Paul Auster - Das rote Notizbuch / The Red Notebook

Anzeige

  • ISBN: 3498000489
    Einband: Gebunden
    Erschienen bei: Rowohlt
    Seitenzahl: 60


    Autorenportraits:
    (Amazon)
    Der Erzähler, Essayist, Übersetzer und Dichter Paul Auster wurde 1947 in Newark in den USA geboren. Nach einem Studium an der Columbia University in New York zog er nach Frankreich, wo er die Werke französischer Schriftsteller übersetzte. Gleichzeitig begann er, erste eigene Texte in amerikanischen Zeitschriften zu veröffentlichen. Sein internationaler Durchbruch als Autor gelang ihm 1987 mit der "New York-Trilogie".


    Kurzbeschreibung:
    (Buchcover/Verlag)
    Wie wirkt der Zufall auf unser Leben, und was steckt hinter dieser seltsamen Macht ? Diese Fragen durchziehen Paul Austers gesamtes schriftlstellerisches Werk. In einem roten Notizbuch hat er über die Jahre Ereignisse aus seinem Leben festgehalten, in denen der Zufall eine unglaubliche Rolle spielte: dreizehn unglaublische Erzählungen, allesamt wahr und doch so phantastisch, dass man sie am liebsten einer
    durchtriebenen Schriftstellerphantasie zuschreiben möchte, um sich nicht von ihrer Magie erschrecken zu lassen.


    Meine Meinung:
    Mich hat das Buch erstmal von der Aufmachung her angesprochen, ein nettes kleines Buch, was angenehm anzuschauen ist, mit nur 60 Seiten. Die Farbe des Buchumschlags passend zu dem Titel gewählt. Da ich noch keine Bücher von Paul Auster gelesen habe, und schon seit längerem seinen Schreibstil kennenlernen wollte, habe ich das Buch mitgenommen. Und wurde mit dem Autor sogleich warm.
    Ich finde, dass Paul Auster sehr guter Erzähler ist. Seine Geschichten sind interessant und flüssig zu lesen. Zwar wirken die einerseits etwas unrealistisch und zum Teil konstruiert, andererseits, kann der Leser doch nicht mit Sicherheit sagen, ob der Autor sich dies oder jenes ausgedacht hat oder hat es sich tatsächlich so zugetragen. Die Wirklichkeit und Phantasie verschmelzen in seinem Werk. Es hat mir gut gefallen. Bestimmt werden andere Bücher von P. Auster folgen. Von mit :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    2022: Bücher: 94/Seiten: 41 061
    2021: Bücher: 205/Seiten: 93 417
    ------------------------------

    „Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz“

    Dalai Lama

    ------------------------------

    Lese gerade:

    Fielding, Joy - Lauf, Jane, Lauf!

  • Hallo Emili!


    Dankeschön für die Rezension!


    Ich habe bisher ein Buch von Paul Auster gelesen und war fasziniert von seinem Ideenreichtum, seinem Erzählstil und seiner ganz eigenen Sprache. Es war das Buch: Nacht des Orakels. Dazu findest du hier im BT auch schon eine Rezension. Ich kann dir das Buch nur empfehlen!


    Liebe Grüße, Tanni

    Liebe Grüße von Tanni

    "Erst, wenn der Körper streikt, merken wir, was das "einzig" wichtige ist - Gesundheit!"

    "Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit tut,

    muss eines Tages viel für seine Krankheiten opfern!"

  • Gern geschehen, Tanni!
    Ich habe mir auch schon überlegt, was ich von ihm als nächstes lesen würde. Dabei dachte ich auch an die "Nacht des Orakels" :), dann noch
    "Buch der Illusionen" und "Mr. Vertigo" . "Mr. Vertigo" wurde von jemandem in einem Thread, wenn ich mich nicht irre, war das Marie, als guter Einstieg empfolen. Mal sehen, was ich von den drei nehme
    LG Emi

    2022: Bücher: 94/Seiten: 41 061
    2021: Bücher: 205/Seiten: 93 417
    ------------------------------

    „Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz“

    Dalai Lama

    ------------------------------

    Lese gerade:

    Fielding, Joy - Lauf, Jane, Lauf!

  • Ich habe untenstehende Ausgabe aus dem Jahr 2001 gelesen. Interessanterweise umfasst sie 80 Seiten und 15 Kapitelchen, scheint also leicht erweitert worden zu sein.
    Diese Geschichten sollen sich alle in Paul Austers Bekanntenkreis zugetragen haben, und als Schriftsteller, der in seinen Werken häufig die Bedeutung des Zufalls im Leben thematisiert, hat er diese Geschichten in seinem Notizbuch eingetragen, um sie evtl später mal in einem Roman zu verwenden.
    Dem entsprechend sind es lesenswerte Anekdoten, gut schreiben kann Paul Auster sowieso. Beim Lesen dachte ich noch, dass dieses Heftchen vor allem für Fans des Autoren empfehlenswert ist und weniger als Einstieg in sein Werk. Aber Emilis Kommentar hat mich eines Besseren gelehrt.

    Da ich noch keine Bücher von Paul Auster gelesen habe, und schon seit längerem seinen Schreibstil kennenlernen wollte, habe ich das Buch mitgenommen. Und wurde mit dem Autor sogleich warm.

    Mit Blick auf Dein Regal musste ich feststellen, dass Du scheinbar keine weiteren Bücher von Auster gelesen hast. Falls Du weiterhin interessiert bist, dann möchte ich Dir die „New York-Trilogie“, beginnend mit der "Stadt aus Glas" empfehlen.

  • Falls Du weiterhin interessiert bist, dann möchte ich Dir die „New York-Trilogie“, beginnend mit der "Stadt aus Glas" empfehlen.

    ... und ich empfehle @Emili dieses Buch (und empfehle @Nungesser, es vom SuB zu erlösen. :) - Ich habe gesehen, dass Du dieselbe alte Taschenbuchausgabe hast wie ich. Guck mal, wie es bei Amazon gehandelt wird. Wir besitzen richtige Schätzchen. :lol: )

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Welches Buch meinst Du genau @Marie? Mond über Manhattan, Unsichtbar oder Mr. Vertigo? Alle drei Bücher kosten bei Amazon etwa 10 Euro, was bei einem gebrauchten Taschenbuch unschön, aber leider nicht unüblich ist. Teilweise verlangen Verkäufer dreistellige Beträge für vergriffene Bücher, nur weil sie nicht mehr verlegt werden...


    Darf ich bei der Gelegenheit noch einen Moderator bitten, den Threadtitel etwas anzupassen? Paul Auster anstatt Auster, Paul, und Notebook könnte man zusammenschreiben - Merci! @Squirrel oder @K.-G. Beck-Ewe

  • Autor: Paul Auster
    Titel: Das rote Notizbuch
    Seiten: 108
    ISBN: 9783498074029
    Verlag: Rowohlt


    Autor:
    Paul Auster wurde 1949 in Newark, New Jersey, geboren und ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Nach der Schule studierte er Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaften an der Columbia University, arbeitete zunächst in Frankreich, später dann u.a. als Telefonist für die New York Times. Weltbekannt wurde er durch seine New York-Trilogie, eine Reihe experimenteller Kriminalromane. Auster verfasste jedoch auch zahlreiche Essays und Gedichte, fertigte zudem Übersetzungen an. Im Jahr 2017 erschien sein Bestseller "4 3 2 1". Der Autor ist Verfasser mehrerer Drehbücher und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie die Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen und den NEA Fellowship für Poesie.


    Inhalt:
    Wie wirkt der Zufall auf unser leben und was steckt hinter dieser seltsamen Macht? Diese Fragen durchziehen Austers gesamte Werke. In dieser Ausgabe versammelt der Autor all die Zufälle, die sein Leben prägten und in die entscheidende Richtung lenkten. In einem roten Notizbuch hat Auster all die seltsamen und unergründlichen Ereignisse festgehalten, die man der schriftstellerischen Phantasie zuschreiben möchte, die sich jedoch tatsächlich zugetragen haben. Kntstanden ist eine Sammlung feinsinniger und kurzer Erzählung, erstmals vollständig versammelt. (Klappentext)


    Rezension:
    Es ist bezeichnend, wenn Autoren auf mehreren hundert Seiten großartige Geschichten lebendig werden lassen können, aber ebenso bewundernswert, wenn dies mit wenigen Zeilen gelingt. Paul Auster, einer der großen amerikanischen Gegenwartsliteraten, gelingt beides. Sein Werk "4 3 2 1" schlug dies- und jenseits des großen Teiches ein wie eine Bombe, ein vom Umfang her überschaubareres Werk wird es ebenso tun. Paul Auster veröffentlichte bereits in den 1990er Jahren Teile seines Notizbuches in der er all die Alltäglichkeiten, die Besonderheiten des Erlebten, die Zufälle schriftstellerisch festhielt, um diese zu ergründen. Nun liegt dieses kleine, dennoch nicht geringe Werk erstmals vollständig vor.


    Feinsinnig erzählt Auster, wie sich seine Wege, die seiner Familie, mit anderen Menschen kreuzten, wie der Zufall bestimmte, wen der Autor zu seinen Freunden zählen würde, wen Auster aus den Augen verlieren und später wieder begegnen sollte. Fasziniert vom Zufall und der Kunst vom Schicksal, welches das Leben bestimmt und dennoch immer wieder zu den Schriftsteller führt, der Auster ist. Bestseller-Autor, Romancier, Lyriker. Schreibkünstler, wie kaum ein Zweiter. Kurz und prägnant sind die Texte, niemals überladen, und keinesfalls überflüssig. Sie öffnen den Zugang zum Schriftsteller. Der Leser wird eingesogen und ist versucht, selbst nach den Zufällen seines Lebens zu suchen, die Eckpunkte und Meilensteine zu bestimmen, die man aufgenommen oder beiseite gelassen hat, die das Leben in gute und weniger gute Abschnitte bisher geteilt haben. Die Kraft des Zufalls ist faszinierend, gut und böse zugleich, doch immer Dreh- und Angelpunkt. Der verbrannte Zwiebelkuchen, dessen Geschmack alles andere übertüncht, das Haus, in dem die Familie zeitweilig in der Nachbarschaft zu einem anderen weltberühmten Autoren gelebt hat, der reflexhafte Griff, der Leben rettet, dem Retter auf ewig im Bewusstsein eingebrannt, der Geretteten nur eine weitere sekundenlange Episode in ihrem Leben. Sie alle und noch viele mehr sind hier versammelt.


    Kurzweilige unterhaltende Literatur, die zum Nachdenken anregt, wenn man das möchte. Ansonsten zählt nur Ersteres, was genügt, um die Texte Austers zu würdigen. In flüssiger, niemals komplizierter Schreibweise, vom Ausdruck gar nicht zu reden, ist dieses nun vollständige Notizbuch zwar nicht mehr vom Cover her rot, jedoch ein Must-have für Liebhaber moderner amerikanischer Literatur, und auch sonst ein herausragendes Stück Textarbeit. Sehr lesenswert.

Anzeige