Arthur C. Clarke - 2001. A Space Odyssey

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  • (Ich werd hier natürlich exzessiv Bezug auf den Film nehmen. Wer den nicht kennt: Sorry! Ihr habt aber echt was verpasst. ;))


    Handlung


    Astronauten entdecken auf der Mondrückseite einen riesigen schwarzen Monolithen, der ein mysteriöses Signal in Richtung Saturn sendet. Also macht sich die grösste Raumexpedition aller Zeiten auf den Weg, herauszufinden, wer oder was sich dort befindet. Unterwegs muss sich David Bowman, eines der fünf Crewmitglieder der „Discovery“-Raumfähre, mit dem gemeingefährlichen Bordcomputer HAL-9000 auseinandersetzen, der seine vier Beifahrer hinterrücks ermordet hat. Als er dann schliesslich die Schöpfer des Monolithen ausfindig macht, erlebt er Dinge, die sein Verstand kaum mehr zu begreifen vermag.


    Mein Eindruck


    Wie ich schon anderswo geschrieben habe: Der grosse Vorteil dieses Buches liegt darin, dass man schon im Voraus weiss, dass es gut ist – schliesslich gilt sein cineastisches Pendant gemeinhin als einer der einflussreichsten Filme überhaupt. Ich hatte also hohe Erwartungen. Das Buch hat diese erstaunlicherweise voll und ganz erfüllen können.


    Einige Leute finden, das Buch verrate zuviel und zerstöre somit den mystischen Charakter des Films. Dieser Meinung bin ich überhaupt nicht; ich finde im Gegenteil, dass sich Clarkes streng wissenschaftlicher Ansatz perfekt mit Kubricks kunstvollem Film ergänzt. Beispielsweise erwähnt Clarke einmal den Turing-Test – das hat mir als Informatiker natürlich sehr gefallen, es zeigt auch, wie gründlich Clarke recherchiert hat (oder wie gut er sowieso schon Bescheid wusste). (Der Turing-Test ist ein Test, mit dem man überprüfen kann, ob eine künstliche Intelligenz auf gleicher Stufe mit dem Menschen ist.) Auch der Schlussteil, nachdem Bowman mit HAL durch ist, ist grundlegend anders als im Film. Sieht man dort nur Farbspiele, derentwegen Kubrick des öfteren klarstellen musste, dass er keine Drogen nimmt, beschreibt Clarke detailliert die Reise Bowmans zu anderen Planten, Sonnen und Galaxien. Solche vermeintlichen Details machen den Unterschied aus zur „gewöhnlichen“ Science Fiction wie z.B. Frank Schätzing. Und sie zeigen auch, wieso Clarke als einer der besten Sci-Fi-Autoren überhaupt gilt.


    Das Buch liesst sich sehr flüssig, ich hatte die 250 Seiten in für mich wahnsinnig schnellen vier bis fünf Tagen durch. Das liegt sicher auch an den kurzen und knackigen Kapitelchen mit Überschriften, die immer zum Weiterlesen animieren.


    Das einzige, was mich etwas enttäuscht hat, war das Ende. Man erfährt kaum mehr als im Film. Wer ist das Sternenkind? Was ist es? Was für Absichten hegt es? Alles Fragen, die unbeantwortet bleiben. Hier hat Clarke meiner Meinung nach Potenzial verschenkt.


    Nichtsdestotrotz: Völlig anders als der Film, aber ebenso grossartig. Darum gibts fünf von fünf Sternen. (Wenn ich dann endlich mal selbst bewerten kann. :geek: )

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