Gabrielle Zevin - Lost Memory: Mein vergessenes Leben

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  • Die sechzehnjährige Naomi Porter liegt nach einem Sturz von der Treppe ihrer Schule im Krankenhaus. Es geschah in den Sommerferien (sie ist Mitglied der Jahrbuch-AG, die sich jeden Tag, auch in den Ferien, trifft), deshalb hat sie Glück, dass ein gewisser James ihren Sturz sah und sie ins Krankenhaus brachte. Äußerlich trägt Naomi keine Schäden davon - aber sie leidet unter Amnesie. An die Zeit nach der sechsten Klasse, das heißt ihre Zeit als Teenager, erinnert sie sich überhaupt nicht mehr. Kennt sie James eigentlich? Und kennt sie ihren angeblichen besten Freund Will wirklich? Hat sie einen Freund? Ist sie in der Schule beliebt oder eine Außenseiterin? Sind ihre Eltern glücklich miteinander oder schon längst geschieden?
    Naomi weiß davon rein gar nichts mehr. Aber sie sieht in ihrer Amnesie die Chance, ein neues Leben zu beginnen ...


    Das Buch fing wirklich gut an. Geschichten, die mit Amnesie zu tun haben, faszinieren mich im Allgemeinen, allerdings gingen die meisten davon am Ende in die Hose. Leider war es bei diesem Buch nicht anders. Es ist in drei Teile aufgeteilt, und irgendwann während des zweiten Teiles artete das Buch in irgendein seltsames Buch à la "Ich bin magersüchtig" oder "Ich bin drogenabhängig" aus - also diese Bücher, die von Mädchen (oder Jungen) handeln, die irgendwelche Krankheiten (wie Bulimie, nicht wie Amnesie) haben. Ich konnte mich nur noch fragen, was zur Hölle mit dem Buch passiert ist. Es dreht sich nicht hauptsächlich um Amnesie, wie ich zuerst angenommen hatte, sondern vielmehr um die Chance, ein neues Leben zu beginnen (was meiner Meinung nach aber gewaltig daneben ging). Naomi war mir anfangs sehr sympathisch, aber am Ende konnte ich sie nicht mehr ausstehen.
    Apropos Ende: Ich habe selten ein Ende gelesen, dass so enttäuschend ist, zumindest aus meiner Sicht. Es gibt Enden, die schön sind; welche, die traurig, aber passend sind; und es gibt welche wie dieses hier, die sauer aufstoßen. Ich saß nur noch händeringend da und fragte mich, was das sollte. Damit meine ich die Beziehung, die Naomi am Ende führt, und die gesünder für sie ist, aber vollkommen ... hm, ich weiß nicht, wie ich das am besten ausdrücken soll. Jedenfalls konnte ich es gar nicht nachvollziehen. Mehr will ich dazu aber auch gar nicht sagen, sonst würde ich zuviel verraten.


    Von mir bekommt das Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: von fünf Sternen. Weiterempfehlen würde ich es nicht.

    "Werter Herr, die Tatsache, dass ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich ist, tröstet mich keineswegs. Wäre es nicht der Gesetze wegen, ich würde sie stehlen. Wäre es nicht meiner Börse wegen, ich würde sie kaufen."
    --Harold Laski

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