Célestin Guittard: In Pantoffeln durch den Terror

  • Buchdetails

    Titel: In Pantoffeln durch den Terror


    Verlag: Eichborn

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 350

    ISBN: 9783821862224

    Termin: Dezember 2009

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "In Pantoffeln durch den Terror"

    Ein einmaliges privates Zeugnis aus den Pariser Revolutionsjahren Es ist kaum zu begreifen, dass dieses einzigartige Dokument bislang noch nicht ins Deutsche übertragen wurde: das Revolutionstagebuch des Bürgers Célestin Guittard, der seinem Namen gern ein vornehmes 'de Floreban' anhängte. Er war 66 Jahre alt, als er mit seinen Aufzeichnungen über den Alltag in jenen Jahren des Aufbruchs und des Terrors begann. Der wohlgelaunte Witwer im besten Mannesalter, mit guten Renten versehen, wusste die Gunst einer hübschen und pikanten Dame namens 'Dasel', nicht halb so alt wie er, durchaus zu schätzen und versah die Tage des gemeinsamen Vergnügens stets mit einem Kreuzchen. Er beschrieb die Jakobiner-Versammlungen und den ersten öffentlichen Gottesdienst der Protestanten und vermerkte die Einführung der Brotkarten und die Ausgabe von Personalausweisen mit demselben Stoizismus wie die Erfindung der Guillotine und, dann doch etwas erschüttert, Namen und Stand der vielen Geköpften. Für die Andere Bibliothek traf Wolfgang Müller, lange Jahre Herausgeber der Rowohlt-Monographien, eine Auswahl der Texte und leitete sie ein. Claudia Preuschoft übersetzte die Tagebucheinträge. Der Historiker Volker Ullrich, Autor von glänzenden Studien zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, rückt in seinem Essay die Notizen des 'Bürgers' aus dem täglichen Leben während der Französischen Revolution in den großen Zusammenhang und erschließt damit die historische und mentalitätsgeschichtliche Bedeutung dieser unschätzbar originellen Chronik.
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    Kurzbeschreibung
    Ein einmaliges privates Zeugnis aus den Pariser Revolutionsjahren Es ist kaum zu begreifen, dass dieses einzigartige Dokument bislang noch nicht ins Deutsche übertragen wurde: das Revolutionstagebuch des Bürgers Célestin Guittard, der seinem Namen gern ein vornehmes "de Floreban" anhängte. Er war 66 Jahre alt, als er mit seinen Aufzeichnungen über den Alltag in jenen Jahren des Aufbruchs und des Terrors begann. Der wohlgelaunte Witwer im besten Mannesalter, mit guten Renten versehen, wusste die Gunst einer hübschen und pikanten Dame namens "Dasel", nicht halb so alt wie er, durchaus zu schätzen und versah die Tage des gemeinsamen Vergnügens stets mit einem Kreuzchen. Er beschrieb die Jakobiner-Versammlungen und den ersten öffentlichen Gottesdienst der Protestanten und vermerkte die Einführung der Brotkarten und die Ausgabe von Personalausweisen mit demselben Stoizismus wie die Erfindung der Guillotine und, dann doch etwas erschüttert, Namen und Stand der vielen Geköpften. Für die Andere Bibliothek traf Wolfgang Müller, lange Jahre Herausgeber der Rowohlt-Monographien, eine Auswahl der Texte und leitete sie ein. Claudia Preuschoft übersetzte die Tagebucheinträge. Der Historiker Volker Ullrich, Autor von glänzenden Studien zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, rückt in seinem Essay die Notizen des "Bürgers" aus dem täglichen Leben während der Französischen Revolution in den großen Zusammenhang und erschließt damit die historische und mentalitätsgeschichtliche Bedeutung dieser unschätzbar originellen Chronik.
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    Jetzt weiß ich endlich was ein "Bourgeois-Bonhomme" ist.
    Diese Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren des Terrors geben einen guten Einblick in die Lebensumstände des "normalen" Bürgers in dieser Zeit.
    Und im Vergleich zu heute hat sich nicht viel geändert. Die ständigen Gänge zu Behörden, weil wieder eine neue Bescheinigung gebraucht wird. Die üblichen Begründungen, wenn wieder einmal ein Dutzend oder mehr "Volksverräter" guillotiniert wird. Und die Klagen des Bürgers über die "schlimmen Zeiten".
    Irgendwie schafft es Guittard immer wieder, seinen Lebensstil zu erhalten, ganz gleich was geschieht. Seien es Feiern zu Ehren des "Höchsten Wesens" oder Massenhinrichtungen- er geht hin, guckt zu und schreibt es ins Tagebuch. Und je nachdem, wie der politische Wind weht, passen sich auch seine Ansichten an. Wenn die Helden letzten Jahres auf einmal zu Verrätern werden, dann ist das schon so richtig. Er denkt nicht weiter nach und geht zum Alltag über. Es findet sich kaum eine kritische Reflexion der Geschehnisse, was gerade passiert, ist richtig und er arrangiert sich damit.
    Erschreckend fand ich seine Fähigkeit, Terror und private Umstände nebeneinander zu stellen. Da wird in gerade mal 4 Zeilen über die Hinrichtung einiger Personen berichtet und dann folgen 15 Zeilen über seine Gesundheitsprobleme mit dem rechten dicken Zeh.
    Wer sich für diese Zeit interessiert und sie mal aus einem anderen Blickwinkel als dem der Historiker sehen möchte, dem ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Es ist keine hohe Literatur, der Stil ist einfach und anspruchslos, trotzdem lässt es sich gut lesen. Selbst die Listen der Getöteten sind oft sehr interessant, was die Angaben über die Toten und die Umstände betrifft.
    Ich empfehle nur, vorher noch einmal kurz im Putzger oder einem anderen historischen Nachschlagewerk die wichtigsten offiziellen Daten über diese Zeit nachzulesen, damit der Überblick nicht verloren geht.

    Neue Lektüre:
    John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
    Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
    böse Menschen lesen keine Bücher

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