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Doris Lessing, Ein süßer Traum

Ein süßer Traum

4.7 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

Verlag: btb Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 528

ISBN: 9783442733910

Termin: Januar 2006

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  • Inhalt:
    Drei Frauen aus drei Generationen in einem Haus - Julia, die unnahbare, disziplinierte Schwiegermutter, Frances, die Seele des Hauses, die wegen der Kinder auf ihren Lebenstraum verzichten musste, und mit Ihrem Verdienst auch so manchen Gestrandeten mit durchfüttert, und deren Stieftochter Sylvia, die bei ihr Schutz sucht und später Missionsärztin in Afrika wird. Alle zusammen verbindet Johnny, der Berufsrevolotionär, mit wenig Verantwortungsbewußstein, aber einer großen Portion Egoismus.
    Während der "Swinging Sixties" ist der Küchentisch in diesem Haus der Platz, den man Heimat nennt. Hier wird gelacht, gestritten und diskutiert - Hauptthema Politik und sonstige Ideologien bis jeder seinen Weg ins Erwachsenenlager findet. Aber auch dann ist dies der Treffpunkt für so manches Problem und davon gibt es eine Menge.


    Autorin:
    Doris Lessin, 1919 im heutigen Iran geboren und auf einer Farm in Rhodesien aufgewachsen, lebt seit 1949 in England und hat 1950 ihren ersten Roman veröffentlicht. Der Durchbruch kam mit "Das goldene Notizbuch". Sie erhielt zahlreiche Ehrungen und Preise - 2007 den Nobelpreis für Literatur.


    Meine Meinung:
    Zentraler Punkt dieser Geschichte ist Johnny, der Revolutionär schlechthin, auf jeder Versammlung zu finden, von vielen bewundert und in speziellen Kreisen angesehen, selten zuhause und penedrant pleite. Als Frances ihn heiratet hat sie noch Träume, doch der harte Alltag holt sie bald ein. Sie muß das Geld verdienen um ihre Söhne zu ernähren. Johnny verläßt sie bald wegen einer anderen und so bleibt ihr nichts anderes übrig als das Angebot der Schwiegermutter anzunehmen in deren großem Haus zu leben. Beide mögen sich nicht, aber Johnny ist das Verbindungsglied. Er taucht ohne Skrupel immer wieder auf. Auch so manch gestrandeter Jugendlicher findet in der Gemeinschaft eine Unterkunft und auch die Stieftochter Sylvia findet dort den Mut zum Weiterleben.
    Drei charakterstarke Frauen, jede mit ihrem Schicksal und das Zusammenrücken der Drei.
    Ein gesellschaftskritisches, politisches Buch mit vielen Kontroversen - Eigensinn, Verzweiflung, Hass, aber auch Mut, Hoffnung, Vertrauen und Liebe, Afrika mit all seiner Schönheit und der vernichtenden Korruption.
    Man spürt die eigene Erfahrung von Doris Lessing, die alles so wirklichkeitsgetreu erzählt und mich zu den verschiedensten Emotionen veranlaßt. Mal bin ich wütend und erschüttert, dann schlägt wieder eine große Woge Sympathie über und mit jeder Seite mehr Vertrautheit, Verständnis oder gar Wiedererkennen. Ein großartiges, fesselndes Buch, das mir auch einige neue Seiten der Autorin offenbart.
    Unbedingt lesenswert!!!


    Liebe Grüsse
    Wirbelwind


    :study: Joan Aiken, Die Party-Köchin

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

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