Georges Simenon - Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer / Au rendez-vous des Terre-neuvas

  • Georges Simenon: Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer; Diogenes Verlag Zürich 2008; ISBN: 978-3-257-23809-9


    Die Fahrt des Fischdampfers "Ocean" war mit dem "bösen Blick" behaftet. Außerdem war der Fang bei der Heimkehr verdorben und der Kapitän nicht mehr er selbst. Das behaupten zumindest die Seeleute, die bei der Fahrt mitmachten. Zumindest für den bösen Blick und den verdorbenen Fang gab es eine ganz natürliche Erklärung.


    Simenon beschreibt ein menschliches Drama auf hoher See, das in Mord und Totschlag endet. Simenon gelingt es, Charaktere und Stimmungen atmosphärisch und erzählerisch dicht zu zeichnen. Hier wird noch einmal das kleinbürgerliche Leben an der französischen Atlantikküste zu Beginn der `30er Jahre lebendig.


    Der Diogenes-Verlag legt hier eine Neuauflage des Krimi-Klassikers vor. Der Buchdeckel ist hardcover; auch das Layout ist verändert. Ein Damenfoto ziert den Buchdeckel. Schwarz, weiß und rot (und nicht mehr gelb) sind die neuesten Farben. Der vordere Bucheinband zeigt den Stadtplan um das Hauptquartier der Pariser Kriminalpolizei. Der hintere Buchdeckel zeigt eine Landkarte mit den wichtigsten Städten Frankreichs. Das Buch wirkt so modern und hochwertig. Ob sich am Inhalt, an der deutschen Übersetzung etwas geändert hat, können Experten besser beurteilen. Lesenswert ist das Buch auf jeden Fall.

  • Maigret ermittelt privat, auf bitten eines alten Schulfreudes. Seinen Urlaub verbringt er bei dem, was er am liebsten macht - ermitteln. Ein Mord im Hafen von Fecamp. Verdächtigt wird der 19 jährige Funker. Hatte er ein Motiv ? Was lief falsch auf der vorangegangenen Fahr des Fischfangdampfers "Ocean" ? Maigret löst den Fall und zeigt sich einmal mehr von einer sehr menschlichen Seite. Wieder ein sehr schön und flüssig zu lesendes Buch - mit einem nachsichtigen und etwas kurzem Ende.

  • Maigret ist einfach solide Krimikost. Auch in diesem neunten Teil der Reihe schafft es Simenon, den Leser mit einfachen Worten, ohne großes Ausschmücken, gleich in den Bann zu ziehen - diesmal in die Hafenatmosphäre von Fécamp. Die Geschichte ist spannend, wenn auch nicht so sehr wegen der Auflösung des Mordfalls, sondern (wie in den vorherigen acht Bänden auch) eher wegen der Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere und ihrer Sehnsüchte, dem Leben auf dem Boot, das Verständnis für den Täter, usw.


    Der Roman erschien zuvor auch schon als "Maigret und das Verbrechen an Bord"


    Das französischsprachige Original erschien 1931 unter dem Titel "Au rendezvous-vous des Terre-neuvas"