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Shlomo Venezia - Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz

Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz...

5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Karl Blessing

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 272

ISBN: 9783896673657

Termin: Februar 2008

  • Originaltitel: Sonderkommando. Dans l'enfer des chambres à gaz


    Seitenzahl: 271


    Klappentext:


    Als Jude italienischer Abstammung wuchs Shlomo Venezia in Saloniki auf. Im April 1944 wurde er von den deutschen Besatzern nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort musste er im so genannten Sonderkommando arbeiten. Seine Aufgabe: den Opfern die Haare schneiden, sie in die Gaskammern führen, ihnen vorlügen, sie würden nur geduscht, und sie nach dem Erstickungstod verbrennen. Doch dann merkt er, dass im Lager ein Aufstand vorbereitet wurde...


    Shlomo Venezia beschreibt, wie er und andere Häftlinge zu Arbeitern in der Vernichtungsfabrik der Nazis gemacht wurden. In der Hoffnung, vielleicht zu überleben, befolgten sie die Befehle der SS und führten täglich Hunderte von Opfern in die Krematorien. Was spielt sich im Innersten eines Menschen ab, der für einen solchen Zwangsdienst zwar mehr Essen und Kleidung als die übrigen Häftlinge erhält, der aber nur noch mit "Stück 182 727" gerufen wird?


    Als Zeugen der Massenvernichtung wurden die Mitglieder des Sonderkommandos in der Regel nach wenigen Monaten erschossen. Venezia blieb dieses Schicksal erspart. Nach der Befreiung war er lange Jahre nicht imstande, über Auschwitz zu sprechen. Erst heute kann er umfassend Zeugnis ablegen von dem Grauen, das er miterleben musste: von der Ghettoisierung der Juden in Saloniki, von dem Zugtransport nach Auschwitz-Birkenau, von dem Verhältnis der Sonderkommando-Mitglieder zu den anderen Häftlingen, den Kapos und Blockältesten, von der Evakuierung des Lagers im Januar 1945 und von dem "Todesmarsch" nach Mauthausen. Er erzählt von unvorstellbarer Grausamkeit, aber auch von beinahe übermenschlicher Opfer- und Hilfsbereitschaft.


    Shlomo Venezia lebt heute in Rom. Er war historischer Berater für den Film "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni und gilt als einer der wichtigsten noch lebenden Zeitzeugen der Shoah.


    Meine Eindrücke zu diesem Buch:


    Ich befürchte, dass ich dem Klappentext nicht viel hinzufügen kann, da ich einfach nicht in Worte fassen kann, was ich beim Lesen dieses Buches empfunden habe. Es hat mich fassungslos und erschrocken zurückgelassen. Obwohl ich wie wir alle viel über die Geschehnisse im dritten Reich weiß, hat mich dieses Buch doch so tief erschüttert und betroffen. Shlomo Venezia beschreibt seine Erlebnisse zwar in einem sehr nüchternen und distanzierten Ton, und doch verursachen seine Beschreibungen Gänsehaut und haben mich hemmungslos weinen lassen. Es ist einfach so unglaublich grausam und schrecklich, was in dieser Zeit alles passiert ist. Wie die Menschen gelitten haben, was sie durchgemacht haben und wie ihnen letztlich das Leben genommen wurde.


    Das Buch ist in Interview-Form verfasst. Der Bericht des Autors wird also teilweise durch Fragen unterbrochen, was aber überhaupt nicht störend ist. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen.


    Abgerundet wird der Bericht des Autors durch zwei weitere Artikel: Zum Einen "Die Shoah, Auschwitz und das Sonderkommando" von Marcello Pezzetti und zum Anderen "Italien in Griechenland: Kleine Geschichte eines großen Scheiterns" von Umberto Gentiloni.


    :flower:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Diese ungewöhnliche Sichtweise auf das Geschehen in den Nazi-Vernichtungslagern ist bestimmt einen Kauf wert. Danke für den Tipp!

    Die Menschen glauben alles, was sie unterhält, befriedigt oder ihnen irgendeinen Nutzen verspricht.
    G. B. Shaw