Candace Bushnell - One Fifth Avenue

  • Aus der Amazon.de-Redaktion
    One Fifth Avenue, ein kleiner Ausschnitt nur, aber hier tummelt sich alles, was Rang und Namen hat, oder haben will. „Sex and the City“- Autorin Candace Bushnell macht das altehrwürdige New Yorker Appartementhaus zum kapriziösen Dreh- und Angelpunkt für Geschichten und Begegnungen, Intrigen und die große Liebe.


    Ein Todesfall bringt Aufruhr und Unruhe in das Haus, das viele Jahre „so etwas wie ein inoffizieller Club für Künstler aller Art gewesen“ war: die „Heilige“ und stinkreiche Mrs. Houghton stirbt und von da an gibt es nur ein Thema: wer wird das Appartement als Nachmieter beziehen?


    Wer erfolgreich sein will, „muss sich unter die Besten der Stadt mischen. Kontakt aufnehmen. Darum geht es doch in New York“. Und natürlich eine adäquate Adresse haben, wie jenes ‚eindrucksvolle, klassische Art-Déco-Gebäude aus blassgrauem Sandstein’. Wieviele Träume und Seifenblasen platzten schon hinter diesen Fassaden, wie viele Illusionen und Utopien wuchsen hier und überragten das stattliche Gebäude vor ihrem Einsturz um Längen? Candace Bushnells Porträt des Hauses und seiner Bewohner könnte funkelnder nicht sein. Auf 500 Seiten sicherlich sehr breit angelegt, bereitet aber der sich anbahnende Streit um das begehrte und nun frei gewordene Appartement schon auf den ersten Seiten eine diebische Freude. Wie herrlich unterhaltsam können Eitelkeiten doch sein, wie süchtig geradezu machen Einblicke in die High Society Tratsch und Klatsch-Szene. „Aber so läuft das eben in New York. Es geht nur ums Äußere.“


    Mit spitzer Feder, Augenzwinkern und einem Schuss Boshaftigkeit gelingt der unermüdlichen Autorin ein glänzendes Gesellschaftsbild: in Sachen Karriere, Aussehen oder Portemonnaie, voller Ängste, „es nicht zu schaffen oder den Anschluss zu verlieren“, voller Stress immer auf dem Laufenden sein zu müssen, was den einfallsreichsten Schönheitschirurgen, das neuste Schuhgeschäft oder den angesagtesten Innenarchitekten angeht. Brillant getroffen, herrlich ins Schwarze treffend, schwungvoll geschrieben, eine Lektüre, von der man lange etwas hat.- Barbara Wegmann


    Über die Autorin (Amazon)
    Candace Bushnell, geboren 1958, wuchs in Connecticut auf und studierte an der Rice University. Sie lebt in Manhattan. Weltberühmt wurde sie durch ihre von HBO verfilmte Kolumne im New York Observer , Sex and the City. Candace Bushnell schrieb zahlreiche Drehbücher, Kurzgeschichten und Romane. Von ihr liegen auf Deutsch außer Sex and the City drei Romane vor: Vier Blondinen , Raufschlafen und Lipstick Jungle .


    Meine Meinung
    Das Buch ist der Hammer. Absolut lesenswert. Ich konnte gar nicht aufhören, so spannend war das alles in diesem verrückten Hochhaus. Geld, Eitelkeiten, Sex, Lug & Betrug ... bissig und kritisch betrachtet sind auch die Oberreichen nur Menschen. Wer in New York "dazugehören will" wohnt in der richtigen Adresse und kennt die "richtigen" Leute. Das kann natürlich in Stress ausarten. Die von Bushnell scharf gezeichneten Charaktere haben es nicht leicht in der Metropole. Ständig muss man aufpassen, mit wem man verkehrt, dass man auf die richtige Party eingeladen wird und dass man den wichtigsten Stylisten der Stadt hat. Das hört sich zuerst ziemlich oberflächlich an und ich ging mit etwas gemischten Gefühlen an die Lektüre. Was erwartete ich von der Geschichte? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich habe mich überraschen lassen, weil ich Sex and the City mag. Das Ergebnis ist positiv ... ich habe mit den Leuten mitgefiebert und war entsetzt, wie entsetzlich korrupt die Menschen sind und wie steil es manchmal nach "unten" gehen kann.
    Da ist Annaliesa die schöne aber einsame Ehefrau von Paul, dem stinkreichen Hedgefondmanager, der über Leichen geht. Wird sie die neue "Mrs. Houghton" und regiert die High Society in New York? Oder Mindy Gooch, die erfolgreich ihren Blog schreibt über ihr unglückliches Leben mit James, dem nun endlich erfolgreichen Schriftsteller, der sich aber lieber mit der jungen Lola vergnügt ... ihr Sohn Sam ist ein Computergenie und bringt das ganze Haus durcheinander, um sich an Paul zu rächen. Dann ist da noch Philipp, Schriftsteller und Drehbuchautor, der sich nach der alten Liebe Charlene sehnt, die nach vielen Jahren wieder in ihre Wohnung einzieht und sein Gefühlsleben durcheinander bringt. Ja, und Lola ... 22 und geldgeil. Sie bringt die Herren über 40 völlig aus der Puste, will sich ein sicheres Nest schaffen und wird am Ende doch die Verlierin sein, oder?
    New York ist groß, schnell und sehr teuer. Aber sicher auch spannend. Ich habe neben der Lektüre immer wieder mal gegoogelt und mir das wunderschöne Hochhaus in Downtown angesehen ... würde ich da auch gerne wohnen? Ich weiß es nicht ... aber darüber lesen war toll. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos ..."

    (nach Loriot)

  • Ich habe das Buch heute ausgelesen. Es hat meinen Erwartungen entsprochen, nicht mehr und nicht weniger.
    Ich gebe ihm vier Sterne, da ich es gut fand, sich aber kein Wow-Effekt (wie das z.B. bei Lipstick Jungle der Fall war) eingestellt hat. Außerdem war es auch nicht so, dass ich das Buch nicht aus der Hand gelegt konnte. Hinzu kommt, dass meiner Meinung nach Candace Bushnells Sprachstil manchmal ein bisschen zu... unangebracht ist alá (entschuldigung): "Sie fühlt seinen großen, harten Schwanz in ihrer warmen, feuchten Muschi." Ich habe kein Problem, wenn in Büchern Sex "genauer" beschrieben wird, aber ist eine solche Ausdrucksweise denn nötig? Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, ob in "Lipstick Jungle" auch solche Sätze fielen, aber das Lesen des Buches ist auch schon wieder 3 Jahre her.

    gelesene Bücher 2023: 35 (+20 Hörbücher)

    SUB: 30 (Jahresanfang: 76)

  • Da ich ein großer Fan der Serie „Sex and the City“ bin und gerne Society- Romane a´la „Park Avenue Prinzessinnen“ und Co. lese, war „One fifth Avenue“ natürlich ein Muss für mich, auf das ich gespannt gewartet habe. Als ich es dann in den Händen hielt, war ich erst einmal ein wenig verschreckt – 511 Seiten, ok, ich habe schon deutlich dickere Bücher gelesen, aber so kleine Schrift und die Seiten so eng beschrieben?! Ich stellte mich darauf ein, eine längere Lesezeit mit diesem Buch zu verbringen. Nachdem ich dann aber erstmal mit dem Lesen begonnen hatte, stellte ich schnell fest, dass die Kapitel zwar recht lang, aber in kürzere Sinnabschnitte unterteil sind, so dass man das Buch auch mal zur Hand nehmen kann, wenn keine Zeit für ein ganzes Kapitel ist, so dass ich wider Erwarten doch recht schnell damit durch war.


    Zur Story: In „One fifth Avenue“ dreht sich alles um die Hausnummer 1 der berühmten Fifth Avenue in Manhattan, New York. Dort steht nach dem Tod der Besitzerin ein 20 Millionen teures Luxusapartment zum Verkauf, in das wohl die meisten Menschen sofort einziehen würden, bekämen sie die Gelegenheit dazu. So auch die Bewohner der übrigen Wohnungen des Hauses. Der Leser wird nun Zeuge der Intrigen, die in „One fifth“ gesponnen werden, der Affären, die die Bewohner haben und allem anderen, was in ihrem Leben passiert. Inkl. ihrer Sexualleben, welche aber nicht wirklich spannend sind. Ab und zu mal eine kleine „Erotikszene“ gepaart mit Begriffen, die nicht wirklich anregend sind, das war´s dann auch schon. Hier wäre mit einer etwas eleganteren Wortwahl wohl mehr erreicht worden, denn so, wie sie nun sind, wirkt der Großteil der Sexszenen einfach nur platt und vulgär.


    Die Vielzahl der Charaktere, die in „One fifth Avenue“ eine Rolle spielen, scheint einem auf den ersten Blick total undurchsichtig. Aber man bekommt schnell einen Überblick, wer wer ist in diesem Haus, wer was mit wem hat und wer in welche Intrige involviert ist. Die einzelnen Handlungsstränge sind übersichtlich gehalten und werden immer wieder geschickt miteinander verwoben. Hier hat die Autorin sehr gute Arbeit geleistet, ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, mit Figuren oder Handlungen durcheinanderzukommen.
    Auch ist es Candace Bushnell gelungen, ihren Charakteren zumindest ein bisschen Tiefgründigkeit zu verleihen – sogar denen, die von ihrem Naturell her oberflächlich sein sollen, wie Lola, Flossie oder Betelle. Für jeden Geschmack ist etwas dabei, man findet sicherlich Figuren, die man liebgewinnt oder mit denen man sich identifizieren kann, aber sicherlich auch den ein oder anderen, den man überhaupt nicht ausstehen kann. „One fifth Avenue“ strotzt nur so vor interessanten Menschen und ihren Lebensgeschichten, und das macht dieses Buch so interessant. Spannend ist es hingegen weniger, die kleine Kriminalgeschichte zum Ende lässt auch nur wenig Spannung aufkommen und ist in meinen Augen überflüssig.


    Als Buch hat mir „One fifth Avenue“ gut gefallen und ich könnte mir vorstellen, dass daraus eine großartige Serie entstehen könnte. Ich bin gespannt, ob Mindy, Enid, Philip und Co. vielleicht bald im TV ihre Intrigen spinnen. Ich würde es mir auf jeden Fall ansehen!