Hakan Nesser - Eine ganz andere Geschichte / En helt annan historia

  • Buchdetails

    Titel: Eine ganz andere Geschichte


    Band 2 der

    Verlag: Btb

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 608

    ISBN: 9783442740918

    Termin: Mai 2010

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 32 Bewertungen

    80,6% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Eine ganz andere Geschichte"

    Ein toter Jogger und ein brutaler Mörder, der Barbarotti anonyme Briefe schreibt. Die Bretagne im Sommer: Ein paar schwedische Touristen verbringen im Finistère ein paar vergnügte Urlaubswochen. Es ist eine zusammengewürfelte Gesellschaft: zwei Paare und zwei Einzelkämpfer, alles in allem sechs Leute, die freizeitbedingt miteinander Freundschaft schließen. Sie baden, sie essen, sie machen Ausflüge und flirten ein wenig über die Ehegrenzen hinweg. Und als die Ferien vorbei sind, trennen sich ihre Wege, wie das ja oft der Fall ist. Übrig bleiben ein paar vereinzelte Fotos, womöglich ein Gruppenbild, das ein oder andere Aquarell – und ein anonymes Tagebuch, das ihre Eskapaden schildert, wie sich später herausstellen wird, als die Tragödie bereits ihren Lauf genommen hat. Denn fünf Jahre später beginnt jemand, sie zu töten, einen nach dem anderen, wobei die Morde Gunnar Barbarotti, Inspektor in Kymlinge, jeweils zuvor brieflich angekündigt werden. Der Fall erregt große Aufmerksamkeit in den Medien, die Polizei steht naturgemäß unter Druck. Der Mörder indes spielt Katz und Maus mit den Ermittlern – und erscheint unbegreiflicher und unberechenbarer als je zuvor. Was ist damals in der Bretagne wirklich passiert? Und warum bekommt ausgerechnet Inspektor Barbarotti die Briefe? Im zweiten Buch um Gunnar Barbarotti, „Eine ganz andere Geschichte“, begegnen wir erneut dem geläuterten Zweifler und Gott herausfordernden Mann, den wir bereits im Kriminalroman „Mensch ohne Hund“ kennengelernt haben. Seine Berufskarriere erscheint ihm immer dubioser, während sein Privatleben plötzlich völlig neue Perspektiven aufweist.
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  • Originaltitel: En helt annan historia


    Klappentext:
    Die Bretagne im Sommer: Ein paar schwedische Touristen verbringen im Finistère ein paar vergnügte Urlaubswochen. Es ist eine zusammengewürfelte Gesellschaft: zwei Paare und zwei Einzelkämpfer, alles in allem sechs Leute, die freizeitbedingt miteinander Freundschaft schließen. Sie baden, sie essen, sie machen Ausflüge und flirten ein wenig über die Ehegrenzen hinweg. Und als die Ferien vorbei sind, trennen sich ihre Wege, wie das ja oft der Fall ist. Übrig bleiben ein paar vereinzelte Fotos, womöglich ein Gruppenbild, das ein oder andere Aquarell - und ein anonymes Tagebuch, das ihre Eskapaden schildert, wie sich später herausstellen wird, als die Tragödie bereits ihren Lauf genommen hat.
    Denn fünf Jahre später beginnt jemand, sie zu töten, einen nach dem anderen, wobei die Morde Gunnar Barbarotti, Inspektor in Kymlinge, jeweils zuvor brieflich angekündigt werden. Der Fall erregt große Aufmerksamkeit in den Medien, die Polizei steht naturgemäß unter Druck. Der Mörder indes spielt Katz und Maus mit den Ermittlern - und erscheint unbegreiflicher und unberechenbarer als je zuvor. Was ist damals in der Bretagne wirklich passiert? Und warum bekommt ausgerechnet Inspektor Barbarotti die Briefe?


    Barbarotti ist ein typisch skandinavischer Ermittler - wie die andern plagen ihn Sorgen um sich selbst, seine Kinder, seine Arbeit, seine Beziehung, die Kriminalität, usw. - und trotzdem ist er anders: Er ist nicht der leitende Ermittler, sondern einer aus dem Team; er ist nicht der Überflieger, der durch einen Gedankenblitz die Lösung des Falls serviert, sondern muss auch Kleinkram und Papiere bearbeiten; er jammert nicht herum, hat auch nicht die schwedische Gesellschaft im Visier und geht zum Psycho-Doktor, als die Belastungen zu groß werden statt wie seine literarischen Kollegen bis zur Erschöpfung dem Selbstbild des starken Mannes zu frönen. Barbarotti hat eine Frau kennengelernt, ist glücklich und dennoch mit der ganzen Skepsis eines frisch Verliebten, der es nicht glauben kann, geplagt.
    Der Leser weiß zunächst mehr als die Ermittler; durch die Tagebucheinträge kennt er die Namen der Mordopfer bereits und wartet gespannt darauf, dass die Polizei irgendeine Spur zu der fünf Jahre alten Geschichte findet. Das dauert. Teambesprechungen, Ermittlungsergebnisse, Verhöre, Zeugenbefragungen und immer wieder Barbarottis Selbstgespäche und seine Verhandlungen mit dem Lieben Gott, mit dem er feilscht und Wetten abschließt. Ob er an den Lieben Gott glaubt, weiß er nicht; Gott hat es in der Hand, er braucht nur seine Wetten gegen Barbarotti zu gewinnen.
    Erst nach Abschluss der Mordserie beginnt sich das Dunkel zu lichten.


    Man könnte diesen Mittelteil langatmig nennen, weil eigentlich sehr wenig passiert. Aber ich habe ihn mit Vergnügen gelesen. Ich finde Barbarotti einfach knuffig und seine Alltagsphilosophien und -phantasien meistens treffend und amüsant.
    Der Fall selbst ist ungewöhnlich, auch wenn die Verbindung zwischen aktuellen Morden und einer alten Geschichte nicht neu ist. Die Tagebucheintragungen, die zwischen die Ermittlungskapitel geschaltet sind, sind außerordentlich spannend und treiben beim Lesen an. Ca. alle 50 Seiten entwickelte ich eine neue Theorie, die schon bald über den Haufen geworfen wurde, denn die Lösung ist auf den ersten 500 (von 600) Seiten nicht zu erahnen. Aber unglaublich gut.


    Nach Nesser-Art sind am Schluss ein, zwei Details nicht geklärt, und wenn er gegen Ende eine seiner Figuren sagen lässt: "Vertraue nie einem Autor", so steckt vor allem Selbstironie dahinter. Die nicht geklärten Details sind, wenn man dem Buch glaubt, für den Leser aus dem Kontext zu erschließen. Vielleicht will Nesser ihn dazu bringen, sein Buch ein zweites Mal zu lesen, ich weiß es nicht.
    Der klitzekleine offene Schluss aus Barbarottis Privatleben verlangt danach, möglichst schnell den 3. Band der Reihe in Angriff zu nehmen.


    Der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Das dauert. Teambesprechungen, Ermittlungsergebnisse, Verhöre, Zeugenbefragungen und immer wieder Barbarottis Selbstgespäche und seine Verhandlungen mit dem Lieben Gott, mit dem er feilscht und Wetten abschließt


    So verschieden können die Meinungen sein. Dieses Buch fand ich sterbenslangweilig und habe es bald abgebrochen.
    Da ich die Bücher der van Veeteren Serie mochte, war ich von diesem Krimi schwer enttäuscht. Glücklicherweise hatte ich ihn nur aus der Bücherei.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • €nigma,
    wenn ich mich richtig erinnere, mochtest Du auch "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" nicht, das bis heute mein Lieblings-Nesser ist. Andererseits: Van Veeteren gefiel mir auch.


    Mir passiert es manchmal, dass ich eine zunächst gegebene Bewertung nach unten ändere, wenn ich nach dem Lesen eine Nacht über ein Buch geschlafen habe. Hier habe ich (zum ersten Mal) eine 4-Sterne-Bewertung auf 5 hochgesetzt.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • wenn ich mich richtig erinnere, mochtest Du auch "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" nicht,


    Das ist richtig. Aber es gibt ja noch genügend andere skandinavische Schriftsteller, die mehr nach meinem Geschmack sind. Derzeit warte ich auf den neuen Indridason.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • "Eine ganz andere Gschichte" ist eigentlich auch "ein ganz anderer Krimi". Es war mein erstes Buch mit Kommissar Barbarotti ("Mensch ohne Hund",sein erster Fall, subt noch).


    Ich kann mich Maries Gedanken nur anschließen: Barbarotti ist sympathisch und unterscheidet sich stark von "herkömmlichen" Kommissaren. Er ist überaus sympathisch und es hat auch mir großen Spaß gemacht zu lesen, wie er versucht, sein Privatleben auf die Reihe zu bringen und sich mit ganz "alltäglichen" Probleme herumschlägt. Die Story selber ist tatsächlich "eine ganz andere Geschichte", die zwischengeschalteten Tagebuchaufzeichnungen halten einen bemerkenswerten Spannungsbogen und geben dem Leser einen (vermeintlichen) Vorsprung.
    Zu kritisieren habe ich allerdings die rasche, für micht überhastete, Aufklärung des Falles. (deshalb auch ein Stern Abzug) Das Ende war überraschend, keine Frage, doch WIE man zu dieser Lösung kam, wird eigentlich kaum näher erklärt.

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Mir hat dieser Krimi gut gefallen. Sowohl der Teil über das Privatleben des Kommissars (eine schöne Liebesgeschichte im "fortgeschrittenen" Alter, dazu sein Umgang mit den Kindern.. generell ist mir Barbarotti sehr sympathisch), als auch die eigentliche Aufklärung der Mordfälle. Durchweg spannend, finde ich. Die Lösung erschien mir letztlich nicht sooo überraschend, mit der Idee hatte ich schon gespielt, aber es gab noch verschiedene andere Möglichkeiten und es war jedenfalls nichts, was auf der Hand lag oder total bei den Haaren herbeigezogen wirkte. Es stimmt aber, dass Nesser das Ende ruhig etwas ausführlicher hätte gestalten können und im privaten Bereich hat man am Ende einen kleinen Cliffhanger.. aber umso größer die Vorfreude auf den nächsten Fall von Inspektor Barbarotti :)

  • Nun schiebe ich dieses Buch auch mal wieder nach oben, nach dem es ja leider schon 3 Jahre her ist, als es das letzte Mal kommentiert wurde,
    oder hänge ich einfach zu sehr hintendran :shock:


    Es ist mein zweites Buch von Hakan Nesser überhaupt, ich habe gemäß der Reihe auch Mensch ohne Hund vorher gelesen (Hier habe ich mir sehr schwer getan in den Familienfall einzufinden, und tat mir schwer auch den zweiten zu lesen --> TOTAL UNBEGRÜNDET!! )


    Ich stehe total auf Rätsel, ich glaube deswegen habe ich das Buch auch so verschlungen. Gerade der Mix mit den Tagebucheinträgen des Mörders sowie die Briefe an Babarotti und die laufenden Ermittlungen waren äußerst interessant für mich.
    Wie schon erwähnt ein Buch was langatmig wirken kann, ich konnte aber von dem Rästelraten nicht genug bekommen.


    Zuisätzlich amüsant die "Beziehung" von Barbarotti zu seiner Kollegin Backmann, ebenso haben die jeweiligen Kollegen auch einen
    netten Charakter, der mich schmunzeln lässt.
    Die Auflösung des Falls ist sehr nett, nicht so vorausschaubar, wie im ersten Teil. Ich dachte erst bei den Haaren herbeigezogen, aber als sich dann die Sache detailierter lüftete ... :thumleft:


    Ich kann jedem an das Herz legen, den 2. Teil der Reihe zu lesen, auch wenn man sich bei dem ersten schwer getan hat.
    Obwohl ich so das ein und andere Buch noch in unserem Bücherregal habe, was ich gerne lesen würde (siehe SUB *g*), werde ich mir denn
    dritten Teil sofort rausnehmen, ein böser Cliffhanger zum Schluss :loool:


    Achso von mir : :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    Man muss sich einfache Ziele setzen, dann kann man sich komplizierte Umwege erlauben.(Charles de Gaulle)



    2014: 34 Bücher mit 14.466 Seiten
    2013: 26 Bücher mit 12.577 Seiten


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Hakan Nesser - Eine ganz andere Geschichte“ zu „Hakan Nesser - Eine ganz andere Geschichte / En helt annan historia“ geändert.