Michael Crichton - Vergessene Welt/The Lost World

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  • Sechs Jahre sind vergangen seit den schrecklichen Vorgängen im Jurassic Park, sechs Jahre, seit jener Traum von wissenschaftlicher Allmacht und vom Sieg menschlicher Phantasie ein jähes Ende fand. Alle geklonten Echsen wurden damals getötet, der Park verwüstet, die Insel auf unbestimmte Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Doch es gibt Gerüchte, dass dort etwas überlebt hat...


    Nachfolgende Teile haben es ja gemeinhin, zumindest, wenn der erste Teil positiv angekommen ist, immer deutlich schwerer. Schließlich werden sie immer an den Maßstäben des ersten Teils gemessen. So muss sich auch "Vergessene Welt" an "Dinopark" messen lassen, und kann dabei den hochgesteckten Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Gut, nun ist die Geschichte um geklonte Dinos, wenn man "Dinopark" gelesen hat, auch nicht mehr neu, was es dem Buch natürlich sowieso schon schwerer macht. Aber auch, wenn man das außer acht lässt, fehlt der Geschichte doch ein wenig die Dramatik des ersten Teils.


    Man hat beim Lesen oft das Gefühl, dass man nur einen warmen Aufguss des ersten Buches in der Hand hält, und nicht eine Geschichte liest, die zwar an die Geschehnisse des ersten Teils anknüpft, aber doch, oder gerade deswegen auch Neues bieten kann. Das fehlt hier leider ein wenig, denn es ist wieder eine Geschichte um eine Gruppe Menschen, die auf einer von Dinosaurier bevölkerten Insel landen und sich dann ihren Weg über diese Insel erkämpfen müssen, um wieder wegzukommen. Es gibt ein paar neue Charaktere (allesamt jedoch ein wenig blass), ein paar neue Dinos, aber ein Stück neue Geschichte oder eine interessante Wendung fehlen. Schade, denn Crichton kann es eigentlich deutlich besser. So hat man zwar ein ganz gut zu lesendes Buch, aber das gewisse Etwas fehlt. Spannend ist es im Großen und Ganzen trotzdem.

  • Inhalt:
    Die Fortsetzung von Jurassic Park. Diesmal nicht auf Isla Nublar sondern auf Sorna. Malcoms Freund und Kollege, Richard Levine, bricht alleine zu einer Erkundung der Insel auf, und kerht nicht zurück. Sofort starten Malcom, Doc Thorne und Sarah Harding eine Rettungsoperation. Doch als sie die Insel erreichen scheint es Levine gut zu gehen und er erforscht gerade die Dinos. Doch die Probleme stellen sich bald ein! Und auch eine zweite Gruppe kommt an, unter der Führung von Lew Dodgson der schon im ersten Band versuchte an die Dino-DNS zu kommen, und auch dieses Unternehmen wird nicht so leicht wie gedacht.



    Meinung:
    Wieder, gravierende Unterschiede zwischen Buch und Film. Levine wurde im Film mal schnell gestrichen und seine Rolle wurde mit von Sarah Harding übernommen. Kelly und Arby, die beiden Kids, werden im Film zu einem Kid vermischt. InGen ist schon lange Konkurs und im Buch ist es der Konkurent Dodgson, der schon in Band 1 Nedry bestochen hat, der die Dinos plündern will, aber nicht mit 100 Großwildjägern sondern in einem kleinen Kommando. Die Szenen in LA tauchen hier gar nicht auf, hier spielt es nur auf der Insel und Doc Thorne wurde im Film teilweise mit Eddie Carr vermischt. Und wie schon bei Band 1, das Buch ist um Klassen besser und vor allem ganz anders. Und vor allem viel realistischer.


    Malcolm scheint ein Talent dafür zu haben sich bei den Dinos immer fast tödlich zu verwunden, er sollte das Nächste Mal lieber zu Hause bleiben ;) - Die Figuren sind toll gezeichnet, Sarah Harding ist wirklich eine kleine Amazone, wie sagte Malcolm in einer Szene: Schön eine Mann im Haus zu haben ^^ - und auch die Kids sind cool. Levine als nerviger Penetrant den man aber teilweise doch mögen muss, auch cool und Doc Thorne ist einfach nur cool.


    Wie schon Band 1 ist das Buch einfach nur genial zudem feiern einige Nebendarsteller aus Band 1 ein Comeback hier und man erfährt teilweise was aus den Hauptpersonen aus Band 1 wurde. Zum Beispiel das Sarah die Tochter des Tierarztes Harding aus Band 1 ist, was nichtmal Ian wusste bis Mitte des Buches. Die Gruppe ist kleiner als in Band 1 wo es ja eine größere Anzahl von Leuten im Park gab, aber es ist dennoch genial geschrieben. Läuft in Teil 1 der Park aus dem Ruder und die Tiere brechen aus, landet der Trupp hier in der wilden Natur, einer verlassenen Welt wo sie auch ohne Dinos erstmal ums Überleben kämpfen müssten, hat etwas von Safari, daher anders als Band 1 und trotzdem genial geschrieben.


    Sollte man auf alle Fälle lesen wenn man Teil 1 gelesen hat und auch wer die Filme kennt. Glaube nach den Büchern will man die Filme gar net mehr sehen, da die 3 Klassen schlechter sind!

  • Habe ich im englischen Original gelesen, das wurde damals von Amerika eingeflogen :D


    Mir hat das Buch bedeutend besser gefallen als der Film. Aber das ist meistens so.

  • Nachdem mir DinoPark gut gefallen hat wollte ich natürlich auch die Fortsetzung lesen und ich finde sie einen Tick schwächer. Die Ereignisse aus Band 1 sind sechs Jahre her, doch "etwas hat überlebt". Es tauchen Gerüchte auf über seltsame Echsen und eine erneute Expedition führt Wissenschaftler auf eine Insel nahe der Westküste von Costa Rica.


    Ian Malcolm taucht hier auch wieder auf, was etwas verwirrend war, da man nach der Katastrophe nicht mit ihm gerechnet hat. Aber seine Ausführungen als Verfechter der Chaostherorie fand ich wieder sehr spannend, vor allem im Hinblick auf die Entwicklung der Arten - einerseits mit dem Bedürfnis nach Ordnung und dem gleichzeitigen Drang nach Veränderung. Es gibt immer wieder Ausführungen von ihm zu dem Thema, wie auch z. B. zur Forschung, deren Beweggründe sich sehr geändert haben...


    Die Leute studieren die Natur nicht mehr, sie beuten sie aus. Das ist nichts anderes als eine Plündermentalität. Alles Neue oder Unbekannte ist automatisch von Interesse, weil es ja einen Wert haben könnte. Es könnte ein Vermögen wert sein." Seite 51


    Das Muster ist ähnlich wie in Band 1, allerdings werden die Dinosauerier hier nicht als Attraktion in einem "Vergüngungspark" missbraucht, sondern sie haben sich auf dieser anderen abgesonderten Insel mehr oder weniger frei entfalten können. Sie zu erforschen scheint ein nachvollziehbares Ziel und trotzdem muss mit diesen unberechenbaren Tieren mit allem gerechnet werden.


    Anfangs empfand ich es noch als sehr fesselnd beschrieben und obwohl es dann auf der Insel eigentlich an Spannung zunimmt, hat es mich nicht mehr so mitreißen können - woran das genau lag kann ich gar nicht genau sagen; vielleicht weil vieles doch recht vorhersehbar ist und mich vor allem die kleinen wissenschaftlichen Einblicke interessiert haben.


    Ungewöhnlich fand ich teilweise die "Rollenverteilung" für ein Buch aus dem Jahr 1985, in dem die weiblichen Figuren einen sehr starken "Helden"Part haben, was mir sehr gut gefallen hat!


    Vor allem den Schluss fand ich gelungen mit einer schönen Botschaft am Ende: Nämlich dass die vielen Theorien, die von uns Menschen aufgestellt werden, am Ende gar nicht so wichtig sind, weil sie im Laufe der Zeit eh wieder widerlegt werden und man sich auf das konzentrieren soll, was einen umgibt, was man sieht und spürt.

    Wobei Theorien auch wichtig sind und es einfach menschlich ist, die Dinge um uns herum "be"greifbar zu machen, aber ganz durchblicken werden wir das Rätsel des Lebens wahrscheinlich nie.


    Den Film dazu hab ich mir übrigens direkt nach dem Lesen angeschaut, ich hatte kaum mehr Erinnerung daran und war auch etwas enttäuscht. Zum einen hat er nur in Grundzügen die Handlung aufgegriffen und war auch für mich nicht mehr so gut gemacht.


    Weltenwanderer

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