Johann W. Goethe - Clavigo

Clavigo

4 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Reclam, Ditzingen

Bindung: Taschenbuch

ISBN: 9783150000960

Termin: 1986

Klappentext / Inhaltsangabe: Unentschlossen steht Clavigo als »kleiner Mensch« am Scheideweg: Soll er sich für ein bürgerlich stilles Leben in häuslichen Freuden entscheiden, das durch beruhigende Beschränkung einen »ehrlichen Kerl« aus ihm macht, oder soll er den Verlockungen der Ehre, der Macht und Größe nachgeben, der Erweiterung seines Selbst durch ein großes Gefühl, das nur die Verpflichtung für das Ganze kennt?
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  • Inhalt:

    Clavigo kommt als mittelloser junger Mann in Madrid an und wird dort von Maries Familie aufgenommen. Marie und er verlieben sich und es kommt sogar so weit, dass Clavigo sie heiraten will. Die Handlung setzt ein, dass Calvigo sich nach sechs Jahren von Marie lossagt, um am Hof höhere Erfolgschancen zu haben. Er ist bereits Archivarius des Königs, will aber mit allen Mitteln noch weiter aufsteigen. Zwar plagt ihn das schlechte Gewissen, doch Frauen stehen allgemein solchen Plänen entgegen.

    Marie hingegen leidet Qualen, dass sie ihr Liebster verlassen hat. Sie kann nicht glauben, dass er sie nicht mehr liebt und versteht die Welt nicht mehr. Maries Bruder Beaumarchais ist aus Frankreich hergeeilt, um die Schmach seiner Schwester zu rächen. Bis zum Duell will Beaumarchais es allerdings nicht kommen lassen, er will Genugtuung auf andere Art und Weise von Clavigo erhalten, um den Ruf seiner Schwester wiederherzustellen.


    Meine Meinung:

    Clavigo steht auf einem Scheideweg zwischen der Liebe zu Marie und dem damit verbunden bürgerlichen Leben und einem erfolgversprechenden Leben bei Hofe. Einerseits hat er Maries Familie viel zu verdanken, hofft aber dennoch auf großen Ruhm, Erfolg und Ansehen bei Hofe, wobei ihm Marie im Wege steht. Sie ist Ausländerin, Französin, und daher bei den Herrschaften an Hofe nicht sehr angesehen. Carlos, Clavigos Freund, versucht ihm davon zu überzeugen, dass er nur noch weiter nach oben kommt, wenn er sich ganz und gar von ihr löst und dazu sind ihm alle Mittel recht. Goethes Werk schlidert die Entscheidung eines Mannes zwischen Liebe und Erfolg, zwischen Recht und Unrecht bzw. seinem Ansehen. Er schildert, was passiert wenn Erfolg und Ansehen über allem anderen steht.

    Das Trauerspiel ist mit seinen 58 Seiten sehr kurz geraten, verpackt aber trotzdem Clavigos Zwiespalt und seine Entscheidungsnot gekonnt.


    Von mir gibt es daher
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