Original: Une femme de ménage (französisch, 2001, editions de Minuit)


    Übersetzung von: Lis Künzli (2003)


    ZUM INHALT: Nach Konstanzes Weggang wurde es beim inzwischen schon Fünfzigjahrigen Jacques schnell ungemütlich und das Chaos hielt Einzug. Nur eine Frage des Haushalts? Immerhin engagiert er eine Putzfrau, die jüngere Laura. Doch nur eine Putzfrau? Sie hat zwar ihre eigenen Auffassungen vom Putzen – ohne Staubsauger, doch ihre Anwesenheit wird Jacques irgendwie wichtig. Als sie ihn um Beherbergung bittet, da ihre alte Liaison in die Brüche gegangen ist und sie nicht weiß wohin, willigt er ein. Sie suchen enebn- und miteinander nach einem Modus vivendi. Doch es kommt, wie es halt kommt, und es entsteht eine Beziehung. Als Konstanze auftaucht, bricht Jacques in Panik aus, packt schnell ein Köfferchen und verschwindet auf ihren Wunsch hin mit Laura... Wie geht’s weiter?


    Man kann den Inhalt natürlich in den Vordergrund stellen, und dann in diesem Roman zuvorderst eine Liebes- und Beziehungsgeschichte sehen. Dabei würde ich dann unterstreichen, wie fein Oster die gleitenden Übergänge UND die gleichzeitigen innerlichen Widersprüche beschreiben kann, die das Entstehen, Wachsen, Verändern einer Beziehung ausmachen. Als amüsante (?) oder auch ernstere Frage kann man stellen, wie viel Nähe Mann und Frau ertragen können, ohne dass etwas knistert?! Denn es knistert dann ganz schön!
    Oder ob Jacques wirklich schon für eine neue Beziehung willig war, die hier zunächst von Laura vorangetrieben wird..


    Doch beim Lesen dieses Buches – zumindest für mich in seiner französischen Originalfassung – springt zunächst die ziemlich originale und markante Sprache ins Auge. Manchmal hält Oster wie im Satz inne. Führt ihn nach einer seltsamen Zeichensetzung fort. Enthält sich eines normalerweise erwarteten Zusatzes und lässt manches in der Schwebe. Und: zeigt dabei einen Humor, der mir selber sehr zusagte!


    Die/meine Frage ist: ist das übersetzbar?


    Der Kommentar der NZZ (auf der verlinkten Amazonseite) lässt mich denken, dass der Schreiber entweder das Buch nicht verstanden hat (geliebt sowieso nicht), oder aber die Übersetzung tatsächlich fürchterlich ist. Das wäre schade. So wie ich auch das sicherlich reizvolle deutsche Coverbild etwas irreführend finde, trotz einiger prickelnder Liebesszenen. Denn eine der Qualitäten, wenn nicht sogar die Hauptqualität des Buches, liegt in der Osterschen Sprache, die überaus originell und auch humorvoll ist – meines Erachtens.


    Aber das kann man halt lieben, oder nicht!


    ZUM AUTOR :
    1949 geboren, schrieb er anfangs viele Krimis, dann auch Kinderbücher. Sein Buch „Mon grand appartement » erhielt 1999 den Prix Médicis.


    Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
    Verlag: Eichborn (Februar 2003)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3821807091
    ISBN-13: 978-3821807096


    Und hier der Link zur Taschenbuchausgabe:


    http://www.amazon.de/Meine-Put…oks&qid=1275223547&sr=8-2

    MLR Christoph Ransmayr - Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Ngugi wa Thiong'o - Weep not child

    Ruth Benedict - Chrysantheme und Schwert

    Reinhard Körner - Mit Gott auf Du und Du

    Gaye Sculthorpe, Lissant Bolton, John Carty - Indigenous Australia: Enduring Civilisation


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

  • Klappentext:
    Après Constance, c’était devenu invivable, chez moi. J’ai donc engagé une femme de ménage, mais elle ne prenait pas au sérieux la poussière. Quand elle m’a demandé de l’héberger, j’ai hésité, mais je ne détestais pas l’idée d’avoir une femme à demeure. La cohabitation a créé des liens, entre nous. Puis Constance est revenue, j’ai pris peur. J’ai décidé de m’enfuir. J’ai emmené avec moi ma femme de ménage. C’est elle qui a voulu.


    Und eine Verlinkung:

    MLR Christoph Ransmayr - Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Ngugi wa Thiong'o - Weep not child

    Ruth Benedict - Chrysantheme und Schwert

    Reinhard Körner - Mit Gott auf Du und Du

    Gaye Sculthorpe, Lissant Bolton, John Carty - Indigenous Australia: Enduring Civilisation


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

  • Deine Rezi klingt mal wieder sehr interessant!
    Wenn aber die Übersetzung so fürchterlich ist, habe ich schlechte Karten. Wirklich schade.
    Das Cover empfinde ich nicht als reizvoll, eher als plump, zu direkt. Raffinesse hätte ich mir eher gewünscht.

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

  • Deine Rezi klingt mal wieder sehr interessant!
    Wenn aber die Übersetzung so fürchterlich ist, habe ich schlechte Karten. Wirklich schade.
    Das Cover empfinde ich nicht als reizvoll, eher als plump, zu direkt. Raffinesse hätte ich mir eher gewünscht.


    Keine Ursache!


    Wie gesagt las ich selber das Buch auf Französisch. Inwieweit man vom Kommentar einer Zeitung auf die Qualität einer Übersetzung schließen kann, weiß ich nicht. Es kann durchaus sein, dass man eventuell falsche Assoziationen weckt, insbesondere mit solch einem Coverbild, das natürlich plump daherkommt. Meine Bemerkung dazu wollte eher ironisch sein...
    Vielleicht kannst Du Dir das Buch über die Bibliothek bestellen und mal einen Blick reinwerfen? Ich denke - es sei denn, dass hier ganz katastrophal umgegangen worden ist - dass Du nach einigen Sätzen weißt, was ich von der Sprache Osters auszudrücken versuchte.

    MLR Christoph Ransmayr - Die Schrecken des Eises und der Finsternis

    Ngugi wa Thiong'o - Weep not child

    Ruth Benedict - Chrysantheme und Schwert

    Reinhard Körner - Mit Gott auf Du und Du

    Gaye Sculthorpe, Lissant Bolton, John Carty - Indigenous Australia: Enduring Civilisation


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

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