Maren Schwarz- "Zwiespalt"

  • Kurzbeschreibung/Klappentext:
    Die erfolgreiche Krimiautorin Blanca Büchner erwartet mit 40 Jahren ihr erstes Kind. Gerade ist sie mit ihrem Mann auf den Lochbauernhof im Vogtland gezogen - dieser soll mit einem Fluch belegt sein. Kurz darauf fällt Blancas Mann durch einen Unfall ins Koma. Auch die Vorbesitzerin des Hofs erlitt ein schweres Schicksal: Sie nahm sich das Leben, nachdem sie ein Kind mit schwerem genetischen Defekt abtreiben lassen musste. Bei einer Fruchtwasseruntersuchung stellt Blancas Arzt auch bei ihrem Kind einen solchen Defekt fest. Kurze Zeit später ist er tot. Blanca glaubt nicht an einen Unfall und beginnt zu ermitteln.


    Die Handlung in diesem Buch ist auf Tagebucheintragungen der Vorbesitzerin des Hofes aufgebaut. Blanca findet das Tagebuch durch Zufall und erfährt so eine grausame Geschichte. Zusammen mit ihrer Freundin und einem anderen Frauenarzt macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, die schlimmes ans Licht bringt.


    Ich habe dieses Buch hier gewonnen. Nochmal dankeschön :) Es war mein erster Krimi, einer deutschen Autorin und er hat mich echt gepackt. Ich fand den Aufbau sehr gelungen und die, zum Glück wenigen, Charakere sehr schön eingeflochten. Obwohl das Buch sehr dünn ist, ist es voll mit spannender Handlung. Wobei ich das Thema echt heftig finde und jeder Frau, die eine Abtreibung aufgrund einer Diagnose einer Fruchtwasseruntersuchung hat vornehmen lassen, raten würde von diesem Buch die Finger zu lassen.



    So, meine erste Rezi, ich hoffe sie ist in Ordnung....

  • Vielen Dank für die Rezi. :thumleft:
    Das Buch ist das einzige was ich von Maren Schwarz noch nicht kenne und ist natürlich gleich auf meine Wunschliste gewandert.
    Ich lese ihre Krimis sehr gerne. Ich kenne die meisten Schauplätze ihrer Bücher, da sie in meiner Umgebung spielen. ;)

    Narkose durch Bücher - Das Richtige ist: das intensive Buch.
    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


    :study: Sarah J. Mass - Throne of Glass / Die Erwählte :study:

  • Ich fand das Buch ziemlich furchtbar ;)


    Die Story hörte sich wirklich vielversprechend an und war an sich auch interessant. Aber Personen und Schreibstil - unsagbar bieder und nichtssagend. Die Geschichte schleppt sich so dahin, und ich war schon nach 20 Seiten ziemlich genervt von dem leiernden und irgendwie hausbackenen Tonfall, in dem das Buch geschrieben ist.
    Beispiele: Die Hauptfigur Blanca Büchner wird andauernd als "die werdende Mutter" bezeichnet. Mir ging das irgendwann einfach nur wahnsinnig auf den Keks, weil es oft an Stellen erwähnt wurde, an denen es keinerlei Bedeutung für die Geschichte hatte ("Die werdende Mutter öffnete die Tür". Man schreibt doch auch nicht "die dunkelhaarige Protagonistin öffnet die Tür" ^^). Dann ständig "das unter ihrem Herzen heranwachsende Leben". Kann auch an mir liegen, ich hab generell ein Problem mit diesem Ausdruck. Hier wurde er noch dazu inflationär gebraucht, ebenso wie die "werdende Mutter". Solche biederen Ausdrucksweisen schaffen für mich eine totale Distanz zum Geschehen, ich habe mich überhaupt nicht einfinden können.


    Auch auf die Personen konnte ich mich nicht wirklich einlassen. Die 40jährige Blanca kam mir vor wie 70, so träge und bieder gibt sich diese "werdende Mutter mit dem heranwachsenen Wesen unter ihrem Herzen" (haha!!) und so vollkommen ernst, ohne jeden Witz und Esprit, einfach total saftlos.
    Spannung kam für mich nur sehr schleppend auf. Interessant war es, herauszubekommen, welcher Zusammenhang besteht zwischen der (ebenfalls schwangeren) Vorbesitzerin von Blancas Bauernhaus und Blancas eigenem Schicksal. Das war aber auch das einzige, was mich zum Weiterlesen veranlasst hat, sonst hätte ich mich vermutlich vor Langeweile abgerostet.


    Negativ zu bemerken wäre außerdem, dass man beim Gmeiner-Verlag anscheinend auf Lektoren verzichtet. Abgesehen von der bestimmt 20fach erwähnten "werdenden Mutter" fand ich ein paar wirklich grobe Schnitzer. Spürbare Kindsbewegungen bzw. Tritte in der 11./12. Woche??
    Seit wann kann man einen Duft "spüren"?
    Interpunktion war auch seeehr frei interpretiert nach irgendwelchen Märchenregeln.
    Und im ersten Buchdrittel stellt sich eine Hebamme als Elvira Kunze vor, 2 Seiten später unterschreibt sie einen Brief mit "Elvira Krug", auf der folgenden Seite wird sie dann (jeweils auf der gleichen Seite!) einmal Krug und einmal Kunze genannt - was soll das??


    Insgesamt hat dieses Buch bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen, der an sich sehr interessante Kriminalfall tröstet mich nicht über die schlecht konstruierte und mausgrau geschriebene Geschichte mit etichen Logikfehlern hinweg.

  • LilliBelle, deine Rezension ist klasse. Ich wäre zwar vermutlich nicht auf die Idee gekommen, das Buch zu lesen, weil mich die Thematik nicht anspricht, aber jetzt weiß ich sicher, dass es auch wirklich nichts für mich wäre. Habe mich jedenfalls köstlich amüsiert über die "werdende Mutter".
    Die Fehler, die du erwähnt hast, sind allerdings sehr ärgerlich. Über den Inhalt eines Buches kann man sich ja immer streiten, das ist Geschmackssache. Aber Rechtschreib-, Grammatik- und Logikfehler lassen sich nicht wegdiskutieren und verschlechtern immer den Eindruck, den man von einem Buch hat. Gmeiner ist ja (gemessen an den heutigen Verlagskonzernen) ein kleiner Verlag, und gerade dann kann man sich soetwas meiner Meinung nach nicht leisten.

    In allem habe ich Ruhe gesucht und sie nirgends gefunden außer in einer Ecke mit einem Buch.
    - Umberto Eco

  • Gmeiner ist ja (gemessen an den heutigen Verlagskonzernen) ein kleiner Verlag, und gerade dann kann man sich soetwas meiner Meinung nach nicht leisten.

    Eben, das seh ich auch so. Die haben ja auch eine schöne Marktlücke mit diesen Regiokrimis, sowas gibts ansonsten serienmäßig glaub ich nur noch bei Piper. Sowas muss man doch pflegen!
    Solche groben Schnitzer und Logikfehler sind wirkich indiskutabel, ich komm einfach nicht über Frau Kunze-krug hinweg! :shock: Schreibstil ist sicherlich Geschmackssache, da hast du recht. Wobei ich mir sicher bin, dass man auch hier noch etwas dran hätte feilen können, der ganze Stil war mir einfach zu holprig und ungeschliffen.
    Find sowas echt schade, denn aus der Geschichte hätte man deutlich mehr machen können!

  • Magst du Regiokrimis nur aus deiner Region oder auch generell? Für die Eifel gibt es den Jacques Berndorf. Hab sogar ein Buch von ihm, allerdings nie gelesen, sondern verliehen (und nicht mehr zurückbekommen...ich muss dem mal hinterhergehen :-? ). Der ist aber auch öfters in den Bestsellerlisten drin, das ist für mich schonmal ein Anhaltspunkt zumindest mittlerer Qualität :D