Carlos Ruiz Zafón - Das Spiel des Engels/ El juego del Ángel

  • Buchdetails

    Titel: Das Spiel des Engels


    Band 2 der

    Verlag: FISCHER Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 800

    ISBN: 9783596512645

    Termin: September 2012

  • Bewertung

    4.1 von 5 Sternen bei 133 Bewertungen

    81,4% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Das Spiel des Engels"

    Barcelona in den turbulenten Jahren vor dem Bürgerkrieg: Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät – und in welchen Strudel furchterregender Ereignisse … Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Fantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewiger Schönheit regiert wird.
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    Wir schreiben das turbulente Jahrzehnt vor dem Spanischen Bürgerkrieg, als alles aus den Fugen gerät. Die Bevölkerung explodiert, die Stadt expandiert, Gaudi erchafft seine Kathedrale, Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und die Anarchisten zünden ihre Bomben. Der junge David Martin fristet sein Leben als Autor von mysteriösen Kriminalromanen und Detektivgeschichten. Als ernsthafter Schritsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät.
    Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige.


    Zum Inhalt
    David Martin wird früh zur Halbweise und obschon er noch eine Mutter hat, lebt er wie eine Vollwaise. Sein Vater, der das Lesen nie gelernt hat, kann nicht verstehen, dass sein Sohn von geschriebenen Worten fasziniert ist. Er ist eifersüchtig auf die Gabe lesen zu können und eifersüchtig darauf, dass sein Sohn überhaupt ein Auge für das Literarische hat, gebildeter ist als er. Mit aller Macht versucht er ihm Bücher zu entreißen und schon früh knüpft der junge David deshalb Freundschaft mit der Buchhandlung seines Vertrauens. Als sein Vater entgleist, weil David wieder einmal teuren Strom vergeudet hat, nur um zu lesen, zieht sich der Vater voller Reue zurück und wird kurz darauf ermordet.
    David zieht sich an den einzigen Ort zurück an den er sich erinnern kann und der ihm vertraut ist, eine Redaktion. Dort findet er nicht nur Unterschlupf, sondern auch einen treuen Freund, der ihm mit Rat und Tat und Geld zur Seite steht, ihm einen Job als Journalist verschafft und sogar die Möglichkeit selber zu schreiben. David verfasst unter den Augen des Redaktionsbosses phantastische, kriminelle Schauergeschichten. Ihm ist es egal, was er schreibt, Hauptsache er darf überhaupt schreiben. Seine monatlich erscheinenden Romanheftchen finden guten Absatz und ein Verlag wird auf ihn aufmerksam und lockt ihn mit einem dubiosen Geschäft und Geld. David schreibt also weiter, nur diesmal gezwungener Maßen unter Pseudonym.
    Jahre ziehen ins Land und er ist verdammt dazu Schauermärchen zu schreiben, unerkannt zu bleiben und weiß, dass er niemals unter seinem realen Namen ein wirklich literarisches Werk verfassen wird können. Er gerät in einen Strudel aus Verzweiflung, Ängsten und wird zudem sterbenskrank...
    ...und genau da wendet sich alles in seinem Leben. Er lernt eine Unmenge an Menschen kennen. Viele mögen ihn, andere Lieben ihn, einige bieten ihm Freundschaft an - doch nie weiß er wirklich, wer ihm wohl gesonnen ist. Intrigen, Lügen, Geld, Macht, Habgier, Literatur und das Schreiben wechseln sich ab. Bis sich zum Schluss alles zuspitzt und der Roman eine Wendung bekommt, die von der ersten äußerst literarischen Hälfte wechselt zu einem ausgefeilten Kriminalroman in dessen Mitte ein Schriftsteller um sein Leben als Mensch und Autor kämpft, mit allem, was dazu gehört...


    Meine Meinung
    Das Buch ist in drei Akte aufgeteilt. Die erste Hälfte ist äußerst literarisch, lässt den Leser in die Welt eines Schriftstellers blicken mit seinen Höhen und Tiefen, in die Verlagswelt und die Schwierigkeit die jeder von uns kennt, wen man nur vor den Kopf gucken kann und wer es wirklich gut meint. Im zweiten Teil dann geht es weniger um die Karriere Davids, sondern um die Katastrophen die sich aus dieser ergeben haben.
    Zafón schreibt Metaphern und Vergleiche, die man noch nie gehört hat, die so lebendig sind und alle Sinne ansprechen, dass sie einen überwältigen und umhauen. Man kann sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Er schreibt eine klare Sprache, angepasst an die Zeit um 1900. Poetisch, rein, kraftvoll und doch wieder lieblich. Das Barcelona lebt, wie das Istanbul bei Pamuk. Es pulsiert des Nachts und dämmert bei Tage.
    Zu keiner Zeit werden Schriftsteller angegriffen, aber Zafón gibt durch David ganz klar seine Meinung zur Literatur ab, die da lautet, dass es zu viel Kitsch und Klischee gibt, in der sowieso schon Zitat: "schweinischen" Welt. Zafón setzt sich mit der Literatur auseinander, philosophiert, hebt moralisch den Zeigefinger, übt Kritik, liebt und lobt sie und zeigt ebenso Schwachstellen auf. Aber er wirft auch ein Auge auf dubiose Verlagsgeschäfte- und Machenschaften. Für mich räumt er auf mit so einigen aktuellen Dingen aus der Literaturszene- durch die Blume, die da heißt David und durch die Zafón sprechen kann.
    Er hat es geschafft dutzende Personen ins Spiel zu bringen und deren Wege kreuzen zu lassen, Parallelen zu finden und lose Fäden zu verknüpfen. Dabei begegnen dem Leser auch wohl bekannte Personen und man freut sich ungemein. Jede Figur ist einzigartig und charakteristisch. Der gesamte Roman ist atmosphärisch-dicht und ohne eine einzige Länge. Logisch aufgebaut und stets die Fäden verbindent und später auflösend hat Zafón dieses Meisterwerk geschaffen.
    Das Ende ist unglaublich und ich wäre niemals darauf gekommen. Es gab ein paar Momente beim Lesen, wo ich nicht sofort hintergestiegen bin und mir auch jetzt noch nicht sicher bin, ob sich nicht doch Logiklöcher eingeschlichen haben, so zwei bis drei. Aber dazu werde ich das Buch noch einmal lesen müssen, mit weniger Druck jeden Buchstaben verschlingen müssen und mit mehr Geduld fürs Detail. Ich konnte in die tiefen Abgründe vieler menschlicher Seelen blicken. Oft habe ich meine eigenen Gedanken wiedergefunden und wieder oft haben mich abscheuliche der anderen angewidert. Zafón bietet eine Palette an Menschen, die aus einem Gruselkabinett ebenso stammen können wie aus königlichem Hause.


    Ich habe die Rezension absichtlich nicht euphorisch gestaltet und auch nicht zu viel vom Inhalt wiedergegeben. Ich will nichts verraten und auch niemanden beeinflussen. Ich habe überlegt, ob ich noch eine Nacht drüber schlafe, bin dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass ich nun ausgelaugt bin von diesen über 700 Seiten, die mich in seinen Bann gezogen haben, fasziniert haben und dafür gesorgt haben, dass die Toilette die ich dringend brauchte der Ort war, den ich am wenigsten aufsuchen wollte. Ebenso mein knurrender Magen der mich nach drei Stunden daran erinnerte, dass ich hätte Abendbrot essen sollen. Die zugezogene Haustüre die mir sagte, dass mein Mann wohlwollend mit dem Hund gegangen ist und sich um meine Mutter gekümmert hat, weil es so still hinter der verschlossenen Türe war....Ich bin randvoll und gleichzeitig leer. Ich spüre, dass mein nächstes Buch einfache Lektüre sein wird. Und das war dann der Grund, warum ich es noch in dieser Nacht rezensiert habe, um erstmal abschalten zu können. Wenn ich hätte einschlafen sollen mit dem Gedanken an die morgige Rezension wäre ich verrückt geworden. In mir brodelt es und so wäre nicht an Schlaf zu denken gewesen.


    Liebe Grüße, Tanni

    Liebe Grüße von Tanni


    :montag: Ich lese gerade:

    Andrea Klasen - Die Stille und das Pferd


    2020 gelesen: 30

    Januar = 07 | Februar = 08 | März = 05 | April = 01

    Mai = 01 | Juni = 03 | Juli = 05 | August =

    2019 gelesen: 50

  • Was für eine tolle Rezi Tanni!!! :thumleft:


    Ich hab den neuen Zafon auch schon hier rumliegen! :D:D
    Muss bzw. will halt vorher nur noch schnell meine angefangenen Bücher fertig lesen :-?


    Bin aber schon soooo gespannt!!! :drunken:

  • Vielen Dank, Tanni, für deine schöne und umfanreiche Rezi. Sie ist zwar nicht euphorisch, wie du es dir ja auch vorgenommen hast, aber ich merke doch, dass dieses Buch dich sehr bewegt. Auf meine Wunschliste kommt es umgehend.

  • Wow, was für eine Rezie!! :applause:


    Unglaublich, wie dieses Buch Dich fasziniert hat. Wenn ich mich recht erinnere, hast Du es Dir diese Woche erst gekauft und keine Minute verstreichen lassen, um es zu lesen und zu rezensieren. Das nenne ich mal "ein Buch verschlingen" :D


    Ich werde meinen Wunschzettel gleich mal erweitern :thumleft:

  • Hallo Tanni,
    dies ist eine wunderschöne Rezi - ich glaube nicht, dass mir so eine Ausdrucksstarke gelungen wäre :thumleft: .


    Ich hab das Buch gestern abend ausgelesen und war ähnlich berauscht wie Tanni - Zafón zaubert eine eigene Welt, er schafft mit seiner Sprache ein Feuerwerk, dem man sich nicht entziehen kann.
    An manchen Stellen schafft er es mit einem kurzen Satz Gänsehaut hervorzurufen, ohne ausschweifend zu werden.


    Mehr kann ich grad nicht sagen - ich bin noch benommen und brauche noch ein paar Tage Abstand zu dem Gelesenen.


    LG,
    Casoubon.

  • :shock: Wow! :shock: Ich bin richtig beeindruckt von der Begeisterung, die das Buch offenbar hervorgerufen hat, nicht nur hier, sondern auch im "Ich lese gerade ..."! Damit ist für mich klar, dass ich nicht warten werde, ob mir jemand das Buch zu Weihnachten schenkt, sondern dass ich es mir heute in der Mittagspause direkt selbst kaufen werde.
    Danke für eure überzeugenden Eindrücke, Tanni und Casoubon! :thumright:

    :study: John Steinbeck - East of Eden

    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    :montag: Veronica Roth - Rat der Neun

    :musik: Claire North - Die vielen Leben des Harry August


    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • Ich bin auch richtig beeeindruckt von der Begeisterung. :thumleft:
    Das Buch ist natürlich gleich auf meinen Wunschzettel gewandert und wird schnellstmöglich gekauft.

    Narkose durch Bücher - Das Richtige ist: das intensive Buch.
    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


    :study: Sarah J. Mass - Throne of Glass / Die Erwählte :study:

  • Hallo ihr Lieben! :love:


    Ich möchte noch etwas anfügen.


    Ich wurde vorhin in einem anderen Forum gefragt, wie ich denn Das Spiel des Engels in direktem Vergleich zu Der Schatten des Windes sehe.


    Da ich das eine sehr wichtige und interessante Frage fand, habe ich umgehend geantwortet und möchte euch meine Antwort hier unabhängig einstellen, denn ich bin mir sicher, dass sich das viele Fragen werden. Ich habe mich das auch gefragt.


    Hier also meine Antwort darauf:
    Der Schatten des Windes ist ähnlich geschrieben. Bei Amazon schrieb jemand "reloaded", was ich allerdings nicht teilen kann. Es ist kein Abklatsch, kein Teil Zwei, sogar ganz im Gegenteil, Zafón hat beide Teile miteinander verknüpft! Wir begegnen Personen aus der Schatten des Windes, die im gesamten Buch mitspielen, ihren Platz haben. Und doch muss man den Vorgänger nicht gelesen haben. In sich abgeschlossen. Aber wer den 1. Teil sozusagen gelesen hat, wird überrascht und hoch erfreut im 2. Teil sein.


    Der Schatten des Windes war für mich ein Rohdiamant, ein Debüt, welches eigentlich kaum zu verbessern war. Doch Das Spiel des Engels ist für mich eine geschliffene Kostbarkeit. Noch Figurenbetonter, noch ausgefeilter, noch pulsierender und vor allen Dingen sprachlich noch besser. Zafón spricht in allen Facetten, mal wird er richtig poetisch, dann philosophisch, moralisch - er schreibt eine reine Sprache und immer angepasst an den Zeitraum um 1900. Wundervoll.


    In beiden Romanen geht es um Bücher und Schriftsteller und eine große Liebe, Freundschaft und Intrigen und nicht zuletzt Kriminalität. Doch in diesem Roman hat er die Gewichtung vertauscht. Hier stehen nicht die Bücher im Vordergrund, sondern das Schriftstellerleben. Freundschaft spielt eine ebenso große Rolle und ich würde fast sagen sie ist identisch platziert wie auch im Vorgänger. Die Kriminalität allerdings mit all seiner Schaurigkeit und mitunter Phantastik nimmt in diesem Werk wieder einen größeren Teil ein, einen sehr großen sogar. Doch nie bleiben lose Fäden offen, egal wie lange sie lose Hängen, irgendwann werden sie verknüpft auf geniale Weise, wie schon im ersten Roman. In diesem Roman lässt Zafón uns auch tiefer in die Abgründe der menschlichen Seelen blicken, was er mit wundervoll dreidimensionalen Figuren tut und mit der Fähigkeit für alle Sinne zu schreiben.


    Beide Romane sind sich also sehr ähnlich und doch sehr unterschiedlich. Beide sind sprachlich ein Genuss, inhaltlich abgerundet, nur dieser hier ist noch ausgefeilter.


    Ich kann verstehen, warum Das Spiel des Engels in Spanien ein weitaus größerer Bestseller geworden ist, als Der Schatten des Windes.


    Ich freue mich sehr, dass euch die Rezension gefallen hat. Es fiel mir schwer, mich nicht zu euphorisch zu äußern, dadurch die Leser zu beeinflussen. Es ist mir nicht ganz gelungen, aber das bitte ich zu verzeihen. Ich kann ja auch nicht mit der gesamten Begeisterung hinter dem Berg halten. Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass dieses Buch zu 99,9 % jedem Fan von Der Schatten des Windes gefallen wird und jedem Fan von Carlos Ruiz Zafón ebenso. Dazu ähnelt sich die Erzählsprache und der Inhalt zu sehr. Und allen, die noch nichts von diesem Autor gelesen haben, kann ich nur sagen, wer wissen will, wie ein Schriftstellerleben funktionieret mit all seinen Höhen und Tiefen, wer wissen will, wie tief menschliche Abgründe sein können, wer wissen will, was der Glaube für magische Kräfte entwickeln kann, wer wissen will, was wahre Freundschaft ist und wie sie über den Tod hin andauern kann, wer wissen will, wie man schaurig schön schreibt, wer wissen will, wie man ein Leben lang lieben kann, ohne vereint zu sein, ... der kann sich getrost diesen Roman kaufen und wird nicht enttäuscht sein!


    Liebe Grüße von der zuweilen ausufernden Tanni 8-[

    Liebe Grüße von Tanni


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  • Danke für die leidenschaftliche Rezi, Tanni :cheers:


    Ich habe das Buch eben beendet. In 3 Tagen werde ich sagen können: alles, was Du geschrieben hast, ist goldrichtig, ABER :


    jetzt gerade bin ich noch etwas durcheinander, weil ich während des Lesens das Gefühl hatte, nicht alle Handlungsstränge zu verstehen /verstanden zu haben oder mir etwas entgangen ist/entgehen könnte.


    Und eine Szene, ich nenne sie mal "das Treffen mit Chloe" kam mir so bekannt vor. Als hätte ich sie schon ein mal gelesen. (Mir will nicht einfallen, wo. In Verdacht habe ich entweder Haruki Murakami oder daß im Schatten des Windes etwas ähnliches passiert ist)

  • Hallo Pepper Ann,


    mir ist es genauso gegangen! Ganz exakt. :thumright:


    Jetzt, im Nachhall, gibt es ein paar Stellen, die mir verständlicher sind, wo ich im Buch drüber gestolpert bin, z.B:



    Oder:



    Ich bin schon gespannt, was du so im Nachhall empfindest!


    Liebe Grüße, Tanni

    Liebe Grüße von Tanni


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  • Hallo,


    ich habe gerade bei "Daheim und Unterwegs" auf WDR das Interview mit Carlos Ruiz Zafón gesehen. In Barcelona geführt und aufgenommen und "sehr" aufschlussreich, was die vermeintlichen Logiklöcher oder Unklarheiten angeht, die vereinzelt auftauchen und den Leser ratlos zurücklassen.


    Vielleicht kann man sich die Sendung online anschauen oder gezielt das Interview. Die Stimmung aus dem Buch ist sehr gut rüberkommen und vieles (er)klärt Zafón. Für alle die, die das Buch schon gelesen haben wird das wertvoll sein und für die, die es noch nicht gelesen haben, verrät es nichts. Geschickt gemacht!


    Liebe Grüße, Tanni

    Liebe Grüße von Tanni


    :montag: Ich lese gerade:

    Andrea Klasen - Die Stille und das Pferd


    2020 gelesen: 30

    Januar = 07 | Februar = 08 | März = 05 | April = 01

    Mai = 01 | Juni = 03 | Juli = 05 | August =

    2019 gelesen: 50

  • Seid gegrüsst


    Eine prächtige Rezension! Dieses Buch muss gleich auf meine Wunschliste - obwohl ich zugeben muss, dass ich von Carlos Ruiz Zafón noch nie etwas gehört habe :shock: !!!
    Aber das lässt sich ja zum Glück ändern.
    Vielen lieben Dank für deine Rezi, Tanni!


    Herzlichst


    E.S.

    :study: Hjorth & Rosenfeldt - Die Toten, die niemand vermisst

    :musik: Die drei ???

    Bücher haben Macht
    Über dich lachen sie bloss
    Weil du trotzdem liest.

    :love:

  • Seid gegrüsst


    Eine prächtige Rezension! Dieses Buch muss gleich auf meine Wunschliste - obwohl ich zugeben muss, dass ich von Carlos Ruiz Zafón noch nie etwas gehört habe :shock: !!!
    Aber das lässt sich ja zum Glück ändern.
    Vielen lieben Dank für deine Rezi, Tanni!


    Ich kann mich Ernesto nur anschließen das Buch klingt sehr interessant. Es ist auch gleich auf meiner Wunschliste gelandet.
    Ich bedanke mich auch an Tanni für die tolle Rezi.
    :wink:

    Liebe Grüsse


    Lina

    Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht? - George Bernahrd Shaw

  • Für mich eine Portion zu viel Phantasie!


    Das alte Barcelona vor hundert Jahren: dunkle Gassen, unheimliche Viertel und verwunschene Villen, das ist der Schauplatz des Romans “Das Spiel des Engels”, und liefert zugleich die finstere Atmosphäre.
    David Martín schreibt unter einem Pseudonym Schundheftchen für einem ausbeutenden Verlag. Seine Tantiemen sind spärlich und die Zeit zwischen den einzelnen Ausgaben sehr gering. So verbringt er seine Stunden eingesperrt im “Haus mit dem Turm” an der Schreibmaschine und “presst sein Gehirn aus”. Alle anderen Alltäglichkeiten müssen sich dem unterordnen: die Liebe, Nahrungsaufnahme, Schlaf und frische Luft. Doch seine Eitelkeit ist so groß, dass er darauf keine Rücksicht nimmt, er ist nur von dem Wunsch erfüllt, einmal seinen eigenen Namen unter einem bedeutenden Werk zu sehen.
    Und so verwundert es dem Leser nicht, dass der Protagonist bei dieser Lebensweise erkrankt. David bekommt einen Gehirntumor, und ihm verbleibt nicht mehr viel Zeit bis das die Rasseln des Todes ihn erwarten.


    Da tritt ein dubioser Verleger in sein Leben und verspricht ihm: Leben, Reichtum und Anerkennung. Ein verlockendes Angebot, doch David müsste dafür seine Seele verkaufen.


    Das Buch hat einen enormen Spannungsbogen, es fesselt und die Seiten lesen sich wie im Wahn. Die Sprache ist angenehm und lässt sich leicht fast melodiös lesen. Es ist eine Mischung aus Thriller und Phantasy.
    Doch genau das, das Phantastische, hat mich bei diesem Roman abgeschreckt. Inhaltlich wird das Faust-Motiv ausgearbeitet wie der Autor selber bekennt. Mephisto gegen Gretchen, gar die “Gretchenfrage” ist vorhanden. Aber in meinen Augen ist dies ziemlich klobig gemacht, denn neue Aspekte oder eine überraschende Wende fehlen dem Werk.


    Als 2003 “Der Schatten des Windes” erschien, war ich von Zafón überwältigt, doch entweder hat sich mein Lesegeschmack zwischenzeitlich arg verändert, oder aber ich komme mit diesem Gothic-Stil nicht zurecht.
    Keine unbedingte Leseempfehlung, da es höchstwahrscheinlich an Leser gerichtet ist, die dieses Genre auch mögen und lieben.

  • Ich habe das Buch gerade beendet und muss sagen, ich fand die Sprache, die Erzählweise und auch den Großteil der Handlung von vorne bis hinten toll. Zum Ende hin wurde es für mich aber so verwirrend, dass ich so gut wie gar nichts mehr verstanden habe. Da ich weiß, dass das faust'sche Motiv hinter allem steckt, kann ich mir zwar in etwa denken, was das alles bedeuten soll, aber wenn ich dies nicht wüsste, wäre ich aufgeschmissen. Für mich war das alles viel zu vertrackt und verstrickt, ich habe einfach den Überblick verloren, wer jetzt mit wem und warum und überhaupt... Das fantastische Element hat mich nicht gestört, aber es hätte einfach übersichtlicher aufgebaut werden sollen.
    Da mir aber wie gesagt die Sprache und die "unverstrickten" Handlungsteile sehr gut gefallen und mich wunderbar unterhalten haben, gebe ich dem Buch trotzdem :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: . Meine Meinung, dass mir das Buch besser gefällt als "Der Schatten des Windes" muss ich allerdings revidieren, denn jenes Buch hat mich nicht mit diesem Gefühl der totalen Verwirrung zurückgelassen und verdient daher den besseren Platz. :wink:

  • Ich erinnere mich: Als ich vor fast drei Jahren "Der Schatten des Windes" gelesen hatte, hoffte ich, dass mir irgendwann ein ähnliches Buch begegnen würde. Und da ist es.


    Es ist großartig, dass ein Autor es schafft, ausgehend von vielen gleichen Motiven zwei so unterschiedliche Romane zu schreiben: Jemand wird zum Friedhof der vergessenen Bücher gebracht und nimmt sich ein Buch mit, für das er in Zukunft die Verantwortung trägt; er macht sich auf Spurensuche nach dem Autor des Werkes; er erlebt die eine große Liebe, ...
    Wie ich hier erfahren habe, soll es zwei weitere Bände geben.


    Auch dieses Buch spielt wieder im düster-farbigen Barcelona, und der Autor beginnt einen Szenenwechsel meist mit einem Stimmungsbild der Umgebung; das alte Haus mit dem Turm, in dem David wohnt, das je nach Licht, Tages- und Jahreszeit eine andere Atmosphäre hat; Barcelonas lebhafte Geschäftsstraßen, abgelegene Waldviertel mit herrschaftlichen Villen, heruntergekommene Gassen mit merkwürdigen Häusern und Geschäften, immer wieder geschildert in wechselnden Farben (viel rot) und Bildern und mit Verben der Bewegung. Man gewinnt den Eindruck: Nichts ist statisch, alles bewegt sich, ist lebendig.
    So lebendig, dass es sich im letzten Drittel beinahe überschlägt. Ich merkte, dass mich die Handlung zunehmend verwirrte, las fieberhaft und machte nur kurze Pausen aus Angst, die Fäden zu verlieren, wenn ich das Buch einige Stunden beiseite legte.


    Dass sich am Schluss zwar die alte Geschichte um den Autor von Davids vergessenem Buch klärt, seine eigene aber nicht eindeutig, war beim Lesen schon vorauszuspüren. Nicht alles kann in die Schubladen Wirklichkeit oder Einbildung / Phantasie / Traum einsortiert werden. Es ist vieles in diesem Buch, das sich nicht nach den Maßstäben der Realität erklären lässt.
    Ich habe beschlossen, nicht herumzudeuten, sondern das Buch einfach so stehen zu lassen. Als großartige, unterhaltsame und literarisch gut erzählte Geschichte.



    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)