Jane Austen - Sanditon

  • Buchdetails

    Titel: Sanditon


    Verlag: dtv

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 384

    ISBN: 9783423126663

    Termin: August 1999

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

    85,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Sanditon"

    Eine turbulente Gesellschaft... Bei Jane Austen geht es wie immer ums Ehestiften, diesmal ist der Schauplatz der idyllische englische Badeort Sanditon. Als Charlotte Heywood dort eintrifft, gerät sie sofort in eine turbulente Gesellschaft. Als Jane Austen 1817 starb, war der Roman unvollendet. 1975 unternahm es die Austen-Verehrerin Marie Dobbs, die Handlung kunstvoll fortzuspinnen, und brachte auf so unterhaltsame Weise etliche glückliche Paare zusammen, daß es schwerfällt zu glauben, Jane Austen habe nicht selbst den Schlußpunkt gesetzt.
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  • Gleich vorneweg, der Roman ist zwar von Jane Austen begonnen, aber durch ihren Tod nie fertiggestellt worden. Erst Jahre später in den siebzigern Jahern hat Marie Dobbs dieses Wagnis unternommen, die Geschichte weiterzuspinnen, von der zuvor nur ca. elf Kapitel existierten.
    Doch in diesen Anfangsgeschichten waren bereits alle typischen Austen-Charaktere angelegt und auch der Themenkreis dieser Autorin ist ja immer recht ähnlich gewesen. Trotzdem ist Marie Dobbs ein Kunststück gelungen, indem sie Jane Austens Stil wie ich finde ganz hervorragend imitiert.


    Die Heldin Charlotte Heywood macht Urlaub in dem (fiktiven) Badeort Sanditon und lernt dort nicht nur die verschiedenen Bewohner mit ihren Eigenheiten kennen, sondern auch die üblichenVerwicklungen des Herzens der übrigen anwesenden jungen Leute. Allerdings glaubt sie, sich frei von Gefühlen der Beobachtung widmen zu können - wer Jane Austen kennt, der weiß natürlich sehr bald, dass das gehörig schief gehen muss.


    Das Ende der Geschichte steht zwar recht schnell fest, aber wie immer stehen im Vordergrund die herzerfrischenden Dialoge, vor allem zwischen Charlotte und dem wortgewandten Sidney Parker, sowie die Schilderungen der einzelnen Figuren und Aktivitäten. Der Beginn ist zwar recht gemächlich und der Leser braucht einige Seiten, um die vielen Personen im Geiste zu sortieren (oder lag das an meinen vielen Unterbrechungen?), doch die Geschichte gewinnt dann an Fahrt und Spannung bis sich letztlich alle Verwicklungen in Wohlgefallen auflösen.

  • Erst Jahre später in den siebzigern Jahern hat Marie Dobbs dieses Wagnis unternommen, die Geschichte weiterzuspinnen, von der zuvor nur ca. elf Kapitel existierten.

    In den 1870ern oder in den 1970ern?


    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Romane so gut gelingen können, wenn zwei oder mehr Autoren daran arbeiten. (Außer, wenn es sich um ein festes Team handelt, wie bei Douglas Preston und Lincoln Child)

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • In den 1870ern oder in den 1970ern?

    Ich habe hier noch mal den Kurzbeschreibung von Amazon hinzugefügt, da steht es ganz genau drin:


    Kurzbeschreibung
    Bei Jane Austen geht es wie immer ums Ehestiften, diesmal ist der Schauplatz der idyllische englische Badeort Sanditon. Als Charlotte Heywood dort eintrifft, gerät sie sofort in eine turbulente Gesellschaft. Als Jane Austen 1817 starb, war der Roman unvollendet. 1975 unternahm es die Austen-Verehrerin Marie Dobbs, die Handlung kunstvoll fortzuspinnen, und brachte auf so unterhaltsame Weise etliche glückliche Paare zusammen, daß es schwerfällt zu glauben, Jane Austen habe nicht selbst den Schlußpunkt gesetzt.


    Ich habe "Sanditon" vor mehreren Jahren gelesen ud mir hat die Geschichte gut gefallen. Besser als Die Watsons, der andere unvollendete Roman von Jane Austen, der nach ihrem Tod fertiggeschrieben wurde. Mir ist der Unterschied im Schreibstil damals nicht aufgefallen, Marie Dobbs hat den Stil von Jane Austen gut getroffen. Zum Glück, des oft geht sowas ja gewaltig daneben.
    Allerdings überlege ich gerade, warum ich den Buch eigentlich fünf Sterne gegeben habe. :-k Es ist wirklich schön, aber wenn ich es mit anderen fünf Sterne Büchern von Jane Austen vergleiche, dann ist es doch etwas schwächer. Ich werde mein Bewertung deshalb mal auf vier Sterne korrigieren. :winken:

  • Da warst Du etwas schneller als ich, Hermia! :)


    Zitat

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Romane so gut gelingen können, wenn zwei oder mehr Autoren daran arbeiten. (Außer, wenn es sich um ein festes Team handelt, wie bei Douglas Preston und Lincoln Child)


    Das würde ich so grundsätzlich nicht sehen. Zwar stimmt es hier und da (z.B. bei "Vom Winde verweht" und "Scarlett"), aber wirklich gute Schriftsteller verstehen es anscheinend docg, einen Stil sehr treffsicher zu imitieren. Es kommt wohl immer darauf an, wie gut sich der/die Betreffende mit der Literatur auseinandergesetzt hat und ob es bloß darum ging, die Figuren und ihre Vorgeschichte "auszuleihen" womöglich gar aus Marketing-Gründen oder ob man sich intensiv mit dem Schreibstil beschäftigt.
    Warum soll es gute Nachahmer nicht geben - in der Kunst gibt es sie doch auch? Sicher, ein Experte kann dort meist ein Original vom Imitat unterscheiden - aber der gewöhnliche Laie eben meist nicht. Manchmal sind ja die Imitate so gut, dass sie als eigenes Kunstwerk gelten.


    Zurück zu Jane Austen - wie ich schon sagte, ich finde Marie Dobbs' Arbeit sehr gelungen, so wie auch einige von Joan Aikens Anlehnungen an Jane Austen (wenn auch nicht alle!). Hermia kann ich insofern zustimmen, dass zwar die Original-Jane-Austen-Klassiker besser sind, aber deswegen würde ich hier keinen Stern abziehen - gäb es eine noch feinere Skala, würde ich da ggf. differenzieren, aber bei nur fünf Abstufungen, habe ich da die "4-Sterne"-Stufe schon anders belegt. ;) Aber es ist ja auch meistens nicht so, dass man alle Bücher, die man mit 5 Sternen bewertet genau gleich gut findet....

  • Ich bin eigentlich auch immer skeptisch, wenn ein Buch von einem bestimmten Autor nach dessen vorzeitigen Tod von jemand anderem fertig geschrieben wird - besonders, wenn dabei, wie hier, so viel Zeit dazwischen liegt. Da nun aber viele so von dem Buch schwärmen und meinen, der Unterschied falle gar nicht oder nur kaum auf (darunter sind auch Jane-Austen-Fans, die das normalerweise sehr kritisch betrachten), habe ich mir das Buch gekauft und werde wohl sogar schon heute mit dem Lesen beginnen und dann berichten. :queen:

  • besonders, wenn dabei, wie hier, so viel Zeit dazwischen liegt.

    Das ist genau der Punkt. Ich stelle es mir auch für einen sehr guten Schriftsteller unserer Tage sehr schwer vor, sich in die gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19.Jahrhunderts so hineinzudenken, dass der moderne Teil des Romans authentisch (--> im Hinblick auf den Stil von Jane Austen) wirkt.



    habe ich mir das Buch gekauft und werde wohl sogar schon heute mit dem Lesen beginnen und dann berichten. :queen:

    Da bin ich sehr gespannt auf Deinen Bericht.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Das ist genau der Punkt. Ich stelle es mir auch für einen sehr guten Schriftsteller unserer Tage sehr schwer vor, sich in die gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19.Jahrhunderts so hineinzudenken, dass der moderne Teil des Romans authentisch (--> im Hinblick auf den Stil von Jane Austen) wirkt.

    Da bin ich sehr gespannt auf Deinen Bericht.

    Ich bin erst im 3. Kapitel in der Zwischenzeit und die ersten 11 (glaube ich) sollen ja von Jane Austen selber sein, so dass ich das noch nicht sagen kann. Außerdem hab ich "den Fehler" gemacht und die übersetzte Ausgabe gekauft, so dass es da durch die Übersetzung eventuell nicht auffällt. So wie es aussieht gibt es im Englischen nur die angefangenen Teile zu kaufen und die die vollendeten. :scratch:


    Werde trotzdem gerne berichten.

  • Das ist genau der Punkt. Ich stelle es mir auch für einen sehr guten Schriftsteller unserer Tage sehr schwer vor, sich in die gesellschaftlichen Konventionen des frühen 19.Jahrhunderts so hineinzudenken, dass der moderne Teil des Romans authentisch (--> im Hinblick auf den Stil von Jane Austen) wirkt.


    Ehrlich gesagt, bin ich da auch eher misstrauisch, aber bei diesem Buch fand ich es sehr gelungen. Joan Aiken hat übrigends auch einige "Folgeromane" geschrieben, die dem Stil von Jane Austen sehr ähnlich sind.

    Außerdem hab ich "den Fehler" gemacht und die übersetzte Ausgabe gekauft, so dass es da durch die Übersetzung eventuell nicht auffällt.


    Hmm, daran könnte es natürlich auch liegen, das ich nichts gemerkt habe. Ich habe die gleiche Ausgabe wie Anriel, also eine deutsche.

    So wie es aussieht gibt es im Englischen nur die angefangenen Teile zu kaufen und die die vollendeten. :scratch:

    Den Satz kapier ich gerade nicht :-k - meinst du, es gibt diese Version, die von Marie Dobbs beendet wurde, auf englisch nicht? Ich habe eine Version gefunden, die gibt es allerdings nur noch gebraucht. ;)

  • @hermia:
    Ja, ich hab mich ein wenig merkwürdig ausgedrückt. Ich meinte, dass es immer nur die Fragmente auf Englisch gibt - oder eben die komplette Übersetzung, aber nur gebraucht.

  • Ich habe gerade noch mal ein bisschen auf der deutschsprachigen Jane Austen Infoseite gesucht und bin dabei auf eine Liste gestossen, die jede Menge Fortsetzungen von unterschiedlichen Autoren enthält: Klick!

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