Jacob Grimm: Selbst ist der Mann. Holzmöbel

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  • Selbst ist der Mann (Hrsg.): Das große Buch von Holzbau Möbel, Deko, Holz im Garten Werkzeuge Arbeitstechniken Anleitungen; Pabel – Moewig Verlag KG Rastatt 2004; 10 Euro; ISBN 3 – 8118 – 1559 – 8; 239 Seiten

    Holz ist als natürliches Material einfach zu bearbeiten. Es bietet eine hohe Festigkeit bei vergleichsweise geringem Gewicht wie gute Wärmedämm – Eigenschaften. Holz zeichnet sich auch durch Arten – Vielfalt, interessante Maserungen und verschiedene Härten aus. Der Fachhandel bietet für die Bearbeitung des Holzes eine Fülle nützlicher Hand- und Elektrowerkzeuge an.
    Die selbsternannten Profis des Handwerker – Magazins „selbst ist der Mann“ möchten den Lesern erklären, wie sie mit dem Werkstoff umgehen können, was Handwerker unbedingt an Material und Werkzeugen brauchen und wie man seine Werkstatt fachmännisch einrichtet und ausstattet. Schritt für Schritt möchten die Autoren die wichtigsten Techniken der Holzbearbeitung vorstellen. Baupläne und Bauvorschläge sollen Anregungen für die Praxis bieten.Im Kapitel „Der Werkstoff Holz“ geht es im wesentlichen darum, Schnittholze und Holzwerkstoffe vorzustellen und zu beschreiben. Das Kapitel „Die Holzwerkstatt“ behandelt Themen wie Beschläge, Produkte für die Oberflächenbehandlung, die (nach Ansicht der Autoren) wichtigsten Handwerkzeuge oder Elektrowerkzeuge für die Oberflächenbehandlung.Welche Techniken der Holzbearbeitung gibt es? Schnitzen, abbeizen, lackieren, polieren mit Schellack, fräsen, furnieren, drechseln und sicherlich noch viele andere. Die Autoren stellen diese Techniken in einem eigenen Kapitel vor.Ein Eßtisch im Landtauschstil, eine Singleküche, eine klassische Standuhr und eine dekorative Gartenschubkarre sind nur einige der Themen, die die namenlosen Autoren im letzten Kapitel vorstellen. Die Überschrift lautet hier „Praktischer Möbelbau“.Schön bunt und stellenweise sogar informativ ist das Buch. Über 1.000 farbige Abbildungen, also Fotos und Zeichnungen sind dort enthalten. Die Beschreibungen sind sicherlich auch gut verständlich und nachvollziehbar. Ein paar Fragen bleiben aller offen. Wer selbst handwerklich arbeitet, der kennt die vorgestellten Werkzeuge und Arbeitsmethoden in der Regel aus der Praxis. Handwerkern und Praktikern brauche ich als Autor demzufolge nicht zu erklären, wie sie ihre Arbeit zu erledigen haben. Und wer weiß, daß er zwei linke Hände hat, der wird normalerweise sowieso die Hände von handwerklicher Arbeit lassen und sich seine Möbel im Fachhandel kaufen. Unklar ist, wer zur Zielgruppe dieses Buches gehört.Hinzu kommt, daß die Texte teilweise unvollständig wirken. Wer heimwerkert, wird nicht nur Holz benutzen. Oft kommen auch Materialien wie Textilien, Glas, Kork, Korbwaren oder Spiegel hinzu. Wie diese Elemente in die Arbeit integriert werden können, wird verschwiegen. Wieso sollte ich – nur so als Beispiel – eine Wiege mit Stoffhimmel bauen, wenn ich nicht erklärt bekomme, wie ich den Stoffhimmel anfertige und wo ich die Spielsachen für das Baby unterbringe. Jeder vernünftige Innenausstatter hätte hier bestimmt eine Menge Ideen.Holzmöbel haben natürlich ihren Charme. Holzprodukte vermitteln eine angenehme, warme und freundliche Atmosphäre. Doch 50 oder 100 Seiten mehr hätten sicherlich gereicht, um dem Leser ein paar Tips zu geben, wie ich Holzmöbel mit Möbeln aus anderen Materialien kombinieren kann. Welche Tapeten, Wandbehänge, Teppiche, Telefonbänke oder Bücherregale lassen sich mit den selbst hergestellten Produkten kombinieren. Als Käufer hätte ich möglicherweise 5 Euro mehr auf den Ladentisch legen müssen; andererseits wäre ich als Leser auch um einige Anregungen schlauer. Vielleicht klappt es ja in der nächsten Ausgabe.

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