Gregg Hurwitz - BlackOut

  • Zum Autor und Buch und meine Meinung
    Gregg Hurwitz, 1973 geboren und inzwischen hauptberuflich Thriller- und Drehbuchautor, hat mit Blackout einen unspektakulären, aber spannungsgeladenen Thriller geschrieben, der durchaus lesenswert ist. Hurwitz, für seine guten Recherchen bekannt, hat es sich selbst einfacher gemacht, in dem sein Protagonist den Beruf des Schriftstellers ausübt. Man meint beim Lesen zu erkennen, dass sich das gelohnt hat und Hurwitz sich gekonnt auf den Plot konzentrieren konnte, was sich auf 432 Seiten auszahlt.


    Drew, noch völlig benommen und schmerzverzerrt, bekommt im Krankenhaus Besuch eines Detectivs. Unumwunden legt dieser ihm Tatortfotos vor, auf der eine Tote zu sehen ist, die durch einen Stich in den Unterleib verblutet ist. Gleichzeitig erklärt dieser Detectiv, dass Drew einen epileptischen Anfall erlitten hat, in dessen Zuge er notoperiert werden musste, wobei man einen Gehirntumor entdeckt und entfernt hat. Drew, förmlich erschlagen von diesen schrecklichen Neuigkeiten, fragt sich, was er mit der ganzen Angelegenheit zu tun haben soll. Brühwarm erzählt der Detectiv ihm, dass die Tote seine Exfreundin Geneviéve ist, die er umgebracht haben soll. Der Fall scheint geklärt, Drew wird in einem Indizienpross schuldig gesprochen und kann dank seiner Anwälte auf Unzurechnungsfähig plädieren und wird wieder freigesprochen.
    Dreh kann sich einfach nicht vorstellen, dass er das getan haben soll. Für ihn spricht gar nichts dafür und das will er auch beweisen. Genesen, schleppt er sich und seinen Tumor zurück nach Hause und beginnt mit den Recherchen, die seine Unschuld beweisen sollen. Als er sich eines Tages nicht erklären kann, wo die Schnittwunde an seinem Fuß herkommt, keimen erste Selbstzweifel auf. Als dann auch noch das Filetiermesser aus der Küche verschwindet und damit erneut eine Frau umgebracht wird, keimt der wahnwitzige Verdacht in ihm auf, dass er vielleicht Blackouts haben könnte und sich des nachts in einen Serienkoller verwandelt. Von diesen Vorstellungen getrieben, macht er alle möglichen Kontakte mobil um so viel wie möglich herauszufinden, dabei bedient er sich nichts zuletzt seiner Erfahrungen als Kriminalautor. Denn nun steht er erneut im Fadenkreuz der Ermittler, die keine Zweifel haben, dass er wieder gemordet hat. Sie suchen nur noch nach einer Gelegenheit, ihm das nachzuweisen. Drew spürt den Druck und bekommt es mit der Angst vor sich selbst zu tun. Die Dinge nehmen ihren Lauf...


    Hurwitz hält den Spannungsbogen stets aufrecht. Er verwickelt den Leser sehr oft in Drews irrwitzige Gedanken und die Verdächtigungen der Polizei, dass der Leser schlussendlich oft auf falschen Fährten wandelt, sich siegessicher fühlt und dann erkennen muss, dass das Sackkassen waren. Hurwitz bedient sich dabei einer locker-leichten Erzählsprache. Dennoch verstrickt er sich nicht in Ausuferungen, sondern bleibt präzise, die Story vorantreibend. Ob nun Drew der Mörder ist oder nicht, erfährt der Leser dann auch noch.....


    Ich kann ganz klar **** Sterne vergeben. Einen Punkt Abzug für den etwas zu schleppenden Einstieg in die Szene. Man wird zwar wirklich entschädigt, wenn man darüber hinwegkommt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jeder durchhält und das Buch vorher zur Seite legt. Denn schließlich muss der Anfang fesseln, damit der Leser dabeibleibt. Ich als erfahrene Leserin kann inzwischen über zu seichte oder schleppende Anfänge hinwegsehen und mich gedulden und schauen, ob es besser wird, ehe ich aufgebe, aber das kann und muss nicht jeder und deshalb ein Sternchen weniger!

    Liebe Grüße von Tanni

    "Nur noch ein einziges Kapitel" (Tanni um 2 Uhr nachts)


  • dass nicht jeder durchhält und das Buch vorher zur Seite legt.

    *meld*
    Ich gehör dazu. Mir hat die Geduld gefehlt. Vielleicht ist mir ja wirklich ein gutes Buch entgangen,
    das lässt sich nur leider jetzt nicht mehr ändern, ich hab's schon anderweitig entsorgt! :lol:

    "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
    - Groucho Marx

  • Huhu Sazi,


    ich kann dich beruhigen: Ein wirklich gutes Buch ist es nicht, sondern nur ein gutes, das spannend ist und mal so ganz anders, aber mehr auch nicht. Wirklich gut sind bei mir dann doch 5 Sterne. Aber ich habe mich sehr, sehr schwer getan, durchzuhalten. Ich hatte das Buch schon nach 20 Seiten zur Seite gelegt und mich verabschiedet. Doch mein Mann, der mich anscheinend lesetechnisch mittlerweile auch schon kennt, sagte: "Und? Sind ja schon ein paar Tage vergangen. Wieder am Lesen?" Ich so: :-k "Gut, überredet" Ja und dann habe ich die Zähne zusammengebissen und auf einmal war der Sog da, aber - ja - viel zu spät für jemanden, der z. B. nur mal so in der Buchhandlung den Anfang einliest um sich das Interesse zu holen.


    LG Tanni

    Liebe Grüße von Tanni

    "Nur noch ein einziges Kapitel" (Tanni um 2 Uhr nachts)