Georges Simenon - Maigret und der geheimnisvolle Kapitän / Le Port des brumes

  • Klappentext:
    Ein bretonisches Fischerdorf, das immer noch ein Fischerdorf ist, weil es wegen des ewigen Nebels den Sprung zum mondänen Badeort nicht geschafft hat. Ein alter Kapitän mit einer Kopfwunde, ohne Identität und ohne Gedächtnis. Und eine hübsche junge Frau, die sich nur zu gut erinnern kann und solche Angst hat, dass sie den aus Paris angereisten Kommissar Maigret anfleht, bei ihr im Haus zu schlafen.


    Der Krimi beginnt mysteriös, mit einem Mann ohne Gedächtnis, der in Paris aufgegriffen wird. Nach der Identifizierung bringt ihn Maigret zurück in die Heimat, dem bretonischen Fischerdorf Ouistreham am Meer, wo er seit 6 Wochen vermisst wurde. Noch in der Nacht der Ankunft wird der Gedächtnislose vergiftet. Der Kommissar beginnt mit den Ermittlungen - die ihm die Verschlossenheit der Bretonen erschweren.
    Simenon beschreibt Landschaft und Menschen und der Leser hat das Bild vor Augen. Das schlechte Wetter oder das Verhalten der Figuren - das spielt in Simenons Büchern eine wichtige Rolle und sorgt beim Leser für die authentische Stimmung der Vorgänge. Spannend und manchmal auch amüsant wie der grummlige aber liebe Kommissar, langsam aber stet, im Nebel der Tat, Erkenntnisse sammelt und dem Verbrechen auf den Grund geht.

  • Band 15 der Krimireihe, und schon wieder ein Fall im Hafenmilieu...
    (Verdächtig häufig wenn man nun die ersten Maigretromane hintereinander liest. Ob es daran liegt, dass Maigret zu der Zeit zweieinhalb Jahre mit seinem Boot die Kanäle Frankreichs entlang geschippert ist, und sich dadurch seine Inspiration holte?)
    Egal, ich mag die Hafenatmosphäre, und dieser Roman gehört für mich zu den besseren Maigretkrimis: die Ermittlungen sind nicht leicht, weil das ganze Dorf zusammenhält und niemand Auskunft geben will. Zudem ist Maigret kein Super-Ermittler, und wird auch mal überrumpelt und findet sich gefesselt im Regen wieder.
    Die 224 Seiten sind in 13 Kapitel untergliedert; der Roman erschien 1952 in Deutschland erstmals unter dem Titel "Nebel über dem Hafen".
    Das französischsprachige Original erschien 1932 unter dem Titel "Le port des brumes"