Sally Koslow - Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben

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Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben

3.3|18)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN: 9783423212779

Termin: April 2011

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  • Sally Koslow - Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben


    Ich habe heute diesen Roman beendet. Hier zunächst der Klappentext.


    Molly Marx ist zwar tot - aber ins Jenseits verschwindet sie deshalb noch lange nicht...


    Molly Marx ist mit 35 gestorben. Aber für die Ewigkeit ist sie noch ganz und gar nicht bereit, denn sie muss doch wissen, was aus ihrer kleinen Tochter wird, ihrer besten Freundin, ihrem untreuen Ehemann - und ihrem Geliebten. Außerdem gibt es da einen ungeklärten Todesfall: Ihren eigenen. Kurz und gut, sie beschließt, noch ein wenig zu bleiben...


    Ich hatte mich sehr gefreut auf dieses Buch, verspricht der Klappentext doch viel Zündstoff für eine Geschichte ganz nach meinem Geschmack.
    Molly Marx, die mitten im Leben stand und eine Familie hatte in der doch alles perfekt schien. Ja schien, denn sonst würde es ja nicht die ein oder andere Affäre geben. So schweift die Geschicht teilweise ab von den eigentlichen Hauptpersonen und der eigentlichen Story zu einem Krimi. Plötzlich taucht dort ein Detective auf, der den Fall lösen muss. Molly beobachtet alle Ereignisse aus der Ewigkeit mit und beschreibt sie mit vielen Kommentaren.
    So wird z.B. viel Augenmerk auf die Schwiegermutter gelegt und im Verhältnis dazu eher weniger auf die kleine Tochter.


    Ich habe bis jetzt einige Bücher mit ähnlichem Thema und Inhalt gelesen und muss sagen, dieses Buch konnte mich nicht richtig überzeugen. Teilweise plätschert die Handlung vor sich hin und wird auch nicht wirklich mit viel Witz (persönliche Meinung) gesprenkelt.
    Der "Publischers Weekly" gab dem Buch die Kritik: Witzig und herzzerreißend. Leider kann ich diese Meinung nicht ganz teilen, denn ich habe nicht ein mal gelacht oder geweint. Also ein eher neutrales Buch.
    Am Ende wurde dann auch noch der Mordfall gelöst, aber nicht von dem Detective wie man vlt. denken mag, sondern aus Mollys plötzlich wieder vorhandener Erinnerung und eben angesprochener Detective hat sich ganz geschickt in die Geschichte eingewoben. Ein enormer Zeitsprung bereitet dann noch mal ein schönes Ende, was den Gesamteindruck dann aber eher wenig beeinflussen konnte.


    Fazit: Mal ganz nett für zwischendurch, erwartet nicht zu viel Herzschmerz oder Witz. Eher für Krimifans die eine Liebesgeschichte am Rand mögen.
    Letztendlich gebe ich dem Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim Lesen, denn dies ist nur eine persönliche Meinung zum Buch. Ich habe schon viele Bücher gelesen von denen Andere mir abgeraten haben und fand sie gut :wink:

    In jeder Minute, die du im Ärger verbringst, versäumst du 60 glückliche Sekunden deines Lebens. (Albert Einstein)

  • Ich bin nun fertig mit dem Buch und fand es auch nicht so berauschend. Von mir gibt es auch nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: . Man hätte wirklich ein bisschen mehr aus dem Buch rausholen können.

    SuB: 35


    :study: Kerstin Gier - Auf der anderen Seite ist das Gras viel Grüner

  • Ich habe "Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben" gestern beendet und möchte nun auch noch meine Meinung dazu äußern.


    Ich fang mal mit dem an, was mir persönlich nicht so gefallen hat.
    Das Buch wird auf den ersten Blick als humorvoll verkauft - etwas, was ich sowieso meistens sehr mit Vorsicht genieße, weil ganz viele dieser selbsternannten Kichererbsen gern mal mehr als lau sind. Hier war es ähnlich. Ich muss gestehen, dass ich ganz selten mal schmunzeln musste. Warum? Da muss ich etwas weiter ausholen.
    Molly Marx ist eine fast normale Tote. Sie ist ein Durchschnittstyp, wie ich es empfunden habe. Nichts Herausragendes an schriftstellerischem Fingerspitzengefühl. Sie wirkt einfach platt (wie übrigens auch so ziemlich jeder andere Charakter des Buches). Ebenso platt kommen auf ihre Witzchen rüber. Sie wirken zu geplant, zu aufgesetzt.


    Leider zieht sich das Gefühl des Geplanten (was meiner Meinung nach auch bei dem noch so klasse durchdachten Krimi nicht aufkommen sollte) auch in der weiteren Handlung durch. Oft kam es mir so vor, als arbeitete die Autorin Schritt für Schritt ihr vorher mit Mühe zusammengesetztes Handlungsbild um. Der Text fließt einfach nicht so schön. Er holpert, wie eine alte Kutsche auf einem sandigen Pfad und wer schon auf so einer Kutsche gesessen hat, weiß, wie unangenehm das ist. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, weshalb ich mir viele Tage lang immer wieder vorgenommen habe, zu lesen, es aber am Ende dann doch gelassen hatte. Das Buch ist leider nicht so unglaublich spannend, dass man es kaum erwarten kann, die Seite umzublättern.


    Genug vom Negativen. Das Buch war kein Fehlgriff, daher mal zu dem, was ich ganz gelungen fand:
    So wenig facettenreich Molly auch war - es wurde versucht, sie möglichst menschlich und damit natürlich wirken zu lassen. Es war nicht sonderlich stark herausgearbeitet, aber der Ansatz war nicht schlecht. Ich persönlich hatte nicht das Gefühl, eine dieser Super-Frauen durch ihr Leben bzw. ihren Tod zu begleiten, sondern eben eine ganz normale Frau mit genauso vielen Ecken und Kanten wie ich sie auch habe. Das machte Molly für mich trotz allem sehr sympathisch. Ich habe ihr gern zugehört und mit ihr gemeinsam zugesehen, wie das Leben ohne sie weiterging. Gefühle, die dabei in ihr aufkamen, waren für mich nachvollziehbar. Sie haben es geschafft, eine gewisse Atmosphäre zu schaffen, die einem half, in der Geschichte zu bleiben, auch wenn sich die Handlung manchmal zog oder eben der etwas holprige Text nicht hundertprozentig fesseln konnte.


    Die Geschichte selbst ist ziemlich einfach gehalten. Es gibt eigentlich kein großes Rätselraten um Mollys Tod, was zur Folge hat, dass das Schicksal der Jungenfrau eigentlich gar nicht mal so sehr im Vordergrund steht. Viel mehr hatte ich den Eindruck, dass es in dem Buch darum ging, aufzuzeigen, was das Leben bietet und was wir schon gar nicht mehr sehen. Ich will da gar nicht zu viel vorwegnehmen, aber ich kann sagen: Das Buch hat mich schon das eine oder andere Mal nachdenklich gemacht. Obwohl es so einfach ist, simpel. Und ein Buch, das zum Nachdenken anregt, kann in meinen Augen nie verkehrt sein.


    Kurz: Das Buch ist kein Reißer, aber trotzdem irgendwie liebenswert. Als ich am Wochenende mal so richtig viel Zeit zum Lesen hatte, hab ich in zwei Tagen 200 Seiten runtergelesen, was für mich eine ganze Menge ist. Man kann es also durchaus lesen. Tatsächlich sollte man aber nicht zu viel erwarten, sondern eher ein kleines Buch für zwischendurch, bei dem man auch einfach mal abschalten kann.


    Mir hat es jedenfalls am Ende dann doch noch ganz gut gefallen. Daher von mir solide :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Allen, die es noch lesen möchten: Traut euch und viel Spaß dabei. Es müssen nicht ja nicht immer unglaublich geniale Bücher sein. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge im Leben ... :winken:

    :study: "Freddie Mercury - Die Biografie" (Lesley-Ann Jones)



    ~ Was mich im Alltag auffängt, ist die Möglichkeit, mich einfach mal fallen lassen zu können. ~

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