Mari Jungstedt - Näher als du denkst

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  • Meine Inhaltsangabe:
    Gotland ist eigentlich ein ruhiges Fleckchen in Schweden. Malerisch, idyllisch, ruhig. Hier lebt Kommissar Knutas mit seiner Familie. Er hat sich gerade von den Geschehnissen des letzten Sommers erholt, als ein Serienmörder die kleine Insel in Aufruhr versetzte. Jetzt soll er den Mord an einem Fotografen aufklären, der seit Jahren nicht mehr richtig arbeiten konnte, weil er ein ziemlich starkes Alkoholproblem hat. Doch nun hat Dahlström Glück gehabt: er hat bei einem Pferderennen eine große Summe gewonnen. Kurz darauf wird er mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden.
    Zur selben Zeit verschwindet die vierzehnjährige Fanny spurlos. Sie war allein zu Hause – allerdings nicht zum ersten Mal – und als ihre Mutter zurückkehrt, fehlt von dem Mädchen jede Spur. Sie hat nichts mitgenommen und ihren kleinen Hund einfach zurückgelassen. Obwohl die Polizisten insgeheim sofort von einem Verbrechen ausgehen, suchen sie erst einmal nach Fanny, als sei sie von Zuhause weggelaufen. Niemand ahnt, was das Mädchen durchmachen musste. Niemand weiß, wie es in ihr aussieht und wie es ihr geht. Es ist das erste Mal in Fannys Leben, dass sie für andere Menschen von Interesse ist – und das nur, weil sie gerade nicht mehr da ist.
    Von Anfang an wird gemunkelt, dass der Mord an dem Fotografen und das Verschwinden des Mädchens irgendwie miteinander in einem Zusammenhang stehen. Aber wie? Knutas und sein Team ermitteln fieberhaft – denn wer weiß, ob der Täter nicht ein weiteres Mal zuschlagen wird?
    Die Verbrechen treiben natürlich auch die Journalisten nach Gotland, allen voran Johan, der für das Regionalfernsehen arbeitet. Bei seiner Berichterstattung zu dem Serienmörder hat er Emma kennen gelernt und sich unsterblich in diese Frau verliebt. Es gibt nur ein Problem: Emma ist verheiratet und hat zwei Kinder…


    Meine Meinung:
    Ich habe den ersten Band der Reihe ("Den du nicht siehst") noch nicht gelesen, fand aber, dass das trotz der vielen Hinweise auf vergangene Ereignisse nicht störend war.
    Das Buch ist eine tolle Mischung aus privaten Schicksalen der Menschen und der wirklich schonungslos geschilderten Krimihandlung. Die Geschichte um Johan und Emma hat mich schon sehr in ihren Bann gezogen. Es ist der Autorin wirklich gelungen, Emmas innere Zerrissenheit zu zeigen: einerseits ist Johan die Liebe ihres Lebens, andererseits müsste sie die Geborgenheit ihrer Familie hinter sich lassen. Jungstedt sagt nicht, was "richtig" wäre, sie lässt jeden sein eigenes Bild machen. Auch Knutas, der Kommissar, wird inklusive Privatleben dargestellt, das auch nicht immer ganz einfach ist. Aber vor allem führen die vielen Geschichten der Gotländer dazu, dass man das Gefühl hat, ein umfassendes Bild von der Situation zu haben. Nicht nur, was die Kriminalfälle betrifft.
    Diese sind, wie gesagt, nicht gerade geschönt umschrieben. Mit Fanny konnte man richtig mitleiden, ihre Geschichte ging mir sehr an die Nieren. Ein schlimmes Kinderschicksal, leider aber sehr realistisch geschildert.
    Mal wieder eine Autorin, bei der ich nach dem Lesen eines Buches gleich mehrere andere auf meinen Wunschzettel geklickt habe...

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