Suzannah Dunn - The sixth wife [EN]

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  • (bisher nur auf englisch erschienen)


    Inhalt:
    Bei "The sixth wife" geht es, wie der Titel andeutet, um die sechste Frau Heinrichs VIII: Katherine Parr, die einzige seiner Ehefrauen, die ihn überlebte.


    Die Geschichte beginnt nach ihrem Tod und beschäftigt sich vorrangig mit ihren Jahren als Königinswitwe. Erzählt wird aus Sicht ihrer Freundin Catherine von Suffolk, geborene Catherine Willoughby of Eresby. (Skandalös) kurze Zeit nach dem Ableben des Königs heiratet Katherine 1547 zum 4. Mal in ihrem Leben: ihre Jugendliebe Thomas Seymour (Bruder der dritten Frau von Heinrich VIII). Die Freundin Catherine beobachtet das ganze sehr kritisch, steht aber weiterhin ihrer Freundin zur Seite. Doch die Ehe dauerte nur kurze Zeit, da Katherine wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter Mary im September 1548 stirbt. Thomas überlebt seine Frau nur um wenig mehr als ein halbes Jahr und wurde im Januar 1549 hingerichtet.




    Meine Meinung:
    Zuerst einmal bin ich dem Roman dankbar dafür , dass er nur knapp 300 Seiten lang ist und mich trotzdem mit Basisdaten zur Tudorzeit versorgt hat. Dieses Grundgerüst diente mir dann zu weiteren Recherchen im Internet, um die Geschehnisse in einen größeren Rahmen einzubinden. Ansonsten kann ich nur sagen - eher peinlich, was die Autorin sich da zurecht gesponnen hat. Alle Episoden bleiben ziemlich nichtssagend und oberflächlich und ein Gefühl für die Zeit wollte sich einfach nicht einstellen. Die Unterhaltungen, wenn es denn welche gab, sind in modernem Englisch verfasst. Dies hat Suzannah Dunn bewusst so gewählt, wie sie in einem Interview bekannte. Sie wollte keine "tote Sprache" schreiben, sondern lebendige Charaktere erschaffen. Davon kann man halten was man will, mich hat sie jedenfalls nicht erreicht damit. Zudem hat sie eine Affaire erdichtet, für die es keine Beweise gibt, um den Charakter von Thomas Seymour zu veranschaulichen. Ich habe nichts gegen etwas Flunkerei und Anreicherung von Geschichten, wenn es der Botschaft dient, aber es muss zu den Charaktereigenschaften der Figuren passen. Und von der Frau, die die Affaire eingeht, hätte ich dies nicht erwartet. Immerhin geht Dunn im Schlusswort auf diese Erfindung ein und bekennt sich dazu. Mir hat es jedoch die Neugier auf mehr genommen und ich habe den Roman nur noch zu Ende gelesen, weil ich wissen wollte, wie sie den Bogen schließt.


    Zusätzlich habe ich mich verschaukelt gefühlt, deutet der Roman doch an, dass Katherine Parr die Hauptfigur ist. Ich hatte eher den Eindruck, dass hier Catherines Leben in den Mittelpunkt gerückt wurde. Ohne Zweifel eine starke und spannende Frauenfigur, aber nicht das was ich erwartete...


    "The sixth wife" sollte für mich der Wiedereinstieg in das Genre "Historischer Roman" sein, aber in der Auswahl habe ich mich ordentlich vergriffen. Nächstes Mal passe ich besser auf und wende mich Büchern von Autoren zu, die ich bereits kenne oder die positiv besprochen wurden. Sollte der Roman irgendwann übersetzt werden und überlegt, ihn zu kaufen, kann ich nur sagen: habt nicht zu hohe Erwartungen!

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

    Einmal editiert, zuletzt von K.-G. Beck-Ewe ()

  • Danke für die Warnung.
    Wenn Du einen guten Roman über Catherine Parr suchst, kann ich Dir "Die zwölfte Nacht" empfehlen, zu dem es im History-Forum eine ausgiebige Diskussion gibt.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
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  • Danke für die Warnung.
    Wenn Du einen guten Roman über Catherine Parr suchst, kann ich Dir "Die zwölfte Nacht" empfehlen, zu dem es im History-Forum eine ausgiebige Diskussion gibt.


    Danke für den Hinweis! Der Thread und eure begeisterten Stimmen zum Roman haben ursprünglich erst den Wunsch in mir geweckt, wieder etwas Historisches zu lesen. Zur Zeit komme ich nicht daran, also wollte ich in der Bibliothek nach Alternativen schauen - und man sieht ja, was für ein Fehlgriff dabei herausgekommen ist... :roll:
    "Die zwölfte Nacht" steht aber schon auf meiner Wunschliste und wird bei nächster Gelegenheit gekauft.

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  • Danke für diese Rezi, Fezzig. Dann werde ich mir das Lesen wohl sparen und das Buch direkt wieder bei Tauschticket einstellen, wo ich es auch her habe. :|


    Hallo Jule,
    tut mir leid, dass ich nichts positiveres schreiben konnte. Aber vielleicht ist es besser so!

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  • Gut, dann weiß ich jetzt auch, dass ich die Finger davon lassen sollte. :wink:
    Ich bin ja derzeit immer noch am Lesen von Die zwölfte Nacht von Charlotte Lyne (es geht nur wegen meinen ständigen Kopfschmerzen so langsam voran) und kann nur Lobeshymnen auf dieses Buch singen, denn ich bin z.B. darin Fezzig's Meinung, dass moderne Dialoge nicht zu einem historischen Roman passen! In diesem Buch passt aber alles: Der Schreibstil, die Dialoge, die historischen Fakten, die Atmosphäre ... ich fange schon wieder zu schwärmen an, sorry. :uups:
    Ich muss sagen, dass ich mich in der Zwischenzeit eingehender mit der letzten Frau Heinrich VIII beschäftigt habe und je mehr ich über sie lese, umso mehr mag ich sie bzw. interessiert sie mich. Ihr Wissensdrang, ihr Wunsch, ein Buch zu schreiben, ihr gutes Herz, das überall genannt und gepriesen wird (so dass ich denke, dass da durchaus etwas dran ist) und alles, was sie durchmachen musste (von ihrer nciht gerade tollen Kindheit, den vielen Heiraten, über die Kinderlosigkeit, die zunächst unerfüllte Liebe zu Thomas Seymour, bis hin zu der Regierungszeit und dem Beinahe-Tod wegen diesem *peep* Gardiner (den konnte ich noch nie leiden) ... letztendlich gibt es, soweit ich gelesen habe, sogar Gerüchte, dass Catherine Elizabeth deshalb "wegschickte", weil Thomas ... sagen wir mal "zu viel Interesse" an ihr hatte! :pale:

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