KLR: Seite 1 - Seite 149

  • So, dann mache ich mal den Anfang.


    Ich bin jetzt auf Seite 48 und das Buch hat mich gleich wieder gepackt. Allerdings muss man sich beim lesen sehr konzentrieren, da Lenz oft in den Zeiten spingt und man aufpassen muss was Vergangenheit und was Gegenwart ist. :wink: 
    Die Sprache ist wieder einmal Lenz - typisch, in schönen Sätzen, die viel Gefühl ausdrücken.


    Schon der Anfang ist sehr interessant. Man erfährt, dass Brunos Chef Konrad entmündigt wurde. Aber man erfährt nicht warum. Scheinbar ging dies sehr schnell.
    Hatte er vielleicht einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit ? Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich dies auflöst.


    Einen großen Teil nehmen vorerst die Erinnerungen an die Barakenzeit ein. Ich nehme an, dass Brunos Eltern tot sind. Genau, habe ich dies nicht herauslesen können.
    Ich nehme an die Baracken waren eine Art Aufnahmelager in der Kriegszeit ?
    Es bleibt noch einiges im Unklaren.
    Sehr schön beschrieben fand ich, wie aus dem Exerzierplatz die Baum und Pflanzenschule wurde und wie sehr der "Chef" für diese gekämpft hat. Konrad, der "Chef" scheint überhaupt eine große Kämpfernatur zu sein, was es umso verwunderlicher macht das er auf einmal entmündigt wurde.


    Eine sehr interessante Figur ist Max. Er bezeichnet Bruno als seinen einzigen Freund und hat scheinbar ein besonderes Verhältnis zu ihm. Max wird in der Geschichte sicher noch eine große Rolle spielen.


    Noch ist nicht viel passiert, aber ich freue mich schon sehr aufs weiterlesen.

    Narkose durch Bücher - Das Richtige ist: das intensive Buch.
    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


    :study: Sarah J. Mass - Throne of Glass / Die Erwählte :study:

  • Bis Seite 48 bin ich gestern auch gekommen. (Und heute Früh beim Zähneputzen bis 52...)
      
    Beim „Exerzierplatz“ erging es mir so, wie ich es gerne mag, beim Lesen: anfangen und sofort mitten drin sein. Obwohl alles recht leise und unaufgeregt daherkommt. Unaufgeregt selbst in dramatischen Situationen, etwa, als der Erzähler nur knapp vor dem Tod durch Ertrinken unter den Huftritten ausschlagender Pferde gerettet wird.


    Lenz schafft es, mit einfachen aber wirksamen Mitteln, sofort Spannung aufzubauen. Zum Beispiel habe ich mich knapp zwanzig Seiten lang gefragt: „Wie heißt du, Erzähler?“ Bis ich in einem Nebensatz erfahren habe, dass es sich um Bruno handelt. Bruno, als Kind offenbar schwer vom Schicksal gebeutelt, hat aber das Glück gehabt, beim „Chef“ und seiner Familie unterzukommen. Soweit ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe, ist Bruno ein Sonderling, aber auch einer mit der besonderen Fähigkeit, zu hören und zu spüren, was andere nicht wahrnehmen. So ist er es, der den Chef lange vor dem Zeitpunkt, zu dem die Handlung des Buches einsetzt, ermutigt, nicht aufzugeben. Der will Land pachten, bekommt aber vom Bürgermeister zu hören, dass sich bereits zwei andere Interessenten darum beworben hätten. Bruno erkennt den Vorwand und hört die unausgesprochenen Worte: „Du nicht, unser Land ist für unsere Leute, wir werden schon zwei finden, die es übernehmen wollen.“ (S. 36, Absatz 1)
      
    Natürlich bin ich auch neugierig, warum der Chef entmündigt wurde, welcher Schurkenstreich oder Schicksalsschlag dahinter steckt. Und ich freue mich darauf, mich noch ein paar hundert Seiten in der zärtlichen Sprache von Siegfried Lenz aufzuhalten.

  • Ich habe jetzt auch angefangen und bin in meiner Ausgabe (ich habe eine ältere, gebundene Ausgabe) bis Seite 50 gekommen.


    Mir geht es ähnlich wie Suspiria, ich muss ziemlich aufpassen, mich in den beiden Zeitebenen nicht zu verheddern, ich hatte das Buch schon am Sonntag angefangen, war da aber offenbar zu unkonzentriert und habe es deshalb gestern noch mal versucht und schon weniger Mühe damit gehabt.
    Schön finde ich auch, dass man wieder mitten in die Handlung hineingeworfen wird, ich habe mich auch lange gefragt, wie der Erzähler wohl heißt, wie alt er ist etc. Diese Dinge bekommt man am Rande, in scheinbaren Nebensächlichkeiten mit - etwas, das mir bei Lenz schon häufig aufgefallen ist, was seine Texte aber auch angenehm unaufdringlich macht. Man muss halt nur ein bisschen aufpassen :wink:


    Suspiria: Ich vermute auch, dass Brunos Eltern bei dem Schiffsunglück umgekommen sind, und auch, dass es sich bei den "Baracken" um eine Art Auffang- oder Übergangslager nach dem Krieg handelt. Bruno erwähnt ja auch mehrmals, dass er aus dem Memelgebiet stammt, wo er nach dem Krieg natürlich nicht bleiben konnte.


    Die Sprache gefällt mir ebenfalls sehr gut, sie ist eines der Dinge, die ich bei Lenz am meisten schätze, alles wird ein wenig unspektakulär und sehr ruhig erzählt, die Sätze gleiten ineinander über. Hm, ich weiß nicht, wie ich das besser ausdrücken soll ...


    Ich bin jedenfalls auch sehr gespannt, was hinter der Entmündigung steckt. Und was Bruno uns noch über seine Vergangenheit und die seines Chefs erzählen wird. Ich freue mich schon darauf, heute Abend weiterlesen zu können.

    :study: James Baldwin - Go tell it on the mountain

    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    :montag: Karen M. McManus - One of us is lying

    :musik: Claire North - Die vielen Leben des Harry August


    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • Schön finde ich auch, dass man wieder mitten in die Handlung hineingeworfen wird, ich habe mich auch lange gefragt, wie der Erzähler wohl heißt, wie alt er ist etc. Diese Dinge bekommt man am Rande, in scheinbaren Nebensächlichkeiten mit - etwas, das mir bei Lenz schon häufig aufgefallen ist, was seine Texte aber auch angenehm unaufdringlich macht. Man muss halt nur ein bisschen aufpassen


    Das finde ich bei Lenz immer wieder schön. Man wird in die Handlung hineingewerfen. Es gibt kein großes Vorgeplänkel. Und - wieder einmal - ist mir hier aufgefallen, dass ähnlich wie beispielsweise bei "Deutschstunde" die Handlung von hinten aufgerollt wird. Man weiß es ist etwas passiert und bekommt nun stückchenweise ein Puzzle zum zusammensetzen. Das schätze ich an Lenz sehr. :thumleft:


    Soweit ich ihn bis jetzt kennen gelernt habe, ist Bruno ein Sonderling, aber auch einer mit der besonderen Fähigkeit, zu hören und zu spüren, was andere nicht wahrnehmen.


    Ich finde auch, dass Bruno ein Sonderling ist, aber mit einer großen Beobachtungsgabe. Dies merkt man besonders an den, von Lenz so schön beschriebenen Stellen, wie er die Dinge wahrnimmt, wie er die Dinge sieht und was er sich für Gedanken macht.
    Ich mag Bruno. :D

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    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


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  • Ich hab vorhin ein bisschen weitergelesen und bin nun auf Seite 88.


    Der Chef und Bruno scheinen ja ein inniges Verhältnis zueinander gehabt zu haben.
    Viele Sachen hat er ihm geschenkt, hat viel für ihn getan. Bruno spricht davon er wäre der einige gewesen, der je für ihn gesorgt und beschützt hätte.
    Ob es daran liegt, dass er ihm das Leben gerettet hat ? Das Der Chef jetzt denkt er müsste Bruno besonders beschützen ?


    Auch in der Schule war Bruno scheinbar ein Sonderling, ein Schüler der von seinen Mitschülern nicht akzeptiert uns ständig geärgert wurde. Allerdings hatte er auch hier wieder ein anderes Verhältnis zu seiner Lehrerin als seine Mitschüler. Schon allein, dass er sie nach Hause begleitet hat usw.
    Traurig fand ich hier, dass dieses gute Verhältnis nach der Sache mit dem Leim, für die Bruno verantwortlich gemacht wurde, in die Brüche ging. Dies beschreibt Lenz wieder auf seine eigene wunderbare Art.




    Bruno hatte es in seinem Leben nie leicht. Und dann zuhause in den Baracken, noch die grummelige Liesbeth, die Bruno so schlecht behandelt. Ich bin gespannt, warum sie im Gefängnis saß und ob sie wirklich ihr Kind im Schlaf „erdrückt" hat. Diese Frau ist sehr sonderbar.


    Und da ist natürlich auch noch Joachim. Ihn kann ich zur Zeit überhaupt noch nicht einschätzen. Joachim hat Bruno scheinbar auch nie akzeptiert. Als Kind nehme ich mal an, war Joachim neidisch auf Bruno, da er von seinem Vater anders (besser) behandelt wurde. Ich glaube zwischen den beiden passiert noch irgendetwas. :wink:


    Mysteriös ist natürlich, dass bei dem Chef persönliche Sachen verschwinden. Wer mag diese Dinge wohl genommen haben ?


    Tragisch fand ich die Sache mit Boris, Konrads Freund der mit ihm zusammen im Krieg war. Er hat sich erhängt, oder ? Schade, dass man hier nichts genaueres über die Gründe dazu erfährt.

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  • Man erfährt, dass Brunos Chef Konrad entmündigt wurde. Aber man erfährt nicht warum.

    Ich bin "erst" auf Seite 20 und ärgere mich gerade ein bisschen. Bei meiner Ausgabe (Büchergilde Gutenberg) steht der Grund der Entmündigung im Klappentext... :roll: 
    Heute abend werde ich wohl nicht mehr iel lesen - für das Buch bin ich zu müde - aber morgen früh! Werde mich dann wieder melden. ;)

  • @ Hermia: Das ist ja wirklich ärgerlich, dass der Grund für die Entmündigung im Klappentext steht, unter anderem das macht den Anfang des Buches ja gerade so interessant, dass man eben nicht weiß, warum der Chef entmündigt wurde ... Manchmal fragt man sich echt, was in diesen Klappentextschreibern vorgeht ](*,)


    Ich bin gestern noch bis S. 102 gekommen und habe nur deshalb nicht weitergelesen, weil mir die Augen zugefallen sind. Ich hätte gerne noch weitergelesen, so sehr hat mich die Geschichte inzwischen gepackt.
    Bruno scheint nicht nur ein Sonderling zu sein, sondern auch ein wenig ein Pechvogel, sein Erlebnis als Postgehilfe scheint da ja symptomatisch zu sein 8-[ Zum Glück hat er den Chef auf seiner Seite.


    Über die Geschichte mit Boris habe ich mir gestern Abend noch lange Gedanken gemacht, weil man eben so gar nichts Näheres erfährt. Heute Nacht im Traum sind mir dann die wildesten Theorien durch den Kopf gegeistert, zum Beispiel habe ich mich gefragt, ob Boris (der ja Russe war, oder irre ich mich da?)

    Aber vielleicht ist da auch einfach die Phantasie mit mir durchgegangen :wink:


    Besonders intensiv und berührend fand ich übrigens die Stelle, an der Bruno an den Memelfluss denkt und solches Heimweh bekommt, dass er mit dem Kopf auf den Boden schlägt, um den Schmerz loszuwerden (das Zitat liefere ich heute Mittag nach, ich hab das Buch grad nicht zur Hand).

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  • Hier noch die Stelle mit dem Heimweh, die ich heute Morgen erwähnt habe, auf Seite 80 in meiner Ausgabe:

    Zitat

    Und sobald ich an die Memel dachte, an den geschwollenen Fluß, spürte ich auch schon den Schmerz, er stieg aus dem Bauch auf und drückte auf das Herz, und zuerst wußte ich nicht, wie ich mich wehren konnte, zuerst nicht, ich hockte immer nur ganz betäubt da, ganz gerädert, bis es mir einfiel, dem Schmerz zu antworten, einfach, indem ich mich niederließ und mit dem Kopf auf den Boden schlug, wieder und wieder, daß es in meinem Innern nur so dröhnte, und wenn das Dröhnen sich dann legte, war der Schmerz weg.

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  • Nachdem ich jetzt bei meiner (alten Ausgabe - 1985) auf S.50 angekommen bin, möchte ich auch hier gleich mitmischen :lol:


    Wie ihr schon richtig erkannt habt, ist die Sprache von Lenz einfach traumhaft! Mit so einfachen Worten, wunderschönen Sätzen Gefühle und Situationen zu beschreiben - das kann nur dieser Autor.


    Schön finde ich auch, dass man wieder mitten in die Handlung hineingeworfen wird


    Dem kann ich nur zustimmen, finde ich übrigens eine total gelungene Beschreibung "hineingeworfen" :applause::loool:


    Man weiß es ist etwas passiert und bekommt nun stückchenweise ein Puzzle zum zusammensetzen. Das schätze ich an Lenz sehr.


    Ja, ich glaube, dass gerade dieser Stil auch mir so gefällt (neben der tollen Sprache). Eigentlich mag ich Erzählungen nicht soooo gerne, sind mir meist zu langatmig und ich brauche immer sehr lange für so ein Buch. Doch bei Lenz liest sich auch ein leise Geschichte spannend und interessant.


    Ich musste schon mal Wikipedia zu rat ziehen bzg. "Memelgebiet", falls das noch jemand nicht wuste hier die Erklärung:


    Als Memelland bzw. Memelgebiet (litauisch Klaipėdos kraštas) wurde zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg jener Landesteil Ostpreußens bezeichnet, der nördlich der Memel gelegen ist, 1920 von den alliierten und assoziierten Hauptmächten unter französische Verwaltung gestellt und 1923 von Litauen annektiert wurde. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff auch heute noch für diese Region verwendet.



    Für mich wirkt Bruno wie ein etwas zurückgebliebener Junge - auch wenn er ja schon ein Mann ist, da er 31 Jahre beim "Chef" ist. Aber die Anfeindungen der anderen Kinder in der Schule, während der Barackenzeit usw. lassen mich diesen Schluss ziehen. Oder er hat sich bei dem Bootsunfall irgendeine schreckliche - sichtbare Verletzung zugezogen. Es wird ja auch eine Augenverletzung und Narben am Kopf beschrieben....
    Sein besonderes Gespür und seine (anscheinende) sprachliche Schwäche könnte auch für eine Form des Autismus sprechen. Aber vielleicht interpretiere ich da zuviel hinein, wir werden es ja noch erfahren.


    Bis später :winken:

    Liebe Grüße
    Gabi


    "Welchen Kummer deiner Seele du auch ertränken willst,
    deine Bibliothek ist der beste Keller!
     
    Jean Cocteau

  • Gabi5 : Du bist ja eine flotte Lotte! Gerade erst war der Postler da, und schon ein Beitrag von Dir...


    Danke für die Beschreibung des Memel Gebietes! Ich habe mich auch gefragt was das ist. Da ich aber gerade kein Lexikon im Bett hatte, habe ich nicht gleich nachgeschaut und hätte später wahrscheinlich auch nicht mehr daran gedacht, falls der Begriff nicht noch einmal im Exerzierplatz vorkommt.

  • Für mich wirkt Bruno wie ein etwas zurückgebliebener Junge - auch wenn er ja schon ein Mann ist, da er 31 Jahre beim "Chef" ist.


    Ja, so geht es mir auch stellenweise - ich lese ihn eigentlich ständig als Jungen und nicht als erwachsenen Mann, so dass ich mir zwischendurch immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, dass er ja schon über 30 ist.
    Merkwürdig finde ich auch, dass nicht nur persönliche Dinge beim Chef verschwinden, wie Suspiria ja schon erwähnt hat, sondern dass auch Bruno selbst offenbar nicht in der Lage ist, seine Sachen beisammen zu halten. Er verliert ja so viel, dass man das schon nicht mehr schusselig nennen kann :wink: In diesem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass er immer mal wieder aus der Ich-Form wechselt, wenn er über die verloren gegangenen Dinge redet, also dass er eben zum Beispiel etwa sagt "wer weiß, wo Bruno das und das verloren hat".


    @ Gabi5: Hast du auch eine gebundene Ausgabe? Meine ist nämlich auch von 1985.

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  • Ja, so geht es mir auch stellenweise - ich lese ihn eigentlich ständig als Jungen und nicht als erwachsenen Mann, so dass ich mir zwischendurch immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, dass er ja schon über 30 ist.


    Das geht mir genauso. :lol: 
    Ich habe auch arge Probleme mir Bruno als Mann vorszustellen. Ich sehe ihn auch immer noch als Jungen vor mir.


    @ Gabi
    Auch von mir vielen Dank für die Beschreibung des Memel - Gebietes. :thumleft:

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  • @ Gabi5: Hast du auch eine gebundene Ausgabe? Meine ist nämlich auch von 1985.


    Ja, es ist ein blaues, gebundenes Buch - leider ohne Cover.


    @Jogi: so sind halt wir "Wiener Frauen" :P:mrgreen:

    Liebe Grüße
    Gabi


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  • Tragisch fand ich die Sache mit Boris, Konrads Freund der mit ihm zusammen im Krieg war. Er hat sich erhängt, oder ? Schade, dass man hier nichts genaueres über die Gründe dazu erfährt.


    Über die Geschichte mit Boris habe ich mir gestern Abend noch lange Gedanken gemacht, weil man eben so gar nichts Näheres erfährt. Heute Nacht im Traum sind mir dann die wildesten Theorien durch den Kopf gegeistert, zum Beispiel habe ich mich gefragt, ob Boris (der ja Russe war, oder irre ich mich da?)

    Aber vielleicht ist da auch einfach die Phantasie mit mir durchgegangen :wink: 


    Diese Stelle ist mir auch ziemlich nahegegangen - besonders da Lenz uns da vollkommen spekulieren lässt. Ich glaube nicht, dass wir später noch die wirklichen Gründe erfahren werden, aber vielleicht irre ich mich auch. Spontan dachte ich das gleiche wie Du, danii :cry:

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Ja, es ist ein blaues, gebundenes Buch - leider ohne Cover.

    Ich denk die Ausgabe habe ich auch.
    Zum Buch:
    Dass er schon 30 ist, habe ich garnicht mitbekommen (bzw. es kam noch nicht da ich noch nicht so weit mit lesen bin), daher hat es mich eben ziemlich verwirrt. Ich hatte beim Lesen auch immer das Bild eines Judenglichen im Kopf, was wohl an der Art zu erzählen liegt. Bisher hat mich das Buch noch nicht so richtig gefesselt. Mal sehen wie es weiter geht.


    LG

    :study: Monsieur Ibrahim et les fleurs du coran - Eric-Emmanuel Schmitt


    SUB: 89

  • Dass er schon 30 ist, habe ich garnicht mitbekommen (bzw. es kam noch nicht da ich noch nicht so weit mit lesen bin), daher hat es mich eben ziemlich verwirrt.


    Wieweit bist Du denn?
    Bruno ist seit 31 Jahren bei Konrad, war damals aber sicher schon ein etwas ältere Bub (da er gleich in die Schule zu den "Großen" gekommen ist, trotzdem größer war als alle anderen). Also muss er mindestens 40 Jahre alt sein - schätze ich. Aber Du hast recht, der Erzählstil würde auf einen Jugendlichen schließen lassen, oder einen Erwachsenen der Einschränkungen hat.


    Schade, dass es Dir bis jetzt nicht gefällt - ich bin fasziniert von der Sprache :love:

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Also muss er mindestens 40 Jahre alt sein - schätze ich. Aber Du hast recht, der Erzählstil würde auf einen Jugendlichen schließen lassen, oder einen Erwachsenen der Einschränkungen hat.


    Schätze ich auch. Als er von Konrad gerettet wurde könnte er ca. 10 Jahre alt gewesen sein.

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  • Mysteriös ist natürlich, dass bei dem Chef persönliche Sachen verschwinden. Wer mag diese Dinge wohl genommen haben ?


    Ich glaube, dass ist ein wichtiger Schlüssel in diesem Buch! Gleich am Anfang (in meiner Ausgabe auf S. 11) will Konrad Bruno seine goldenen Taschenuhr an Bruno verschenken, doch dieser will sie nicht annehmen.

    Zitat

    Soviel er auch nickte und drängte, ich rührte die Uhr nicht an, weil ich mit ihr sofort aufgefallen wäre oder mich sofort einem Verdacht ausgesetzt hätte, und wenn ich etwas zu vermeiden versuche, dann ist es dies. aufzufallen. Ich habe nur starr auf die Gravur gedeutet, bis er sie endlich las; er schien nur ein wenig verblüfft und hat den Sprungdeckel zugedrückt und ist ohne ein weiteres Wort gegangen


    Ob er dann die Uhr mitgenommen hat, oder liegen gelassen? Das ist nicht beschrieben...


    Und später suchen sowohl Magda als auch Max etwas bei Bruno. Max fragt sogar gezielt nach einer Uhr.


    Dabei frage ich mich schon: ist Bruno wirklich unschuldig? Oder nimmt er doch einige Dinge (auch die, die er immer wieder "verliert"), auch wenn er die Uhr ja nicht gestohlen, sondern geschenkt bekommen hat :scratch: 
    Was sagt ihr dazu??

    Liebe Grüße
    Gabi


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    Jean Cocteau

  • Gabi5
    Ich glaube auch, dass die verschwundenen Gegenstände eine Schlüsselszene sind. Auch wenn ich mir noch nixht erklären kann, wie das alles zusammenpassen könnte.
    Ob Bruno wirklich so unschuldig ist ? Eine sehr gute Frage. Ich glaube es nicht. Ich denke dass er das eine oder andere Geheimnis birgt.



    Sooo, ihr Lieben, ich bin jetzt auf Seite 109


    Das Bruno ein richtiger Pechvogel ist merkt man wieder an der Stelle, auf der Brücke, als er von dem durchgegangenen Pferd gestreift wird und die ganzen Postsendungen im Fluß landen.
    Überhaupt hat er es in seiner Lehre bei Jakob Ewaldsen nicht leicht. Beosnders als er ihn grundlos schlägt tat mir Bruno sehr leid. Aber Ewaldsen scheint generell ein böser Mensch zu sein, seine Frau behandelt er ja auch so schlecht.


    Und dann diese geheimnissvolle Erzählung von Lisbeth,
    Was hat es wohl mit dem Foto auf sich ?
    Warum können sie nur noch hoffen ?
    Was weiß Lisbeth was die anderen nicht wissen ?


    Ich denke das Lisbeth auch bei der Entmündigung irgendeine Rolle spielt. Man darf also weiterhin sehr gespannt sein.

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