Ingo Gach: Freyas Fluch; grafit - Verlag Dortmund 2008; 384 Seiten; ISBN: 978-3-89425-606-7
Wir schreiben das Jahr 123 nach Christus. Als
Agyntir, der mutige, heldenhafte Anführer der germanischen Chatten,
ermordet wrid, droht nach langen Jahren des Friedens wieder ein Krieg.
Am Tatort wird angeblich der römische Prokonsul gesehen. Die Schamanin
spricht einen Todesfluch gegen ihn aus. Der junger Ubier Rainolf hat es
schon bis zum Ädil geschafft. Kann er den Frieden retten?
Hier liegt der zweite Roman Gachs vor. Auch er spielt im alten
Germanien. Das Buch ist flott geschrieben und läßt sich trotz seines
Umfanges leicht und schnell lesen. Ein Glossar am Ende des Buches
erklärt die benutzten römischen Begriffe. Hier liegt ein
empfehlenswerter Krimi vor.
Waren es in den `90er Jahre, in denen Autoren wie Ellis Peters, Edward
Marston, John Maddox Roberts und andere Autoren Kriminalromane aus der
Antike und dem Mittelalter erstmals veröffentlichten? Da immer mehr
solcher Krimis erscheinen, muß wohl ein Markt dafür vorhanden sein.
Woher kommt das Interesse der Lesen an solchen historischen Romanen?
Wir hier die sogenannte gute alte Zeit romantisiert? Die
Errungenschaften der modernen Technik sind hier unbekannt. Die Helden
müssen sich auf ihren Menschenverstand und ihre Intuition verlassen und
können sich zwischenzeitliche Fehleinschätzungen erlauben. Das Leben
ist einfach strukturiert. Liebe und Haß, Geld und Macht, Habgier /
Erfolgsstreben und Armut - sie sind die gängigen Motive für Raub und
Mord. Da brauche ich mir keine Gefanken über psychologische
Spitzfindigkeiten zu machen. Autorinnen wie Elizabeth George bieten da
schon bedeutend schwerere geistige Kost. Ob das auch den Reiz von
historischen Kriminalromanen ausmacht? Es ist durchaus möglich.
Bei Bach kommen noch die lokalen Bezüge hinzu. Ingo Gach ist Jahrgang
1967. Er wurde in Brühl geboren. An der Kölner Universität studierte er
Germanistik, Anglistik und Philosophie. Seit einem Abstecher in den
Printmedienbereich und ins Fernsehen arbeitet Gach heute als Journalist
und Autor. Und das (immer noch) in Köln, wo auch der Krimi spielt.
Zumindest die rheinischen Leser können sich also lebhaft vorstellen,
wie es in dem römisch-germanischen Grenzgebiet aussieht
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Diese
Lebensweisheit scheint auch dem grafit-Verlag Erfolg zu bringen. Ganz
egal, ob die Geschichten in Köln, Düsseldorf oder Dortmund spielen, mit
den Regionalkrimis scheint der Verlag auf ein gutes Pferd gesetzt zu
haben.


