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Ralf Sotscheck - Gebrauchsanweisung für Irland

Gebrauchsanweisung für Irland: Überarbei...

3.7 von 5 Sternen bei 9 Bewertungen

Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 224

ISBN: 9783492275941

Termin: April 2010

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  • Kurzbeschreibung von Amazon kopiert:
    Sind Iren wirklich rothaarig, haben ein sehr individuelles Zeitgefühl und verwechseln den Pub gerne mit ihrem Wohnzimmer? Der Irlandkenner Ralf Sotscheck spielt augenzwinkernd mit den Klischees über die Grüne Insel und zeigt uns den wahren Iren.
    Irland,die grüne Insel in Europas äußerstem Nordwesten: vielleicht der Flecken Erde mit den meisten Klischees pro Quadratmeter. Was aber erwartet den Irlandreisenden wirklich? Doppelt soviele Schafe wie Menschen, Tullamore Dew, der irische Geist in der Flasche, und die Größen der Weltliteratur von James Joyce bis Frank McCourt. Hier sind Sagen und Legenden bis heute lebendig die Feenfrau Banshee schwebt immer noch durch verwitterte keltische Ruinen. Und es war der Dubliner Schriftsteller Bram Stoker, der Graf Dracula weltberühmt gemacht hat. Ralf Sotscheck erzählt mit irisch inspirierter Fabulierlust, so daß das bunte Mosaik einer Insel zwischen Tradition und Wirtschaftswunder entsteht.


    Normalerweise liest man eine Gebrauchsanweisung bevor man das Gerät in Betrieb nimmt, in diesem Fall also: Vor einem Irlandurlaub. Wie oft ich inzwischen auf der grünen Insel war, kann ich fast nicht zählen, und so habe ich das Buch praktisch als Vergleich mit meinen eigenen Erfahrungen gelesen (und den Berichten meiner Tochter, die in Dublin studiert hat).


    Irland hat sich vom Armenhaus Europas zu einem (fast) gleichberechtigten Wirtschaftspartner der EU-Industrienationen gemausert. Darüber hinaus entwickelt es sich als Urlaubsland langsam zu einem "Mallorca des Nordens" (wenn auch zehnmal so teuer wie die Balearen). Ein nicht immer im Einklang mit den tatsächlichen Traditionen wiederbelebter Keltenkult tut sein Übriges.
    Sotschecks Buch ist kein Reiseführer, er beschreibt keine Routen oder Sehenswürdigkeiten, gibt keine Tipps zu Freizeitaktivitäten oder kulinarischen Erlebnissen, und er hält sich nicht mit dem auf, was man gesehen haben muss. Er stellt in erster Linie das dar, was sich für einen ahnungslosen Irlandreisenden als Fallstrick entpuppen könnte, und nimmt Eigenarten der Iren aufs Korn, vor allem diejenigen, die sich bei keinem anderen Volk finden lassen. Daneben erfährt man allerlei aus der wechselhaften Geschichte Irlands und warum die Teilung bis heute besteht; tatsächliche Historie schmückt er mit Sagen und Legenden aus. Mit Augenzwinkern erzählt der Autor Anekdoten aus seinem eigenen Leben in Irland (er ist seit 15 Jahren Irlandkorrespondent der taz).


    Nicht immer decken sich Sotschecks Berichte mit meinen Erlebnissen. - So sagt er: " Die Iren sind ein freundliches und zuvorkommendes Volk - solange sie nicht hinter dem Steuer eines Autos sitzen. Dann verwandelt sich das Ehepaar Jekyll in Herrn und Frau Hyde ..." (S. 24) Ich vermute: Herr Sotscheck hat in den letzten Jahren zu Stoßzeiten weder den Kölner Ring noch die A 8 bei München befahren, sonst wüsste er besser, wo die Eheleute Hyde sich normalerweise aufhalten. Meine Erfahrung mit irischen Autofahrern sind nur die besten - vor allem, wenn man mit einem Rechtsverkehr-Auto unterwegs ist.
    Andererseits habe ich Hintergrundinformationen zu Problemen bekommen, von denen ich bisher nur die nette Seite kannte: Die unzähligen Schafe mit ihren bunten Punkten auf dem Rücken, die überall grasen (gelegentlich auch auf der Straße) und dadurch zur Bodenerosion beitragen. Oder die malerischen Dörfer mit ihrem knallbunt verputzten Häusern und den lackierten Türen: Vieles davon nur Fassadentünche zwecks Vermarktung für die Tourismusbranche, die wahren Schätze aus der Vergangenheit wurden teilweise lieber abgerissen und "auf alt" neu gebaut als restauriert.


    Sotschecks Buch bleibt mir zu oberflächlich, weil er in 200 Seiten so viele kuriose und reelle Informationen wie möglich unterbringen wollte. Möglicherweise reichen diese für einen Urlaub, das kann ich nicht beurteilen, doch ich hätte mir bei einigen Themen eine längere Verweildauer gewünscht.


    Übrigens: Der größte Teil der Iren ist nicht rothaarig, aber sie haben tatsächlich ein individuelles Zeitgefühl und verwechseln wirklich den Pub mit ihrem Wohnzimmer, wobei sie sich im Pub öfter aufhalten als in ihren Wohnzimmern.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Ich habe das Buch vor einigen Jahren mal gelesen und fand es ganz nett, aber nicht berauschend. Wirklich hängen geblieben ist eigentlich fast nichts, stelle ich gerade fest. :uups:
    Ich frage mich gerade, wo mein Buch eigentlich ist? :scratch: Anscheinend habe ich es verliehen und nie zurück bekommen. Naja, das ich es vorher nicht vermisst habe, sagt wohl alles. :wink:

  • Ich habe das Buch vor einigen Jahren mal gelesen


    Vor oder nach einem Irlandbesuch. Oder einfach so?


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Danach.
    Nach dem ich das erste Mal in Irland war, habe ich mir einige Bücher gekauft, die sich mit Irland beschäftigen. Neben diesem hier war auch noch "Ein Kühlschrank durch Irland" (Tony Hawks), "Irisches Tagebuch" (Heinrich Böll) und "Mein irisches Tagebuch" (Ralph Giordano). Eigenlich lassen sich die Bücher nicht wirklich miteinander vergleichen, den ausser Irland haben sie nicht viel gemeinsam.

  • Ich habe das Buch vor meinem damaligen langen Irland-Aufenthalt gelesen und im nachhinein muss ich schon sagen, dass vieles, was in diesem Buch beschrieben wird in der Realität ziemlich anders war. Ich möchte da als Beispiel nur die Pub-Öffnungszeiten erwähnen, aber auch einige andere Dinge kamen mir nach meinem Aufenthalt auf der grünen Insel vollkommen anders vor Ich denke mal, Herr Sotschek beschreibt in diesem Buch eher Dublin und die dortigen Gegebenheiten, welche alles andere als repräsentativ für den Rest des Landes sind.
    Die hier schon beschriebene Oberflächlichkeit muss ich auch bemängeln - allerdings denke ich mal, dass es immer schwierig ist, ein Land und dessen Einwohner umfassend zu beschreiben, da wird es wohl immer Sachen geben, welche hier zutreffen mögen, dort schon wieder garnicht. Eine Gebrauchsanweisung für Deutschland sähe sicherlich ähnlich oberflächlich und auf Stereotypen beschränkt aus...

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

  • Eine Gebrauchsanweisung für Deutschland sähe sicherlich ähnlich oberflächlich und auf Stereotypen beschränkt aus.


    Das kann getestet werden. Daneben gibts noch Gebrauchsanweisungen für "Einzelvölker" wie Bayern, Schwaben, Berliner, Kölner, uws.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Diese Gebrauchsanweisung ist stellenweise recht amüsant zu lesen, aber natürlich ist diese Lektüre keine optimale Vorbereitung für einen (längeren) Aufenthalt in Irland. Ich hab ein Schuljahr dort verbracht und vorher - spaßeshalber - dieses Buch gelesen. Die Iren, die ich traf, entsprachen nur sehr bedingt den hier beschriebenen.

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  • Ich hab ein bisschen in dem Buch gelesen, da ich in den Sommerferien nach Irland fahre und gar nicht so viel über das Land weiß.

    Zitat

    aber natürlich ist diese Lektüre keine optimale Vorbereitung für einen (längeren) Aufenthalt in Irland. Ich hab ein Schuljahr dort verbracht und vorher - spaßeshalber - dieses Buch gelesen. Die Iren, die ich traf, entsprachen nur sehr bedingt den hier beschriebenen.

    Das ist ja klar, sonst müssten die ja alle gleich sein, oder zumindest ähnlich :scratch:

    Sometimes I feel happy,
    and I don't know why.
    Than I feel crappy,
    and want to cry.


    If I see you,
    I'm confused.
    If I think of you,
    I'm bemused.


    If I look in your eyes,
    I began to smile,
    but I'm alway suprise
    of the color of your eyes.


    Yeha, if I look at you,
    It seems to me
    if I look atr the sky

    :love: too. :love:

  • Ich hab ein bisschen in dem Buch gelesen, da ich in den Sommerferien nach Irland fahre und gar nicht so viel über das Land weiß.

    Das ist ja klar, sonst müssten die ja alle gleich sein, oder zumindest ähnlich :scratch:

    Ja, logisch. Aber wenn man dem Autor zu blauäugig alles abkauft, was er da erzählt, kann man ganz schön auf die Nase fallen. Es sind nicht alle Iren so rothaarig, sarkastisch, musikalisch, gottesfürchtig und trinkfest wie viele sich das gerne vorstellen und sie gleichen bei einem ersten Treffen auch nicht die Stammbäume ab wie in diesem Buch beschrieben. Das ist das, was ich sagen wollte: Das Buch ist lustig, aber sehr überzogen. :)

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  • Informierend und immer mit einem Augenzwinkern erzählt!


    Ein Land das jährlich ca. 300.000 deutsche Besucher anlockt, das ca. 4 Millionen Einwohner und 9 Millionen Schafe bewohnen: Irland.
    Doch ist Irland noch so viel mehr als bloß rothaarige Menschen, Bier und Whiskey oder Regenwetter. Ralf Sotscheck, der seit über 30 Jahren mit einer Irin verheiratet ist und selbst seit 1985 als Irlandkorrespondent der »taz« in Dublin lebt, räumt in seinem Buch “Gebrauchsanweisung für Irland” mit den gängigen Vorurteilen auf und zeigt mit viel Hintergrundwissen die wahre Seele der Grünen Insel.
    Für den nach Irland reisenden ist es wichtig, zu wissen, worauf er sich bei seiner Begegnung mit diesem Volk gefasst machen muss. So gibt es zum Beispiel beim Verhalten im Verkehr oder bei einer Unterhaltung im Pub, beim Betreten eines irischen Wohnzimmers oder beim Engagieren eines Handwerkers einiges zu beachten.
    Ob Spielhöllen, Pubs, irische Wohnzimmer oder andere Orte: Beim Lesen dieses Buchs wird man auf die in Europas Westen liegende Insel entführt und erfährt nicht nur sehr viel Wissenswertes über die Ess- und Trinkgewohnheiten, das gälische Irisch, irische Schriftsteller, das Wetter und die Wirtschaft, sondern unter anderem auch, was ich besonders interessant fand, über die Kultur, Mythen und Legenden.
    So werden Knabenstehlende, auf “Rath” genannten Feenhüglen lebende Feen, das Volk der Göttin Dana, das “Stille Volk”, Shefro genannt, die Leprechauns, die Cluricauns oder auch die Banshee in diesem Buch genau erklärt und beschrieben.
    Auch über die Geschichte Irlands erfährt der Leser hier einiges, lernt Zusammenhänge der irischen Vergangenheit mit Sitten, Bräuchen und Wirtschaft heutzutage kennen.
    Auch die Entwicklung der Wirtschaft wird beschrieben, Probleme wie auch Lösungsansätze werden aufgezeigt.
    Teilweise unterhaltsam waren auch die Beschreibungen der Politiker und ihrer Bemühungen, sich Wahlstimmen zu erkämpfen. Denn um den Wählern präsent zu sein begeben sie sich regelmäßig auf Beerdigungen, besonders gerne wenn die Presse dabei ist, und drücken ihr Mitgefühl aus. So erscheinen sie viel menschlicher und bleiben im Gespräch. Auch Entscheidend für die Abgabe der Wahlstimme sind für einen Iren wohl häufig auch die hauswirtschaftlichen Qualitäten der Ehefrau eines sich zur Wahl stellenden Politikers..
    Aber auch vor dem Thema Sport macht Sotscheck keinen Halt, sodass er auf 218 Seiten ein dichtes und farbenfrohes Bild Irlands malt.
    Selbst wenn man schon Irland bereist hat, lernt man beim Lesen dieses Buches viel Neues und Interessantes.
    Der Schreibstil ist auch ganz toll, da er zwar auf der einen Seite sachlich, auf der anderen Seite jedoch mit einem Augenzwinkern und Humor, überzeugt. Das Buch lässt sich sehr schön flüssig lesen und man möchte es kaum aus der Hand legen.
    Es macht wirklich sehr viel Spaß dieses Buch zu lesen und somit in die Geschichte, Kultur und Lebensweise der Iren einzutauchen.

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