Lian Hearn

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  • Ich weiß ja, es ist nicht besonders originell einfach einen Artikel zu kopieren und hier einzustellen. Aber mir war vorher überhaupt nichts bekannt über diese Frau und ich finde den Artikel einfach gut geschrieben und informativ.


    Porträt


    Japan aus der Kladde


    Besuch bei der erfolgreichen australischen Schriftstellerin Gillian Rubinstein alias Lian Hearn, die ihr Monumentalwerk »Der Clan der Otori« vollendet hat


    Von Siggi Seuss


    In 32 Ländern werden die Tales of the Otori inzwischen gelesen. Der Kritiker der New York Times lobt, die australische Autorin Lian Hearn schaffe eine Welt, in die er mit Freude zurückkehren werde. Die Times aus London schreibt, Hearn gestalte »mit einfachen Worten, aber großer Wirkung eine imaginäre Landschaft«, und Le Monde urteilt, der Roman sei einem Film von Kurosawa ebenbürtig. Doch auch bodenständige Fantasy-Leser werden bedient, Publishers’ Weekly: »Haufenweise Schwerter, verfeindete kriegerische Clans, Liebesgeschichte und wilde Kampfsporteinlagen.« Die Auflagen der Trilogie schnellen in die Höhe. Das erste Buch wird in den USA verfilmt. Jetzt kommt auch das heutige Japan dazu, mythologischer Schauplatz der fünf, nun vollendeten Bände.


    Bei so viel enthusiastischer Zuwendung fürs Leben und Sterben lange vor unserer Zeit könnte man einen gut geölten Public-Relations-Apparat vermuten, der das Merchandising organisiert, die Verlagsverhandlungen führt und die Pressemeldungen lanciert. Doch nichts dergleichen. Nur eine clevere Agentin für die foreign affairs, die mit unbestreitbarem Charme bedauert: »Tut mir leid, Lian Hearn ist nicht zu sprechen.«


    Die 63-jährige Autorin lebt völlig zurückgezogen am Ende der Welt, im kleinen Fischerort Goolwa am Südpazifik. Vielleicht nicht ganz zufällig dort, wo einst Colin Thieles Storm Boy zu Hause war, der mit den Pelikanen sprach, mit den Stimmungen von Wind und Wetter vertraut war und all die fremden Zeichen lesen konnte, die in den Dünen und an den Stränden geschrieben standen. Die Schriftstellerin scheut Pressetermine, gab nach den weltweiten Erfolgen ihrer Bücher nur drei Interviews, mag keine Lesungen und hat sich selbst in der Literaturgemeinde ihres Heimatlands rar gemacht, dort, wo jeder jeden zu kennen scheint, sogar wenn der eine in Perth lebt und der andere in Brisbane.


    Schließlich gelingt doch ein Besuch, die Kinderbuchszene lädt ein. Die Mitglieder der small community des Kinder- und Jugendbuchs in Australien sind zweifellos stolz auf den internationalen Erfolg der ehemaligen Weggefährtin. Schließlich war Gillian Rubinstein – wie Lian Hearn im richtigen Leben heißt – eine angesehene Kinderbuchautorin im Lande und ein aktives Mitglied ebenjener kleinen Gemeinde der Literaten und Literaturexperten. Als sie sich allerdings vor zehn Jahren aus der Familie zurückzog, um sich ihrem großen japanischen Traum zu widmen, war man irritiert. Und als sie sich gar für ihre Tales of the Otori ein Pseudonym zulegte und weltweit als Lian Hearn bekannt wurde, glaubten viele, sie wolle ihre Vergangenheit abstreifen, um nun als »seriöse« Schriftstellerin anerkannt zu werden. Man muss wissen: Kinder- und Jugendliteratur wird in den Medien des fünften Kontinents noch weniger zur Kenntnis genommen als hierzulande, obwohl eine große Zahl von Schriftstellern wie Sonya Hartnett, Margaret Wild, Liz Honey, John Marsden, Philip Gwynne und Ian Bone seit Jahren internationalen Ruhm ernten. Die Medienignoranz im eigenen Land verstärkt zum einen die Stigmatisierung als Kinderbuchautor, zum anderen aber auch die Familienbande. Autorinnen wie Gillian Rubinstein geraten da leicht zwischen die Fronten. Vor allem wenn die Tales of the Otori in den USA, in England und Australien als Erwachsenenbücher gehandelt werden und nicht – wie bei uns – in den Jugendbuchabteilungen stehen.


    Mit dem Füllfederhalter entwirft sie Mord, Totschlag und Poesie


    Zehn Jahre lang wanderte Gillian Rubinstein durch eine fremde Welt, forschte in allen Winkeln des japanischen Lebens, entdeckte die Geschichte, die Sprache, den Glauben, die Traditionen, die Mythen, die Kunst, den Alltag. Aus diesem vielschichtigen Universum schuf sie schließlich die drei Länder ihres fiktiven japanischen Inselreichs, die Clans, die sie beherrschen, und jene beiden Helden, das junge Liebespaar Takeo und Kaede. Wie in den meisten Geschichten des Fantasy-Genres gibt es weder Mangel an monströsen Schlachten, Mord und Totschlag noch an Liebe, Ehre, Machtgier und Intrigen. Wer der Erzählerin in die fiktive Welt des 16. Jahrhunderts folgt, spürt jedoch bald den Unterschied zu den martialischen potemkinschen Dörfern des Gewerbes. Die Bilderräume erschließen sich ganz langsam in ihren Farben, Tönungen und Graustufen, in ihren Geräuschen und Gerüchen und in ihrer Tiefe. Das ist keine schnell gepinselte Kulissenmalerei, das sind in Bewegung geratene impressionistische Bilder, in denen jeder Farbtupfer, jeder Pinselstrich ein Eigenleben zu führen scheint. Als sei der japanische Maler und Zenpriester Sesshu mit seinem Künstlerkollegen Claude Monet gemeinsam am Werk gewesen, das Team von Dreamworks beratend zur Seite. Wie können sich solche Bilder, wie kann sich eine Sprachpoesie über mehr als 1000 Seiten Geschichte halten, ohne zu Stereotypen zu vertrocknen? Es hat etwas mit Gillian Rubinsteins selbst gewähltem Rückzug aus der Öffentlichkeit zu tun, mit ihrem Refugium in Goolwa, unmittelbar hinter den Dünen des Storm Boy.


    Mit dem Füllfederhalter schrieb sie in DIN-A4-Kladden, rechts die Geschichte, links die Anmerkungen, Korrekturen, Kritzeleien. Die Landkarten, Stadtpläne, Lebensläufe, Charakteristika oder Veränderungen der Figuren fanden in einem Begleitmanual Platz. Am 16. März 2005 setzte die Autorin den letzten Strich auf die letzte Manuskriptseite des fünften und letzten Bandes des Clans der Otori (in Deutschland erschienen beim Carlsen Verlag bisher Das Schwert in der Stille, Der Pfad im Schnee und jetzt Der Glanz des Mondes). Vorausgegangen waren Jahre disziplinierter Arbeit an den drei Hauptteilen der Saga, die erst veröffentlicht wurden, als die Geschichte zu Ende geschrieben war. Gillian Rubinstein nennt einen plausiblen Grund für diese Zurückhaltung: »Ich will ein und dieselbe Person sein, während ich schreibe. Ist ein Buch erst einmal auf dem Markt, verändert dich die öffentliche Resonanz. Es ist erstaunlich, aber du kannst nichts dagegen machen. Es geschieht einfach.«


    Wo soll bei all dem Erforschen und Erschreiben eines neuen Universums noch ein Ort sein, an dem man Zeit mit seiner small community verbringen könnte? Vielleicht ergeht es der kleinen literarischen Gemeinde mit Gillian Rubinstein so, wie es ihr mit ihren Kindern – den Geschichten – ergeht. Wenn sie die Geborgenheit des Schreibtisches im Haus am Meer verlassen haben, führen sie ihr eigenes Leben, und sie kann nur noch staunend verfolgen, was ihren Sprösslingen in der großen Welt widerfährt. Deshalb liebt Gillian Rubinstein die Augenblicke, in denen sie mit ihrem Füllfederhalter allein ist.


    (c) DIE ZEIT 19.05.2005 Nr.21


    Auf den Artikel bin ich übrigens über das Portal des Büchertreffs gekommen. =D>

  • Hast du ihre Bücher gelesen?
    Ich finde, ihr ist tasächlich ein richtiges Meisterwerk damit gelungen! :cheers:

  • Huhu^^


    Ich finde die Bücher auch richtig super!
    Japan+Fantasy=GENIAL
    *hach*
    Zwei meiner liebsten Themen aus einem Fleck.....und wunderschön dun dicht geschrieben, klasse! =D>


    mfg, Karön :D

    Was sind wir denn anderes als Narren,
    Motten, die, von der eigenen eingebildeten Helligkeit geblendet
    ins Licht fliegen und dort verbrennen?
    Nichts als Staub auf dem ewigen Rad der Zeit.
    Nichts als Staub.

  • Hi!


    Clan der Otori war wirklich toll....
    allerdings war für mich die Geschichte am Ende des Ersten Buches zuende.... *sfz*


    Das Buch lebte meiner Meinung nach durch einen einzigen Charakter...
    Shigeru!
    Obwohl.... Kenji war wohl der zweite wirklich Faszinierende :wink: Ich weiß ja nicht wie ihr das seht.


    Die vielen Prophezeihungen waren auch nicht so mein Ding...


    Trotzdem :wink: Die Bücher waren toll und ich hab sie mehr als einmal gelesen :loool:


    LG

    ~Tu seras pour moi unique au monde. Je serai pour toi unique au monde...~ (le petit prince)


    ...Grün und weiß ein Leben lang...


  • Mir haben besonders die Sachen mit der Prophezeiung gefallen!
    Es stimmt schon, dass Shigeru ein einzigartiger Charakter war, aber Kenji und einige andere waren ebenfalls toll.
    Lian Hearn hat es eben geschafft, dass alle Personen authentisch, mitreißend - eben einfach "echt" sind! :thumright:

  • Aber was ist denn mit den zwei anderen Bänden, die bisher noch nicht in deutsch veröffentlicht wurden? Wovon handeln die? Kommen die hier auch mal raus? :?: :?:


    Interessiert mich brennend, da ich die bisherigen genial fand. :cheers:

  • Zitat

    jannmaat hat geschrieben:
    Am 16. März 2005 setzte die Autorin den letzten Strich auf die letzte Manuskriptseite des fünften und letzten Bandes des Clans der Otori (in Deutschland erschienen beim Carlsen Verlag bisher Das Schwert in der Stille, Der Pfad im Schnee und jetzt Der Glanz des Mondes).


    :-k

  • Also diese Aussage kann ich überhaupt nicht verstehen, denn es stand weder etwas auf den Internet-Seiten des Verlages, der Autorin etc. noch steht es in den Büchern! :idea:
    Es wird immer nur von 3 Büchern, die zusammen gehören gesprochen.
    Ich werd mich mal schlau machen gehen.


    P.S.: Ehrlich gesagt fände ich es schade, wenn es noch weitergehen würde - ich fand des Schluss von Der Glanz des Mondes perfekt.
    Außerdem: Worüber könnte man noch schreiben? Etwa die Prophezeiung, dass der Sohn den Vater tötet? Dass das eintreten wird ist klar, denn alles andere, das prophezeit wurde, entsprach auch der Wahrheit - es würde meiner Meinung nach alles ruinieren. :cry:

  • Zitat von lianhearn.com:
    In 2002 all three books had been written and the manuscripts delivered. I wanted to have the story finished in my mind before the first book was published so it would be one whole arc, not three separate books. I was back in Japan for three months staying in a small village in Yamaguchi prefecture, not far from the area where the characters and story first started to come alive inside my head. I was working on another project, but the Otori characters began to take over my imagination again. I realised I had some more to tell about them.



    The result is two more books. The Harsh Cry of the Heron takes place sixteen years after the end of Brilliance of the Moon. It deals with many of the questions that remained unanswered at the end of that book. It will be published in the UK and Australia in September 2006. Other countries to follow.

  • This comes from the blurb that has just been written for The Harsh Cry of the Heron:



    Lord Otori Takeo and his consort Kaede have ruled for over sixteen years. The Three Countries are rich, peaceful and prosperous. The sacred birds, the houou, nest at Terayama and a fabled creature, the kirin, has appeared on their shores. Heaven seems to smile on them.



    Yet their very success has attracted the attention of the distant Emperor and his general, the warlord Saga Hideki, who covet all the wealth of the Three Countries, especially Takeo’s heir, his eldest daughter, Shigeko, now of marriageable age.



    At the same time the violent acts and betrayals of the past will not lie buried. The renegade Tribe family, the Kikuta, seek revenge on Takeo for the murder of their leader; they have an eager ally in his brother-in-law Arai Zenko, who has never been able to forget or forgive his own father’s shameful death. No one escapes the Tribe forever.



    Takeo has many other concerns, above all for his younger daughters, the twins Maya and Miki, whose strange talents lead them into the world of shadows and ghosts. And other secrets which cannot be kept hidden. Everything that he and Kaede have achieved is threatened.



    This is the book that is being published next, but in fact the next book to be written was Heaven’s Net is Wide, which goes back to recount the life of Lord Shigeru from the age of 12 (the year in which Takeo is born). There was so much to say that is only hinted at in Across the Nightingale Floor -– Shigeru's training with Matsuda Shingen, the battle of Yaegahara, the role of Muto Shizuka, the meeting with Lady Maruyama. Again I worked on both books at the same time so they would foreshadow and echo each other. Heaven’s Net is Wide finishes just before Across the Nightingale Floor begins, so the series has a circular shape. You can go on reading it forever!
    Heaven’s Net is Wide will be published in 2007.

  • Es scheint also, als gäbe es tatsächlich noch zwei Bücher. Eines, in dem die Vergangenheit erklärt wird und eines, das von der Rache des Stammes und politischen Verwicklungen handelt. :idea:


    Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass Lian Hearn ein Buch allein Lord Shigeru Otori gewidmet hat. Schließlich ist er einer der besten Charaktere. :thumright:


    Allerdings wächst in mir auch der Zweifel, ob die Autorin es schafft, ihren brillianten Schreibstil, die Spannung und das für die Charaktere in den anderen Büchern entstandene Mitgefühl aufrecht zu erhalten. :!:
    Es wäre wirklich ein Jammer, wenn die letzten beiden Bände den vorangegangenen Schande bereiten würden!



    Um auf deine Frage zurück zu kommen @sSs:
    Da das erste der beiden abschließenden Bücher ert jetzt in den USA, Australien und Co. veröffentlicht wurde, wird es wohl noch mindestens ein halbes Jahr dauern, bis es ins Deutsche übersetzt wurde - und das ist eine utopische Schätzung; es wird wohl eher ein ganzes Jahr sein.
    Du kannst ja öfters mal bei Carlsen.de nachschauen, die haben das da bestimmt aufgelistet.

  • Ich werde es ohnehin auch tun - es ist undenkbar, dass ich mich von Otori-Büchern fernhalten lasse! Somit werde ich es, sobald ich es in Erfahrung bringen konnte, hier auf jeden Fall noch für alle eventuell interessierten posten. :study:

  • Der Clan der Otori ist einfach klasse! Ich seh das genauso wie Karen! Japan und Fantasy ist einfach toll!
    Ich freu mich schon auf die nächsten Bücher!
    Ohne Shigeru finde ich die Bücher aber trotzdem gut! Wichtig war mir nur, das Fumio nochmal auftaucht, und als Takeo ihn dann in Der Glanz des Mondes nochmal besucht hat, habe ich ein einen Luftsprung gemacht!!! :bounce: :dance:
    Fumio ist toll!!!!

  • Sooo, hier also alle Informationen, die ich über das neueste Buch zum Clan der Otori in Erfahrung bringen konnte:
    Das Buch wird Der Ruf des Reihers heißen und im Januar 2007 erscheinen (wenn alles klappt).
    Inhaltlich wird es 16 Jahre nach dem 3. Band spielen und von politischen Verwicklungen sowie dem letzten Teil der Prophezeiung handeln.
    Das Cover wird so aussehen:

  • Takeo DARF nicht sterben!!!! (Ich sollte echt schleunigst den 3. zuende lesen! Jetzt weiß ich ja schon, das er überlebt! Obwohl, im Moment ist sein Sohn eh noch ein Baby...)

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