Giovanni Verga - Die Malavoglia

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Die Malavoglia: Der Untergang einer sizi...

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Verlag: Insel Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 322

ISBN: 9783458344209

Termin: Februar 2001

  • Klappentext:


    Schauplatz ist, wie meist bei Verga, Sizilien, das kleine Fischerdorf Aci Trezza in der Nähe von Catania. In der Dorfgemeinschaft genießt die Familie Malavoglia wegen ihrer Ehrenhaftigkeit hohes Ansehen. Der verwitwete alte Patron Ntoni regiert als Oberhaupt seine Sippe. Als er den Sohn Bastianazzo an einem wetterunsicheren Tag mit dem Boot ausschickt, kommt die Bemannung um und die Fracht geht verloren. Dies ist der Beginn einer Jahrzehnte währenden Leidenszeit, in der die Familie Boot, Haus, Grundbesitz, alle Habe verliert, die Mitgift der Mutter, das Glück der Töchter geopfert werden, auf dass man ehrlich bleiben und die Verpflichtungen abzahlen kann…


    Der Roman ist sicherlich nicht geschaffen, um ihn nebenbei in der Bahn zu lesen. Es erfordert schon ein gewisses Maß an Konzentration, um die vielen Namen der Dorfbewohner sich zu merken und sie zueinander zuordnen zu können. In der deutschen Fassung ist zu Beginn des Textes eine Auflistung der Personen zu finden, die einem weiterhelfen kann.
    Wie bereits im Klappentext beschrieben geht es in erster Linie um den Versuch des Aufstiegs und den nachfolgenden Absturz der Familie Malavoglia. Dabei wird besonders das Augenmerk auf den jungen Ntoni gelegt, der sich als das schwarze Schaf der Familie entpuppt. Er verlässt das heimatliche Dorf, um sein Glück in der Ferne zu finden und kehrt mit noch weniger zurück, er belügt und betrügt seine eigene Familie und gleitet schließlich in die Illegalität ab. Die restlichen Familienmitglieder müssen mitansehen, wie der einzige Halt, die eigene Familie, immer mehr auseinander bricht.
    Des Weiteren zeichnet der Roman die Gesellschaftsstruktur eines kleinen Dorfes im armen Sizilien Mitte des 19. Jahrhundert. Während im Norden Italiens die Industrialisierung Einzug gehalten hat, ist von einem technischen Fortschritt im Süden des Landes nichts zu bemerken. Das Dorf gliedert sich in drei Schichten; an der Spitze finden sich die Wohlhabenden, gefolgt von den Fischern und Bauern, die zumindest ein wenig Besitz vorweisen können und zu letzt die Mittellosen. Es wird aufgezeigt, wie die Mächtigen sich an der Spitze halten, sehr oft mit nicht legalen Mitteln. Demgegenüber stehen die Güte, stetige Hilfsbereitschaft und Liebe der ehrlichen und mitunter bettelarmen Dorfbewohner.


    Der Roman sollte Teil des fünfteiligen Zyklus „I vinti“ (die Besiegten) werden, von dem leider dann nur noch Mastro Don Gesualdo von Verga fertig gestellt werden konnte. Außerdem wurde er von Luchino Visconti verfilmt, die Verfilmung trägt im Original den Titel "La terra trema".

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