Yves Sente / Andre Juillard: Die Abenteuer von Blake und Mortimer (nach E. P. Jacobs) Die Sarkophage des 6. Kontinents Teil 1 Alte Bekannte; Carlsen Verlag Hamburg 2004; 56 Seiten; ISBN: 978-3-551-01993-6
Der junge Wissenschaftler Pilip Mortimer reist 1933 nach Britisch-Indien. Er möchte dort seine Eltern besuchen. In der britischen Kolonie liegt ein Knistern in der Luft. Kaiser Asoka ist angeblich unsterblich. Er sammelt Freiheitskämpfer und Extremisten um sich. Schließlich möchte Asoka seine Heimat vom Joch des Kolonialismus befreien. Als Mortimer zwischen die Fronten gerät, macht er sich Kaiser Asoka zum Feind. In Francis Blake gewinnt er aber auch einen Freund.
Einen Schuß Liebesromanze und ein bißchen Actionabenteuer - schon habe ich eine spannende Geschichte. In diesem Fall greift diese Analyse zu kurz. Der Comic ist gut gezeichnet. Als Leser lernen wir den jungen Mortimer kennen, wie er zum ersten Mal dem britischen Geheimdienstmann Blake begegnet und eine unglückliche Romanze mit der Tochter eines indischen Fürsten erlebt. Sogar Mortimers Erzfeind Olrik taucht hier auf.
Der Comic ist auch fast schon ein Geschichtsbuch. Der Leser lernt den britischen Kolonialismus (hier: die Herrschaft über Indien) und den Kalten Krieg, also den Gegensatz zwischen westlichen Demokratien und östlichen Sowjetsystem, kennen.
Die Geschicht auf den Kampf Gut gegen Böse zu reduzieren wäre sicherlich zu einfach. Die Geschichte wird gut und stringent erzählt. SIe wirkt auch glaubwürdig; die Science-Fiction-Elemente, die andere Geschichten aus dieser Comic ausmachen, fehlen hier völlig. So entsteht eine angenehm lesbare Geschichte.


