Milan Kundera: Der Vorhang

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  • Kurzbeschreibung von amazon.de
    Milan Kundera entwirft ein Bild Europas und der Welt durch die großen Romane der Weltliteratur. Die Liebesgeschichte der Anna Karenina und die habsburgerische Bürokratie bei Kafka und Stifter, das Paris von Flaubert und das von Proust - ein Buch voller Anekdoten und Analysen, Szenen und Bilder, in denen die Romane der Weltliteratur lebendiger als die Wirklichkeit selbst werden. Dargestellt mit der kritischen Ironie eines bedeutenden Erzählers.


    Meine Kurzbeschreibung:
    Ich habe ja ganz naiv mit einem Roman gerechnet, aber das ist das Buch nicht. Es ist aber auch kein Sachbuch, auch wenn Kundera hier seine Meinung zur Gestalt des Romans kundtut. Es ist irgendwie einfach etwas ganz Eigenes.
    In diesem Buch beschreibt Kundera das Wesen des Romans, geht auf verschiedene besondere Romanfiguren und ihre Verhaltensweisen und Charaktere ein und beschreibt, was sie antreibt und was sie so besonders macht. Besonders widmet er sich hier und in anderen Kapiteln "Don Quijote" und "Anna Karenina". In weiteren Kapiteln erläutert Kundera dann, wie sich die Literatur in Europa entwickelt hat und erklärt, warum es eigentlich so sinnlos ist, die Literaturgeschichte eines Landes losgelöst von den literarischen Entwicklungen der Nachbarländer zu betrachten.
    Auch der Autor selbst ist Thema bei Kundera. Die verschiedenen Intentionen eines Autors werden beleuchtet, seine Vorbilder, seine Arbeitsweise. Dabei berichtet Kundera von einigen Anekdoten zu verschiedenen Autoren und berichtet von der Entstehung einiger Romane.


    Meine Meinung:
    Kundera hat mit "Der Vorhang" eine recht amüsante Stellungnahme zur Weltliteratur verfasst. Das Buch liest sich ganz gut und es war zeitweilig wirklich sehr interessant, etwas über die Geschichte der verschiedenen Romane zu erfahren. Das hat mich sehr überzeugt. Gerade bei den Romanen, die ich schon kannte, haben mich die Zusatzinformationen sehr interessiert.
    Insgesamt ist "Der Vorhang" wohl eher kein Buch, das man so am Stück lesen sollte. Mit der Zeit wird es dann nämlich doch manchmal etwas dröge. Vielleicht sollte man sich eher am Titel orientieren und den Vorhang von Zeit zu Zeit etwas anheben und sich stückchenweise informieren. Ich denke, dass das Buch dann noch mehr Spaß macht. Insgesamt war es für mich eher mittelmäßig. Informativ ja, aber nicht immer ungetrübte Unterhaltung.
    Von mir gibt's drei Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    1. Der Vorhang

      (Ø)

      Verlag: FISCHER Taschenbuch


  • Vielen Dank, Strandläuferin, für die Rezension. Hört sich wirklich interessant an, ich mag sehr gerne so genannte "Bücher über Bücher", vor allem auch,
    weil ich diese sehr gut zwischendurch lesen kann :wink: Ich lese gerade "100 besten Werke der Weltliteratur", kann leider ISBN nicht finden.
    Aber die Meinung von M. Kundera könnte auch mal sehr spannend sein. Merke mir auf jeden Fall vor das Buch.

    2021: Bücher: 188/Seiten: 85 565
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Poznanski, Ursula - Shelter

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