KLR: Seite 302 - Ende

  • Seite 302 – 356

    Hochzeit. Ina heiratet und Bruno darf die Festgirlande flechten. „... nicht einmal Ina selbst hat es erfahren, wie viele Wünsche im Tannengrün verborgen waren...“


    Kurz davor äußert Guntram Glaser Bruno gegenüber seine Skepsis: „Vielleicht merkst du es gar nicht, Bruno, aber mitunter muss ich denken, dass du mich beobachtest, oder dass du wer weiß was im Sinn hast; ...“


    Beim Hochzeitsessen erstickt Bruno fast an einer verschluckten Gräte. Was ihn wieder einmal genau in jene Situation bringt, die er so gar nicht mag: er fällt auf.

    Die Szene mit den verwehten Fallschirmspringern spielt in der Jetztzeit, also während Bruno erzählt, oder?

    Eines Tages bekommt der Chef Besuch von einem Professor, einem Botaniker, aus Amerika. Auch in diesem Zusammenhang fällt Bruno auf. Einmal, als der Professor im Rahmen einer Ehrung, die dem Chef zuteil wird, auch Bruno lobend erwähnt und ihm ein Geschenk übergibt. Und zum anderen, als Bruno stellvertretend für den Chef (wie der sich dem Besuch widmet) eine Schulklasse durch den Betrieb führt: einige der Mädchen fürchten sich massiv vor ihm. Sein Aussehen? Seine Ausstrahlung? Sein Auftreten?

    Im Vater- Sohn Konflikt zwischen Konrad und Joachim Zeller kommt es zu Eklat, und Joachim zieht in einer Blitzaktion von zu Hause aus. Was in der folgenden Zeit den Verfall von Mutter Dorothea zur Folge at, der sich erst wieder gibt, als Ina eines Tages Joachim wieder nach Hause bringt. Langsam bekommen wir ein Bild von den Ereignissen und Verhaltensweisen, die die Familie Zeller zu der gemacht haben, die sie jetzt ist.

    Max lernen wir im beschriebenen Abschnitt als einen Fuchs, als einen Überreder mit langem Atem kennen. Und auch als gehörig scharf sein könnend: „Ein anderer, plötzlich war da ein ganz anderer Max, als der, den ich kannte, schon die Art, wie er sich vom Fenster her Heiner Walendy zuwandte, zeigte seine Überlegenheit, eine drohende, unheilvolle Ruhe,...“ Und etwas später sinniert Bruno: „Obwohl Max viele überreden kann, Chef könnte er hier nicht sein.“


    Wir dürfen weiterhin gespannt sein: wer wird bald Chef sein, wer wird was besitzen.

  • Die Szene mit den verwehten Fallschirmspringern spielt in der Jetztzeit, also während Bruno erzählt, oder?
    (...)
    Und zum anderen, als Bruno stellvertretend für den Chef (wie der sich dem Besuch widmet) eine Schulklasse durch den Betrieb führt: einige der Mädchen fürchten sich massiv vor ihm. Sein Aussehen? Seine Ausstrahlung? Sein Auftreten?


    Das mit den Fallschirmen habe ich auch als in der Jetztzeit stattfindend gelesen. Man merkt da auch ein wenig, dass es um den Chef vielleicht wirklich nicht so richtig gut bestellt ist, Bruno erwähnt zum Beispiel seine falsch geknöpfte Jacke. Ich frage mich inzwischen sowieso hin und wieder, wie gut Konrads Idee, Bruno das beste Stück Land zu geben, tatsächlich ist - auch wenn ich die Motive der anderen, das zu verhindern trotzdem alles andere als in Ordnung finde.


    Bei der Stelle mit der Besuchsführung hat mir richtiggehend das Herz geblutet :cry: - der arme Bruno! ich glaube, dass der Grund eine Mischung aus seinem Aussehen und seiner Ausstrahlung war, und als er dann forsch auf das kleine Mädchen zu ist, hat sie sich erschreckt. Aber ich finde es richtig traurig, dass es Bruno noch nicht einmal vor den Kindern gelingt, nicht in seiner Rolle als Außenseiter wahrgenommen zu werden. Wie verzweifelt ihn das selbst macht, sieht man ja auch an seiner Reaktion, als er mit dem Kopf absichtlich gegen die Fensterbank schlägt.

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    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

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    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • Hochzeit. Ina heiratet und Bruno darf die Festgirlande flechten. „... nicht einmal Ina selbst hat es erfahren, wie viele Wünsche im Tannengrün verborgen waren...“


    Kurz davor äußert Guntram Glaser Bruno gegenüber seine Skepsis: „Vielleicht merkst du es gar nicht, Bruno, aber mitunter muss ich denken, dass du mich beobachtest, oder dass du wer weiß was im Sinn hast; ...“


    Ob Bruno doch etwas mit dem Tod von Guntram zu tun hat??


    Die Szene mit den verwehten Fallschirmspringern spielt in der Jetztzeit, also während Bruno erzählt, oder?


    Das mit den Fallschirmen habe ich auch als in der Jetztzeit stattfindend gelesen. Man merkt da auch ein wenig, dass es um den Chef vielleicht wirklich nicht so richtig gut bestellt ist, Bruno erwähnt zum Beispiel seine falsch geknöpfte Jacke. Ich frage mich inzwischen sowieso hin und wieder, wie gut Konrads Idee, Bruno das beste Stück Land zu geben, tatsächlich ist - auch wenn ich die Motive der anderen, das zu verhindern trotzdem alles andere als in Ordnung finde.


    Ja, die Fallschirmspringer sind in der Jetztzeit - aber um welche Zeit handelt es sich?? Habe mir schon die ganze Zeit überlegt, in welcher Zeit die Handlung ist?? Zwischen den Weltkriegen? Nach 1945? Habt ihr eine Idee?? :-k
    Diese Szene habe ich sehr bedrückend erlebt...


    danii : da sieht man wieder die Unterschiedlichen Wahrnehmungen/Interpretationen: ich habe die falsch geknöpfte Jacke als besonders in Eile interpretiert. Konrad hat sich ganz schnell angezogen, um die Soldaten zu sprechen und dabei die Knöpfe falsch geknöpft :-,

    Liebe Grüße
    Gabi


    "Welchen Kummer deiner Seele du auch ertränken willst,
    deine Bibliothek ist der beste Keller!

    Jean Cocteau

  • In meiner Vorstellung ist der Erzählzeitpunkt des Romanes, also jener Zeitpunkt, an dem wir Bruno zuhören, in den späten Siebzigern des letzten Jahrhunderts des vorigen Jahrtausends angesiedelt. (Ja, Leute, wir haben alle schon im vorigen Jahrtausend gelebt - und was für ein Getue gemacht wurde, um die Jahrtausendwende, erinnert Ihr Euch noch...?)


    Zwischen den beiden Weltkriegen geht nicht, denke ich, da würde die Geschichte ganz anders aussehen, denn da würde ja Deutschland und Europa gerade auf einen neuen Krieg zutorkeln, während Bruno erzählt. Da ich mich auch immer wieder frage, ob meine Theorie bezüglich des Zeitpunktes der Handlung richtig ist, achte ich auf Indizien. Da ist mir zum Beispiel ein Auto augefallen, in das Guntram Glaser in einer bestimmten Szene springt: und das ist in meiner Vorstellung ein Jeep, wie ihn Leute die sich's leisten konnten, in den Siebziger zu fahren begannen.


    Jetzt habe ich in der Vorbemerkung zu meiner (der hier am Eingang des Threads gezeigten) Ausgabe nachgestöbert, und diesen Satz gefunden: "Dreißig Jahre lang macht Bruno die Sache des Chefs zu seiner eigenen, erlebt die Schwierigkeiten des Neubeginns mit..." 1945 + 30 = 1975. (Vielleicht habe ich von daher auch von vornherein meine Siebziger Jahre Vermutung mitgenommen.)


    Wie gesagt: alles Theorie. Hundert Prozent sicher bin ich mir nicht, aber wahrscheinlich scheint es mir.

  • Ja, könnte natürlich sein, aber warum springen da Soldaten mit Fallschirmen ab??
    Wo ist der Zusammenhang?

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Fallschirmspringende Militärs springen auf halbem Weg zwischen Dir (Gabi) und mir, also in der Wiener Neustädter Gegend auch täglich zu Übungszwecken ab. (Flugplatz, Militärakademie, Cobra) So gesehen ist mir die Szene nicht so verwunderlich. Die Reaktionen - Aufnahme der Schäden für die Versicherung - scheinen mir auch nicht unbedingt auf Kriegszeiten hinzudeuten. Ganz auf der Reihe habe ich die Fallschirmspringer im Roman allerdings auch nach wie vor nicht.


    Jedenfalls würde ich die Szene gerne beobachten, wenn übende Fallschirmjäger vom Winde verweht werden, und anstatt auf dem Winer Neustädter Flugfeld in den Gemüsebeeten einer Gärtnerei landen... :wink:

  • :-k Einfach Übungszwecke??
    Auf so etwas triviales bin ich gar nicht gekommen :mrgreen:


    ich war gestern gleich neben dem Flugfeld Wiener Neustadt in einem Lokal, habe aber keine Fallschirmspringer gesehen :roll:

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Die Frage, wann der Roman eigentlich spielt habe ich mir auch schon oft gestellt. So richtig kann ich es nicht beurteilen, darum habe ich mal etwas recherchiert. Gefunden habe ich allerdings nicht viel. Auf einer Seite stand, dass es in der Nachkriegszeit spielt. Das denke ich irgendwie auch. Die 70er Jahre wären, meiner Meinung nach, zu spät. :-k
    Schauen wir mal, vielleicht bekommen wir noch einen Hinweis. :wink:

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    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


    :study: Sarah J. Mass - Throne of Glass / Die Erwählte :study:

  • So ihr Lieben, ich bin jetzt auf Seite 342


    Das Bruno die Girlande für Ina flechten möchte fand ich ganz rührend. Und was Bruno – trotz seiner offensichtlichen Eifersucht – auf Guntram ihr für gute Wünsche, in Form von Blättern etc, mit hineinflechtet.


    Gabi5
    Ich glaube auch langsam, dass Bruno etwas mit Guntrams Tod zu tun hat. Skeptisch hat mich nämlich die Szene vor der Hochzeit gemacht, als Guntram Bruno direkt darauf anspricht, dass er sich von ihm „beobachtet" fühlt. Ich denke er hat mit seiner Skepsis garnicht so unrecht.


    Oje und dann Bronos Mißgeschick bei der Hochzeitsfeier. Als ihm der Knochen im Hals stecken bleibt, tat er mir auch echt leid. Bruno ist wirklich ein richtiger Pechvogel.


    Und zum anderen, als Bruno stellvertretend für den Chef (wie der sich dem Besuch widmet) eine Schulklasse durch den Betrieb führt: einige der Mädchen fürchten sich massiv vor ihm. Sein Aussehen? Seine Ausstrahlung? Sein Auftreten?


    Das habe ich mich auch gefragt. Vielleicht war es sein Auftreten ? :-k Allerdings, so wie Bruno bisher beschrieben wurde könnte es auch das Aussehen sein (die sache mit dem Auge) :-k .
    Mit tat Bruno sehr, ser leid. Und es hat gezeigt was für ein Aussenseiter er wirklich ist. :(


    Und dann die Sache mit dem Fensterbrett, auf das Bruno seinen Kopf schlägt. Da habe ich richtig mitgelitten, denn für mich, hatte es den Anschein, als möchte er mit diesem Schmerz einen anderen Schmerz „betäuben".


    Dorothea macht der Auszug von Joachim sehr zu schaffen. Wie Jogl schon schrieb, bekommt amn nun ein besseres Bild von der Familie und waru sie so sind, wie sie jetzt sind. Fand ich recht heftig und zeigt auch wieder Konrads Abneigung gegen Joachim. Mit Bruno hätte er das sicher nicht gemacht. Dorothea bekommt ein Krankheit, von der noch nie jemand etwas gehört hatte. Hatte sie vielleicht Bulimie ?

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  • Und dann die Sache mit dem Fensterbrett, auf das Bruno seinen Kopf schlägt. Da habe ich richtig mitgelitten, denn für mich, hatte es den Anschein, als möchte er mit diesem Schmerz einen anderen Schmerz „betäuben".


    Dorothea macht der Auszug von Joachim sehr zu schaffen. Wie Jogl schon schrieb, bekommt amn nun ein besseres Bild von der Familie und waru sie so sind, wie sie jetzt sind. Fand ich recht heftig und zeigt auch wieder Konrads Abneigung gegen Joachim. Mit Bruno hätte er das sicher nicht gemacht. Dorothea bekommt ein Krankheit, von der noch nie jemand etwas gehört hatte. Hatte sie vielleicht Bulimie ?


    Mir ging es auch so, dass ich da richtiggehend mitgelitten habe, als Bruno seinen Kopf gegen die Fensterbank schlägt, er ist echt ein armer Tropf.


    Konrads Abneigung gegen Joachim finde ich stellenweise zwar auch ziemlich heftig, aber auf der anderen Seite hat Joachims Freundin (ich hab grad ihren Namen nicht zur Hand) sich auch echt ziemlich daneben benommen. Für Konrad als Gastgeber war das schon ziemlich peinlich. Ob er dafür nun ausgerechnet Joachim so maßregeln muss, der ja unterm Strich auch nicht verantwortlich ist für das, was diese Frau so sagt, ist natürlich wieder eine andere Frage. :-k Krass fand ich es auf jeden Fall, dass es mit einem sofortigen Auszug Joachims endet.


    Dorotheas Krankheit habe ich tatsächlich als eine Art Bulimie gelesen - bloß ohne die Essattacken. Oder vielleicht ist es auch "nur" eine neurotische Störung aufgrund ihrer Trauer und Depression, dass sie tatsächlich nichts an Essen verträgt. Von so etwas habe ich zumindest schon mal gehört. :-k


    Über das Wann der Erzählzeit habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht - auf der einen Seite finde ich Jogls Theorie einleuchtend, auf der anderen Seite sind die 70er für Nachkriegszeit wirklich ein bisschen spät. Aber irgendwo müssen die 30 Jahre ja auch hin ... Vielleicht bezieht sich die Angabe der Nachkriegszeit auf die Zeit, als Konrad Bruno aufnimmt, als die Gärtnerei aufgebaut wird etc.? Bei mir ist im Klappentext, wenn ich mich nicht irre, auch von Nachkriegszeit die Rede - ich schaue heute Abend mal nach.


    @ Gabi: Der Verdacht, dass Bruno letztlich doch etwas mit Guntrams Tod zu tun hat, ist mir auch kurz gekommen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es Absicht gewesen sein könnte, sondern eher wieder eines von Brunos merkwürdigen Missgeschicken, in diesem Fall mit fatalen Folgen :pale: So richtig glauben kann ich es aber noch nicht. Genausogut könnte ich mir vorstellen, dass Guntrams Skepsis gegenüber Bruno einfach nur daher kommt, dass Bruno so ein seltsamer Kauz ist, und dass sein Tod dazu in keiner Verbindung steht. Ich hoffe es jedenfalls.


    Absolut bezeichnend für Brunos Naivität fand ich übrigens die Stelle, an der er von Heiner Walendys "irrtümlicher" Verhaftung erzählt. Da habe ich echt die ganze Zeit den Kopf geschüttelt und mochte nicht glauben, wie leichtgläubig Bruno ist.

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  • Über das Wann der Erzählzeit habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht - auf der einen Seite finde ich Jogls Theorie einleuchtend, auf der anderen Seite sind die 70er für Nachkriegszeit wirklich ein bisschen spät. Aber irgendwo müssen die 30 Jahre ja auch hin ...


    Ja, irgendwo müssen die 30 Jahre hin. :-k Das irritiert mich am meisten. Wenn Bruno in der Nachkriegszeit von Konroad gefunden wurde, würden die 70er Jahre allerdings wieder hinkommen.
    Verwirrend. :drunken:


    Krass fand ich es auf jeden Fall, dass es mit einem sofortigen Auszug Joachims endet.


    Das fand ich auch so heftig. Aber ich denke, dass war nun noch das Tüpfelchen auf dem i. Es läuft schon lange Zeit etwas schief zwischen den beiden. Deshalb der plötzliche Auzug.

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  • Absolut bezeichnend für Brunos Naivität fand ich übrigens die Stelle, an der er von Heiner Walendys "irrtümlicher" Verhaftung erzählt. Da habe ich echt die ganze Zeit den Kopf geschüttelt und mochte nicht glauben, wie leichtgläubig Bruno ist.


    Dieser Teil zeigt uns wie leichtgläubig Bruno eigentlich ist - er glaubt jedem alles und sieht die Dinge bestimmt mit seiner "rosa Brille". Das ist ja auch das interessante an dieser Erzählung - sind die Dinge wirklich so passiert wie Bruno es erzählt? Schließlich ist dieser Erzähler nicht unbedingt zu 100% glaubwürdig - wie wir ja schon mehrmals erkennen konnten. 8-[


    Ich habe das Buch gestern Abend beendet und auch der letzte Teil hat mir sehr gut gefallen, in jedem Kapitel gibt es allerdings Dinge die ich mit Euch gerne besprechen würde - wie weit seit ihr??

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Ich bin jetzt erst auf Seite 359, und heute werde ich auch nicht allzu viel weiter lesen können, weil ich morgen Abend einen kleinen Vortrag halten muss, den ich noch vorbereiten muss :pale: Aber ich will versuchen, mir ein Stündchen heute Abend für das Buch freizuschaufeln, da ich ja den Anschluss nicht verlieren will :)

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  • Ich bin sogar erst auf Seite 342. :wink:
    Aber heute Abned werde ich sicher noch ein Stück weiterkommen. :D

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  • Ich bin jetzt aus Seite 392


    Bruno scheint auch Max zu misstrauen. Er möchte ihn nicht hineinlassen – als er denket, dass Max bei ihm klopft - , weil er ihm bloss einen Vorschlag zu Güte machen wöllte und er Fragen beantworten müsste, die er doch nicht beantworten kann. Das fand ich schon ein wenig sonderbar.
    Ich komme aber auch nicht richtig dahinter, warum er Bruno so viele Fragen über den Exerzierplatz stellt. Aufgefallen ist mir dabei aber, dass Max ihm Fragen stellt, was war bevor die Soldaten kamen, zum Beispiel. Bruno wüsste wahrscheinlich keine Antwort darauf, wäre er nicht dabei gewesen. Somit müsste er also vor dem Krieg von Konrad gerettet worden sein. Da würde es auch ungefähr hinkommen, dass die Jetzt – Handlung in der Nachkriegszeit spielt, oder ? :-k


    Und dann hatte Bruno auch noch Herrn Walendy bei sich versteckt. Da hat Herr Walendy, Brunos Naivität aber ausgenutzt. Manchmal kommt es mir so vor, als kann Bruno nicht so recht von gut und böse unterscheiden. :-?


    Zitat


    Bruno hat Ina versprochen, die Kinder nicht mehr anzufassen.


    Die Stelle fand ich sonderbar. Die Kinder haben Bruno immer geärgert, haben sogar Dreck mit einem Katapult auf die Zapfegge geschossen – und auch anderweitig haben sie ihm ziemlich übel mitgespielt. Aber ich fand es heftig, wie er darauf reagiert. Er packt sie und schlägt ihre Köpfe gegeneinander.
    Könnte das die Erklärung dafür sein, dass die Kinder in einem der vorherigen Kapitel solche Angst vor ihm hatten ? Kann aber eigentlich nicht sein, weil die Besichtigung vorher war, oder ?


    Und wir erfahren...



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  • Die Stelle fand ich sonderbar. Die Kinder haben Bruno immer geärgert, haben sogar Dreck mit einem Katapult auf die Zapfegge geschossen – und auch anderweitig haben sie ihm ziemlich übel mitgespielt. Aber ich fand es heftig, wie er darauf reagiert. Er packt sie und schlägt ihre Köpfe gegeneinander.
    Könnte das die Erklärung dafür sein, dass die Kinder in einem der vorherigen Kapitel solche Angst vor ihm hatten ? Kann aber eigentlich nicht sein, weil die Besichtigung vorher war, oder ?


    Ja, die Besichtigung war vorher, und ich glaube nicht, dass die beiden bei der Schulklasse dabei waren.


    Wieder einmal habe ich das Verhalten von Bruno (bei der Führung) durchaus "normal" empfunden. Er nimmt ein Mädchen und setzt es auf einen Traktor - eigentlich um dem Mädchen etwas Spass zu gönnen. Allerdings reagiert das Kind mit Angst (manche Kinder haben Höhenangst) und schreit - noch immer "normal" für mich. Bruno hat es sicher nicht böse gemeint, er war ja besonders Stolz, die Führung überhaupt machen zu dürfen. Doch die Lehrerin erkennt die Angst des Mädchens, die sich dann anscheinend auf die anderen Kinder ausbreitet - da ist sicher das Aussehen von Bruno (sein "verrutschtes" Auge) Mitschuld.
    Wirklich blöd gelaufen.... :(

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Die Kinder haben Bruno immer geärgert, haben sogar Dreck mit einem Katapult auf die Zapfegge geschossen – und auch anderweitig haben sie ihm ziemlich übel mitgespielt. Aber ich fand es heftig, wie er darauf reagiert. Er packt sie und schlägt ihre Köpfe gegeneinander.
    Könnte das die Erklärung dafür sein, dass die Kinder in einem der vorherigen Kapitel solche Angst vor ihm hatten ? Kann aber eigentlich nicht sein, weil die Besichtigung vorher war, oder ?


    Ich finde die beiden Kinder von Ina ziemlich schlimm, ehrlich gesagt. Aber ich habe das so gelesen, als würde Bruno ihnen nur gerne die Köpfe gegeneinander schlagen, tatsächlich getan hat es der Chef, nachdem sie ihn gefesselt und seine Sachen im Johannisbeerstrauch versteckt haben. Bruno hat sie "nur" an den Hälsen gepackt und nach draußen geschleift. Da könnte ich mir vorstellen, dass Bruno nicht wirklich ein Gefühl dafür hat, wie heftig er zupackt, denn die anderen sagen ja, er hätte die Kinder regelrecht gewürgt. Das lässt mich dann auch wieder an die anderen Gelegenheiten denken, wo Ina ihm nach dem Herumtollen vorwirft, ihr weh getan zu haben (genau weiß ich die Stellen nicht mehr). Und auch die Episode mit der Schulklasse erscheint für mich dadurch in einem anderen Licht, vielleicht hat er, als er das Mädchen hochhebt, auch zu kräftig zugepackt und sie damit erschreckt? Ihr vielleicht sogar unabsichtlich weh getan?


    Ich habe jetzt bis Seite 410 gelesen. Endlich wissen wir, was mit Guntram Glaser passiert ist:


    So ganz habe ich aber die Rolle des Chefs dabei nicht verstanden, denn


    Vielleicht habe ich da aber auch zu viel hineininterpretiert. :-k
    Und wir wissen nun

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  • Ja, die "Skelettgeschichte" wird aufgeklärt - das finde ich eine wirklich gelungenen Geschichte, auch wenn sie traurig ist und bis in die Jetztzeit Folgen hat.

    Liebe Grüße
    Gabi


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  • Nun will ich mich auch mal wieder zu Wort melden. Dieses Wochende hatte ich mal wieder Zeit zum lesen und bin nun auf Seite 360.

    Bei der Stelle mit der Besuchsführung hat mir richtiggehend das Herz geblutet - der arme Bruno! ich glaube, dass der Grund eine Mischung aus seinem Aussehen und seiner Ausstrahlung war, und als er dann forsch auf das kleine Mädchen zu ist, hat sie sich erschreckt. Aber ich finde es richtig traurig, dass es Bruno noch nicht einmal vor den Kindern gelingt, nicht in seiner Rolle als Außenseiter wahrgenommen zu werden. Wie verzweifelt ihn das selbst macht, sieht man ja auch an seiner Reaktion, als er mit dem Kopf absichtlich gegen die Fensterbank schlägt.

    Die Szene fand ich auch sehr traurig. Der arme Bruno, irgendwie jagt seine äußere Erscheinung den Kindern Angst ein. Oder - vielleicht sind die Kinder von den Eltern geprägt? Also, so nach dem Motto: "Der Bruno ist anders/komisch/seltsam, da mußt du aufpassen?" :-k


    Den Fallschirmabsprung habe ich mir auch als ein fehlgeschlagenes Manöver gedacht. Peinlich für den leitenden Offizier! #-o


    Zu der Zeit: Ich glaube auch, das die 70er Jahre gemeint sind. 1975/76 dürften die Jahre sein, die in der Jetztzeit spielen. Alle anderen Ereignisse, die Bruno aus seinen Erinnerungen heraus schildert, spielen für mich irgendwo zwischen 1945 und den 70er Jahren.


    Ich habe gelesen, das danii fertig ist - sind die anderen auch schon fertig? :uups: ("Schon" ist gut... 8-[ )

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