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Sigrid Damm - Das Leben des Friedrich Schiller

  • Buchdetails

    Titel: Das Leben des Friedrich Schiller


    Verlag: Insel Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 556

    ISBN: 9783458349327

    Termin: Oktober 2006

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

    80% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Das Leben des Friedrich Schiller"

    Nicht Friedrich Schillers Werke sind der Gegenstand dieses Buches, sondern die Umstände und die Bedingungen ihrer Entstehung, der Alltag eines Schriftstellers, Gelehrten und Theatermannes. Sigrid Damm sucht bei ihrer Wanderung die Orte von Schillers viel zu kurzem Leben auf. Es ist ein überraschend kleiner Raum; Schiller hat nie die Schauplätze seiner Dramen – Frankreich, Schottland, die Schweiz – gesehen, nie Italien, hat niemals an einem Meer gestanden. Geldmangel hat sein Leben geprägt. Schiller war einer der ersten Autoren, der einen wesentlichen Teil seiner Einkünfte als freier Autor zu bestreiten versuchte und somit gezwungen war, sich im kommerziellen Literaturbetrieb zu behaupten, ungeachtet dessen, daß er auch der citoyen war, der Ehrenbürger der Französischen Revolution, und der Mann, den Kaiser Franz II. in den »heiligen römischen Reichs-Adelstand« erhob. Bei aller äußeren Kargheit war dieses Leben dennoch kein ›Leben im Kleinen‹. Der Mensch, dessen Lebensspuren Sigrid Damm folgt, spricht nicht nur von »Freiheit«, er ist frei, innerlich unabhängig. Die Räume, die seine Gedanken durchschreiten, kennen keine Grenzen. Ein verbindlicher Mann ist der Autor der Räuber auch später nicht geworden. Er war eher ein Mann des schroffen Urteils, dabei ein fürsorglicher Sohn und Vater, fähig zu dauerhafter Freundschaft, zu Frauen wie zu Männern. Seine Freundschaft zu Goethe nannte er das wohltätigste Ereignis seines ganzen Lebens: sieben Wartejahre, in denen Goethe ihm die kalte Schulter zeigte; dann in den letzten Lebensjahren die Erfüllung einer Arbeitsgemeinschaft, auch sie nicht frei von Spannungen.
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  • "Meine beste Freude ist meine Thätigkeit, sie macht mich glücklich in mir selbst und unabhängig nach aussen...“ ( Friedrich Schiller S. 441)


    Sigrid Damm stellt Schillers Werk in den Mittelpunkt ihres Buches. Es ist somit keine Biographie im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Betrachtung zu Schillers Arbeitsalltag, der Entstehung seiner Werke, der dazu gehörigen Umstände und Rahmenbedingen – eine Wanderung durch sein Lebenswerk. Als Grundlage für dieses Buch sind Schillers Briefwechsel und andere Zeitdokumente zu sehen, die Sigrid Damm in einer wie bekannt akribischen Recherche in Archiven, Museen und Bibliotheken analysierte. So belegt sie sehr viele Dinge mit Auszügen aus Originalen, sind diese jedoch für sie nicht greifbar, beispielsweise die, von denen bekannt ist, dass sie bewusst vernichtet wurden, zieht sie ihre eigenen Schlussfolgerungen, an einigen wenigen Stellen verliert sie sich auch in kleine Spekulationen. So erlebt der Leser Friedrich Schiller immer als Schaffenden, teilweise auch als einen vom Schaffen Besessenen. Aber neben dem Dichter tritt sich nach und nach der Mensch Schiller in den Vordergrund. Seine Erwartungen und Enttäuschungen, sein Schwanken zwischen Hochstimmung und Depression, die immer währenden Geldsorgen, seine angeschlagene Gesundheit, seine Bissigkeit gegenüber Zeitgenossen und sein Werben um die Freundschaft Goethes bringt die Autorin dem Leser nahe. Nach dem Zustandekommen der Dichterfreundschaft legt sie ihr Augenmerk auf das sich gegenseitige Beflügeln und Austauschen der beiden Großen, die ein enges Miteinander verbindet, aber auch ein gewisses Konkurrenzdenken trennt.


    Mir hat dieses Buch gut gefallen. Der Mensch Friedrich Schiller, von dem mir beschämend wenig bekannt war, offenbarte sich mir. Manche meiner Fragen beantwortete die Autorin nur ganz knapp und auch erst am Ende des Buches, beispielsweise die nach der Vaterrolle Schillers. Was ich ihr allerdings ein wenig ankreide ist die nicht vorurteilsfreie Herangehensweise an die Person Friedrich Schiller. Das drückt sich oft nur einfachen Formulierungen z. B. bezüglich seiner Krankheiten aus, an anderen Stellen in Wertungen. Ich gebe zu, dass ich dass sogar nachvollziehen kann. Mein Herz schlägt auch eher für Goethe, denn für Schiller. Dennoch empfand ich es als ein wenig störend.


    Mein Fazit: Nach „Christiane und Goethe“ war dies das zweite Buch, das ich von Sigrid Damm las. Trotz der Ausrichtung des Buches auf das Werk Schillers, kam ich dem Menschen Friedrich Schiller deutlich näher. Ich habe „Das Leben des Friedrich Schiller“ gern gelesen und freue mich auf die Bücher der Autorin, die noch in meinem Regal stehen.

  • Ich hätte mich vom Lesen des Buch fragen sollen, was ich über Friedrich Schiller weiß und das nun mit dem jetzigen Wissensstand vergleichen - der Unterschied wäre enorm gewesen.
    Sigrid Damm hat mein Bild von Schiller erheblich verändert - dies ist unter anderem in der Beschreibung der Beziehung zu Goethe zu sehen. Sigrid Damm zeichnet die Entwicklung dieser aussergewöhnlichen Freundschaft nach - was zumindest bei mir dazu führte, dass ich an meinem ursprünglichen Bildes einiges zu korrigieren hatte. Aber auch darüber hinaus wird Schiller durch diese Biographie sehr lebendig - in seinen Ängsten/ Zweifeln/ seiner Energie/ Disziplin/ als Ehemann/ als Sohn/ als Bittsteller, etc. .


    Ein bißchen kurz kam mir der Abschnitt, in dem Schiller als Vater beschrieben wird - gerne hätte ich auch gewusst, wie seine Familie nach seinem Tod gelebt hat.


    Sigrid Damm hat es geschafft, mein interesse an weiterführenden Themen zu wecken - so möchte ich mehr über Goethe und Christiane erfahren. Das Buch von Rüdiger Safranski über die Freundschaft von Goethe und Schiller ist nun auch nach ganz weit oben auf der Wunschliste gerutscht.


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    LG,
    Casoubon

    1. (Ø)

      Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG


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