Ernest Hemingway - Paris - ein Fest fürs Leben

  • Buchdetails

    Titel: Paris


    Verlag: Rowohlt Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 336

    ISBN: 9783499227028

    Termin: Dezember 2012

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 16 Bewertungen

    79,4% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Paris"

    «DAS IST BESTER HEMINGWAY; NIEMAND HAT DAS PARIS DER ZWANZIGER JAHRE EINDRUCKSVOLLER BESCHRIEBEN ALS ER.» THE NEW YORK TIMES Als Hemingway 1956 nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen. Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den Zwanzigern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent. Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und F. Scott Fitzgerald zusammentraf. Hemingways letztes Buch führt zu seinen Anfängen zurück: Es ist eine Feier des Lebens und des Schreibens, ein Erinnerungsbuch voll jugendlicher Kraft und melancholischem Humor, das nun, neu übersetzt, erstmals in der vom Autor hinterlassenen Fassung vorliegt.
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    Leila2002
    Ein Lesegenuss der besonderen Art. Macht auf jeden Fall Lust noch mehr vom Autor zu lesen

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  • Klappentext:


    Als Hemingway im Jahre 1956 mit seiner Frau Mary im Hotel Ritz in Paris abstieg, ließ er sich aus dem Keller
    seine alten Koffer holen, die dort mehr als zwanzig Jahre gelagert hatten. Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen
    aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als Hemingway Korrespondent einer kanadischen Zeitung in Paris war. Dieses
    Buch ist das Ergebnis seiner Arbeit an jenen Notizen - humorvoll und aus intimer Kenntnis beschreibt der Schriftsteller
    Menschen wie Gertrude Stein, Ezra Pound, James Joyce und viele andere, die ihm während seiner zeit in Paris begegneten.


    Meine Meinung:


    In den zwanziger Jahren verbringt der junge Autor Hemingway zusammen mit seiner ersten Frau Hadley und seinem Sohn
    einige Zeit in Paris. Es sind nicht die üblichen Sight-Seeing Orte die er hier beschreibt, sondern das Paris der kleinen,
    abgelegenen Cafes, Buchhandlungen und Bars in denen er erste Kurzgeschichten schreibt und sich mit anderen Autoren,
    Künstlern und Bohemians trifft. Die Familie hat nicht viel Geld aber Hemingway geht ganz in seiner Arbeit auf und
    beschreibt diese Zeit später als eine der glücklichsten seines Lebens.
    Schon in dieser frühen Phase entwickelt er seinen eigenen später richtungsweisenden Sprachstil, der auf alles sprachliche
    Beiwerk verzichtet und doch in seiner Kargheit eine unvergleichliche Bildhaftigkeit entwickelt.
    Wenn Hemingway die einfachen Dinge des Lebens beschreibt, wie zum Beispiel ein Mittagessen in einem kleinen Bistro,
    ist der Leser mit einem Mal mit ihm in Paris, schmeckt den verspeisten Fisch, riecht den Duft des Weins und packt im
    Geiste schon die Koffer um dieses Gefühl auch real zu erleben.
    Kürzlich las ich eine Biografie über den genialen Jazzmusiker Miles Davis, der sein ganzes Leben auf der Suche nach dem
    einen wahren Sound war. Das erinnerte mich an Hemingways Aussage, das man nur einen einzigen wahren Satz schreiben
    muss um tief in eine Geschichte eindringen zu können. So scheinen Literatur und Musik durchaus Parallelen aufzuweisen.


    Im weiteren Verlauf erzählt Hemingway auch über seine Begegnungen mit einigen berühmten Autoren wie Ezra Pound,
    James Joyce und F.Scott Fitzgerald. Sein Ausflug mit dem chaotischen und ständig kränkelnden Fitzgerald ist einer der
    Höhepunkte des Buches. Da er ihn als Autor aber sehr schätzt beschreibt Hemingway seinen späteren Freund trotz aller
    Unwägbarkeiten mit einem ironischen Augenzwinkern.


    Fazit:


    Ein überaus lesenswertes Buch, dass für jeden "Hemingway Fan" eigentlich schon Pflichtlektüre ist und für die Leser
    die ihn kennenlernen möchten ein wunderbarer Einstieg in die Welt dieses großen Schriftstellers.
    Von mir: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    1. (Ø)

      Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag


    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:Benita Eisler - Byron

    :study: Kazuo Ishiguro - The Buried Giant

    :study: Gerhard Herm - Die Kelten

    Einmal editiert, zuletzt von K.-G. Beck-Ewe ()

  • Danke. :uups:

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  • Vielen Dank für die tolle Rezension, taliesin, das Buch klingt sehr vielversprechend. Ich habe mich bisher kaum mit Ernest Hemingway beschäftigt, aber ich glaube, dass das Buch eine gute Gelegenheit bietet. Außerdem interessiere ich mich sehr für Frankreich, Paris und Geschichte, sodass ich doch hoffentlich viel Spaß beim Lesen haben werde. Auf der Wunschliste ist es schon gelandet und bald habe ich ja auch Geburtstag. :wink:

    ~Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.~
    - Heinrich Heine -

  • Ich habe mich bisher kaum mit Ernest Hemingway beschäftigt, aber ich glaube, dass das Buch eine gute Gelegenheit bietet.

    Wenn dir die Autobiografie gefällt und du weiteres von Hemingway lesen möchtest, empfehle ich den Roman -Fiesta- oder auch
    eine Sammlung seiner Kurzgeschichten. Wünsche dir viel Spass. :D

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:Benita Eisler - Byron

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  • Ich bin wirklich froh, dass ich mir das Buch zum Geburtstag habe schenken lassen. Es war eine klasse Lektüre - sehr unterhaltsam, auch bildend und eigentlich nie langweilig. Ja, die Reise zum Ende des Buches war wirklich einer der Höhepunkte - ich habe mich köstlich amüsiert. Ja, das Buch war wirklich ein toller Einstieg in die Welt Hemingways, weil es mich fasziniert hat, wie er sein schriftstellerisches Dasein in jungen Jahren verbracht hat.

    Wenn dir die Autobiografie gefällt und du weiteres von Hemingway lesen möchtest, empfehle ich den Roman -Fiesta- oder auch
    eine Sammlung seiner Kurzgeschichten. Wünsche dir viel Spass. :D

    "Fiesta" möchte ich nach der Lektüre der Autobiographie auf jeden Fall gerne lesen, zumal ich die Entstehungsgeschichte, die am Ende des Buches umrissen wird, sehr interessant finde - Augenblicke, in denen Hemingway nicht er selbst ist.


    Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, dass ich bestimmt noch ein paar Mal lesen werde - von der "Dicke" her auch gut geeignet als Zwischenlektüre. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

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    - Heinrich Heine -

  • PARIS - EIN FEST FÜRS LEBEN ist das einzige Werk Hemingways, das ich nicht abgebrochen habe, vermutlich, weil es autobiografisch ist. :D



    Zu anderen seiner Bücher habe ich den Zugang nicht gefunden, auch nach mehrmaligen Versuchen nicht. :roll:

  • Zu anderen seiner Bücher habe ich den Zugang nicht gefunden, auch nach mehrmaligen Versuchen nicht. :roll:

    Versuch es doch mal mit seinen Kurzgeschichten. Einige davon sind wirklich hervorragend. Zugegeben, Hemingways
    Sprachstil ist gewöhnungsbedürftig, aber wenn man einmal den Zugang gefunden hat ist es eine Freude sich mit seinen
    Geschichten auseinanderzusetzen. Ich selbst konnte seinen Romanen und Short Stories lange Zeit nichts abgewinnen, aber
    irgendwann habe ich verstanden um was es ihm geht und seitdem ist er einer meiner Lieblingsautoren. Also dranbleiben...
    es lohnt sich :wink:


    lg taliesin

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  • Danke für den Tipp taliesin....ich werde ihn mir mal hinter die Ohren schreiben, wobei mich vermutlich für immer und ewig das biografische Genre in den Krallen hat. :roll:

  • Ein Freund von mir ist großer Fan von Ernest Hemingway, seitdem will ich ewig was von ihm lesen. :) Hast du Empfehlungen für den Anfang, taliesin?
    Ich besitze bereits Der alte Mann und das Meer, könnte man damit einsteigen?

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Hast du Empfehlungen für den Anfang, taliesin?

    Den schon hier besprochenen autobiografischen Roman Paris - Ein Fest fürs Leben kann ich als Einstieg sehr empfehlen,
    weil er einen ersten Einblick in Hemingways Leben und vor allem seine sehr eigenwillige Persönlichkeit gibt. Wenn du mit
    Autobiografien nicht so viel anfangen kannst empfehle ich den Roman *Fiesta* als Einstieg. Der alte Mann und das Meer
    ist eine wunderschöne Erzählung, aber aufgrund des sehr speziellen Inhalts (der Kampf des Menschen gegen die Naturgewalten)
    vielleicht eher etwas für Leser die Hemingway schon etwas besser kennengelernt haben.
    Der Einstieg in die Welt Hemingways ist nicht einfach, aber es lohnt sich sobald du die ersten Hürden (z.b. Sprachstil)
    genommen hast. Wünsche viel Spass bei der Entdeckung dieses genialen Schriftstellers.


    lg taliesin :winken:

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    William Shakespeare


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  • Super, ich danke dir. :) Ich werde es mal versuchen, vielleicht mit genau diesem Buch. Hemingway reizt mich wirklich schon länger ...

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Außerdem interessiere ich mich sehr für Frankreich, Paris und Geschichte, sodass ich doch hoffentlich viel Spaß beim Lesen haben werde. Auf der Wunschliste ist es schon gelandet und bald habe ich ja auch Geburtstag. :wink:


    Eimyrja


    Um sich auf eine ganz lockere, unkomplizierte - abseits einer überkandidelt-wissenschaftiichen - aber nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) spannende Weise von der literarischen Vergangenheit von Paris "verzaubern" zu lassen, kann ich Dir folgendes Buch wärmstens empfehlen:



    Kurzbeschreibung


    Vor über 40 Jahren berichtete Georg Stefan Troller zum ersten Mal aus der berühmten Kulturmetropole - seine "Pariser Journale" sind legendär. Abermals macht sich der Fernsehjournalist, Dokumentarfilmer und Autor nun auf den Weg und durchstreift die Stadt auf den Spuren der großen Literaten und Künstler. Entstanden ist ein eindrucksvolles Porträt, das anekdotenreich und atmosphärisch von mehreren Jahrhunderten Literatur- und Kulturgeschichte erzählt.

  • Zwar ging die Antwort nicht an mich, aber vielen Dank an aixela für den Buchtipp! :drunken:
    Ich bin ganz verzaubert von Paris und hab dieses Buch gleich mal ganz oben auf meine Wunschliste gesetzt.

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
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  • aixela: Oh, vielen lieben Dank. Das Buch landet auch direkt auf meine Wunschliste - das klingt wirklich sehr interessant. :flower: Mir hat Hemingways Beschreibung von Paris der 1920er Jahre auch einfach sehr gut gefallen.

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    - Heinrich Heine -

  • Ich hab das Buch nun auch gelesen. :)
    Hier meine Rezension.


    Ein Mensch, der mir sehr am Herzen liegt, ist ein großer Fan Hemingways. Ich hatte bisher noch nichts von dem Autor gelesen und als ich von diesem Buch erfuhr, war mein Interesse schnell geweckt. Ich bin fasziniert von Paris und ich bin fasziniert von dem Menschen, dem Hemingway so gut gefällt. Das Buch selbst war für mich allerdings sehr ... Unerwartet.


    Klappentext


    Als Hemingway im Jahre 1956 mit seiner Frau Mary im Hotel Ritz in Paris abstieg, ließ er sich aus dem Keller seine alten Koffer holen, die dort mehr als zwanzig Jahre gelagert hatten. Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg, als Hemingway Korrespondent einer kanadischen Zeitung in Paris war. Dieses Buch ist das Ergebnis seiner Arbeit an jenen Notizen - humorvoll und aus intimer Kenntnis beschreibt der Schriftsteller Menschen wie Gertrude Stein, Ezra Pound, James Joyce und viele andere, die ihm während seiner Zeit in Paris begegneten.


    Der Autor


    Ernest Hemingway wurde am 21. Juli des Jahres 1899 in Oak Park, Illionois, geboren. Nachdem er 1917 mit 18 Jahren seine Laufbahn als Lokalreporter in Kansas City begonnen hatte, meldete er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig als Fahrer einer Sanitätstransportgruppe an der norditalienischen und deutsch-französischen Front. Im Laufe des Ersten Weltkrieges machte Hemingway unter anderem die Bekanntschaft von J. D. Salinger und wurde zweimal schwer verwundet.
    Nach Ende des Krieges zog es ihn zurück in die USA und von dort aus weiter nach Paris. Zu dieser Zeit war Hemingway bereits mit seiner ersten Frau Hadley verheiratet und hatte sich der Schriftstellerei verschrieben. Seine Pariser Jahre waren geprägt von Bekanntschaften mit weiteren dort lebenden Amerikanern wie Scott Fitzgerald, Gertrude Stein oder Ezra Pound, allesamt Sinnbilder der sogenannten Lost Generation. Der Ausdruck selbst bezeichnet junge amerikanische Schriftsteller, die den 1. Weltkrieg miterlebten und während dieser Zeit oder kurz danach nach Europa kamen. Maßgeblich geprägt wurde er von Gertrude Stein und dem Patron einer Autowerkstatt, der sich über seinen jungen Angestellten ärgerte und ihm vorwarf: "Ihr seid alle eine génération perdue."
    Geprägt durch die Zeit, in der er lebte, waren die Themen Hemingways vor allem Tapferkeit, Treue, Krieg und Männlichkeit oder das Verhältnis zwischen Männern und Frauen.
    Er selbst war insgesamt 4 Mal verheiratat, avancierte zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Moderne und erhielt mit seiner berühmten Erzählung Der alte Mann und das Meer den Pulitzer- und 1954 sogar den Nobelpreis.
    Am 2. Juli 1961 erschoss sich Ernest Hemingway nach Depressionen und diversen Klinikaufenthalten in seinem Haus in Ketchum.


    Persönlicher Eindruck


    Kennt jemand das Gefühl, dass einem das Gelesene zwar wie etwas sehr Faszinierendes vorkommt, zeitgleich aber auch von einer solchen Schwere ist, dass man kaum weiterlesen kann?
    Ungefähr so erging es mir mit Hemingways Paris. Ich würde nicht sagen, dass ich seine Art zu erzählen nicht mag, ganz im Gegenteil. Ich fand sie interessant und neu, ungewohnt und von einer künstlerischen Schlichtheit. Dennoch hatte sie irgendetwas an sich, das ihn zu einem anstrengenden Schriftsteller machte. Ich sehe mich unfähig, diese Eigenart genauer zu definieren.
    Das Buch selbst (kein Roman, eher Erinnerungen und die Aufarbeitung einer Vergangenheit) beeindruckte durch seinen Inhalt, der einem so real vorkam wie selten zuvor. Das mag zum einen an der Detailliebe des Autors liegen, zum anderen an den Alltäglichkeiten, die Hemingway beschreibt:


    Straßen, geografische Lagen, Cafés, Gebäude, Flüsse, Restaurants, Hotels und später dann auch die Berge und den Schnee. Man hat das Gefühl, durch seine Augen auf das Paris der 1920er Jahre zu blicken und mehr bedarf es hier nicht, um mich zu faszinieren. Neben seinem literarischen Können ist es bei Hemingway vor allem auch die Zeit, in der er lebte, die mich als heutigen Leser so sehr fesselt.


    Mit ihm konnte man auf den 183 Seiten seiner Pariser Erinnerungen glücklich sein, sich ein wenig melancholisch stimmen lassen und vor allem aber auch lächeln. Sehr gelungen fand ich die Anekdote mit Scott Fitzgerald, der sich zum Scheine des Sterbens ins Hotelbett legt und den nur im Pyjama bekleideten Hemingway rigoros auf die weite Suche nach einem Thermometer schickt.
    Erfährt man wenige Seiten später von der Krankheit seiner Frau Zelda und seinem eigenen Hang zum Alkohol, der ihm gar nicht bekommt, erscheint das Ganze von einem Moment auf den anderen wieder tieftraurig, nicht amüsant.


    Als ich in meinem Literaturforum nachgefragte, welches Werk Ernest Hemingways am besten als Einstieg in seine literarische Schaffenswelt geeignet wäre, hatte man mir dieses hier empfohlen und hinzugefügt, dass es vielleicht eine Weile dauern könnte, bis man den richtigen Zugang zum Autor und seiner Kunst gefunden hätte.


    Das kann ich so nur bestätigen. Paris hat sich schwer lesen lassen, auch wenn der Stil nicht schwer zu verstehen war. Aber es reichte aus, um mein Interesse an dem Autor, seiner Schriftstellerei und auch den Menschen zu wecken, die an seiner Seite waren. Ich wusste vorher nichts über Menschen wie Ezra Pound oder Gertrude Stein und musste im Laufe des Lesens auch immer wieder recherchieren, wer in den 1920ern wer war, um verstehen zu können, warum Hemingway sie so beschrieb, wie er es letztlich tat. Manches erstaunte mich, anderes weckte mein Interesse. Es war zum Beispiel befremdlich über Ezra Pounds Hang zum antisemtitischen Denken und Faschismus zu lesen, während er einem in Hemingways Erzählung als gütiger Freund und Liebhaber der Kunst begegnete. Da ist eine Diskrepanz zwischen mir, die ich nur die negativen Lebensfakten lese und Hemingway, der Pound als Menschen und Freund beschreibt. Diese Szene hat Konzentration erfordert und sie ist nur eine von vielen ähnlicher Art.


    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich verstehe, warum dieser Mensch, der für mich so wichtig ist, so fasziniert von Hemingway ist. In ihm ist so eine Ruhe- und Rastlosigkeit, die sich auch in den Schriften des Autors wiederfindet. Aber sie gefällt mir, weil sie schön ist.
    Nun möchte ich gerne noch viel mehr von ihm lesen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Und noch eine Frage, die ich vorsichtshalber vielleicht als Spoiler setze. Ich muss zugeben, ich hab nicht jede Szene aus Paris verstanden, weil ich nicht alle Personen kannte. Vielleicht muss ich das Buch mehrmals lesen, damit sich mir noch mehr erschließt.


    1. (Ø)

      Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag


    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Spoiler Spoiler


    Und noch eine Frage, die ich vorsichtshalber vielleicht als Spoiler setze. Ich muss zugeben, ich hab nicht jede Szene aus Paris verstanden, weil ich nicht alle Personen kannte. Vielleicht muss ich das Buch mehrmals lesen, damit sich mir noch mehr erschließt.

    Hallo Sommerregen,
    Da hast du dir ein schwieriges Thema ausgesucht. Das Verhältnis zwischen Hemingway und Gertrude Stein war nur anfangs problemlos, da
    er sich in der ersten Zeit des kennenlernens noch sehr zurückgehalten hat. Wohl aufgrund der Tatsache, dass sie ihm auch durch ihren
    literarischen Erfolg mit seiner Karriere weiterhelfen konnte. Ich denke, das im Laufe der Zeit sicher Spannungen entstanden sind. Genau wie
    Gertrude Stein war auch Hemingway ein exzentrischer und zeitweise sehr schwieriger Zeitgenosse. Um da geaueres zu erfahren müsste man
    allerdings mal eine Biografie über Hemingway oder Gertrude Stein zu Rate ziehen. ich werde das mal googeln :loool:
    Zu der Szene die du beschreibst, kann ich nur sagen dass sie sich mir genau so wenig erschlossen hat wie dir. Katzi war wohl der Kosename
    ihrer Freundin und Geliebten. Das Privatleben von Frau Stein war so weit ich da informiert bin auch nicht einfach. Wohl aufgrund ihrer
    Dominanz (nicht nur bei literarischen Fragen).
    Ich will aber hier nicht zu viel spekulieren, sondern mich mal um ein paar Informationen kümmern. Sobald ich genaueres weiß, schreib
    ich was dazu.


    lg taliesin :winken:


    Ps: Deine Rezension hat mir sehr gut gefallen und auch bei mir neue Fragen aufgeworfen.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:Benita Eisler - Byron

    :study: Kazuo Ishiguro - The Buried Giant

    :study: Gerhard Herm - Die Kelten

  • Danke, das freut mich.


    Ich bin gespannt, was du bei deinen Nachforschungen herausfindest. Meine Interpretation ging in eine ähnliche Richtung wie deine, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe ... ;)
    Mir hat das Buch jedenfalls gefallen, auch wenn Hemingway für mich kein leichter Schriftsteller mit leichter Literatur ist. Das ist das wirklich Interessante an ihm.
    Danke, ich bin nur durch deine Rezension darauf gekommen. :)

    merveille.


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    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Hallo Sommerregen,
    Wenn du bei Google hemingway and Stein eingibst findest du eine Seminararbeit von der Uni Hamburg, die sich mit dem
    Thema: Gertrude Steins influence on Hemingways "For whom the bell tolls" befasst. Artikel ist in Englisch (ich hoffe das macht keine
    Probleme) und sehr interessant. Aber ich such noch ein wenig weiter. Es gibt zu dem Thema eine ganze Menge Stoff. :pale:

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